Wie deutsche Medien Berichte aus Mariupol manipulieren

Am Beispiel der Pressetour in das Konfliktgebiet im Donbass kann ich hier aufzeigen, wie dreist deutsche Medien ihre Leser desinformieren. von 24. Mai 2022 05:00 Uhr Ich habe immer wieder gesagt, dass Vertreter westlicher Medien herzlich eingeladen sind, an den Pressetouren in den Donbass teilzunehmen, die das russische Verteidigungsministerium veranstaltet. Bei der letzten Tour, an der ich letzte Woche teilgenommen habe, waren auch Journalisten dabei, die für westliche Nachrichtenagenturen schreiben. Das gibt uns die Möglichkeit, zu vergleichen, was diese Augenzeugen unserer Tour geschrieben haben, und wie deutsche Medien das manipuliert und umgeschrieben haben, um ihren Lesern das gewollte anti-russische Bild zu präsentieren.Der OriginalartikelEs wird hier um unseren Besuch in Mariupol gehen, wo wir am 18. Mai gewesen sind, meinen Bericht darüber finden Sie hier. Ein Teilnehmer der Reise war Andrej Borodulin, der für die französische Nachrichtenagentur AFP schreibt. Er hat ebenfalls über unsere Fahrt nach Mariupol berichtet. Sein Artikel wurde zur Grundlage einiger Artikel, die in deutschen Medien erschienen sind. Daher können wir sehen, was Andrej Borodulin, der Teilnehmer der Reise, in seinem Artikel geschrieben hat. Und wir können sehr schön überprüfen, ob die deutschen Medien lügen, denn sie haben an dem Original einige entscheidende Veränderungen vorgenommen, obwohl sie gar nicht bei der Reise dabei gewesen sind. Aber da es die Aufgabe der deutschen „Qualitätsmedien“ ist, ein möglichst böses Bild von Russland zu zeichnen, müssen sie eben „kreativ“ sein und sich Details einfach selbst ausdenken.Schauen wir uns also zunächst den Original-Artikel von Andrej an, den ich aus dem Englischen übersetzt habe. Beginn der Übersetzung:„Nichts geblieben“: Mariupol liegt nach heftigen Kämpfen in Schutt und AscheDie Gerüste verkohlter Gebäude stehen inmitten des üppigen Grüns in den Überresten der einst geschäftigen ukrainischen Hafenstadt Mariupol.Nach wochenlanger Belagerung und Angriffen liegt ein Großteil der Stadt an der Küste des Asowschen Meeres in Schutt und Asche.Als sich die letzten ukrainischen Truppen in der Stadt im zerbombten Stahlwerk Asowstal den Russen ergaben, trauerten Passanten um ihr Schicksal.Angela Kopytsa, eine 52-Jährige mit gebleichtem Haar, sagte, sie sehe keine Zukunft für sich in Mariupol.„Es gibt keine Arbeit, kein Essen, kein Wasser“, sagte sie und fügte hinzu, dass sowohl ihr Haus als auch ihr Leben „zerstört“ worden seien.Die Stadt lebt seit Anfang März ohne Strom.Kopytsa bricht in Tränen aus, als sie erzählt, wie sie während der Feindseligkeiten die Essensreste mit ihren Kindern und ihrem Enkel teilen musste und wie „Kinder auf Entbindungsstationen vor Hunger starben.“„Welche Zukunft?“, fragt sie auf Russisch. „Ich habe keine Hoffnung auf irgendetwas.“Drei Monate lang haben die Kämpfe in Mariupol Hunderttausende von Menschen in die Flucht getrieben und unsägliches Leid und Tod verursacht.Russland hat zugesagt, die Stadt im Südosten des Landes wieder aufzubauen und in einen Badeort zu verwandeln.„Nichts geblieben“AFP-Journalisten reisten im Rahmen einer von der russischen Armee organisierten Pressetour nach Mariupol, doch die Medienvertreter durften sich dem riesigen Stahlwerk Asowstal, das zu einem Symbol des erbitterten ukrainischen Widerstands geworden ist, nicht nähern.Die unaufhörlichen Kämpfe der letzten Wochen sind abgeflaut und die russische Armee und ihre separatistischen Verbündeten patrouillieren nun durch die Straßen der verwüsteten Stadt, in der vor Beginn der Feindseligkeiten mehr als eine halbe Million Menschen lebten.Elena Iljina, die früher an einer Universität in Mariupol unterrichtete, erzählt AFP schluchzend von ihrem Leben: Ihre Wohnung sei zerstört worden und sie lebe jetzt bei ihrer Tochter.„Ich habe nichts mehr“, sagt die 55-Jährige und fügt hinzu, dass sogar die Kleidung, die sie trägt, ihr von „mitfühlenden Menschen“ gegeben wurde.Iljina sagte, sie wolle ihr altes Leben wiederhaben.„Ich möchte in meiner Wohnung leben, in Frieden, zur Arbeit gehen und mit meinen Kindern sprechen“, sagte sie mit brüchiger Stimme.Während des Medienbesuchs führte die russische Armee die Journalisten auch in einen örtlichen Zoo, in dem Tiere, darunter Bären und Löwen, in Käfigen gehalten wurden, aber gesund wirkten.„Wir passen uns an, wir überleben“Oksana Krishtafovich, 41, war früher Köchin in einem örtlichen Restaurant und arbeitet jetzt im Zoo, wo sie Tiere füttert und Kühe melkt.„Das Restaurant, in dem ich gearbeitet habe, wurde zerstört. Jetzt sind sie meine Kunden“, sagte sie und trug eine Schüssel zu den Waschbären.Sie räumte ein, dass es in der Stadt „an allem fehlt“, zeigte sich aber stoisch. „Wir passen uns an, wir überleben“, sagte sie.Sergej Pugatsch, der 30 Jahre lang bei Asowstal, einem der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt, gearbeitet hat, ist jetzt Wachmann im Zoo.Im Februar hatte er nur noch zwei Monate bis zu seiner Pensionierung. Dann schickte der russische Präsident Wladimir Putin Truppen in die Ukraine.Heute weiß Pugatsch nicht, ob er seine Rente jemals erhalten wird, aber er beschwert sich nicht.„Die Ukrainer sind nicht faul“, sagt er. Sobald die Kämpfe aufhörten, krochen die Menschen aus den Kellern und suchen jetzt nach Arbeit.„Einige arbeiten bereits.“Ende der ÜbersetzungEinschränkung der Berichterstattung in Russland?Andrejs Artikel war sicher kein Lobgesang auf Russland, es war – so sehe ich das – ein objektiv gehaltener Artikel. Er beschreibt, dass Mariupol weitgehend zerstört ist, er zeigt, dass einige Leute verzweifelt sind, weil sie alles verloren haben und nicht wissen, wie es weitergeht. Und er zeigt am Ende auch, dass es Menschen gibt, die anpacken und mit einem pragmatischen Optimismus in die Zukunft schauen.Ich habe in meinem Bericht über den Tag wenig über Gespräche mit den Menschen geschrieben, weil wir nur mit wenigen Menschen gesprochen haben. Das lag vor allem daran, dass es an dem Tag buchstäblich wie aus Eimern geschüttet hat und kaum Menschen auf den Straßen waren. Über ein Stimmungsbild berichte ich nur, wenn wir – wie bei den früheren Reisen nach Genitschesk, Melitopol, Wolnowacha und Mariupol – die Gelegenheit haben, an Plätzen zu sein, wo hunderte Menschen sind. Nur dort kann man ein Gefühl für die Stimmung der Menschen bekommen. In Deutschland verbreiten die Medien den Eindruck, Journalisten in Russland müssten Jubel-Artikel schreiben, andernfalls würde ihnen Gefängnis drohen. Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, dass das nicht so ist. Der Artikel von Andrej ist kritisch und objektiv und nicht gerade pro-russisch, aber er ist wahrheitsgemäß. Und nur darum geht es in Russland: Man kann seine eigene Meinung haben, man kann kritisch sein, das ist kein Problem. Und ich weiß, dass auch die Organisatoren der Reisen, also das russische Verteidigungsministerium, mit diesem Artikel kein Problem haben. Andrej wird bei der nächsten Reise bestimmt wieder dabei sein.Sogar, dass Andrej geschrieben hat, dass „Passanten“ um das Schicksal der ukrainischen Soldaten „trauerten“, nimmt ihm niemand übel. Ich habe im Konfliktgebiet zwar kaum gehört, der sich jemand derartig geäußert hätte, aber bestimmt gibt es auch solche Stimmen. Ich erinnere mich nur an eine Frau in Genitschesk, die beklagt hat, dass es immer die jungen Männer ausbaden müssen, wenn „die da oben“ sich streiten.Mein Eindruck, über den ich oft berichtet habe, ist, dass etwa 70 bis 80 Prozent der Menschen in Mariupol, Melitopol und Cherson das russische Vorgehen unterstützen. Aber solange es noch keine glaubwürdigen Meinungsumfragen gibt, bleibt das mein subjektiver Eindruck.Wie deutsche Medien arbeitenDas Beispiel dieses Artikels von Andrej zeigt, wie die deutschen Medien arbeiten. Normalerweise übernehmen sie Artikel von Nachrichtenagenturen weitgehend wörtlich, eigene redaktionelle Arbeit findet kaum noch statt. Den Artikel von Andrej wollten die deutschen Medien aber nicht wörtlich übernehmen, er war ihnen nicht anti-russisch genug.Sie glauben, ich übertreibe, wenn ich behaupte, dass die deutschen Medien Artikel praktisch komplett übernehmen, ohne eigene redaktionelle Arbeit zu machen? Dass ich nicht übertreibe, zeigt dieses Beispiel, denn irgendwer hat den Artikel von Andrej umgeschrieben und diese umgeschriebene Version hat es in einige deutsche „Qualitätsmedien“, wie Focus, n-tv und web.de, geschafft. Bei web.de ist Andrej sogar ausdrücklich als Verfasser genannt, allerdings hat die Version von web.de mit dem Original nicht viel gemein. Die erfundene „russische Militärpatrouille“Sie können die verlinkten Artikel der deutschen Medien lesen und selbst nachschauen, wie sehr sie mit copy/paste arbeiten. Aber schauen wir uns die Veränderungen an, die in Deutschland vorgenommen wurden. Focus und web.de haben über die von Andrei interviewte Frau Kopytsa exakt wortgleich geschrieben:„An eine Zukunft für sich in der von Russland kontrollierten Hafenstadt glaubt Kopyza nicht: „Was soll ich sagen, wenn das Haus zerstört ist, wenn das Leben zerstört ist?“ Es gebe ja nicht einmal etwas zu essen, keine Arbeit, sagt sie und fügt hinzu: „Ich hoffe auch nichts mehr.“ Dann beschleunigt sie angesichts einer russischen Militärpatrouille ihren Schritt und eilt davon.“Haben Sie in Andrejs Artikel irgendetwas von einer „russischen Militärpatrouille“ gelesen, vor der Frau Kopytsa angeblich schnell davoneilt? Anscheinend hat sie große Angst vor den Russen und sie hat Angst, mit der Presse zu reden, wenn russische Soldaten kommen,Die „russische Militärpatrouille“ hat ein deutscher Schreiberling frei erfunden und die beiden Portale haben das wörtlich übernommen. In Andrejs Artikel wird weder eine solche Patrouille erwähnt, noch dass Frau Kopytsa vor ihr davoneilt. Das wurde nach dem bewährten Relotius-Prinzip in die deutschen Artikel eingebaut.So funktioniert die Propaganda im Westen: Sie soll auf das Unterbewusstsein der Leser wirken. Es wird dem Leser ein Bild ins Unterbewusstsein gemalt, auf dem eine verzweifelte Frau in Mariupol vor einer bösen „russischen Militärpatrouille“ fliehen muss. Da der deutsche Leser in den deutschen Medien jeden Tag erfährt, wie grausam die russischen Soldaten angeblich sind, dass sie Zivilisten töten und Frauen vergewaltigen, ist es ein Leichtes, mit solchen unauffällig eingestreuten Formulierungen das gewollte anti-russische Bild zu verstärken.Dass das alles frei erfunden ist, weiß der deutsche Leser ja nicht.Ich habe es immer wieder geschrieben: Es gibt im Konfliktgebiet natürlich Menschen, die gegen die russische Intervention sind, aber niemand dort hat Angst vor den russischen Soldaten. Im Gegenteil, denn die Gegner der russischen Operation schreien die russischen Soldaten sogar an, wie ich mehrmals gesehen und berichtet habe. Vor einer „russischen Militärpatrouille“ eilt niemand davon, das ist Blödsinn.Angst haben im Gegenteil die Menschen, die die russische Intervention unterstützen und als Befreiung feiern, denn sie befürchten, dass die Russen wieder abziehen könnten und dass sie dann von den Neonazis der ukrainischen Nationalgarde bestraft werden, was anscheinend in Butscha geschehen ist. Die Unterstützer der russischen Operation flüstern den russischen Soldaten im Vorbeigehen Dankesworte zu, während die Gegner der russischen Militäroperation die Soldaten anschreien. Das klingt absurd, ist aber wahr und ich habe es an fast allen Orten dort erlebt.„Russische Besatzer“Eine ebenfalls suggestive Formulierung ist „russische Besatzer“ – die sich allerdings in Andrejs Artikel gar nicht findet. Andrej schreibt lediglich, dass Russland beim angekündigten Wiederaufbau der Stadt plant, sie zu einem Badeort, also einem Touristengebiet, zu machen. Bei den drei deutschen Versionen von Andrejs Artikel heißt es hingegen wortgleich:„Nun wollen die russischen Besatzer das ehemals pulsierende Industrie- und Wirtschaftszentrum am Asowschen Meer nach eigenen Angaben in einen Badeort verwandeln.“Auch hier sollen die deutschen Artikel den Leser unterbewusst beeinflussen, denn „russische Besatzer“ klingt böse und hinterlässt beim Leser eine negative Assoziation, malt ein negatives Bild ins Unterbewusstsein. Bei Andrej war davon jedoch nicht die Rede.Web.de ist dabei sogar am dreistesten vorgegangen, denn web.de nennt Andrej ausdrücklich als Autor der „Reportage“. Ob Andrej weiß, was ihm da in den Mund gelegt wurde? Ich empfinde es als Frechheit, den Text von jemandem zu verändern, ohne darauf hinzuweisen. Als Journalist wird man dann für Texte und Formulierungen verantwortlich gemacht, die man gar nicht geschrieben hat.Aber so arbeiten die Medien in Deutschland oft, wie ich aus vielen Beispielen weiß. Allerdings hat das – meiner bescheidenen Meinung nach – nichts mit Journalismus zu tun.Die Journalisten durften nicht zum StahlwerkIch habe hier an zwei Beispielen aufgezeigt, wie deutsche Medien arbeiten. Sie arbeiten mit frei erfundenen Geschichten und suggestiven Formulierungen, die den Leser unterbewusst beeinflussen und emotionalisieren sollen. Das ist per Definition kein Journalismus, sondern Propaganda. Es gibt noch mehr Beispiele dafür in den deutschen Versionen von Andrejs Artikel, aber ich will es bei diesen Beispielen belassen.Ich möchte aber noch etwas zu der Tatsache sagen, dass wir nicht zum Stahlwerk Asowstal gelassen wurden. Das fanden wir alle schade, denn insgeheim hatte darauf wohl jeder von uns gehofft. Wir haben Asowstal sogar aus den Fenstern des Busses gesehen, waren also nicht weit davon entfernt.Aber als wir letzte Woche dort waren, haben gerade jeden Tag Asow-Kämpfer kapituliert und die russische Armee hat befürchtet, dass es dabei noch zu Provokationen kommen könnte. Eine Gruppe aus über 30 Journalisten, die keine erfahrenen Kriegsreporter sind, dort hinzulassen, wäre fahrlässig gewesen.Ich weiß von den vorherigen Reisen, dass die Sicherheit der Gruppe für die Organisatoren an erster Stelle steht, weshalb ich nicht damit gerechnet habe, in die Nähe des Stahlwerks zu kommen. Aber auch ich wäre natürlich gerne dort gewesen, um die Asow-Kämpfer zu sehen und zu interviewen.


In meinem neuen Buch „Inside Corona – Die Pandemie, das Netzwerk und die Hintermänner – Die wahren Ziele hinter Covid-19“ zeige ich anhand von umfangreichen zugespielten Datenanalysen, wie die Pandemie durch diverse Organisationen in mehreren Phasen vorbereitet wurde, wobei die aktive Vorbereitungsphase etwa 2016/2017 begann. Darüber hinaus zeigen die Daten auch, welche übergeordneten Ziele diese Organisatoren verfolgen und wie die Pandemie ihnen den Weg zur Erreichung dieser Ziele ebnet.Das Buch ist aktuell erschienen und ausschließlich hier direkt über den J.K. Fischer Verlag bestellbar.

Quelle

Werbung

https://goldgruengemuese.greenyplus.shop/aboutme

Ein Kommentar zu “Wie deutsche Medien Berichte aus Mariupol manipulieren

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: