Hinter der Kampagne gegen Elon Musk …

… stehen bekannte Namen und finanzstarke Interessen
Der Tenor der veröffentlichten Meinung zu Elon Musk als künftiger Twitter-Besitzer ist weltweit identisch: Ein solches wichtiges soziales Netzwerk dürfe nicht in die Hand eines einzelnen Mannes geraten. Ein mächtiger Milliardär missbrauche seine Macht, um mit der Entfesselung der Meinungsfreiheit Schindluder zu treiben. 

Interessanterweise unterstellen dieselben Kritiker gerne „Verschwörungstheorien“, wenn hinter anderen Organisationen mächtige Einzelinteressen vermutet werden. Musk ist für einen Großteil des Milieus, das die kulturelle Hegemonie im Westen ausübt, zu einem Ersatz-Trump geworden. Obwohl Medien, Unternehmen und politische Parteien, die ihm gegenüberstehen, an den Hebeln sitzen, mimen sie die Rolle der Rebellen.

Wie massiv der Widerstand gegen den Tesla-Chef ist, zeigt ein Brief von 26 Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die diese Milieus repräsentieren. Er wendet sich an große Marken wie Coca-Cola, Disney, Apple, Warner oder Kraft und ruft zum Boykott der Plattform auf, um damit „Hate speech“ und „Desinformation“ zu verhindern, die Twitter drohen, sobald Musk am Ruder ist und die Höllenmaschine freier Meinungsäußerung in Gang setzt. Zitat: „Als Top-Werbetreibender auf Twitter (TWTR) riskiert Ihre Marke, mit einer Plattform in Verbindung gebracht zu werden, die Hass, Extremismus, gesundheitliche Fehlinformationen und Verschwörungstheoretiker verstärkt. Ihre Werbegelder können entweder Musks Eitelkeitsprojekt finanzieren oder ihn zur Rechenschaft ziehen.“

Musks öffentlich auf Twitter gestellte Frage, wer eigentlich hinter diesen Organisationen stecke, war berechtigt. Auf dem Briefkopf sind drei Organisationen stellvertretend abgebildet: Accountable TechMedia Matters for America und Ultraviolet.

Accountable Tech wird unter anderem von Jesse Lehrich betrieben, einem ehemaligen Sprecher von Außenministerin Hillary Clinton und Berater von US-Präsident Barack Obama. So klar die Schlagseite in Richtung demokratischer Partei ist, so unklar sind die Hintermänner und Finanziers.

Media Matters for America hat der Journalist David Brock ins Leben gerufen. Er ist ebenfalls als Sprachrohr und Aktivist der Demokratischen Partei bekannt und schrieb eine wohlwollende Biografie über Hillary Clinton. Media Matters for America behauptet von sich selbst, „konservative Desinformation“ in US-Medien aufzudecken.

Ultraviolet indes stellt sich selbst als Frauenbewegung dar, die gegen Sexismus kämpft, Gleichberechtigung fordert und Protest „kreativ“ bündelt. Tatsächlich wird die vermeintliche Frauenvolksbewegung von der NoVo-Foundation und anderen Stiftungen und Familienfunds gefördert. Hinter NoVo etwa steckt Peter Buffet, der Sohn von Milliardär Warren Buffet. Zu den anderen Unterstützern von Ultraviolet gehört auch die milliardenschwere Pritzker Familie, die von Forbes zu den zehn reichsten Familien der USA gezählt wird. Ihr gehört unter anderem die Hyatt-Hotelkette.

Der Eindruck bleibt: Hier versuchen nicht etwa zivile Kräfte das Treiben übermächtiger Unternehmen einzugrenzen, sondern fechten die Speerspitzen linksliberaler Institutionen, die Demokratische Partei und die gesellschaftlichen Hilfsinstrumente von Multimillionären ihre Agenda gegen einen Konkurrenten aus.

Der Blick nach Deutschland führt zu dieser Neuigkeit: ARD-„Faktenfinder“ Patrick Gensing hat gekündigt. Er verlässt die Tagesschau und wird Kommunikator des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli. „Es gab berechtigte Kritik, aber auch viele harte persönliche Angriffe. Aber den Kopf einziehen? Nö.“ Hört sich kämpferisch wie der FC St. Pauli an – aber nicht so ganz nach harmonischem Abschied.

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