Karl Lauterbach: Plötzlich „seltene“ Impfschäden 

Ulrike Stockmann / 21.06.2022 / 10:00 / Foto: Martin Kraft/62 /

Karl Lauterbach äußerte in seiner Video-Kolumne „KarlText“ die bis dato für ihn unvorstellbaren Worte: „In sehr seltenen Fällen können nach der Corona-Schutzimpfung auch entsprechende Nebenwirkungen vorkommen.“

„Besser spät als nie“, besagt ein bekanntes Sprichwort. Ob man es auf Karl Lauterbach anwenden kann, bleibt allerdings dahingestellt. Zwar äußerte er in der neuesten Ausgabe von „KarlText“, seiner Video-Kolumne für das Gesundheitsministerium, die bis dato für ihn unvorstellbaren Worte: „In sehr seltenen Fällen können nach der Corona-Schutzimpfung auch entsprechende Nebenwirkungen vorkommen.“

Doch dieses mit Einschränkungen vorgebrachte Teilgeständnis verfolgt wohl eher die verspätete Absicht, mildernde Umstände für die Äußerungen der letzten Jahre und Monate zu bekommen, in denen unser heutiger Gesundheitsminister penetrant für die Impfung warb und Skeptiker als schwachsinnig deklarierte. Offenbar wird angesichts der sich häufenden Impfnebenwirkungen selbst Karl Lauterbach und seinen Beratern langsam mulmig und man nahm daher ein halbherziges, relativierendes Video auf, um nicht ganz mit leeren Händen dazustehen.

Wie den meisten bekannt sein dürfte, wehrte sich Karl Lauterbach bislang mit Händen und Füßen gegen das Eingeständnis von Impfschäden bei den Corona-Impfstoffen. Zwar gab er in einem Interview mit der Herzstiftung im Januar 2021 folgendes zu Protokoll: Die sehr wenigen Fälle schwerer Nebenwirkungen, die bisher bekannt sind, sind fast nur bei Menschen festgestellt worden, bei denen schon andere Impfungen zu schwerwiegenden Reaktionen geführt haben.“

Doch mit der flächendeckenden Einführung der Impfstoffe wollte Lauterbach auch die anfangs eingestandenen „wenigen Fälle“ nicht mehr gelten lassen. Als im März 2021 die Zusammenhänge zwischen Thrombosen und AstraZeneca immer deutlicher wurden, gestand er dies zwar ein, aber behauptete: „Ich würde mich mit Astrazeneca impfen lassen.“ Die Entscheidung des damaligen Gesundheitsministers Jens Spahn, den Impfstoff auszusetzen, hätte aus seiner Sicht nicht sein müssen: Der Nutzen der Impfung übersteige die Risiken insbesondere für ältere Menschen beträchtlich.

„Der Geimpfte trägt ein minimales Risiko der Nebenwirkung“

Im vergangenen Herbst musste sich die skeptische Sahra Wagenknecht bei Anne Will von Karl Lauterbach in Bezug auf die Sicherheit der Impfung belehren lassen: „Hätte es da Nebenwirkungen gegeben, dann hätten wir das gemerkt.“

Ein Blick in die Twitter-Chronik Karl Lauterbachs der letzten Monate fördert weitere Relativierungen von Impf-Nebenwirkungen zutage:

Am 12. November 2021 bewarb er die BionTech-Impfung für 12 bis 15-Jährige, die laut Studie „zu 100% wirksam gegen Covid ohne Nebenwirkungen“ sei. Am 2. Dezember versuchte er auf Twitter die Aussage des STIKO-Vorsitzenden Mertens, er würde aktuell ein siebenjähriges Kind noch nicht impfen lassen, zu diskreditieren: „Das ist schwierige Aussage. Viele Wissenschaftler sehen das anders weil es in Studien keine Nebenwirkungen gab für Kinder. Zum anderen muss STIKO ja noch entscheiden. Es wirkt unglücklich wenn, noch vor STIKO Entscheidung, ihr Chef Impfung für eigene Kinder schon mal ablehnt.“

Am 5. Dezember 2021 tweetete er, es gäbe 5 Millionen geimpfte Kinder zwischen 5 und 11 Jahren ohne einen einzigen Fall von Myokarditis. Am 7. Januar diesen Jahres twitterte er in Bezug auf die Kinder-Impfung, dass „die BionTech-Impfung von Kindern in den USA nur sehr selten die wichtigste Nebenwirkung einer Myokarditis (zeigt). Das ist eine gute Nachricht.“

Und am 11. Februar gab er in Bezug auf die Einführung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht zu Protokoll: „Das Bundesverfassungsgericht setzt richtige Priorität. Der Geimpfte trägt ein minimales Risiko der Nebenwirkung. Damit schützt er Ältere und Kranke, die ihm anvertraut sind, vor Tod und schwerer Krankheit. Auch Omikron ist eine Gefahr für diese Menschen.“

Mutmaßlich aus Gründen der Salamitaktik

Seine jetzige Video-Botschaft, in der er also „in sehr seltenen Fällen“ „entsprechende Nebenwirkungen“ anerkennt, wirkt angesichts der Schlagzeilen der vergangenen Wochen und Monate regelrecht aus der Zeit gefallen. Medien wie die Achse brachten schon mit Einsetzen der Impfungen regelmäßig Artikel – nicht selten von Ärzten und Wissenschaftlern (wie beispielsweise Dr. Gunter Frank, Dr. Jochen Ziegler und Andreas Zimmermann) – die vor möglichen Nebenwirkungen der Impfstoffe warnten, diese voraussagten und bald auch über konkrete Impfschäden berichteten. Teilweise war Derartiges dann auch bereits im letzten Jahr in der BILD-Zeitung oder der Berliner Zeitung zu finden.

Richtig ins Rollen gebracht wurde die mediale Welle über die Impfschäden dann durch eine MDR-Doku, die am 22. März online ging. Darin werden Impfgeschädigte vorgestellt. Auch wenn hier ebenfalls die „Seltenheit“ der Impfung thematisiert wird, kommt immerhin der Arzt Erich Freisleben zu Wort, dem Impfgeschädigte laut eigenen Angaben die Praxis einrennen. Es folgte ein Interview mit Freisleben in der Berliner Zeitung. Etwa zur selben Zeit eröffnete die Uniklinik Marburg eine Ambulanz für Impfgeschädigte, die prompt auf eine Warteliste mit 800 Patienten kam. Und gerade legte das ZDF mit einer weiteren Doku über Impfgeschädigte nach.

Wenn Karl Lauterbach also nun zähneknirschend „seltene Impfschäden“ einräumt, geschieht es mutmaßlich aus Gründen der Salamitaktik. Er hat es ja jetzt schließlich festgestellt, man kann ihm also wirklich keinen Vorwurf machen. Doch Framing gibt es in der Lauterbach-Video-Kolumne natürlich nach wie vor mehr als genug. Er behauptet weiterhin: „Es gibt auch keine Impfungen, die jemals so gut in Bezug auf ihre Nebenwirkungen untersucht worden sind, wie die Impfungen.“ Dies ist eine interessante Betrachtungsweise. Da die Nebenwirkungen ja schlecht vor der Notzulassung im Eilverfahren untersucht worden sein können, muss er wohl das laufende Feldexperiment meinen, das mittlerweile fast 6 Milliarden Menschen umfasst.

Da man immer wieder liest, wie schlecht doch die Nebenwirkungen erforscht und protokolliert seien, muss er damit wohl den noch anhaltenden Erkenntnis-Prozess meinen, der nach und nach immer mehr Impfgeschädigte zutage fördert. Da Impfnebenwirkungen jedoch kaum erfasst werden – in Deutschland kostet einen Arzt eine derartige Meldung fast eine Stunde – muss man sich fragen, woher Karl Lauterbach bei einer derartigen Untererfassung das Material für seine „noch nie so gut erforschten Nebenwirkungen“ nehmen will. Im Video fordert er Geschädigte womöglich nicht ohne Grund auf, ihren Fall beim Hausarzt an das Paul-Ehrlich-Institut melden zu lassen.

Ähnliche Symptome wie Long-Covid

Selbstverständlich beharrt Karl Lauterbach weiterhin darauf, dass die Wahrscheinlichkeit, an Covid zu versterben, viel höher sei als von einem Impfschaden erwischt zu werden. Bemerkenswert ist das Auftauchen des Begriffes „Post-Vac-Syndrom“. Das „Post-Vac-Syndrom“ kann einen nach der Impfung ereilen und zeichnet sich – wer hätte das gedacht – durch ähnliche Symptome wie Long-Covid aus.

Beim Scrollen durch Lauterbachs Twitter-Account war mir aufgefallen, wie oft er Long-Covid als Druckmittel zur Impfung anführte und immer wieder dramatische Long-Covid-Fälle schilderte. War dies möglicherweise ein Ablenkungsmanöver, um potenziell Impfgeschädigte als Long-Covid-Patienten abstempeln zu können? Hat man sich nun das „Post-Vac-Syndrom“ aus den Fingern gesaugt, um moderat im Framing umschwenken zu können? Selbstverständlich ist „Post-Vac“ nach Lauterbach nicht so schlimm wie „Post-Covid“.

Als Beweis für vergangene Tatkraft der Politik im Kampf gegen Impfschäden zaubert Karl Lauterbach auch noch den Fall AstraZeneca aus dem Hut, bei dem „wir darüber aufgeklärt“ und „das Impfkonzept dann geändert“ haben. Ich erinnere nur an sein oben aufgeführtes Zitat vom März 2021, das AstraZeneca trotz Nebenwirkungen noch verteidigte.

Das im Grunde nichtssagende Video Karl Lauterbachs zeigt also vor allem eines: Politik und auch einige große Medien schwenken in ihrem Kurs in Bezug auf die Impfnebenwirkungen um, was wohl als Zeichen dafür gewertet werden kann, dass man das Problem für derart relevant hält, dass es nicht mehr totgeschwiegen werden kann. Ob dies den Betroffenen nutzt oder ob uns diese Macht des Faktischen vor einem erneuten Aufflammen der Corona-Maßnahmen bewahrt, bleibt abzuwarten. 

Mehr von Ulrike Stockmann finden Sie auf ihrem YouTube-Kanal.

Foto: Martin KraftCC BY-SA 3.0via Wikimedia Commons

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