Wie die EU-Kommission die eigene Wirtschaft kaputt macht

Die EU droht mit einem Importstopp auf russisches Öl und Gas. Nur wer schadet dabei eigentlich wem?

von 11. Mai 2022 13:10 Uhr

EU-Politiker fordern ein Importverbot von russischem Öl und Gas und verbreiten den Eindruck, damit würden sie Russland schaden. Das mag kurzfristig sogar sein, nur ist die Frage, wem das kurzfristig mehr schadet – Russland oder der EU? Wem das langfristig schadet, ist hingegen vollkommen eindeutig.Der Unterschied zwischen Öl und GasZum Verständnis müssen wir uns zunächst anschauen, worin sich der Handel und die Lieferung von Öl und Gas unterscheiden. Die EU setzt als erstes auf ein Ölembargo gegen Russland, das die EU-Kommission schon in das derzeit diskutierte sechste EU-Sanktionspaket einbauen möchte, was aber bisher am Widerstand vor allem Ungarns scheitert. Dass die EU ein Ölembargo am liebsten sofort durchsetzen möchte, liegt daran, dass Öl vor allem mit Tankern transportiert wird und man das russische Öl daher relativ leicht ersetzen kann. Das gilt zumindest in der Theorie, in der Praxis ist es etwas komplizierter. Aber dennoch: Das russische Öl lässt sich wohl grundsätzlich ohne katastrophale Folgen ersetzen, auch wenn möglicherweise die Preise für Benzin, Diesel, Heizöl und andere Ölprodukte in der EU durch die Decke gehen würden.Da die EU dann Öl kaufen würde, das bisher andere Länder gekauft haben, bräuchten diese Länder neue Lieferanten und so könnte Russland sein Öl, das bisher in die EU gegangen ist, eben dorthin verkaufen, denn diese Länder brauchen auch weiterhin Öl und Öl-Produkte. Es würde sich also auch für Russland nicht allzu viel ändern. Natürlich ist das alles nicht ganz so einfach, wie ich es hier aufgezeigt habe und das alles würde für beide Seiten eine Reihe von Problemen aufwerfen, die aber alle grundsätzlich lösbar sind.Anders ist es beim Gas, weshalb die EU beim Gas auch nicht auf ein sofortiges Embargo setzt. Das russische Gas ist für die EU-Staaten nicht kurzfristig ersetzbar. Es gibt viel weniger Flüssiggas-Tanker als Öltanker und die existierenden Gastanker sind hauptsächlich mit der Versorgung Asiens beschäftigt. Wenn die EU kein russisches Pipeline-Gas mehr importieren will, beginnt ein Bieterwettbewerb um Flüssiggas, der die Preise in die Höhe treiben würde, denn die auf dem Weltmarkt vorhandene Flüssiggasmenge kann man nicht einfach so erhöhen, weil die Transportkapazitäten fehlen. Dazu müssen erst zusätzliche Tanker gebaut werden. Hinzu kommt, dass es in der EU gar nicht genug Flüssiggas-Terminals gibt, um das Gas zu importieren, auch die müssten erst noch gebaut werden.Die Probleme gelten bis zu einem gewissen Maße auch für Russland: Russland kann sein Gas nicht ohne weiteres verflüssigen und mit Tankern nach Asien fahren, wenn die EU das russische Gas nicht mehr abnimmt. Auch Russland müsste erst Tanker und zusätzliche Terminals bauen.Das kurzfristige Problem der EUWenn die EU sich mit Ungarn tatsächlich auf ein Embargo auf russisches Öl einigen würde, würde das der EU schaden, weil das mindestens zu steigenden Preisen führen würde. Und die steigenden Preise würden Russland nützen, weil es sein Öl dann teurer auf dem Weltmarkt verkaufen kann. In der Phase, in der die EU auf dem Weltmarkt Ersatz für die russischen Lieferungen sucht, würde Russland von diesen Preissteigerungen auf dem Weltmarkt profitieren. Das hat auch die Neue Züricher Zeitung kürzlich in einem Artikel mit der Überschrift „Warum Russland von einem möglichen Erdölembargo der EU profitieren könnte“ bestätigt, in dem man genau das erfahren konnte. In dieser Übergangsphase würde der steigende Ölpreis wahrscheinlich die Verluste übersteigen, die Moskau durch den Rückgang der verkauften Mengen erleiden würde. Das langfristige Problem der EUAllerdings hat Russland beim Gas einen Vorteil, denn kann zusätzliches Gas auch exportieren, ohne Flüssiggas-Terminals zu bauen, weil China und Indien von Russland aus über Pipelines erreichbar sind. Und Russland hat sich bereits in Richtung Asien umorientiert und schon in wenigen Jahren kann Russland den Verlust des europäischen Marktes kompensieren, indem es sein Gas über neue Pipelines nach Asien pumpt, wo der Bedarf an Gas aufgrund der schneller wachsenden Volkswirtschaften ohnehin wächst.Und da beginnt das nächste Problem für die EU, denn die EU steht mit Asien in wirtschaftlicher Konkurrenz. Bisher ist die „Machtverteilung“ in diesem Konkurrenzkampf so, dass Asien den Wettbewerbsvorteil der niedrigeren Löhne hat, während die EU den Wettbewerbsvorteil der niedrigeren Energiekosten hat.Das wäre schlagartig vorbei, wenn die EU auf Flüssiggas umsteigt, denn das ist nun einmal teurer als Pipelinegas. Und wenn die asiatischen Staaten in wenigen Jahren das günstigere russische Pipelinegas importieren, verändern sich die Wettbewerbsbedingungen klar zu Ungunsten der EU.Der Selbstmordkurs der EUDie EU-Kommission und die europäischen Politiker, die ein Öl- und Gasembargo gegen Russland fordern, schaden damit in erster Linie der EU selbst. Kurzfristig würde das zu einer Knappheit von Öl und Gas führen, die beim Öl vielleicht noch beherrschbar wäre und „nur“ zu stark steigenden Preisen für Benzin, Diesel Heizöl und anderen Ölprodukten führen würde, was zwangsläufig eine weiter steigende Inflation und steigende Preise für praktisch alle Waren zur Folge hätte.Beim Gas hingegen wäre ein Embargo für die EU kurzfristig nicht beherrschbar, weil man das fehlende russische Gas nicht kurzfristig ersetzen kann. Man müsste also entweder den Privathaushalten die Heizung abstellen oder ganze Industrien in Europa stilllegen. Und langfristig würde der Umstieg von russischem Pipelinegas auf das teurere Flüssiggas der Wirtschaft in der EU massive Wettbewerbsnachteile bringen, was zwangläufig zu mehr Arbeitslosigkeit führen würde. Was die EU-Kommission derzeit tut, nützt nur den USA, die nun einen weiteren Markt für ihr Flüssiggas erschlossen haben und gleichzeitig die wirtschaftliche Konkurrenz in Europa schwächen.


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