Kurz zusammengefasst: Russlands Sicht auf die Ereignisse in der Ukraine

In Russland wurde eine Broschüre herausgegeben, die in einfachen Worten erklärt, warum Russland die ukrainische Regierung als Neonazis bezeichnet und warum Russland sich zum militärischen Eingreifen in der Ukraine gezwungen sah.

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1. Juni 2022 22:20 Uhr

Am 25. Mai war ich in Moskau auf einer Pressekonferenz über Kriegsverbrechen in der Ukraine. Dabei wurde auch eine Broschüre vorgestellt, die in sehr viele Sprachen übersetzt wurde und die jeder herunterladen und vervielfältigen darf. In der Broschüre wird die russische Sicht auf die Ereignisse in der Ukraine seit 2014 erklärt und auch begründet, warum Russland von einer „Nazi-Regierung“ in Kiew spricht. Ich veröffentliche hier den kompletten Text der Broschüre auf Deutsch, hier finden sie die Broschüre auf Deutsch zum Download.

Beginn der Übersetzung:

WAS SIND DIE WIRTSCHAFTLICHEN ERGEBNISSE DER 30-JÄHRIGEN UNABHÄNGIGKEIT DER UKRAINE?

Zum Zeitpunkt der Auflösung der UdSSR hatte die Ukraine eine hochentwickelte Industrie- und Agrarwirtschaft. Schwerindustrie, Nahrungsmittelverarbeitung, Leichtindustrie und Landwirtschaft waren stark.

Zu Beginn ihrer unabhängigen Existenz im Jahr 1992 lag die Ukraine in Bezug auf das BIP weltweit auf Platz 17, die Auslandsverschuldung war null (Russland zahlte anschließend den ukrainischen Teil der Schulden der UdSSR und bezahlte die Schulden auch für andere ehemalige Sowjetrepubliken).

In den 30 Jahren ihrer Unabhängigkeit hat die Ukraine fast alles verloren, was sie in der Sowjetzeit hatte, einschließlich entwickelter Industrie und Wissenschaft.

Anfang 2020 überstiegen die Schulden der Ukraine 125 Milliarden Dollar. Gemessen am BIP pro Kopf belegte die Ukraine den letzten Platz unter den europäischen Ländern. Im Jahr 2021 war das Korruptionsniveau in der Ukraine im Vergleich zu anderen Ländern Europas am höchsten.

WIE MANIFESTIERT SICH DER UKRAINISCHE NATIONALISMUS?

Die Kultivierung des ukrainischen Nationalismus begann in den 1990er Jahren.

Während der Präsidentschaften von Petro Poroschenko und Wladimir Selenskyj wurde die Ideologie des radikalen Nationalismus zu einem festen Bestandteil der offiziellen Staatsagenda der Ukraine.

Die Idee der ukrainischen ethnischen Überlegenheit, Antisemitismus und Russophobie werden gesät, die Helden des Nationalsozialismus und ihre Komplizen verherrlicht.

AUS DEM BESCHLUSS DER WERCHOWNA RADA Nr. 2364 ZUR FEIER ERINNERUNGSWÜRDIGER DATEN UND JUBILÄEN IM JAHR 2020:

  1. Dezember — 130 Jahre seit der Geburt des Nazis Andrej Melnyk

Andrej Melnyk war ein Kriegsverbrecher, der in den Unterlagen der Nürnberger Prozesse erwähnt wurde. Er war der Leiter der Organisation Ukrainischer Nationalisten, Organisator und Teilnehmer der Massenmorde an Juden in Kiew, Schytomyr und Winnyzja, einschließlich des Tals Babyn Jar.

  1. Februar — 100 Jahre seit der Geburt des Nazis Wassil Lewkowytsch

Wassil Lewkowytsch war ein Kriegsverbrecher der ukrainischen Hilfspolizei in Dubno, Organisator und Teilnehmer des Massenmordes an 5.000 Juden in Dubno und Riwne.

  1. Februar — 115 Jahre seit der Geburt des Nazis Ulas Samtschuk

Ulas Samtschuk war der Chefredakteur der nationalsozialistischen und antisemitischen Zeitung „Wolhynien“ in Riwne und Teilnehmer an der Vernichtung von 25.000 Juden in Riwne. Seine Werke wurden jedoch offiziell in den ukrainischen Schullehrplan aufgenommen.

  1. Februar — 110 Jahre seit der Geburt des Nazis Wassil Sydor

Wassil Sydor war ein Kriegsverbrecher des Nachtigall-Bataillons und des 201. Hilfspolizeibataillons. Er beteiligte sich an Massenmorden an Polen und Strafaktionen gegen die Zivilbevölkerung in Weißrussland.

  1. Mai — 130 Jahre seit der Geburt des Nazis Kirill Osmak

Kirill Osmak war einer der Führer der ukrainischen Nationalrada, die 1941–1943 mit Unterstützung nationalsozialistischer deutscher Truppen in Kiew unter der Führung des Kriegsverbrechers Andrej Melnyk gegründet wurde.

  1. September — 120 Jahre seit der Geburt des Nazis Wolodymyr Kubijowytsch

Wolodymyr Kubijowytsch war einer der Initiatoren bei der Gründung der SS-Division „Galizien“.

  1. November — 100 Jahre seit der Geburt von Wassily Halasa

Wassily Halasa war ein Aktivist der Organisation Ukrainischer Nationalisten, einer der Organisatoren von Massenmorden an Polen und Juden.

In den Jahren der Präsidentschaft von Wolodymyr Selenskyj wurde Andrej Melnyk, Gestapo-Agent und Leiter der Organisation Ukrainischer Nationalisten, ein offiziell anerkannter Held der Ukraine, seine Taten werden im Lehrplan der Schulen gelehrt.

Andrej Melnyks Ansprache an Adolf Hitler (7. Juli 1940):

„Das ukrainische Volk, das wie andere Völker Jahrhunderte lang für seine Freiheit gekämpft hat, nimmt sich die Idee der Schaffung eines Neuen Europas zu Herzen. Die Mission des gesamten ukrainischen Volkes bleibt die Verwirklichung dieses Ideals in der Realität. Wir, die alten Freiheitskämpfer von 1918 bis 1921, bitten Sie, uns und unserer Jugend die Ehre zu erweisen, an dem Kreuzzug gegen die bolschewistische Barbarei teilzunehmen. Gemeinsam mit den Legionen Europas möchten wir mit unserem Befreier — der deutschen Wehrmacht — Schulter an Schulter gehen und zu diesem Zweck einen ukrainischen bewaffneten Verband aufstellen können“.

2020 wurde der 115. Jahrestag des Nazis Ulas Samtschuk in der Ukraine mit großem Tamtam gefeiert.

In den Jahren 1941–1942 veröffentlichte Samtschuk seine Lobpreisungen auf Adolf Hitler und den deutschen Faschismus in der Zeitung „Wolhynien“, in der Samtschuk als Herausgeber arbeitete:

„Dies ist die unbesiegbare spirituelle und moralische Kraft, die dieses Volk im Laufe der Jahrhunderte geformt und verhärtet hat. Dies sind die vielen Generationen von unsterblichen Trägern des kreativen Geistes dieses Volkes, das heute in seiner Vollendung unter der Leitung seines mächtigen Führers an der Spitze historischer Ereignisse steht“.

Ein beträchtlicher Teil seiner Artikel widmete sich auch der Rechtfertigung des Holocaust. „Wo der ukrainische Staat aufgebaut wird, gibt es keine (Juden)“, schrieb die Zeitung „Wolhynien“ im November 1941.

Anweisung „Der Kampf und die Tätigkeit der OUN [Organisation Ukrainischer Nationalisten] während des Krieges“ (Mai 1941):

Die nationalen Minderheiten gliedern sich in:
a) mit uns befreundete, Mitglieder bisher unterdrückte Völker;
b) uns feindliche, Moskowiter, Polen, Juden;
a) haben die gleichen Rechte wie die Ukrainer, wir erlauben ihnen, in ihre Heimat zurückzukehren;
b) werden im Kampf vernichtet.

In den Unterlagen der Nürnberger Prozesse werden die Führer der ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera und Andrij Melnyk als bezahlte Agenten der Gestapo und der Abwehr qualifiziert. Ihre Organisationen wurden als „nationalistische faschistische Gruppen“ bezeichnet.

Im Jahr 2019 verhinderte dies jedoch nicht die Umbenennung des Moskauer Prospekts und des General-Watutin-Prospekts in Kiew in Stepan-Bandera-Prospekt und Roman-Schuchewytsch-Prospekt, nach Stepan Bander und Roman Schuchewytsch, Nazi-Kollaborateuren, die von der ukrainischen Regierung heroisiert werden.

Im Jahr 2016 wurde die Alexander-Suworow-Straße in Kiew zu Ehren von Michail Omeljanowytsch Pawlenko umbenannt, dem Organisator und Teilnehmer an Massenhinrichtungen von Zivilisten in der Ukraine und Weißrussland während des Großen Vaterländischen Krieges. In den 1930er Jahren wandte er sich an Adolf Hitler mit dem Vorschlag, ukrainische Einheiten unter der Schirmherrschaft des Dritten Reiches zu schaffen. Er war an der Bildung von Sicherheitsbataillonen beteiligt, die an Massenmorden an Juden und Strafaktionen gegen Zivilisten in den besetzten sowjetischen Gebieten teilnahmen, und er war einer der Koordinatoren der Aktivitäten der SS-Division „Galizien“.

2019 wurde in Iwano-Frankiwsk ein weiteres Denkmal für einen der Führer der OUN, Roman Schuchewytsch, enthüllt. Dies löste eine scharfe Reaktion in Polen und Israel aus.

Im Jahr 2018 erklärte der Regionalrat von Lwiw 2019 zum Jahr des Nazi-Kollaborateurs Stepan Bandera und markierte damit den 110. Jahrestag seiner Geburt. Und Anfang 2020 veranstalteten die Stadtverwaltungen von Kiew und Lwiw eine alljährliche traditionelle Feier und einen Marsch zu Ehren von Banderas Geburtstag.

Die Zusammenarbeit der offiziellen Helden der Ukraine mit den Nazis während der Präsidentschaften von Petro Poroschenko und Wladimir Selenskyj wird nicht nur nicht verheimlicht, sondern sogar aktiv verherrlicht. Im Jahr 2019 wurde im Heimatmuseum von Slowjansk, Gebiet Donezk, die Ausstellung „Verteidiger der Ukraine des XX.–XXI. Jahrhunderts“ eröffnet, die die Militäruniformen und Waffen des Militärpersonals der SS-Division „Galizien“ vorführt.

Die SS-Division „Galizien“ war 1943–1945 Teil der Waffen-SS Nazideutschlands und bestand aus Freiwilligen, hauptsächlich aus dem ukrainischen Galizien.

Aus dem Text des Eids des Militärpersonals der Division: „Ich schwöre Dir, Adolf Hitler, als Führer und Kanzler des Deutschen Reiches Treue und Tapferkeit. Ich gelobe Dir Gehorsam bis in den Tod. So wahr mir Gott helfe

WAS IST 2014 PASSIERT?

2014 wurde die Ukraine von Massenunruhen heimgesucht. Westliche Länder unterstützten sie offen. Die nationalsozialistischen Ansichten der Teilnehmer waren offensichtlich.

Überall wurden Porträts von Stepan Bandera und Andrej Melnyk angebracht. Es wurden Vorträge über die Geschichte der SS-Division „Galizien“ und des Bataillons „Nachtigall“ gehalten.

Die Organisation „Patriot der Ukraine“, die unter dem Emblem der 2. SS-Panzerdivision „Das Reich“ agierte, verteilte bei den Kundgebungen unter den Anwesenden Materialien über die Vorherrschaft der weißen Rasse.

Von der Bühne auf dem Majdan Nesaleschnosti (Platz der Unabhängigkeit) waren Drohungen gegen die Russen zu hören.

Diese Ereignisse führten zu einem verfassungswidrigen Staatsstreich.

Dass erhebliche Gelder auf die persönlichen Konten der Organisatoren des Putsches kamen, und eine große Menge neuer Banknoten auf dem Euromaidan selbst auftauchten, um die Aktivitäten für ihre Teilnahme zu bezahlen, wurde praktisch nicht verheimlicht.

Später bildeten diese Leute die Basis des Neonazi-Asow-Regiments und übernahmen das Emblem der SS-Division. In den folgenden acht Jahren beging Asow zahlreiche Verbrechen, darunter die Folter und Ermordung Tausender Zivilisten im Donbass.

OPFER DES UKRAINISCHEN REGIMES

Der Mord an Oles Buzina

2015 wurde der Journalist, Schriftsteller und Politiker Oles Buzina getötet.

Oles Buzina kritisierte aktiv die neue ukrainische Regierung und nationalistische Extremistengruppen, hielt offen am Konzept der dreieinigen russischen Nation fest — Malorussen (Kleinrussen), Weißrussen und Welikorussen (Großrussen), erhob seine Stimme für die Freundschaft zwischen der Ukraine und Russland. Er unterstützte die Föderalisierung der Ukraine, ihre Unabhängigkeit und die Zweisprachigkeit der ukrainischen Kultur.

Der Mord wurde von Mitgliedern der Todesschwadron S14 begangen, die von der ukrainischen Regierung eingesetzt wird, um Dissidenten auszuschalten und einzuschüchtern.

Andrej Medvedko und Denis Polischtschuk, die Mörder, wurden nicht bestraft. Sie laufen frei herum und genießen weiterhin die offene Schirmherrschaft der ukrainischen Regierung. Sie sind unter Präsident Wladimir Selenskyj offiziell in die Kommission des ukrainischen Ministeriums für Veteranenangelegenheiten aufgenommen und erhalten staatliche Förderung für ihre Projekte.

Der Mord an Pawel Scheremet

2016 tötete eine Bombenexplosion den Journalisten Pawel Scheremet in einem Auto im Zentrum von Kiew. Scheremet kritisierte aktiv das Vorgehen der ukrainischen Regierung und von Präsident Petro Poroschenko, stellte „unangenehme“ Fragen zu den Offshore-Konten des Präsidenten und äußerte seine Meinung zum Bataillon Asow.

Der Mordverdacht wurde gegeni mehreren Personen geltend gemacht, alle hatten an den Kampfhandlungen im Donbass teilgenommen. Gegenwärtig sind die der Organisation und Ausführung des Mordes Angeklagten jedoch vom Gericht auf freien Fuß gelassen worden und wurden zu Helden und Vorbildern für einen bestimmten Teil der Gesellschaft.

Darüber hinaus steht Präsident Wladimir Selenskyj, wie er kürzlich selbst zugab, in einem herzlichen Briefwechsel mit ihnen, obwohl der Prozess formell noch andauert.

WAS IST IM DONBASS PASSIERT?

Während des Euromaidans in Kiew hat sich die Bevölkerung des Donbass heftig gegen den Sturz der Regierung ausgesprochen. Am 7. April 2014 verabschiedete der Regionalrat der Region Donezk die Souveränitätserklärung der DNR und das Gesetz über die Erklärung der staatlichen Unabhängigkeit der DNR.

Die DNR erkannte den Status der neuen ukrainischen Führer, die illegal an die Macht gekommen waren, nicht an.

Am 13. April 2014 kündigte Alexander Turtschynow, der sich selbst zum „amtierenden“ Präsidenten der Ukraine erklärt hatte, die gewaltsame Unterdrückung des Strebens nach Selbstbestimmung der Menschen im Donbass an. Das markierte den Beginn des ukrainischen Bürgerkriegs. Am 2. Mai begannen die Streitkräfte der Ukraine unter Verletzung der Verfassung der Ukraine, sich an der Unterdrückung der Bevölkerung von Donbass zu beteiligen.

Am selben Tag verbrannten ukrainische Nationalisten mehrere Dutzend Menschen, die versuchten, sich im Gewerkschaftshaus von Odessa zu verstecken.

Odessa Chatyn — Brandstiftung des Gewerkschaftshauses in Odessa

Im Mai 2014 versuchten oppositionelle Demonstranten, die gegen den illegalen Staatsstreich in der Ukraine waren, sich im Gewerkschaftshaus von Odessa vor Angriffen zu verstecken. Das Gebäude wurde von Mitgliedern des Rechten Sektors, der Maidan-Selbstverteidigungskräfte und ukrainischen Fußball-Ultras in Brand gesteckt.

Augenzeugen zufolge wurden diese Einheiten vom Leiter der Maidan-Selbstverteidigungskräfte Andrej Parubij koordiniert, der nach dem illegalen Staatsstreich Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine wurde.

Nach verschiedenen Schätzungen reicht die Zahl der Toten durch Feuer, Verletzungen und Schläge von 48 (nach offiziellen Angaben) bis 100 (nach Augenzeugen) Menschen. Über 200 Menschen wurden verletzt.

Am 11. Mai 2014 fand ein Referendum über die Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk statt. In der DNR enthielt der Stimmzettel eine Frage auf Russisch und Ukrainisch: „Unterstützen Sie den Akt der staatlichen Unabhängigkeit der Volksrepublik Donezk?“. 89 % der Wähler antworteten mit „Ja“.

Am folgenden Tag erklärten die Volksrepubliken Donezk und Lugansk ihre Unabhängigkeit.

Nach dem humanitären Völkerrecht ist es ein Kriegsverbrechen, Zivilisten anzugreifen, wenn sie sich nicht an Kampfhandlungen beteiligen. Trotzdem beschießen ukrainische bewaffnete Formationen seit 8 Jahren regelmäßig Wohngebäude, Krankenhäuser, Polikliniken, Schulen, Kindergärten und andere zivile Infrastruktureinrichtungen im Donbass.

Ein Teil der ukrainischen Kriegsverbrechen wurde von der Sonderbeobachtermission der OSZE registriert. Aber in den 8 Jahren des Bürgerkriegs in der Ukraine gab es keine Reaktion der europäischen Länder.

IN 8 JAHREN WURDEN

  • 5.500 ZIVILISTEN VERLETZT
  • 2.500 ZIVILISTEN GETÖTET
  • 2.200 ZIVILE INFRASTRUKTUROBJEKTE GANZ ODER TEILWEISE ZERSTÖRT
  1. JULI 2014

Als Folge des Artilleriebeschusses eines Supermarkts im Zentrum der Stadt Gorlovka durch die Streitkräfte der Ukraine wurde Kristina Sergejewna Schuk zusammen mit ihrer 11 Monate alten Tochter Kira getötet. Viktoria Miroschnitschenko, 7 Jahre alt, starb an mehreren Schrapnellwunden.

  1. NOVEMBER 2014

Als Folge des Beschusses der Stadt Gorlovka durch ukrainische bewaffnete Formationen wurde die Familie Bulajew getötet. Der Familienvater Oleg Bulajew, sein 8-jähriger Sohn Daniil und seine 5-jährige Tochter Sofia starben auf der Stelle. Mutter Tatjana Bulajewa starb im Krankenhaus an ihren Wunden.

  1. APRIL 2020

Als Folge des Einsatzes einer Angriffsdrohne durch Militärangehörige der 58. Brigade der Streitkräfte der Ukraine im Dorf Schyroka Balka wurde die 26- jährige Zivilistin Miroslawa Worontsowa getötet. Bei dem ukrainischen Beschuss ein Mann schwer verletzt.

  1. APRIL 2021

Die Streitkräfte der Ukraine haben mit schweren Waffen und Drohnen die zivile Infrastruktur der Siedlung Oleksandriwske in der DNR angegriffen. Infolge einer Granatenexplosion im Hof eines Hauses starb das Kind Wladislaw Schichow. Ein weiteres Kind, ein 5-jähriger Junge, starb in der Nähe von Donezk an Schrapnellwunden.

  1. FEBRUAR 2022

Als Folge des massiven Beschusses der Schule Nr. 50 durch die Streitkräfte der Ukraine im Bezirk Kalininskyj der Stadt Gorlovka wurden zwei Lehrer getötet — Jelena Pawlowna Kudrik, 53 Jahre alt, und Jelena Wiktorowna Iwanowa, 57 Jahre alt. (Anm.: Ich habe die Schule Ende März besucht, meinen Artikel mit Videos von dem Besuch der Schule finden Sie hier)

Bereits 2017 wurde in Donezk eine Gedenkstätte zum Gedenken an die von den Streitkräften der Ukraine getöteten Kinder errichtet. Leider ist die dort gezeigte Liste in den letzten 5 Jahren viel länger geworden.

WAS IST DAS „MINSKER ABKOMMEN“?

Am 5. September 2014 fand in Minsk ein Treffen der Trilateralen Kontaktgruppe zur Regelung der Situation im Donbass statt. Ihm gehörten Vertreter der Ukraine, Russlands und der OSZE an.

Die Teilnehmer unterzeichneten das „Minsker Protokoll“ — ein Dokument, das insbesondere einen Waffenstillstand auf dem Territorium der ukrainischen Gebiete Donezk und Lugansk vorsah. Die Ukraine plante jedoch nicht, das Waffenstillstandsregime einzuhalten — bereits am 1. Oktober 2014 wurden mehr als 10 Zivilisten durch Beschuss der ukrainischen Streitkräfte getötet.

Der Beschuss dauerte die ganzen 8 Jahre an und tötete alte Menschen, Frauen und Kinder. Im November 2014 erließ der ukrainische Präsident Petro Poroschenko ein Dekret, das die Zahlung von Renten und Löhnen in den Republiken vollständig stoppte und alle staatlichen Institutionen der Ukraine aus dem Territorium der Republiken verlegte.

Auch eine Verkehrsblockade wurde eingeführt. Nur dank der humanitären Hilfe der Russischen Föderation kam es im Donbass nicht zu einer Hungersnot.

Die Zivilbevölkerung der DNR und LNR setzte große Hoffnungen in die „Zweiten Minsker Vereinbarungen“ (Minsk II). Dieses Dokument wurde im Februar 2015 auf einem Gipfel in Minsk von den Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, der Ukraine und Russlands im Normandie-Format vereinbart. Es wurde von Mitgliedern der Kontaktgruppe für die friedliche Beilegung der Lage in der Ostukraine unterzeichnet. Der Gruppe gehörten Vertreter der Ukraine, Russlands, der OSZE, der DNR und der LNR an. Diese Vereinbarungen wurden später durch eine Sonderresolution des UN-Sicherheitsrates bestätigt.

Einige der Punkte des „Minsker Abkommens“ (Minsk II) sind unten aufgeführt:

  • Sofortiger und vollständiger Waffenstillstand.
  • Abzug aller schweren Waffen von beiden Seiten auf gleiche Distanz mit dem Ziel der Schaffung einer Sicherheitszone.
  • Durchführung einer Verfassungsreform in der Ukraine, wonach bis Ende 2015 eine neue dezentrale Verfassung in Kraft treten sollte, mit Dezentralisierung als Kernelement.

Von ukrainischer Seite wurde keiner der vereinbarten Punkte erfüllt.

• Die Zivilbevölkerung des Donbass wurde ständig beschossen. Die OSZE- Sondermission in der Ukraine registrierte fast täglich das Vorhandensein ukrainischer schwerer Waffen in der Sicherheitszone.
• Auflagen zur Amnestie und zum Verbot der Verfolgung von Personen, die mit der DNR und der LNR in Verbindung stehen, wurden ignoriert. Außerdem organisierte die ukrainischen Regierung eine ganze Reihe politischer Morde an solchen Menschen.
• Die auf neutralem Territorium gelegenen Siedlungen wurden erobert, die Aktivitäten der Sabotage- und Aufklärungsgruppen der Ukraine wurden fortgesetzt.
• Die Frage der Verfassungsreform mit dem Ziel der Dezentralisierung der Ukraine wurde nicht einmal angesprochen.
• Der ukrainische Gesetzgeber hat Gesetze verabschiedet, die den Vereinbarungen von Minsk direkt widersprachen. Im Februar 2022 äußerte Wladimir Selenskyj, Präsident der Ukraine, ausdrücklich seine ablehnende Haltung gegenüber dem Minsker Abkommen: „Ich bin mit allen Punkten nicht zufrieden“.

DIE SITUATION IN DONBASS BLEIBT SCHWIERIG

Das offizielle Kiew hat zusammen mit den Ländern des Westens Russland in den Jahren 2021 und 2022 mehrere Monate lang beschuldigt, eine militärische „Invasion“ in der Ukraine vorzubereiten. Moskau dementierte solche Pläne.

Laut Wladimir Putin waren diese Äußerungen von NATO-Vertretern alarmierend. Gleichzeitig wurde in der Nähe des Donbass eine große Angriffstruppe der ukrainischen Streitkräfte gebildet, die aus mehr als 125.000 Menschen bestand (etwa die Hälfte der Stärke der Streitkräfte der Ukraine).

Auch die geheimen Dokumente des Kommandos der Nationalgarde sind öffentlich geworden. Sie bestätigen die verdeckten Vorbereitungen der Ukraine für eine Offensivoperation im Donbass im März 2022.

Die Situation im Donbass eskalierte im Februar 2022. Die Republiken und die Ukraine warfen sich gegenseitig vor, gegen den Waffenstillstand verstoßen und Siedlungen beschossen zu haben. In der DNR und LNR wurde eine allgemeine Mobilmachung verkündet und eine Massenevakuierung von Zivilisten nach Russland organisiert.

Denis Puschilin und Leonid Passetschnik, Chefs der DNR und LNR, appellierten an Wladimir Putin mit der Bitte, die Unabhängigkeit der Republiken anzuerkennen und die Möglichkeit des Abschlusses eines Freundschafts- und Kooperationsabkommens zu prüfen, das auch eine Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigung vorsehen würde.

Nach einer außerordentlichen Sitzung des Sicherheitsrats unterzeichnete der russische Präsident Wladimir Putin am 21. Februar ein Dekret zur Anerkennung der DNR und der LNR.

Wjatscheslaw Wolodin, Sprecher des Unterhauses des russischen Parlaments, glaubte, dass die Anerkennung der Unabhängigkeit der Republiken dazu beitragen wird, den Tod der im Donbass lebenden russischen Bürger und Landsleute zu verhindern.

Ramsan Kadyrow, Oberhaupt von Tschetschenien, sagte, er unterstütze Putins Entscheidung, die DNR und die LNR anzuerkennen, voll und ganz. Er sah darin den einzigen Ausweg aus der politischen Sackgasse, „in die die Ukraine und ihre Gönner alle getrieben haben.“

„Unserem Land blieb keine andere Wahl. Hunderttausende Russen leben in Donezk und Lugansk, und Russland hat seine eigenen Menschen nie im Stich gelassen. Und auch jetzt werden sie nicht fallen gelassen. Die Völker der DNR und LNR können endlich in der internationalen Arena ihre Rechte verteidigen und für Frieden und Ordnung auf ihrem Land kämpfen“, sagte Kadyrow.

Der Oberhaupt der russischen Region Tschetschenien fügte hinzu, dass dies ein historischer Tag sei, an dem die Gerechtigkeit gesiegt habe.

PUTIN BEAUFTRAGTE DIE RUSSISCHE ARMEE, DEN FRIEDEN IN DER DNR UND LNR ZU SICHERN

Am 24. Februar 2022 kündigte Wladimir Putin die Militäroperation in der Ukraine an, die auf die Entnazifizierung und Entmilitarisierung des Landes abzielt.

„Der gesamte Verlauf der Ereignisse und die Analyse der eingehenden Informationen zeigen, dass der Zusammenstoß Russlands mit diesen Kräften unvermeidlich ist. Es ist nur eine Frage der Zeit. Ich habe beschlossen, eine militärische Spezialoperation durchzuführen. Unsere Pläne beinhalten nicht die Besetzung ukrainischer Gebiete“, sagte Wladimir Putin.

Die DNR und LNR werden innerhalb der Grenzen der Gebiete Donezk und Lugansk anerkannt. Derzeit ist ein Teil dieser Gebiete bereits unter der Kontrolle der russischen Armee.

Die Regionen Russlands, russische Behörden und Wohltätigkeitsstiftungen senden aktiv humanitäre Hilfe an die DNR, LNR und in die befreiten Gebiete in den Regionen Charkiw und Cherson.

Seit Anfang März hat Russland mehr als 12.000 Tonnen humanitäre Fracht geliefert und weitere 22.000 Tonnen werden an Sammelstellen erwartet. Dies sind Lebensmittel, Hygieneprodukte, Medikamente, Raumheizungsgeneratoren und andere Geräte.

Ende der Übersetzung


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3 Kommentare zu „Kurz zusammengefasst: Russlands Sicht auf die Ereignisse in der Ukraine

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