„Fall Graichen“, Friedrich Merz und BlackRock: Die globaleFinanzindustrie als Treiber der Klimapolitik

Von Beatrix von Storch • 19. Mai 2023

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Im Jahr 2018 fallen verschiedene Ereignisse zusammen. Das Thema Migration wird von
dem Thema Klima verdrängt. Die Klimastreik-Bewegung von Greta Thunberg wird ein
globales Medienphänomen. Die Grünen, die bei der Bundestagswahl 2017 nach AfD, FDP und Linken mit 8,9 Prozent als schwächste Partei in den Deutschen Bundestag
eingezogen sind, werden von der Klima-Welle getragen und erreichen im Oktober im InsaTrend erstmalig zwanzig Prozent.
Ebenfalls im Oktober 2018 gibt Friedrich Merz seine Kandidatur für den CDU-Parteivorsitzbekannt. Kurz darauf bezeichnet er die AfD als „offen nationalsozialistisch“ und läßt damit alle Träume von einer schwarz-blauen Koalition in der Nach-Merkel-Ära platzen. Über die Grünen sagt Merz in dieser Zeit, sie seien „sehr bürgerlich, sehr offen, sehr liberal und sicherlich auch partnerfähig“. Diese Worte von einem vorgeblich Konservativen, haben damals viele irritiert. Doch auch das hängt mit der Klimapolitik zusammen: Die AfD ist die einzige Partei, die sich der grünen Transformation offen entgegenstellt. Damit hat sie sich einen Feind gemacht, mächtiger als die Antifa oder der Verfassungsschutz: die globale Finanzindustrie.
„Geld kontrolliert die Welt und Menschen“, erklärte der schwedische Finanzunternehmer
Ingmar Rentzhog. Er muß es wissen, denn er war nicht nur Kommunikationsberater der
Finanzgiganten BlackRock und JPMorgan, sondern auch der „Entdecker“ von Greta
Thunberg. Was ein Zufall!
Klima-Ikone Greta Thunberg – „zufällig“ entdeckt von einem BlackRock-Berater


2018 erscheint Greta Thunberg auf der Bildfläche Foto: picture alliance / TT NEWS AGENCY | DPR Rentzhog habe Greta „mit vielem geholfen und sein Kontaktnetzwerk verwendet“.

Schon der erste Auftritt Gretas im August 2018, als sie mit einem Pappschild vor dem
schwedischen Reichstag saß, wird von ihm und seinem Medienteam PR-gerecht
verbreitet, mit Fotos, Videos und Kommentaren in Englisch. Was wie eine spontane
Bewegung von Schülern aussieht, ist in Wahrheit eine von einem BlackRock-
Kommunikationsberater generalstabsmäßig geplante PR-Kampagne, um das autistische
Mädchen zur Ikone und Werbeträgerin aufzubauen. „Die Zeit war reif, um die Klimakrise
zu personalisieren“, erklärte Rentzhog. Greta posierte auch mit der Botschaft „We don’t
have time“, dem Namen von Renthzogs Aktiengesellschaft. Seine Philosophie: „Es gibt
keinen Interessenkonflikt zwischen Klimaschutz und Geld machen.“
Der Erfolg der Klimabewegung und ihres politischen Arms, der Grünen, hängt eng damit
zusammen, daß sie von einem milliardenschweren Netzwerk von Plattformen, Stiftungen, Denkfabriken und Lobby-Organisationen unterstützt werden, die von Milliardären und direkt oder indirekt der globalen Finanzindustrie finanziert werden.
Die Gründung der „Climate Finance Partnership“ im Jahr 2018 war ein Meilenstein in
dieser Entwicklung. Das ist eine Partnerschaft zwischen dem Vermögensverwalter
BlackRock und den Regierungen von Deutschland, Frankreich und Japan und großen US-Stiftungen wie der Hewlett Foundation. BlackRock ist an 17.000 Unternehmen beteiligt und verfügt über ein Kapital von 10 Billionen Euro – das entspricht einen Zehntel des globalen BIP. Zusammen mit den zwei anderen großen Fondverwaltern Vanguard und State Street kontrollieren die „großen Drei“ 88 Prozent der führenden US-Konzerne.
Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock Deutschland zu dieser Zeit: Friedrich Merz.
Mit Klimapolitik den Jackpot knacken: Es geht um Billionen Die Hewlett Foundation ist Hauptgeldgeber des „mächtigsten Grünen der
Welt“ (Zeit), Hal Harvey. Dieser weltweit agierende Lobbyist gründete neben zahlreichen
anderen Stiftungen wie die Climate Works Foundation, die EuropeanClimate Foundation,
die Climate Imperative Foundation und die Stiftung Klimaneutralität auch die Agora-
Energiewende. Deren langjähriger Geschäftsführer: Der zurückgetretene Staatssekretär
Patrick Graichen.
Grund für die Förderung der Klimapolitik durch die globalen Finanzindustrie sind die
enormen Gewinnaussichten: Das BlackRock Investment Institute bezifferte den
Investitionsbedarf, um die Klimaziele zu erreichen, weltweit auf 50 bis 100 Billionen Euro. Das entspricht dem Volumen der gesamten Weltwirtschaft. Die „Green Transition“, die das BlackRock Investment Institute als „historisch einmalige Anlagemöglichkeit“
bezeichnete, zielt auf die größte Vermögensumverteilung der Geschichte.
Zielsicher kündigte BlackRock im Herbst 2018 an, das Volumen seiner Fonds, die sich auf„nachhaltige“ Investitionen konzentrieren, innerhalb des nächsten Jahrzehnts von 25
Milliarden auf 400 Milliarden Dollar zu vergrößern. Gleichzeitig expandierte BlackRock mit lukrativen Beratergeschäften in den Bereich der Klimapolitik. Nachdem BlackRock bereits die Europäische Zentralbank dabei beriet, welche Wertpapiere sie aufkaufen sollte, schloß die EU-Kommission im Jahr 2020 mit BlackRock einen Beratervertrag zur Umsetzung des „Green New Deal“ im Bankenbereich ab. Die Geld- und Klimapolitik war nun in BlackRocks Hand vereint.
Warum demokratische Wahlen für die Investoren ein Unsicherheitsfaktor sind
Doch ein Faktor könnte die Kalkulationen der globalen Finanzindustrie zu Nichte machen: die Demokratie. Der Markt für „Nachhaltigkeit“ und „grüne Infrastruktur“ hängt zu fast 100 Prozent von der Politik ab. Nicht die private Nachfrage treibt die Produktion von Windrädern, Solaranlagen, Wärmepumpen und Elektroautos an, sondern die
Subventionen, Verbote, Auflagen und Kaufzwänge der Regierungspolitik. Die Denkfabrik
des Finanzgiganten, das BlackRock Investment Institute, warnte im Februar 2022: „Wenn die Regierungen ihr Engagement nicht fortsetzen, besteht das Risiko, daß die
Investitionen verschwendetes Geld sind.“ Der große Unsicherheitsfaktor sind Wahlen, damit jedem Regierungswechel die Möglichkeit besteht, daß die Klimagesetzezurückgenommen werden. Die JF 4 Wochen gratis testen!
Martin Lück, BlackRocks Kapitalmarktstratege in Deutschland, zeigte sich während des
Wahlkampfes 2021 allerdings gelassen: „Daß die grüne Transformation kommen wird, ist unumstritten. Ereignisse wie die Entzauberung der Grünen sorgen lediglich für einen
Aufschub, nicht aber für ein Ende dieser Umstellung.“
Der Grund für die Gelassenheit? Das engmaschige Lobby-Netz, das sich über den
westlichen Gesellschaften zusammenzieht. Im Juni 2020 beschrieb Klaus Schwab in
seinem berüchtigten Buch „The Great Reset“ eine Vision der Kooperation von
Kapitalmarktgeber und linken Aktivisten: „Stellen wir uns zur Veranschaulichung nur
folgende Situation vor: Eine Gruppe grüner Aktivisten könnte vor einem Kohlekraftwerk
demonstrieren, um eine strikte Durchsetzung der Umweltschutzbestimmungen zu
fordern, während eine Gruppe von Investoren im Sitzungssaal dasselbe tut, indem sie
dem Werk den Zugang zum Kapital entzieht.“
Die Milliardäre hinter Greenpeace und radikalen Klima-
„Aktivisten“ Die Allianz, die Schwab beschwört, ist zu diesem Zeitpunkt längst Wirklichkeit: Siemens sollte dies schmerzhaft zu spüren bekommen, als es wegen eines Geschäftsabschlusses
mit einem australischen Kohleproduzenten von Greenpeace und BlackRock zugleich in die Mangel genommen wurde. Dies war Teil einer breiten Offensive, um in der Wirtschaft die„Green Transiation“ voranzutreiben.
Greenpeace International wird zu diesem Zeitpunkt von Jennifer Morgan geleitet. Zwar
weigert sich Greenpeace, seine Spender zu veröffentlichen, aber aus den Finanzberichtender Stiftungen läßt sich eine Liste von Großspendern rekonstruieren. Ganz vorne mit dabei: BlackRocks Partner und Haweys Geldgeber, die Hewlett Foundation und diePackard-Foundation. Das Vermögen beider Stiftungen stammt aus den Erträgen des Druckmaschinenherstellers HP, dessen Großaktionäre heute,BlackRock, Vanguard und State Street sind.
Daneben fließen hohe Beträge direkt über Harveys Climate Works Foundation. Bevor
Morgan die Führung von Greenpeace übernahm, war sie Direktorin bei dem „World
Ressources Institute“. Zu dessen größten privaten Spendern gehören die
MacArthur Foundation, Rockefeller-Foundation und die Bill & Melinda Gates-
Foundation. Nach der Bundestagswahl 2021 wird Morgan, die bereits Redenschreiberin
der damaligen Umwelt-Ministerin Angela Merkel war, von Annalena Baerbock zur Klima-
Staatssekretärin ins Auswärtige Amt berufen.
Und immer wieder taucht der Name Friedrich Merz auf
Das Bündnis der Kapitalinteressen mit den radikalen Klimaaktivisten zeigt sich an vielen
verschiedenen Schnittstellen. Die „Disclosure-Bewegung“ fordert von Unternehmen, ihre
„Klimarisiken“ offenzulegen, das heißt, ihre Verbindung zu CO₂-nahen Energiequellen, um
dann mit der Drohung des Kapitalentzugs Druck auf diese Unternehmen auszuüben.
Neben BlackRock ist einer der aggressivsten Wortführer dieser Bewegung der
Hedgefond-Manager Christopher Hohn. Hohn, der ein Anlagevermögen von 22 Milliarden Dollar verwaltet, ist nicht nur Geldgeber von Harveys „European Climate Foundation“, die auch Graichens Agora-Energiewende finanziert. Er ist auch der größte Sponsor von „Extinction Rebellion“, der radikalen Klimasekte, die auch vor Gewalt und Sabotage nicht zurückschreckt. Rechtsberater von Christopher Hohn war, bevor er den Vorsitz im Aufsichtsrat von BlackRock Deutschland übernahm: Friedrich Merz. Die andere Finanzquelle von„Extinction Rebellion“ ist der Climate Emergency Fund. Dieser finanziert auch die, Klimakleber von der „Letzten Generation“. Gegründet wurde dieser von Trevor Neilson, dem früheren Kommunikationschef der Bill & Melinda Gates Foundation.
Das Vermögen der Stiftung der Gates-Foundation beruht wiederum auf dem Verkauf von
Gates‘ Microsoft-Anteilen. Die größten institutionellen Anleger bei Microsoft sind jetzt
BlackRock, Vanguard und State Street. Gates Projekt „Breaksthrough Energy“ wird von
der BlackRock Foundation unterstützt. „Breakthrough Energy“ wurde 2015 gegründet, um „nachhaltige Energien“ zur Reduktion von Treibhausgasen zu fördern. Gates bedankte sich bei BlackRock-CEO Larry Fink, dieser habe „sehr ernsthafte Gespräche“ geführt, um die Unterstützung anderer Großunternehmen zu gewinnen.
Graichen ist kein Einzelfall: Lobbyisten ersetzen unabhängige Fachleute
Gates und Fink demonstrierten in einem gemeinsamen Bloomberg-Interview im
September 2021 ihre Kooperation. Als Hauptproblem für das Null-Emissionen-Ziel
machen sie dort das „Green Premium“ aus. So bezeichnen sie die Tatsache, daß grüne
Energien und Produkte viel zu teuer sind und deshalb nicht wettbewerbsfähig. Das ist der Schlüsselbegriff: Fink hatte schon bei früheren Gelegenheiten erklärt, daß es Aufgabe der Regierungen sei, mehr Nachfrage nach grünen Produkten zu schaffen, um die Kosten für das „Grüne Premium“ zu senken und sie damit für Finanzinvestoren wie BlackRock profitabel zu machen. Das ist des Pudels Kern: Für das „Green Premium“ sollen die Deutschen zahlen. Der gigantomanische Ausbau der Windkraft und LNG-Terminals, die Zerstörung der preiswerten Konkurrenz durch Ausstieg aus Kohle und Kernkraft und das Verbot von Verbrennungsmotor, Öl und Gasheizungen, hat den Zweck, die Investitionen von BlackRock & Co. profitabel zu machen. Die treibende Kraft dahinter war Patrick Graichen. Doch Graichen ist nicht allein. An vielen strategisch wichtigen Punkten hat das Netzwerk seine Leute postiert.
Neben den zahlreichen Graichen-Freunden und Verwandten sind es unter anderem
Jennifer Morgan im Außenministerium und Elga Bartsch im
Bundeswirtschaftsministerium. Elga Bartsch ist der kürzeste Draht zwischen der
Bundesregierung und BlackRock. Sie war noch bis zum Sommer vergangenen Jahres im
BlackRock Investment Institut für Klima- und Geldpolitik zuständig, dann holte Habeck sie ins Ministerium und setzte sie an die Spitze der Grundsatzabteilung. Die BlackRock-
Ökonomin bekleidet jetzt den Posten, auf dem einst Ludwig Erhards berühmter
Staatssekretär Alfred Müller-Armarck die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft
durchgesetzt hat. Die globale Finanzindustrie profitiert auf Kosten der deutschen
Steuerzahler Im Oktober 2020 äußerte sich Bartsch im Handelsblatt lobend über das gigantische Wertpapierkaufprogramm der EZB, das uns durch die enorme Geldvermehrung direkt in die Inflation führte. Im selben Interview sprach sie sich dafür aus, daß die Geldpolitik der. EZB die Klimapolitik der EU zu unterstützen habe. Beides kostet vor allem die deutschen Sparer und Steuerzahler viel Geld.
Bartsch als Chefökonomin des Bundeswirtschaftsministeriums heißt, den Bock zum
Gärtner zu machen. Aus dem Umfeld von Merz wurde berichtet, daß er seine frühere
Kollegin Bartsch sehr schätze und es für eine gute Entscheidung von Habeck halte,
Bartsch ins Regierungsteam aufzunehmen. Damit schließt sich der Kreis.
Die Erklärung, warum Merz die klimaskeptische AfD verteufelte und die Grünen in den
Himmel lobte, folgt der Agenda der globalen Finanzindustrie. Denn eine schwarz-grüne
Koalition wäre eine Koalition von BlackRock mit BlackRock. In personeller Hinsicht war die Ernennung von Bartsch der vorläufige Höhepunkt der feindlichen Übernahme der
deutschen Wirtschafts- und Energiepolitik durch die globale Finanzindustrie.
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Quelle: Junge Freiheit
Beatrix von Storch ist stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion. 

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