Immer mehr Asow-Kämpfer im Stahlwerk kapitulieren

Die endgültige Kapitulation der Kämpfer des neonazistischen Asow-Bataillons scheint unmittelbar bevorzustehen. Schon fast die Hälfte der geschätzt 2.000 Kämpfer haben sich ergeben.

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18. Mai 2022 20:03 Uhr

Die westlichen Medien sind bei ihren Meldungen über die Lage im Asow-Stahlwerk bekanntlich sehr kreativ, wie ich bereits am Beispiel des Spiegel aufgezeigt habe. Der Spiegel hatte ein Video gezeigt, in dem er es so dargestellt hatte, als habe eine aus dem Stahlwerk evakuierte Zivilistin die russische Armee beschuldigt, die Zivilisten nicht aus dem Werk gelassen zu haben. In Wahrheit hatte die Frau das glatte Gegenteil gesagt. Nach dem Erscheinen meines Artikels dazu hat der Spiegel das Video gelöscht, ohne seine Leser über den „Fehler“ zu informieren.

Die Lage in Asowstal

Nachdem das neonazistische Asow-Bataillon endlich alle Zivilisten aus dem Stahlwerk gelassen hat, worüber der Spiegel auch wieder sehr kreativ berichtet hat, verschanzen sich Schätzungen zufolge noch etwa 2.000 Asow-Kämpfer in den Katakomben des Stahlwerks. Deren Versorgung geht zur Neige, weshalb erwartet wurde, dass sie sich bald ergeben würden.

Das scheint nun begonnen zu haben, denn am Montag haben sich die ersten etwa 260 Kämpfer der russischen Armee ergeben, darunter waren etwa 50 Verwundete. Am folgenden Tag ergaben sich weitere über 600 Kämpfer. Am Mittwoch meldete das russische Verteidigungsministerium, dass sich bereits 959 Asow-Kämpfer ergeben hätten, darunter 80 Verwundete.

Ich war selbst am Mittwoch in Mariupol dabei, als Denis Puschilin, der Chef der Donezker Volksrepublik, vor Journalisten erklärt hat, dass die Asow-Kämpfer in Gefangenschaft sind. Die Verletzten wurden auf zwei Krankenhäuser der Donezker Volksrepublik verteilt und erhalten die nötige medizinische Hilfe. Die gesunden Kämpfer sind in einem Kriegsgefangenenlager untergebracht. Diejenigen von ihnen, die sich Kriegsverbrechen schuldig gemacht haben, sollen vor ein internationales Tribunal gestellt werden, so Puschilin.

Außerdem, so Puschilin, haben sich bisher noch keine ranghohen Kommandeure des Bataillons aus dem Stahlwerk ergeben. Spekulationen einiger Journalisten über die Frage, ob es in dem Stahlwerk Befehlsverweigerung gebe, erteilte er eine Absage und wirkte sogar verständnisvoll, als er sagte, dass „es für jeden Mann schwierig“ sei, mit weißer Fahne herauszukommen.

Auf die Frage, ob Meldungen westlicher und ukrainischer Medien zutreffen, dass eine ukrainische Offensive im Donbass bevorstehe, sagte er, dass es darauf keine Hinweise gebe und dass der Gegner nach seinen Informationen dafür nicht die Kräfte habe. Bei der Gelegenheit gab er offen zu, dass der Sieg in Mariupol länger gedauert habe, als geplant, weil die Asow-Kämpfer Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzt haben. Das geschehe derzeit auch in anderen Städten des Donbass und führe zu Verzögerungen bei der Befreiung des Donbass.

Kriegspropaganda im Westen

Die Lage im Stahlwerk ist eindeutig: Immer mehr Kämpfer ergeben sich und gehen in Gefangenschaft. Einem Austausch von Neonazis und Kriegsverbrechern wurde in Moskau bereits ein Absage erteilt.

Trotzdem geht die Kriegspropaganda im Westen weiter. Viele westliche Medien sprechen von einer „Evakuierung“ aus Asowstal, was impliziert, die Kämpfer würden in die Ukraine gebracht. RT-Deutsch hat eine Reihe von Beispielen für diese Falschmeldungen zusammengestellt. Auch deutsche Staatsmedien wie die Tagesschau und der Deutschlandfunk haben „Evakuierungen“ gemeldet. Bei CNN hieß es gar, die Ukraine habe die „symbolische Verteidigung“ beendet und in der Nacht hunderte Kämpfer evakuiert.

Man kann es ja noch verstehen, wenn die Ukraine Kriegspropaganda betreibt, aber es ist für mich gänzlich unverständlich, warum sich westliche Medien dem anschließen und ihre Leser und Zuschauer belügen. Auch der Spiegel lenkte von den eigentlichen Ereignissen ab und warf Russland stattdessen vor, Gefangene „vorzuführen“ und anstatt seinen Lesern die Fakten zu melden, war der Video-Beitrag des Spiegel zu dem Thema voll mit emotionalen Aussagen der Ehefrauen der Kämpfer, die den Leser emotionalisieren, aber nicht informieren sollen. Das ist eines der ältesten Stilmittel der Kriegspropaganda.

Mit Berichterstattung hat das, was der Spiegel zu dem Thema abgeliefert hat, nichts zu tun, es ist reine Kriegspropaganda, die daran erinnert, wie die deutsche Wochenschau kurz vor dem Ende der Kämpfe in Stalingrad erfolgreiche Evakuierungen gemeldet hat. Der Spiegel hält anscheinend „gute deutsche Traditionen“ hoch…

Quelle

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