Asow fordert: „15 Zivilisten für eine Tonne Lebensmittel und Medikamente“

Mariupol

Der neueste „Vorschlag“ des Asow-Bataillons zur „Evakuierung“ von Zivilisten lautet: Man sei bereit, jeweils 15 Zivilisten gegen eine Tonne Lebensmittel und Medikamente auszutauschen.

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6. Mai 2022 02:00 Uhr

Seit das Asow-Bataillon am Sonntag die ersten (und bisher einzigen) etwa hundert Zivilisten aus dem Stahlwerk Asowstal in Mariupol gelassen hat, sind weitere Angebote der russischen Seite, Zivilisten über humanitäre Korridore aus dem Stahlwerk zu lassen, nicht genutzt worden. Am Sonntag aus dem Stahlwerk entkommene Zivilisten haben der internationalen Presse bestätigt, dass sie von den Asow-Kämpfern gegen ihren Willen dort festgehalten worden sind. Der Spiegel zum Beispiel hat darüber dreist gelogen und wider besseres Wissen die Aussagen der Zeugen komplett falsch wiedergegeben.

Da die entkommenen Zivilisten auch erzählt haben, in den Katakomben unter dem Stahlwerk seien noch einige hundert weitere Zivilisten, die nicht herausgelassen werden, ist klar, dass die Russen mit ihren Vorwürfen gegen die Asow-Kämpfer recht haben: Sie halten die Zivilisten als Geiseln und als menschliche Schutzschilde fest. Das wurde danach mehr als deutlich, denn seit die ersten Zivilisten vor einigen Tagen rausgekommen sind, hat die russische Armee jeden Tag humanitäre Korridore geöffnet, aber es ist niemand mehr rausgekommen.

Nun haben die Asow-Kämpfer endgültig die Maske fallen lassen und der russischen Armee einen neuen „Vorschlag“ gemacht: Sie sind bereit, die Zivilisten gehen zu lassen, aber nur im Tausch gegen Lebensmittel und Medikamente. Sogar einen „Preis“ haben sie für die Menschen genannt: 15 Zivilisten im Tausch für eine Tonne Lebensmittel und Medikamente.

Das ist übrigens keine russische Propaganda, denn aus Kiew oder von Asow kam kein Dementi, nachdem die russische Armee das gemeldet hat. Wozu auch dementieren? In Kiew kann man sich ja darauf verlassen, dass die westlichen Medien das verschweigen.

Russland hat den „Vorschlag“ bisher nicht abgelehnt und ihm auch nicht zugestimmt, die Kommentare in Russland sprechen stattdessen von „Methoden von Terroristen“ und von „Geiselnahme“ und „Menschenhandel“.

Im Gegensatz zu westlichen Medien hat das russische Fernsehen diese Nachricht in den Abendnachrichten in einer Reportage über die aktuelle Lage in Mariupol, die ich übersetzt habe, erwähnt.

Beginn der Übersetzung:

Das russische Militär hat heute wieder einen humanitären Korridor in Mariupol geöffnet. Er bleibt sowohl morgen als auch am Samstag geöffnet, damit Zivilisten das Werk Asowstal verlassen können und Nationalisten ihre Waffen niederlegen und sich ergeben können. Doch die Militanten reagierten mit einem neuen, diesmal besonders zynischen, Angebot: dem Austausch von Zivilisten gegen Lebensmittel. Sie haben sogar ein Preisangebot gemacht: 15 Menschen für eine Tonne Lebensmittel und Medikamente. Der Kreml hat bereits darauf hingewiesen, dass solche Forderungen normalerweise von Terroristen gestellt werden. Eine Reportage aus Mariupol.

Der Kapitän auf der Brücke starrt durch die zerbrochene Glasscheibe, die von einem ukrainischen Granatsplitter zerstört wurde, auf das Meer. Seine „Tsarevna“, wie das Trockenladungsschiff genannt wird, kann den Liegeplatz seit drei Monaten verlassen. Der Hafen von Mariupol lässt die Seeleute nicht gehen.

„Am 21. Februar kamen sie in den Hafen und am 24. Februar um 10 Uhr morgens wurde der Hafen geschlossen. Die anderen Schiffe wurden evakuiert, weil eines abgebrannt ist, das andere, die „Lady Augusta“, hat technische Probleme. Wir warten darauf, dass der blaue Korridor geöffnet wird und wir in See stechen können“, sagt Pavel Pavlov, Kapitän des Schiffes „Tsarevna“.

Aber jetzt ist es einfach unmöglich, auszulaufen – die ukrainischen Nationalisten, die den einst größten Hafen am Asowschen Meer zu ihrer Festung gemacht haben, haben sich hinter den Besatzungen wie hinter menschlichen Schutzschilden versteckt. (Anm. d. Übers.: Bei einer meiner Reisen in das Konfliktgebiet habe ich Besatzungsmitglieder eines der Schiffe kennengelernt, da sie nach ihrer Befreiung im gleichen Hotel waren, wie wir Journalisten, wobei ich mich ausführlich mit ihnen unterhalten habe)

Als die Nationalisten sich aus ihren Stellungen im Hafen von Mariupol zurückzogen, blockierten sie die Fahrrinne mit einem versenkten Schiff. Das Verlassen des Hafens ist nun unmöglich. Darüber hinaus haben die Kämpfer des Kiewer Regimes neun Seeminen im Hafen versenkt, die sich nun chaotisch irgendwo in diesem Wassergebiet bewegen.

Spezialisten des Katastrophenschutzministeriums der DNR arbeiten an der Räumung des Hafens und haben bereits mehrere Antischiffsminen entschärfen können. Auch mit dem Wiederaufbau der Hafeninfrastruktur wurde begonnen. Nach Angaben der Behörden der Republik wird das erste Frachtschiff Mariupol voraussichtlich Ende Mai verlassen.

Heute ist die Artilleriekanonade über dem Industriegebiet der Stadt wieder abgeklungen. Nachdem die Koalitionstruppen Russlands und der Volksrepublik Donezk einseitig das Feuer eingestellt haben, haben sie erneut einen humanitären Korridor für die Zivilisten geöffnet, die sich in der Anlage Asowstal aufhalten. Er wird bis einschließlich 7. Mai von 8 bis 18 Uhr geöffnet bleiben. Die Asow-Nationalisten, die weiterhin Zivilisten dort festhalten, ohne ihnen Informationen über die Möglichkeit, das Werk zu verlassen, zu geben, sind nun sicher in den Überresten des Stahlwerks blockiert.

„Wir wurden eingeschüchtert: ‚Ihr geht hier nicht raus. Da werdet Ihr erschossen.‘ Sie sagten es so: Niemand hält Euch fest, aber es gibt keine Garantie, dass Ihr rauskommt“, sagten die Leute.

Dank der Bemühungen des russischen Militärs konnten am 30. April und 1. Mai mehr als hundert Menschen Asowstal verlassen. Unmittelbar danach gingen die Asow-Kämpfer jedoch wieder in Schussposition und versuchten, in kleinen Gruppen durchzubrechen. Daraufhin folgten massive Artillerieangriffe auf die Stellungen der Nationalisten.

Und jetzt erklärt die russische Seite wieder eine Feuerpause. Heute sind die humanitären Korridore jedoch leer. Gleichzeitig haben die Asow-Kämpfer erklärt, dass sie nicht beabsichtigen, weitere Zivilisten freizulassen, und Bedingungen gestellt: Geiseln im Austausch gegen Lebensmittel und Medikamente. Sie haben sogar ihren eigenen Umtauschkurs festgelegt: 15 Menschen für eine Tonne Lebensmittel und Medikamente. So verhandeln normalerweise Terroristen, zum Beispiel in Syrien. Die Ähnlichkeit zwischen den Methoden der Radikalen aus dem Nahen Osten und den Neonazis in der Ukraine endet damit jedoch nicht. Auch die Kämpfer des Kiewer Regimes bekämpfen lieber die Zivilbevölkerung als die russischen Streitkräfte und beschießen weiterhin täglich zivile Ziele in den Städten im Donbass.

„Die Kinder gehen nicht nach draußen, weil sie Angst haben. Man weiß nicht, was jeden Moment von oben kommen kann. Sie schlafen im Keller oder unter dem Bett“, sagt diese Frau.

Seit Ende Februar sind bereits hundert Zivilisten in der DNR den Angriffen der ukrainischen Streitkräfte und Nationalisten zum Opfer gefallen, fünfmal so viele wurden verwundet.

Ende der Übersetzung


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