Keine Evidenz für Masken im Alltag

Felix Perrefort / 07.09.2022 / 12:00 / Foto: Imago/31 /

Obwohl die offizielle Evaluation der Corona-Maßnahmen keinen Nachweis für die Wirksamkeit von Masken im täglichen Gebrauch liefern konnte, gelten sie als wissenschaftlich vernünftig. In New Hampshire hatte hingegen ein Industriehygieniker vor dem Senat plausibel erläutert, warum die Maske im Alltag nichts bringen kann. 

Nikolaus Blome ist vielleicht der derzeit absurdeste Konservative, den die Bundesrepublik anzubieten hat. Aktuell versucht er im Spiegel die Ablehnung der Maskenpflicht, die, anders als er fälschlicherweise behauptet, breitflächig zum Einsatz kommen soll, als identitätspolitisch zu deklarieren. Bei einem solchen „Maskenfuror“ sei er als Konservativer raus. Wer keine Sachargumente hat, weil es keine gibt, muss sich gedanklich verrenken und hilflos stammeln: „Himmel, es sind doch nur Masken.“ 

Der amerikanische Konservatismus, für den das Abwehrrecht gegenüber staatlichen Zugriffen auf das Individuum heilig ist, hält das anders. Es ist den Republikanern zu verdanken, dass es Maskenpflichten in den von ihnen regierten Bundesstaaten entweder nie gab oder sie im internationalen Vergleich recht frühzeitig abgeschafft wurden. 

Im republikanisch regierten US-Bundesstaat New Hampshire wurde dieses Jahr ein Gesetzesentwurf verabschiedet, der es Schulen untersagt, Schülern und Personal Maskenpflichten aufzuerlegen. Davor hatte der zuständige Senat öffentlich den zertifizierten Industriehygieniker, Dr. Stephen Petty, angehört, der seit 45 Jahren im Bereich Gesundheit und Sicherheit arbeitet, um für Arbeiterschutz zu sorgen, und aus dieser Position heraus gegen den Sinn von Masken argumentiert. Nachdem er anhand von eingeblendeten Diagrammen darlegt, wie sich der Verlauf der Infektionszahlen in unterschiedlichsten Ländern unbeeindruckt von den jeweils erlassenen Maskenpflichten zeigt, untermauert er ein Argument, das auch dem Alltagsverstand unmittelbar einleuchten müsste: Die ausgeatmete Luft dringt seitlich an den Masken vorbei, verteilt sich in geschlossenen Räumen also so oder so. 

1.000-mal kleiner als der Durchmesser eines Haares

In einem vollbesetzten Bus oder Klassenzimmer teilen sich die Insassen gemeinsam die Raumluft, ob sie dabei Masken tragen oder nicht, wie dieses Video entgegen der Absicht seines Erstellers veranschaulicht. Wen das nicht überzeugt, der führe sich vor Augen, was Dr. Stephen Petty in besagter Anhörung vorträgt: SARS-CoV-2 ist 500-mal kleiner als sichtbarer Staub und 1.000-mal kleiner als der Durchmesser eines Haares. Petty fragt dann: „Passt ein Haar zwischen angelegte Maske und Gesicht? Natürlich, insbesondere unter den Augen.“ 

Daher verwundert es auch nicht, dass in der offiziellen Evaluation der Corona-Maßnahmen zu lesen ist, dass nicht „abschließend geklärt (ist), wie groß der Schutzeffekt von Masken in der täglichen Praxis ist, denn randomisierte, klinische Studien zur Wirksamkeit von Masken fehlen.“ Sollte die Wirksamkeit von Masken im Alltag beweisbar sein, gäbe es sicher Studien, die diese gesichert nachweisen – und man müsste nicht auf Labor-Studien ausweichen oder gar, wie der Evaluationsausschuss, „tierexperimentelle Versuche“ mit Hamstern bemühen, die selbstredend keine Masken trugen. 

Wissenschaft, unfassbar evidenzbasiert: „Methode: Wir verwendeten ein gut etabliertes SARS-CoV-2-Modell für den Goldenen Syrischen Hamster“ (Hamster-Studie). Wissenschaft als blanker Aberglaube: „Je mehr Personen in der direkten Umgebung der Person ebenfalls Masken tragen, umso höher sollte der Selbstschutz sein.“ (Evaluation, S. 87.) Ganz ehrlich: Die Dummheit, die die Masken in den Menschen hervorkehrt und produziert, finde ich schwer erträglich. 

Wer unter künstlichen kontrollierten Bedingungen einen gewissen Effekt nachweist und dazu übergeht, diesen auch im Alltag zu unterstellen, überträgt einen simplen Mechanismus auf eine komplexe gesellschaftliche Situation. Naheliegenderweise „wirkt“ eine Maske, insofern sie etwa vor dem Mund eines Chirurgen verhindert, dass dieser direkt in eine Wunde atmet. Etwas ganz anderes ist es jedoch, anzunehmen, dass man über das kollektive Tragen von Gesichtsmasken in etwas so Grundsätzliches wie das virenbedingte Krankheitsgeschehen messbar intervenieren könnte, das von wesentlich mächtigeren Faktoren bestimmt wird. Systematisches, abwägendes Denken: Fehlanzeige. Dafür Kontrollzwang und Größenwahn. 

Der eigentliche Skandal 

Obwohl Deutschland fast das einzige Land ist, in dem Masken noch verpflichtend sind, und die offizielle Evaluation dort, wo es drauf ankäme – in der alltäglichen Praxis – gerade keine Evidenz nachweisen kann, soll die Verhüllung der Atemwege mit ihren zwischenmenschlichen, psychologischen, ästhetischen und gesundheitlichen Folgeschäden auch weiterhin verordnet werden, auch in Schulen.

In der Maske konkretisiert sich die Übergriffigkeit des Maßnahmenstaats auf anschauliche Weise. Der unter Generalverdacht des Infiziert-Seins gestellte Bürger wird wider seine Grundrechte auf ein Mittel zur Abwehr einer allgemeinen Gesundheitsgefahr reduziert, auf das der Staat blickt wie ein Brettspieler auf seine Figuren. Wenn ich dies und das mit den Menschen mache, müsste sich gemäß wissenschaftlichen Erkenntnissen am Ende doch dieses und jenes Ergebnis zeitigen. 

Dass eine Maskenpflicht je ernsthaft zur Debatte stand, ist der eigentliche Skandal. In der historischen Rückschau könnte sie als Dammbruch identifiziert werden, der die Hemmschwelle für noch ganz andere Zumutungen ermöglicht haben wird. Daher war die Maskenfrage auch nie auf den Corona-Horizont beschränkt.  

Foto: Imago

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