Ich bin wieder im Konfliktgebiet unterwegs

Ich bin zum vierten Mal im Konfliktgebiet in der Südostukraine unterwegs und werde in den nächsten Tagen darüber berichten.

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18. Mai 2022 17:00 Uhr

Seit dem 18. Mai bin ich wieder im Donbass. Während wir Journalisten bei den vorherigen Reisen zumindest grob informiert waren, wohin die Reise gehen würde, wurden wir dieses Mal vollständig im Dunkeln gelassen. Auch der gemeinsame Chat, in dem die organisatorischen Fragen besprochen werden, unterscheidet sich von den vorherigen, denn außer Andeutungen und Sicherheitshinweisen bekommen wir von den Organisatoren dieses Mal nicht viele Informationen.

Wie auch bei den vorherigen Reisen werde ich versuchen, zeitnah über die einzelnen Reisetage zu berichten. Ich werde sie also möglichst am Folgetag einen Reisebericht veröffentlichen, wenn ich so schnell dazu komme, ihn zu schreiben.

Embedded Journalist?

Ich will diese Gelegenheit nutzen, um ein paar Hintergrundinformationen zu diesen Reisen zu erzählen. Manche bezeichnen die Reisen als „embedded“, was nicht der Wahrheit entspricht. Ein „embedded Journalist“ („eingebetteter Journalist“) wird in eine Einheit des Militärs „eingebettet“ und nimmt mit ihr quasi am Krieg teil. Dabei empfindet er sich schnell Teil der Einheit und wird Teil der Kameradschaft. Das macht es für ihn schwierig, die Einheit kritisch zu begleiten.

Bei unseren Reisen ist das anders. Die Reisen werden zwar vom russischen Verteidigungsministerium organisiert, aber das ist nicht zu vermeiden, weil im Konfliktgebiet überall Kontrollposten sind und man als Ausländer da nicht durchkommt. Es sei denn, man hat eine Akkreditierung der Donezker oder Lugansker Behörden, aber die sind sehr schwierig zu bekommen. Man kommt als Journalist also nicht am russischen Verteidigungsministerium vorbei, wenn man sich im Donbass umsehen möchte.

Eingebettet sind wir dabei jedoch nicht, denn wir fahren nicht mit einer Einheit mit, sondern werden bei unseren Fahrten durch den Donbass von gepanzerten Militärfahrzeugen eskortiert und geschützt. Mit den Soldaten kommen wir dabei nur wenig ins Gespräch, denn die sind damit beschäftigt, die Orte abzusichern, an denen wir uns umschauen. Bei unseren Reisen fehlt daher die potenziell kompromittierende Kameradschaft, die embedded Journalisten zu den Soldaten aufbauen.

Der Verlauf einer Reise

Die Ziele einer Reise, also die Orte, die wir uns anschauen, werden vom russischen Verteidigungsministerium vorgegeben, was aber auch Sinn macht, denn es sollen alle Journalisten lebendig wieder zurückkommen. Kaum etwas wäre für das russische Verteidigungsministerium unangenehmer, als wenn unser Bus unter Beschuss geriete. Manchmal ändert sich die Route noch, während wir bereits im Bus unterwegs sind, weil irgendwo überraschend Beschuss stattfindet.

Journalisten sind für die ukrainischen Truppen leider reguläre Ziele und es ist uns schon zweimal passiert, dass Orte, die wir gerade besucht hatten, 15 Minuten später beschossen wurden. Daher können wir auch nicht allzu nahe an die Front, denn die blauen Schutzwesten von Journalisten sind beliebte Ziele für ukrainische Scharfschützen. Obwohl es im Donbass derzeit kaum irgendwo Handyempfang gibt, werden wir immer angewiesen, unsere Handys in den Flugmodus zu versetzen oder sie auszuschalten, weil ein paar Dutzend Handys, die versuchen, sich ins (nicht vorhandene) Netz einzuwählen, ein hervorragendes Ziel abgegeben.

Normalerweise erfahren wir immer zumindest ungefähr, wohin die Reise geht, auch wenn wir die Details des Tagesprogramms immer erst morgens erfahren, wenn der Bus schon unterwegs ist. Auch das ist der Sicherheit geschuldet, denn sollte ein übereifriger Journalist im Vorwege veröffentlichen, wann er wo ist, wäre das potenziell gefährlich.

Bei der aktuellen Reise wissen wir jedoch fast nichts über die Reiseziele, weshalb die Gerüchteküche kocht. Daher kann ich dazu jetzt auch noch nichts sagen.

Wie frei können wir arbeiten?

Die Frage, wie frei wir unter diesen Umständen arbeiten können, wird mir auch in Russland gestellt. Und auch ich war beim ersten Mal überrascht, denn wir können vollkommen frei arbeiten. Wenn wir in einen Ort oder eine Stadt kommen, dann sind da oft hunderte Menschen, weil zum Beispiel humanitäre Hilfe ausgegeben wird. Die Soldaten sichern das Gebiet dann weiträumig, sie sind also nicht in der Nähe, wenn wir mit den Menschen sprechen.

Wir können uns unsere Gesprächspartner also frei aus hunderten Zivilisten aussuchen und die können vollkommen frei sprechen. Das gilt vor allem in meinem Fall, weil ich die Gespräche nur filme, wenn die Menschen nichts dagegen haben. Mit Journalisten wie mir, die nicht beim Fernsehen arbeiten und daher auf Bilder angewiesen sind, sprechen die Menschen daher vollkommen frei, weil sie nicht gefilmt werden.

Vor der Kamera haben viele Angst. Ich habe immer wieder gesehen, dass die Menschen Angst vor der Rache der ukrainischen Nazis haben, wenn sie sich vor der Kamera sehr zurückhaltend über das Verhalten der ukrainischen Einheiten äußern, aber sobald die Kamera aus ist, über die ukrainischen Streitkräfte schimpfen wie die Rohrspatzen. Das trauen sich viele vor laufender Kamera nicht.

Das ist jedes Mal befremdlich, denn die Menschen, die gegen die russische Operation sind, haben keinerlei Angst, das offen zu sagen und auch die russischen Soldaten selbst anzuschreien. Angst vor der bösen „Besatzungsmacht“ hat offensichtlich niemand. Angst haben hingegen die, die das russische Vorgehen gutheißen, weil sie befürchten, Russland könnte wieder abziehen und die Nationalisten könnten sich an ihnen für Unterstützung der Russen rächen.

Übrigens bekommen wir auch keinerlei Anweisungen, was wir berichten oder zeigen dürfen. Und natürlich wird auch unser Material (oder unsere Fotos und Filmaufnahmen) von niemandem überprüft. Wir können tatsächlich vollkommen frei über das berichten, was wir sehen, erleben und von den Menschen vor Ort erzählt bekommen.


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Quelle

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