Der Sanktionswahnsinn: Ölpreisdeckel, OPEC+ senkt Ölförderung, Gaspreis explodiert

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6. September 2022 04:00 Uhr

Die Meldungen zu den Themen Öl und Gas der letzten Tage zeigen, dass die Sanktionspolitik des Westens auch weiterhin vor allem den Westen – genauer gesagt, die EU-Staaten – treffen wird. Der Gaspreis explodiert, aber die EU hat daraus nichts gelernt und will nun auch noch einen „Ölpreisdeckel“. Und obwohl die politische Prominenz des Westens in den arabischen Ländern seit Monaten um eine Erhöhung der Förderquoten gebettelt hat, hat Saudi-Arabien nun sogar eine – wenn auch geringe – Reduzierung der Ölförderung durchgesetzt.

Der Gaspreis explodiert

Das Thema Gas können wir recht schnell abhandeln, denn dass der Gaspreis vor allem in der EU explodieren musste, war absehbar. Die EU und ihre Mitglieder haben selbst zwei der fünf russischen Pipelines nach Europa abgeschaltet, zwei laufen – ebenfalls aufgrund von Entscheidungen der EU-Staaten – mit verminderter Leistung, und das Problem der Turbinen für Nord Stream 1 macht derzeit viele Schlagzeilen. Hier finden Sie Details über alle fünf Pipelines, die Gas aus Russland nach Europa bringen können.

Nachdem am Wochenende gemeldet wurde, dass Nord Stream 1 den Betrieb nun für unbestimmte Zeit einstellt, war es klar, dass der Gaspreis in der EU explodieren würde. Am Montag ist der Gaspreis gleich um 30 Prozent in die Höhe geschossen und stand knapp unter 3.000 Dollar für tausend Kubikmeter Gas. Zur Erinnerung: Als die EU russisches Gas noch mit langfristigen Verträgen abgenommen hat und der Börsenhandel mit Gas noch nicht erlaubt war, kostete das Gas 250 bis 300 Dollar.

Der „Ölpreisdeckel“

Die Entscheidung der westlichen Staaten, den Preis für russisches Öl zu deckeln, ist an – sorry – an Dummheit nicht zu übertreffen. Die Idee, damit die Inflation zu senken, zeigt, dass die westlichen Entscheidungsträger nichts von der Materie verstehen.

Das Gegenteil wird passieren, denn Russland hat mitgeteilt, dass an Staaten, die den Markt mit politischen Preisentscheidungen außer Kraft setzen wollen, gar kein Öl mehr liefern wird. Die Maßnahme wird also zwangsläufig zu einer massiven Verknappung von Öl führen, was den Ölpreis explodieren lassen wird. Er wird vielleicht nicht so sehr steigen, wie der Gaspreis, aber er wird zwangsläufig steigen.

Der höhere Ölpreis wird im Westen natürlich die Preise für Öl und Ölprodukte explodieren lassen, was zu höheren Benzinpreisen und weiteren Nachteilen für die westliche Wirtschaft führen wird. Vor allem in der EU, die bisher von billiger Energie aus Russland in unbeschränkten Mengen profitiert hat, wird die Wirtschaft weiter schnell an Wettbewerbsfähigkeit verlieren.

Bei Russland dürfte der Effekt hingegen ähnlich sein, wie schon beim Gas: Russland wird vielleicht weniger Öl verkaufen, aber durch den gestiegenen Preis könnten sich Russlands Einnahmen sogar erhöhen. Beim Gas ist genau das passiert und Gazprom macht derzeit Rekordgewinne, obwohl es deutlich weniger Gas verkauft.

Auch Ideen des Westens, Russlands Ölexport zu verbieten, indem zum Beispiel Tanker, die russisches Öl zu höheren Preisen an Bord haben, nicht mehr versichert werden, dürfte wenig Eindruck machen, denn auch Russland hat eine funktionierende Versicherungswirtschaft und wird auch Rückversicherer außerhalb des Westens finden.

Die Älteren unter uns erinnern uns: Dass Planwirtschaft, also willkürlich festgesetzte Preise, nicht funktioniert, haben wir in der Geschichte bereits erlebt. Bisher war es der Westen, der genau das gepredigt hat, trotzdem tut er nun genau das, wovon jeder Student der Volkswirtschaften weiß, dass es nicht funktionieren kann.

Und wie schon beim Gas, werden die Folgen dieser irrsinnigen Maßnahme nicht in erster Linie Russland schaden, sondern der EU. Aus Fehlern zu lernen, ist bei den führenden Politikern in der EU offenbar nicht vorgesehen. Ich sage bewusst EU, weil die USA nicht so dumm sind, sie haben nämlich immer noch ihr eigenes Fracking-Öl und Gas. Für die EU hingegen dürfte nach Gas auch Öl ein knappes Gut mit entsprechend explodierenden Preisen werden.

Und wenn es dem Westen (wider erwarten) gelingen sollte, die russischen Ölexporte massiv zu senken, wird das erst recht zu einer Verknappung von Öl auf den Weltmärkten und zu noch extremer explodierenden Preisen führen. Russland kann das einige Zeit lang verschmerzen, denn es würde nur Geld verlieren. Aber in den betroffenen Abnehmerländern dürften die wirtschaftlichen Schäden so gewaltig werden, dass sich kaum Länder an dem westlichen Abenteuer beteiligen würden. Das haben wir bei den anderen Russland-Sanktionen ja schon zur Genüge erlebt, denn den westlichen Sanktionen haben sich keine Länder angeschlossen, die nicht zum Einflussbereich der USA gehören.

OPEC+ senkt die Fördermengen

Nun kam noch eine weitere Nachricht hinzu, die den Westen beunruhigen dürfte. Wir alle erinnern uns, wie westliche Politiker – bis hin zu US-Präsident Biden – auf die arabische Halbinsel gereist sind, um darum zu betteln, die Araber mögen bitte die Ölförderung erhöhen, um der unter den eigenen Sanktionen leidenden EU zu helfen. Die Antwort der Araber war ein lächelndes „Nein“.

Seitdem haben westliche Politiker mit Spannung auf jedes Treffen der Staaten der OPEC+ gewartet, zu der auch Russland gehört. Man hat gehofft, die etwa 20 Länder der OPEC+ würden die Fördermengen erhöhen. Das ist jedoch nicht wirklich passiert, denn die Öl exportierenden Länder sind an einem stabilen Ölpreis interessiert, um Planungssicherheit zu haben.

Auf der aktuellen Sitzung der OPEC+ wurde nun vereinbart, die Fördermengen sogar leicht um 100.000 Barrel pro Tag zu senken. Das ist zwar keine entscheidende Menge, aber es ist das Gegenteil von dem, was die westlichen Länder seit Monaten fordern und es zeigt, wie wenig Autorität der Westen in der Welt noch hat.

Besonders überraschend war, dass es nicht etwa Russland war, das den Westen ärgern und die Fördermenge reduzieren wollte, das war Saudi-Arabien. Russland wollte, so berichtete das Wall Street Journal, die Fördermenge trotz leicht sinkender Ölpreise stabil halten, um der Weltwirtschaft das Signal zu senden, dass Öl nicht künstlich verknappt wird, sondern ausreichend auf den Märkten vorhanden ist. Daher wurde erwartet, dass die Fördermengen stabil bleiben würden.

Saudi-Arabien hingegen wollte den Rückgang des Ölpreises anhalten, es möchte, dass der Ölpreis auf dem momentanen Niveau bleibt.

Dass sich bei den Verhandlungen Saudi-Arabien durchgesetzt hat, ist bemerkenswert. Vor allem, wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass die Saudis als Verbündete des Westens gelten. Und der Westen möchte eine Erhöhung der Fördermengen und niedrigere Ölpreise.

Fazit

Auch diese Entwicklung bestätigt, was ich oben geschrieben habe: Der Ölpreisdeckel kann nicht funktionieren, er wird die gegenteilige Wirkung haben und den Ölpreis erhöhen, anstatt ihn zu senken.

Es scheint wirklich so zu sein, dass man in den USA beschlossen hat, die europäische Wirtschaft zu zerstören, denn die Maßnahmen treffen die USA weit weniger als die EU. In Washington will man Russland schwächen und ist offenbar bereit, dazu die EU-Wirtschaften genauso zu opfern, wie Washington die Ukraine opfert, um Russland zu schwächen.

Und so, wie die Regierung in Kiew bereit ist, ihre eigenen Bürger im Kampf gegen Russland zu verheizen, anstatt über ein Ende der Kämpfe zu verhandeln, so sind auch die Regierungen in der EU bereit, die eigenen Volkswirtschaften – und damit den Wohlstand ihrer eigenen Bürger – auf den Opferaltar der US-Interessen zu legen, anstatt mit Russland in irgendeiner Frage in einen Dialog einzutreten.


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