Kubakrise: Wie der Spiegel die Geschichte fälscht und was man aus der Geschichte

Geschichtsfälschung

Der Spiegel hat einen Artikel über die Kubakrise veröffentlicht, in dem er erstens das Wichtigste weggelassen und zweitens die Chance verpasst hat, aus der Geschichte zu lernen.

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18. Mai 2022 06:30 Uhr

Im Spiegel ist unter der Überschrift „Kubakrise 1962 – Wie Sowjetchef Chruschtschow einen Atomkrieg riskierte“ ein sehr interessanter Artikel über die Kubakrise erschienen, in dem die Chronologie sehr ausführlich erzählt wird. Leider setzt die Erzählung jedoch zu spät ein, sodass der Spiegel-Leser mal wieder über Ursache und Wirkung getäuscht wird.

Die Erzählung über die Kubakrise, die westliche Medien, Dokus und Geschichtsbücher erzählen, setzt immer zu spät ein. Sie beginnt mit der Aufstellung russischer Atomraketen auf Kuba, lässt aber den Grund für diesen Schritt weg. Auf diese Weise wird dem deutschen Leser suggeriert, die bösen Sowjets hätten die USA mit den Atomraketen direkt vor der US-amerikanischen Haustür provoziert. Und natürlich, so die unterschwellige Erzählung im Westen, hat US-Präsident Kennedy vollkommen korrekt reagiert, als er sich so heftig gegen diese Unverschämtheit aus Moskau gewehrt hat, dass er wegen dieser Frage sogar einen Atomkrieg riskiert hat.

Das sind die beiden wichtigsten Narrative, die der westliche Leser aus Geschichtsbüchern, Dokus oder Artikeln, wie dem aktuellen Spiegel-Artikel, erfährt. Schauen wir uns also einmal an, wie bei dieser Erzählung Ursache und Wirkung vertauscht werden, und warum die westlichen Medien bei der Erzählung die Chance vertun, aus der Kubakrise zu lernen.

Ursache und Wirkung

Die Geschichte der Kubakrise, die uns in Deutschland erzählt wird, beginnt 1962 mit der Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba. In Wirklichkeit hatte die Kubakrise ihre Wurzeln im Jahr 1958, also vier Jahre zuvor, als die USA begonnen haben, Jupiter-Raketen mit Atomsprengköpfen in Europa und vor allem in der Türkei zu stationieren, wo sie wesentlich näher an der sowjetischen Grenze waren, als die sowjetischen Raketen auf Kuba an der US-Grenze.

Die Sowjetunion war davon nicht begeistert, denn wie die USA 1962, so hat auch die Sowjetunion feindliche Atomraketen nahe ihrer Grenze als Bedrohung angesehen. Die Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba war eine Reaktion auf die Stationierung von US-Raketen in der Türkei, nur erfahren wir davon in der Regel nichts, wenn in Deutschland über die Kubakrise berichtet wird. Und die Kubakrise endete auch nicht damit, dass die bösen Sowjets ihre Raketen von Kuba abgezogen haben, sondern mit einer Einigung darauf, dass auch die USA ihre Raketen aus der Türkei abziehen. Auch das wird jedoch nur selten in Dokus erwähnt.

Es ist ein beliebtes Mittel deutscher Medien, dass sie die Ursache weglassen und mit ihrer „Berichterstattung“ beginnen, wenn die Reaktion erfolgt. Die Kubakrise zeigt das deutlich, denn wenn die Medien die ganze Geschichte erzählen würden, dann würden die USA als Verursacher der Krise dastehen. Um das zu verhindern, lassen Medien und Geschichtsbücher die Stationierung amerikanischer Raketen an der sowjetischen Grenze kurzerhand weg. Für diese Vorgehen der „Qualitätsmedien“ gibt es viele weitere Beispiele.

Der oben erwähnte Spiegel-Artikel gehört sogar noch zu den positiven Beispielen, denn immerhin werden die amerikanischen Raketen in dem sehr langen Artikel zweimal kurz erwähnt. Über die Einigung zwischen den USA und der Sowjetunion heißt es zum Beispiel:

„Tags darauf kam ein Brief aus Moskau: »Die sowjetische Regierung hat den Befehl gegeben, die Waffen, die Sie als ›offensiv‹ beschreiben, abzubauen, zu verpacken und in die Sowjetunion zurückzubringen.« Die Bedingung, die US-Raketen aus der Türkei geheim und verzögert abzuziehen, wurde akzeptiert“

Das erwähnt der Spiegel nur nebenbei, dabei waren die US-Raketen in der Türkei der Auslöser und der Schlüssel zur Lösung der Kubakrise. Aber das muss der durchschnittliche Leser in Deutschland ja nicht wissen. Auch in dem langen Spiegel-Artikel geht diese kurze Erwähnung unter.

Aus der Geschichte lernen

Noch wichtiger ist, was wir aus der Geschichte lernen können. Immerhin zeigt die Kubakrise deutlich, dass es eine schlechte Idee ist, Atomwaffen nahe der Grenze des Gegners aufzustellen. Die Stationierung der amerikanischen Raketen hat die Sowjets zur Stationierung ihrer Raketen auf Kuba provoziert, was in der Folge fast zu einem Atomkrieg geführt hätte. Man sollte aus der Geschichte lernen, wohin so etwas führt.

Aber der Spiegel vergibt die Chance, seine Leser auf diese wichtige Lektion hinzuweisen. Selbst als der Spiegel am Ende des Artikels auf die „Lehren aus diesem »Höllenspiel«“ zu sprechen kommt und drei „Lehren“ aufzählt, ist die wichtigste Lehre, nämlich keine Atomwaffen vor der Nase des Gegners aufzustellen, dort nicht zu finden.

Das ist gerade in unseren Tagen auch verständlich, denn der Spiegel ist bekanntlich kein Nachrichtenmagazin, sondern ein Unterstützer der US-Interessen. Daher wäre es aus Sicht des Spiegel kontraproduktiv, jetzt auf diese Lehre hinzuweisen. Immerhin hat der ukrainische Präsident am 19. Februar auf der Münchner Sicherheitskonferenz unter dem Applaus der Vertreter des Westens verkündet, er wolle die Ukraine nuklear bewaffnen.

Mit diesem Wissen und dem Verständnis dafür, dass es keine gute Idee ist, Atomwaffen vor die Haustür des Gegners zu stellen, könnte der Spiegel-Leser Verständnis dafür entwickeln, dass Russland nur fünf Tage später interveniert hat, um die ukrainische Atombombe an seiner Grenze zu verhindern.

Verständnis für die russische Intervention wollen „Qualitätsmedien“ wie der Spiegel unbedingt verhindern, also verschweigen sie ihren Lesern Selenskys Ankündigung vom 19. Februar und vor allem den Inhalt der ukrainischen Militärdoktrin, die einen Angriff gegen Russland offen angekündigt hat. Und sie erinnern in ihren Erzählungen über die Kubakrise nicht an den Grund für die Krise, denn schon damals waren es nicht die bösen Russen, die die Eskalation begonnen haben. Von diesem Déjà-vu muss der Spiegel-Leser aber auch nichts wissen.


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