Fifty Shades of Green

Von Grünspangrün bis Grünschnabelgrün

Aus einer aufmüpfigen antibürgerlichen Bewegung ist die spießbürgerliche Funktionärskaste eines Obrigkeitsstaats geworden. Die Grünen sind volatil und multipel. Sie schillern und oszillieren. Fifty Shades of Green. Alle fünfzig Schattierungen passen nicht in den Text; hier sind die grellsten sechs.

Gleich drei grüne Politiker stehen neuerdings an der Spitze der Popularitätsparade. Robert Habeck gilt als kanzlertauglicher Star des Kabinetts, weil er seine eigenen Skrupel so schön erklären kann. Die mittlerweile völkerkundige Annalena Baerbock kommt neuerdings vom Rechtmachen. Was ist passiert? Die Grünen sind volatil und multipel. Sie schillern und oszillieren. Fifty Shades of Green. Alle fünfzig Schattierungen passen nicht in den Text; hier sind die grellsten sechs.

I.

Grünspangrün. Die Pigmente einiger der schönsten Grüntöne werden aus dem Rost des ursprünglich roten Kupfers gewonnen. Grünspan ist der gebräuchliche Name für die giftige Farbe, die sehr langsam durch Verwitterung, oder sehr schnell durch Auftragen von Essigsäure auf Kupfer entsteht. Die Kupfergrünen können nicht verbergen, dass sie ursprünglich Rote gewesen und es unter der oxydierten Oberfläche immer noch sind.

II.

Landpolizeigrün. Die Landpolizei mit 11 Buchstaben kommt nur noch in Kreuzworträtseln vor. Als es die Grünen als Partei noch nicht gab, waren die Grünen im allgemeinen Sprachgebrauch das, was bei den Grünen später die Bullen waren: grün uniformierte Polizisten. Seit die einst moosgrünen Bullen blau sind, sind grüne Ordnungshüter nur noch in der Partei zu finden, die sich die totale Kontrolle der Bevölkerung auf die Fahnen geschrieben hat, vom Tempolimit über Impfpflichten bis zu Sprachregulierungen und Ernährungsvorschriften. Aus einer aufmüpfigen antibürgerlichen Bewegung ist die spießbürgerliche Funktionärskaste eines Obrigkeitsstaats geworden.

III.

Ukraineoliv. Biobauer Anton Hofreiter trägt die neue Camouflageuniform der expazifistischen Neobellizisten. Aber es nützt nichts. Trotz der neuen Multitarn-Optik, welche die bewaffneten Kräfte selbst in kargen Gegenden mit der umgebenden Natur verschmelzen lässt, wo auch immer auf der Welt sie gerade die Freiheit Deutschlands verteidigen, erkennt man ihn mühelos. Sein neues Gewand ist nämlich aus demselben, alten Moralgarn gewebt. Es ist so abgewetzt, dass es von weitem schimmert.

IV.

Grünlandgrün. Cem Özdemir ist der drittbeliebteste Politiker der Grünen und überhaupt. Der schwäbische Balkongärtner ist für das Landwirtschaftsministerium zuständig und bemüht sich dort um die zügige Behinderung der sogenannten Grünlandwirtschaft. Als Grünland werden Wiesen bezeichnet, die Viehfutter produzieren. Und Vieh haben wir nach Ansicht des Grünlandexperten Özdemir viel zu viel. Auf Grünland wächst leider meist nichts anderes als Viehfutter, kein Gemüse, kein Getreide. Über Grasland als direkte Nahrungsquelle freuen sich außer Schafen und Kühen nur Wölfe, die, dürften sie es denn, grün wählen würden. Da inzwischen mancher Grüne Bürgerechte für Tiere fordert, ist dies bestimmt nur noch eine Frage der Zeit. Özdemir jedenfalls sieht im Grünland des Grünen Feind. Oder auf Lateinisch: Homo homini lupus.

V.

Regenbogengrün. Sind Regenbögen grün? Ja, auch. Viele Grüninnen demonstrieren gern unter den Farben des Regenbogens. Außerdem ist Grün sowieso keine Primärfarbe, sondern eine Mischung aus gelb und blau. Je nach Mischung fällt es eher gelbstichig (ins Liberale changierend) oder blaustichig aus (die Grünen firmierten lange auch als Alternative Liste, wenn auch nicht für Deutschland). Es soll sogar braune Grüne geben, was ich hier aber nicht vertiefen will. Ein gewisser Hang zum Faschistoiden (autoritäres und demokratiefeindliches Verhalten) und Fundamentalistischen (das Grün der Propheten, die den Weltuntergang voraussagen) ist an den radikalen Rändern der Partei, besonders in der Reichshauptstadt nicht zu übersehen. Und da immer auch Rot drin steckt (siehe I.), sind die Grünen regenbogengrün. An all das muss man diejenigen erinnern, die in den Ampelgrünen nur noch lindes Wohlfühlgrün erkennen wollen.

VI.

Grünschnabelgrün. Der jungen, unerfahrenen doch vorlauten, von sich und ihrer Weltrettungsmission überzeugten Mensch:in dagegen kommt das Grün der Ampel mal eher blassgrün, mal ziemlich giftgrün vor. Sie hat schon so viele Frösche geküsst, nur weil sie grün waren, und kein einziger hat sich als Prinz entpuppt. Machen auch wir uns nichts vor! Nicht alles, was grün ist, wächst an seiner eigenen Überforderung, wie es die drei beliebtesten Grünen gerade so bemüht tun. Selbst, wenn sie nicht mehr grün sind hinter den Ohren, bleiben sie ideologisch unbelehrbar.

Quelle

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