Wie der Spiegel Piraterie der USA schönredet

Die USA wollen in einem Akt der Piraterie mal wieder iranisches Öl klauen. Das jedoch erfährt der Spiegel-Leser nur zwischen den Zeilen. Ein Lehrstück in den Grundlagen der Propaganda westlicher Medien. von 28. Mai 2022 20:13 Uhr Politische Propaganda funktioniert anders, als der Normalbürger es sich vorstellt. Bei Propaganda denken die meisten Menschen in Deutschland an Goebbels und hysterisch von den Nazis gebrüllte Parolen. Propaganda ist jedoch heute viel subtiler und daher bemerken die meisten Menschen in Deutschland nicht einmal, dass die „Qualitätsmedien“ Propaganda anstatt Berichterstattung bestreiben.Ein Stilmittel der Propaganda erleben wir in praktisch jedem Artikel oder Fernsehbericht deutscher „Qualitätsmedien“. Dabei geht es um die Benutzung von Formulierungen. Regierungen, die der Westen zu Feinden erklärt hat, sind „Regime“. Präsidenten, die man im Westen wegputschen möchte, sind „Machthaber“. Wenn es um Trump ging, dann haben die Medien sich über seine Frisur lustig gemacht, als Biden seine Antrittsrede gehalten hat, hat sich – laut Spiegel – Bidens „dünnes weißes Haupthaar immer wieder drollig im Wind verzwirbelt.“ Das ist kein Scherz, das stand wirklich so im Spiegel zu lesen. Mit diesen Formulierungen soll der Leser oder Zuschauer unterbewusst in die gewünschte Richtung beeinflusst werden. Solche subtilen Formulierungen sollen dem Leser Bilder ins Unterbewusstsein malen, die die einen sympathisch wirken lassen, die anderen hingegen als regelrechte Dämonen beschreiben. Und das funktioniert bei dem größten Teil der Medienkonsumenten ja auch hervorragend.Manipulationen mit der ChronologieEin weiteres, sehr beliebtes Mittel der Propaganda ist es, die Chronologie zu verdrehen. Der Mensch versteht Vorgänge chronologisch, wobei die meisten aber nicht aufmerksam genug mitlesen, um zu verstehen, wie die Chronologie sich in Wahrheit abgespielt hat. Gerade bei Menschen, die gerne „querlesen“, anstatt jedes Wort aufmerksam zu lesen, wirkt diese Art der Propaganda besonders effektiv. Um die Chronologie zu verdrehen, wird in einem Artikel zuerst das Ereignis genannt, das der Leser es als Beginn der Chronologie verstehen soll. Selbst wenn dann später im Artikel erwähnt wird, dass dieses erstgenannte Ereignis in Wahrheit viel später stattgefunden hat, als ein anderes, später im Artikel genanntes Ereignis, ist die Reihenfolge der Ereignisse im Unterbewusstsein des Lesers festgeschrieben: In seinem Unterbewusstsein ist die Reihenfolge anders, als sie in Wirklichkeit war.Dieses Mittel der Propaganda sehe ich sehr oft in den westlichen Medien und sie erreichen damit, dass in der Wahrnehmung des Lesers Ursache und Wirkung vertauscht werden. Aus diesem Grund findet man in so vielen meiner Artikel einleitend eine Chronologie der Ereignisse, damit der Leser des Anti-Spiegel weiß, was Ursache und was Wirkung ist.Wie dieses Mittel der Propaganda funktioniert, will ich hier anhand eines aktuellen Spiegel-Artikels aufzeigen.PiraterieDer Spiegel hat am 27. Mai einen Artikel mit der Überschrift „Mutmaßlicher Vergeltungsakt – Iran kapert zwei griechische Öltanker“ veröffentlicht, der mit folgender Einleitung beginnt: „»Akt der Piraterie«: Griechenland hat die Beschlagnahmung zweier griechischer Schiffe durch iranische Revolutionsgarden scharf kritisiert. Iran spricht von »Verstößen«, die Besatzungen wurden festgenommen.“Im ersten Absatz des Spiegel-Artikels werden diese Vorwürfe noch ausführlicher wiederholt. Erst im zweiten Absatz, nachdem der Spiegel-Leser bereits mehrmals gelesen hat, dass der Iran „Piraterie“ betreibt, erfährt man: +„Beobachter vermuten hinter der Aktion einen Vergeltungsakt. Jüngst war in griechischen Gewässern der unter russischer Flagge fahrende Tanker »Lana« mit iranischem Öl an Bord festgesetzt worden. Aus Protest dagegen wurden am Freitag bereits Geschäftsträger der griechischen und Schweizer Botschaft ins Außenministerium einbestellt. Die Schweiz vertritt in Teheran auch Interessen der USA.“Darum ist die Chronologie so wichtigDarum ist die Chronologie so wichtig: Wäre der Spiegel-Artikel korrekt aufgebaut, hätte er mit der Piraterie der Griechen beginnen müssen. Darüber hatte der Spiegel aber nicht einmal berichtet, der Spiegel-Leser weiß nichts davon, dass Griechenland schon am 15. April einen iranischen Öltanker gekapert hat. Der Iran hat mit seiner Reaktion auf diesen griechischen Akt der Piraterie fast anderthalb Monate gewartet und griechische erst Tanker festgesetzt, nachdem am 27. Mai begonnen wurde, das iranische Öl aus dem Tanker abzupumpen, dazu gleich mehr.Der Spiegel lenkt von dieser Chronologie geschickt ab, indem er seinen Artikel mit heftigen Vorwürfen der Piraterie gegen den Iran beginnt, dann kurz erwähnt, dass Griechenland zuvor einen iranischen Tanker festgesetzt hat, um danach sofort wieder über die griechischen Vorwürfe zu berichten. So geht es in dem Artikel auch danach weiter:„Das griechische Außenministerium bestellte am Freitag den iranischen Botschafter ein. Es sei Protest eingelegt worden, teilte ein Sprecher mit. »Diese Aktionen sind praktisch Piraterie«, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Athen.Griechenland forderte die sofortige Freilassung der Besatzungen. Den Schiffen solle die Weiterfahrt erlaubt werden. Diese Aktionen hätten »sehr negative Auswirkungen« auf die griechisch-iranischen Beziehungen, so das Außenministerium.“Damit wird der Spiegel-Leser von der wahren Reihenfolge der Ereignisse abgelenkt und der Spiegel verwendet im Zusammenhang mit dem Iran immer wieder das Wort „Piraterie“, um den Leser zu emotionalisieren. Dass Griechenland als erstes schon am 15. April in einem Akt der Piraterie einen iranischen Tanker gekapert hat, ist für den Spiegel hingegen keine Piraterie. Wie gesehen schreibt der Spiegel das Schiff sei von Griechenland „festgesetzt worden“ – das klingt schön harmlos.Auch hier erleben wir wieder, wie die „Qualitätsmedien“ das Unterbewusstsein ihrer Leser mit Formulierungen manipulieren. Wenn Griechenland als erstes ein iranisches Schiff kapert, wird es „festgesetzt„, wenn der Iran darauf mit der Kaperung griechischer Schiffe reagiert, ist das „Piraterie„.Der ÖlraubDer Tanker ist übrigens kein iranischer Tanker, er gehört einer russischen Firma. Deswegen hatte Griechenland ihn gekapert. Als eine Überprüfung ergab, dass er keiner russischen Firma gehört, die unter EU-Sanktionen steht, und die Griechen ihn schon weiterfahren lassen wollten, stellte sich heraus, dass er iranisches Öl transportiert. Der Spiegel schreibt:„Inzwischen wurde festgestellt, dass der russische Tanker iranisches Öl transportierte. Deshalb meldeten sich nach Angaben der griechischen Medien US-Behörden und forderten, dass die Griechen Unterstützung leisten und die »Lana« weiter festhalten. Wegen der gegen Iran verhängten US-Sanktionen hätte das Öl auf einen anderen Tanker gepumpt und auf US-Kosten in die USA gebracht werden sollen.“Wir halten fest: Weil die USA einseitig Sanktionen gegen den Iran verhängt haben, die die EU nicht einmal mitträgt, kapert Griechenland einen ausländischen Tanker und lässt das Öl dann auf einen anderen Tanker umpumpen, der das Öl in die USA bringt. Was ist das anderes als Piraterie und Raub?Damit dem Spiegel-Leser das nicht gar zu sehr ins Auge sticht, schreibt der Spiegel allen Ernstes, dass das iranische Öl „auf US-Kosten in die USA gebracht werden“ soll. Wie nett, von den USA, dass sie die Kosten für den Transport ihres Diebesgutes übernehmen! Ob der Spiegel über einen Bankraub demnächst schreiben wird, dass die Bankräuber ihre Beute „auf eigene Kosten abtransportiert“ haben?Die Piratenmethoden der USA haben TraditionDiese Methoden der USA sind übrigens keineswegs neu. Schon im Februar 2021 haben die USA iranische Tanker gekapert und das Öl in die USA gebracht. Schon damals war die Rede von einer Million Barrel Öl, die die USA geraubt und verkauft haben. Von dem Erlös sollten offiziell Opfer von „staatlich finanziertem Terror“ entschädigt werden, aber natürlich nur US-Bürger. Außerdem sollten von dem Geld auch US-Soldaten entschädigt werden, die in den US-Angriffskriegen in Afghanistan, dem Irak und so weiter verwundet worden sind. Ich habe damals darüber berichtet, Details finden Sie hier. Die Politik der USA ist nichts anderes als ein weltweiter Raubzug. Sie machen Gesetze, mit denen sie willkürlich Sanktionen gegen ein Land verhängen, beschlagnahmen dann das Eigentum des Landes und verwenden es nach eigenem Gutdünken. Dafür gibt es viele Beispiele. So war es zum Beispiel, als die USA den Putschisten Guaido in Venezuela unterstützt haben. Damals haben sie Auslandsvermögen des Staates Venezuela unter allen möglichen, frei erfundenen Vorwänden beschlagnahmt und teilweise an Guaido überwiesen, damit er mit den Geldern seinen Putschversuch finanzieren konnte. Aktuell wird darüber gesprochen, mit russischem Vermögen so zu verfahren und russische Werte, die im Westen eingefroren wurden, zu stehlen und für die Ukraine zu nutzen. Die USA spielen immer das gleiche Spiel, bei dem sie im Ergebnis nichts anderes tun, als andere Staaten auszurauben. Und dabei wenden sich die USA keineswegs nur gegen ihre Gegner, sondern auch gegen ihre angeblichen „Freunde und Partner“ zum Beispiel in Europa, die in Wirklichkeit reine Vasallen der USA sind. Das glauben Sie nicht? Mal sehen: Wie wie viele Fälle gab es, in denen europäische Firmen Milliardenstrafen an den amerikanischen Staat gezahlt haben? Ich erinnere an den VW-Abgasskandal, an die vielen europäischen Banken, die in den USA Milliardenstrafen gezahlt haben und so weiter. Das waren meist zweistellige Milliardenbeträge.Wie oft haben US-Firmen schon zweistellige Milliardenstrafen an die EU gezahlt? Wenn Google in Frankreich nur eine Internetsteuer zahlen soll, gibt es bereits Druck aus Washington. Aber gab es von der deutschen Regierung oder von der EU Druck gegen Washington, als VW dort Milliarden zahlen musste?Daran sieht man, wie die Lage der Dinge tatsächlich ist: Die USA führen sich gegenüber ihren europäischen Freunden und Partnern genauso als Kolonialmacht auf, wie es das britische Empire im 19. und 20. Jahrhundert gegenüber Indien getan hat. Und sie beuten die EU auch genauso aus, wie die Briten ihre Kolonien ausgebeutet haben. Zwei weitere Beispiele, die das sehr eindrücklich belegen, finden Sie hier und hier.


In meinem neuen Buch „Inside Corona – Die Pandemie, das Netzwerk und die Hintermänner – Die wahren Ziele hinter Covid-19“ zeige ich anhand von umfangreichen zugespielten Datenanalysen, wie die Pandemie durch diverse Organisationen in mehreren Phasen vorbereitet wurde, wobei die aktive Vorbereitungsphase etwa 2016/2017 begann. Darüber hinaus zeigen die Daten auch, welche übergeordneten Ziele diese Organisatoren verfolgen und wie die Pandemie ihnen den Weg zur Erreichung dieser Ziele ebnet.Das Buch ist aktuell erschienen und ausschließlich hier direkt über den J.K. Fischer Verlag bestellbar.

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