Am 9. August gab es auf einem russischen Militärstützpunkt eine schwere Explosion. Russland spricht von einem Unfall beim Hantieren mit Munition, das offizielle Kiew hält sich bedeckt, westliche Medien gehen von einem ukrainischen Angriff aus. Der Spiegel zum Beispiel schrieb am 12. August einen Artikel darüber, dessen erster Absatz wie folgt lautete:

„Die Ukraine hat im Süden des Landes einen aufsehenerregenden militärischen Erfolg erzielt. Das Ziel des Angriffs: Der russische Militärstützpunkt auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim. Dort hatte es am Dienstag nahe dem bei Touristen beliebten Kurort Saki gewaltige Explosionen gegeben.“

Ich bin sicher, dass die Ukraine die Krim angegriffen hat. Die Frage ist also, warum Russland von einem Unfall spricht.

Die Parallelen zur Versenkung der „Moskva“

Die „Moskva“, das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, ist am 14. April 2022 gesunken. Auch damals haben westliche Medien einen ukrainischen Erfolg gemeldet, Kiew hat sich bedeckt gehalten und Moskau hat von einem Unfall beim Umgang mit Munition gesprochen. Wir sehen also sehr auffällige Parallelen zu der Explosion am 9. August auf der Krim.Bei der „Moskva“ sind sich, wenn ich mich im Internet umschaue und Experten-Analysen lese, eigentlich alle einig, dass das Schiff angegriffen und versenkt wurde. Allerdings wird das kaum mit den primitiven Raketen der ukrainischen Streitkräfte erreicht worden sein, vielmehr deutet alles auf moderne Raketen aus NATO-Staaten hin, die möglicherweise auch noch von einem amerikanischen Beobachtungsflugzeug ins Ziel gelenkt worden sind.Trotzdem bleibt Russland bei seiner Version. Der Grund dürfte sein, dass Russland keinen heißen Krieg mit der NATO möchte. Wenn meine These der Wahrheit entspricht und Russland sie so verkünden würde, wäre das de facto der Beginn der heißen Phase des Dritten Weltkrieges, denn es würde bedeuten, dass NATO-Staaten ein russisches Kriegsschiff versenkt haben. So erkläre ich mir auch den Vorfall von letzter Woche auf der Krim, denn die einzige Waffe, mit der die Ukraine die russische Militärbasis meines Wissen erreichen kann, sind amerikanische HIMARS-Raketen, und zwar die Version mit 300 Kilometer Reichweite. Das Problem dabei ist aber, dass die USA der Ukraine die 300-Kilometer-Raketen offiziell nicht geliefert haben. Im Donbass hingegen, wo ich bekanntlich gerade fast einen Monat gewesen bin, sind sich alle Offiziellen, mit denen ich sprechen konnte, hinter vorgehaltener Hand sicher, dass die Ukraine diese Raketen längst hat und einsetzt.Das Problem daran ist, dass die HIMARS ein sehr komplexes System sind, das ukrainische Soldaten kaum ohne amerikanische „Freiwillige“ bedienen können, und dass gemeldet wurde, dass Washington jedes Ziel, dass die Ukraine mit den HIMARS angreift, absegnen muss und dass die USA der Ukraine Zieldaten in Echtzeit zur Verfügung stellen. Wenn man diese Informationen zusammenfügt, würde das bedeuten, dass die Ukraine den russischen Stützpunkt auf der Krim mit Einverständnis und Hilfe der USA mit Waffen beschossen hat, die die USA offiziell gar nicht geliefert haben. Das wäre wieder eine unbestreitbare und offene Kriegsbeteiligung der USA. Wenn meine These auch hier stimmt, würde Russland, wenn es das melden würde, verkünden, bereits im Krieg mit den USA zu sein. Also verkündet Russland (bisher) stoisch, dass seine Soldaten seit einigen Monaten zu doof sind, Munitionskisten zu schleppen, und dabei neuerdings eigene Flaggschiffe und Stützpunkte in die Luft sprengen. Das gilt allerdings nur für russische Soldaten auf der Krim und im Schwarzen Meer, die sich in Reichweite der NATO-Waffen befinden, die die Ukraine bekommen hat. Im Fernen Osten zum Beispiel passiert so etwas nicht.Ich hatte in letzter Zeit viel mit russischen Soldaten zu tun und weiß aus eigenem Erleben, dass die hervorragend mit Munition umgehen können…Wie gesagt, das ist nur eine These von mir, aber in meinen Augen ist das die logischste Erklärung, wie auch weitere Hintergrundinformationen zeigen, die ich Ihnen nicht verschweigen möchte.

Offizielle Erklärungen der USA

Am 9. August stand die Pressesprecherin des Weißen Hauses der Presse Rede und Antwort. Die russische Nachrichtenagentur TASS zitierte daraus wie folgt:

„Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karin Jean-Pierre, weigerte sich am Dienstag zu klären, ob die US-Regierung mögliche Angriffe Kiews auf die Krim ablehnt.Bei einer Pressekonferenz wurde sie gefragt, ob Washington die Krim als „legitimes Ziel“ für Angriffe der Ukraine mit von den USA bereitgestellten Waffen betrachte. „Wir unterstützen die Bemühungen der Ukraine, ihre Souveränität und die Integrität ihres Territoriums zu verteidigen. Die Kämpfe finden im Osten und Südwesten des Landes statt, und sie sind noch lange nicht vorbei“, so die Sprecherin. Sie schloss nicht aus, dass sich die Kämpfe in die Länge ziehen könnten.Dann wurde sie erneut gebeten, auf eine Frage zur Krim zu antworten, da das Pentagon zuvor gefordert hatte, dass Kiew russisches Territorium nicht mit US-Waffen angreift. „Ich habe in dieser Angelegenheit nichts weiter für Sie. Ich habe Ihnen gesagt, dass wir die Ukraine weiterhin unterstützen werden“, wiederholte Jean-Pierre.“

Die USA sehen die Krim als ukrainisch an. Wenn man der Logik der zitierten Aussage folgt, hat die US-Regierung nichts gegen ukrainische Angriffe auf die Krim, weil das nach dieser Logik keine Angriffe auf russisches Gebiet sind. Allerdings sieht Russland das anders und wer keinen Dritten Weltkrieg oder gar Atomkrieg riskieren möchte, sollte das berücksichtigen. Oder ist Krim-Frage es wert, das Ende der Menschheit zu riskieren?Allerdings hat ein Korrespondent des US-Staatssenders Voice of America am 12. August unter Berufung auf das Pentagon erklärt, die USA hätten der Ukraine keine Waffen gelliefert, die in der Lage seien, den Stützpunkt auf der Krim anzugreifen. Demnach gebe es keinerlei Hinweise darauf, dass der russische Stützpunkt von einer Rakete angegriffen worden sein könnte.

Vorherige Angriffe auf die Krim

Am 31. Juli gab es einen Drohnenangriff auf den Stab der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol auf der Krim, bei dem fünf Menschen verletzt wurden. Die Meldungen darüber waren ausgesprochen dünn, es könnte sich also auch um eine zivile, mit Sprengstoff beladene Drohne und nicht um eine militärische Drohne gehandelt haben. Das war nur eine von mehreren Meldungen über Angriffe auf die Krim, wobei man bei vielen Meldungen nicht einmal weiß, ob es sich um abgewehrte Angriffe oder Falschmeldungen handelt. Manche Meldungen über mögliche Raketen, die über der Krim gesehen wurden, wurden nicht offiziell bestätigt und sind nur in sozialen Netzwerken zu sehen gewesen. Und bekanntlich ist nicht alles, was in sozialen Netzwerken zu finden ist, auch wahr.

Die Krimbrücke

Ukrainische Militärs sagen offen, dass das „Ziel Nummer 1“ für sie die neue Krimbrücke ist. Ein Angriff auf die Brücke würde sicher eine sehr heftige russische Reaktion auslösen, zumal man dort keine russischen Soldaten mit Munitionskisten mehr vorschieben könnte. Das wäre ein Angriff, der sich kaum mehr als Unfall darstellen ließe. Der ukrainische Abgeordnete Alexej Gontscharenko, Mitglied der Fraktion von Poroschenkos Partei, hat am 11. August auf Telegram erklärt, zusammen mit dem britischen Verteidigungsminister Ben Wallace schon im Juni einen Plan zur Zerstörung der Krimbrücke besprochen zu haben. Alleine solche Gespräche unter aktiver Teilnahme des NATO-Staates Großbritannien wären eine weitere direkte Kriegsbeteiligung der NATO. Offenbar sind gewisse Leute im Westen bereit, Russland auch in einen heißen Krieg mit der NATO zu zwingen. Man kann nur hoffen, dass Russland weiterhin besonnen reagiert.

Was kommt im August?

Am 23. August habe ich in einer Analyse die Entwicklungen zusammengefasst und die Befürchtung geäußert, dass es im August zu einer massiven militärischen Eskalation in der Ukraine kommen könnte. Der Grund waren Äußerungen verschiedener russischer Offizieller – bis hin zu Präsident Putin -, die klar gesagt haben, dass ukrainische Angriffe auf Ziele in Russland eine rote Linie seien, deren Überschreitung (O-Ton Putin) „eine Tragödie für das ukrainische Volk“ bedeuten würde. Alle Äußerungen deuteten darauf hin, dass Russland zunächst das Gebiet Donezk komplett befreien möchte, danach aber als nächstes Ziel die Frontlinie 300 Kilometer weiterschieben will, um russische und russisch besiedelte Gebiete aus der Reichweite der 300-Kilometer-Raketen der HIMARS zu bringen. Die USA kennen diese russischen Erklärungen, denn sie wurden öffentlich ausgesprochen.Sollten die USA der Ukraine tatsächlich bereits die 300-Kilometer-HIMARS-Raketen geliefert haben und sollten die bereits zum Einsatz gekommen sein und zum Beispiel gegen die Krim eingesetzt worden sein, dann würde das ins Bild passen. Die USA sprechen sich – so wie der gesamte Westen und das Marionetten-Regime in Kiew – gegen Verhandlungen mit Russland und damit gegen ein Ende der Kampfhandlungen aus. Für die USA gibt es keinen sichereren Weg, eine weitere Verlängerung und sogar Eskalation der Kämpfe zu erreichen, als der Ukraine diese Raketen zu liefern und ihr auch deren Einsatz zu erlauben. Man würde Russland damit dazu zwingen, tiefer in die Ukraine einzurücken, was eine weitere Eskalation bedeuten würde.Die USA kämpfen tatsächlich bis zum letzten Ukrainer gegen Russland und sind offensichtlich bereit, das noch sehr lange zu tun. Die USA haben Russland erfolgreich in einen Stellvertreterkrieg gezwungen. Nun muss dieser Stellvertreterkrieg aus Sicht der USA so lange wie möglich dauern, um Russland zu schwächen. Das war immer das Ziel von Stellvertreterkriegen und die aktuellen Meldungen zeigen, dass es wieder nur darum geht.


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