Vereinigt sich die Südostukraine mit Russland?

Nicht nur der Donbass, auch Teile der Südukraine verkünden, dass sie Teile Russlands werden wollen. Was in diese Richtung bereits konkret unternommen wird.

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1. Juni 2022 18:51 Uhr

Bei meinen Reisen in die Südukraine und den Donbass habe ich erlebt, dass Soldaten und einige offizielle Vertreter der Regionen die Südostukraine bereits als „ehemalige Ukraine“ bezeichnen. Bei den Reisen habe ich inzwischen alle wichtigen Orte (Donezk, Lugansk, Mariupol, Melitopol, Cherson etc.) ein oder mehrere Male besucht. Im Donbass ist die Stimmung eindeutig, dort findet man keinen Menschen, der nicht für die Vereinigung der Gebiete Donezk und Lugansk mit Russland wäre. Bei den Pressekonferenzen mit den Chefs der beiden Republiken haben die auch offen gesagt, dass sie nach dem Ende der Kampfhandlungen Referenden und einen Beitritt zur Russischen Föderation anstreben.

In der Südukraine, also in Cherson und Melitopol, war das Stimmungsbild nicht ganz so eindeutig, aber wer dort anStellen mit großen Menschenmengen (Märkte, Ausgabestellen für humanitäre Hilfe, etc.) mit den Menschen spricht, der bekommt den Eindruck, dass etwa 70 bis 80 Prozent die russische Militäroperation unterstützen und Teil Russlands werden möchten. Sogar im zerstörten Mariupol sprechen sich die Menschen mehrheitlich für Russland aus und berichten, dass die meisten Zerstörungen in der Stadt vom Asow-Bataillon angerichtet wurden, oder die Folge davon sind, dass das Asow-Bataillon Wohnhäuser, Krankenhäuser und so weiter zu Stellungen und die Bewohner zu menschlichen Schutzschilden gemacht und so russischen Beschuss provoziert hat.

Zurück in die „russische Familie“

Bei meinen Besuchen in Mariupol, Melitopol und Cherson konnte ich auch mit den Bürgermeistern der Städte sprechen und sie alle haben gesagt, dass sie für eine Vereinigung mit Russland sind. Am 20. Mai hat ein stellvertretender russischer Ministerpräsident die Regionen besucht und dabei erklärt, dass diese Städte zur „russischen Familie“ gehören und Russland ihnen bei der Integration helfen wird.

Inzwischen wurde in Russland bereits ein Wiederaufbauprogramm für die Region ins Leben berufen. Russland ist, wie Deutschland, ein föderaler Staat und hat über 80 „Bundesländer“, die in Russland „Oblaste“ heißen. Jeder russische Oblast übernimmt nun eine Art Patenschaft für einen Ort in der (ehemaligen?) Südukraine und hilft dort beim Wiederaufbau. Auf diese Weise werden die Kosten breit aufgeteilt und sind recht problemlos bezahlbar. Gerade heute wurde zum Beispiel eine Städtepartnerschaft zwischen meiner Wahlheimat St. Petersburg und Mariupol unterzeichnet, wobei das zerstörte Mariupol mehrere russische Oblaste als Paten bekommen wird, um die Stadt wieder aufzubauen.

Übrigens ist der Hafen von Mariupol bereits wieder in Betrieb genommen worden, nachdem die russischen Streitkräfte die von der ukrainischen Armee verlegten Minen auf dem Hafengelände und die ukrainischen Seeminen geräumt haben. Am 28. Mai ist dort das erste reguläre Handelsschiff eingelaufen.

Am 25. Mai hat Präsident Putin einen Erlass unterzeichnet, der es den Menschen aus dem Donbass und den Regionen Cherson und Saporischschja ermöglicht, die russische Staatsangehörigkeit nach einem vereinfachten und beschleunigten Verfahren zu beantragen. Einen solchen Erlass gab es bereits für Donezk und Lugansk, jetzt wurde er um die beiden anderen Gebiete erweitert.

Auch militärisch wird die Integration vorangetrieben. Am 27. Mai wurde erklärt, dass die Basen der ukrainischen Armee im Gebiet Saporischja an die russische Armee übergeben werden. Und am 29. Mai wurden den russischen Streitkräften auch der Militärflughafen bei Melitopol und die Marinebasis in Berdjansk angeboten.

Die Lage vor Ort

Am 1. Juni wurde aus Cherson gemeldet, dass sich in der ehemaligen Bankfiliale, in der die Anträge auf die russische Staatsangehörigkeit gestellt werden können, lange Schlangen gebildet haben. Auch aus dem Gebiet Saporischja, zu dem die Stadt Melitopol gehört, werden lange Schlangen gemeldet, allerdings stehen die Menschen dort für russische Sim-Karten an, da dort russische Mobilfunkanbieter den Betrieb aufnehmen.

Bei meinen Reisen in die Region habe ich erlebt, dass das größte Problem – zumindest in unbeschädigten Städten wie Cherson oder Melitopol – darin besteht, dass Kartenzahlungen mit ukrainischen Karten nicht mehr funktionieren. Daher sieht man dort überall lange Schlangen vor den Bankfilialen, weil es zu wenig ukrainisches Bargeld gibt. Aus diesem Grund hat Russland schon Ende April angekündigt, dass der russische Rubel in diesen Regionen als zweite Währung offizielles Zahlungsmittel wird. Er wird die ukrainische Griwna zwangsläufig sehr schnell verdrängen.

Die Stimmung der Menschen

Natürlich gibt es in den Gebieten viele Menschen, die gegen Russland und seine Militäroperation sind. Deren Zahl wird allerdings voraussichtlich abnehmen, denn die ukrainische Armee beschießt konsequent zivile Ziele nicht nur im Donbass, sondern in der gesamten russisch kontrollierten Südostukraine. Fast jeden Tag gibt es Meldungen über den Beschuss von Cherson und umliegenden Orten. Dass die ukrainische Armee auf die Zivilisten schießt, die sie als ihre eigenen Bürger bezeichnet, wird in der Region sicher nicht zur Beliebtheit des Staates Ukraine beitragen.

Auch dass Volksfeste von Kräften der Ukraine als Ziele für Angriffe oder Terroranschläge angesehen werden, wird der Ukraine in diesen Gebieten sicher keine Sympathien bringen. Der 12. Juni ist in Russland als „Tag Russlands“ ein nationaler Feiertag, der nun auch in den Gebieten der (ehemaligen?) Ukraine begangen wird. Dazu sagte der Polizeichef der Region Saporischja:

„Ich versichere Ihnen, dass die Sicherheitsbehörden der befreiten Gebiete in der Lage sind, die volle Sicherheit in der Region Saporischschja zu gewährleisten, damit die Menschen ihren neuen Feiertag feiern können, einen neuen Feiertag für sie als ehemalige Bürger der Ukraine – den Tag Russlands.“

Ihm zufolge gab es auch „vor dem 9. Mai Versuche von Provokationen von ukrainischer Seite, und natürlich wurden vor dem 9. Mai sehr ernste Sicherheitsmaßnahmen in den befreiten Gebieten der Region Saporischschja ergriffen.“ Weiter sagte er, dass

„es sehr symbolisch ist, den Staatsfeiertag zusammen mit dem ganzen großen Mutterland, mit allen anderen Bürgern, zusammen mit dem Beginn der Ausgabe von russischen Pässen zu feiern. Der Tag Russlands hat für uns alle eine neue Bedeutung bekommen – für die Menschen, die an den Grenzen Russlands leben, die sich für die Wiederbelebung, die Wiederherstellung Russlands einsetzen. Für uns ist das ein weiterer Grund, die Fahne unseres großen Mutterlandes zu entrollen.“

Die sozialen Probleme

Außerdem werden die Menschen in den Regionen schon sehr bald im eigenen Geldbeutel spüren, dass es gut ist, zu Russland zu gehören. Auf Anweisung des IWF wurden in der Ukraine sämtliche Subventionen von Heizung, Gas und Strom abgeschafft, außerdem kauft die Ukraine ihr Gas teuer über europäische Zwischenhändler, anstatt direkt bei Russland. Die Ukraine ist unter den Maidan-Regierungen zum ärmsten Land Europas geworden, aber die Kosten für Heizung, Strom und Wasser sind auf deutschem Niveau. Gerade Rentner waren davon betroffen, dass die Wohnnebenkosten die gesamte Monatsrente verschlungen haben und sie darauf angewiesen waren, dass Verwandte und Freunde ihnen Lebensmittel geben.

Das wird nun anders, denn nun werden in den Gebieten russische Preise für Heizung, Strom und Wasser eingeführt, was die Kosten um etwa 40 Prozent senken wird. Das wird jeder einzelne Mensch dort sehr positiv in seinem Geldbeutel spüren. Dieser Schritt kostet Russland nichts, bringt aber viele Sympathien.


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Quelle

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