Das NRW-Desaster der FDP ist auch ein Lindner-Desaster

Von Ferdinand Knaus

Die ersten Aussagen von Christian Lindner und Marie-Agnes Strack-Zimmermann offenbaren zwar Entsetzen über das Wahlergebnis der FDP, aber wenig Willen zur Einsicht in den Anteil ihrer Berliner Ampel-Politik daran.

FDP-Chef Christian Lindner im Wahlkampf in Münster, 14.05.2022

Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner hat das schlechte Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen als „desaströse Niederlage“ beschrieben. Die ebenso wie Linder aus NRW stammende FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagte: „Das ist ein echt grauenvoller Abend.“ Grundsätzlich sei es für ihre Partei immer schwer, wenn der Wahlkampf darauf zugespitzt sei, wer Ministerpräsident werde. Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen Hochrechnungen: CDU vorne – dramatische Verluste für die FDP Auch ein Satz des Bundesfinanzministers nach dieser Wahl in seinem Heimatland zeigt, dass er überhaupt nicht begriffen hat, was dieses Ergebnis mit ihm selbst und seiner Rolle in der Berliner Ampel-Koalition zu tun hat. Er sagte: „Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass auch die Freien Demokraten von diesem guten Regierungshandeln im größten Bundesland profitiert hätten.“ Wie zum Hohn hatte Lindner noch am Tag der Wahl von einer „Richtungswahl“ getwittert. Als ob er und die FDP nicht in Berlin mit jenen koalierte, gegen die nun in NRW die FDP-Anhänger mobilisiert werden sollten. Weniger glaubwürdig geht es kaum.

Selten hat ein Parteivorsitzender so deutlich an seiner Wählerklientel vorbei gesprochen. Ganz offensichtlich hat ein großer Teil von denjenigen, die 2017 in NRW  die damals von Lindner selbst geführte NRW-FDP wählten, dieses Berliner Regierungshandeln eben gerade nicht als „gut“ wahrgenommen. Es wird offensichtlich allgemein als grün wahrgenommen und nicht als genuin liberal. Da kann man beiden wohl kaum widersprechen. Allerdings zeigen beide noch keine besondere Offenheit, die Ursachen des Grauens wirklich zu sehen. Grundsätzlich sei es für ihre Partei immer schwer, wenn der Wahlkampf darauf zugespitzt sei, wer Ministerpräsident werde, sagte Strack-Zimmermann. Nicht mehr als eine Ausrede, denn auch für den großen Gewinner der Wahl, die Grünen, war klar, dass sie nicht den Ministerpräsidenten stellen werden.

Quelle

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