Viele Tote bei Kämpfen zwischen türkischen und syrischen Truppen

Ist das schon ein offener Krieg? Viele Tote bei Kämpfen zwischen türkischen und syrischen Truppen

Bei einem Luftangriff sind ca. 30 türkische Soldaten getötet worden und die türkische Armee hat ca. 200 Ziele der syrischen Armee mit Artillerie beschossen. Die Türkei will nun die Nato um Hilfe bitten. Die aktuellen Entwicklungen. Man muss es immer wieder deutlich zu Anfang sagen: Aus Sicht des Völkerrechts ist die Türkei mit ihren Soldaten … „Ist das schon ein offener Krieg? Viele Tote bei Kämpfen zwischen türkischen und syrischen Truppen“ weiterlesen

Man muss es immer wieder deutlich zu Anfang sagen: Aus Sicht des Völkerrechts ist die Türkei mit ihren Soldaten illegal in der syrischen Provinz Idlib. Kein Staat darf einfach seine Truppen in ein anderes Land schicken. Hinzu kommt, dass die Türkei in einem Gebiet operiert, dass von einer Terrorgruppe beherrscht wird, die auch von der UNO als solche auf die Liste der internationalen Terrororganisationen gesetzt wurde. Die Türkei ist also illegal in Syrien und arbeitet dort mit Terroristen eines Al-Quaida-Ablegers zusammen.

Es gab im September 2018 das Abkommen von Sotschi, das für die Region eine Waffenruhe beschlossen hat. In dem Abkommen hat sich die Türkei verpflichtet, dafür zu sorgen, dass erstens die Terroristen von den „gemäßigten Rebellen“ (wer immer das sein soll) getrennt werden und dass zweitens die schweren Waffen mindestens 15 Kilometer von der Front zurückgezogen werden. Beides ist nie geschehen, die Terroristen haben im Gegenteil die syrische Armee und auch Wohngebiete in der nahe gelegenen Großstadt Aleppo immer wieder mit Artillerie beschossen.

Daher hat sich die syrische Armee vor einigen Wochen entschlossen, gegen die Terroristen vorzugehen. Dabei kam es auch immer wieder zu Gefechten zwischen syrischem und türkischem Militär. Die Türkei fordert von Syrien, nicht gegen die Terroristen vorzugehen, die sich wiederum immer in die Nähe der türkischen Streitkräfte zurückziehen, wenn sie unter Druck geraten, was natürlich die Türken selbst in Gefahr bringt, beschossen zu werden. Und das ist auch mehrmals geschehen. Andererseits schießt auch die türkische Armee aktiv auf syrische Truppen.

In den letzten 24 Stunden hat sich die Lage massiv verschärft.

Die Terroristen haben einen massiven Angriff gegen syrische Truppen begonnen und die syrische Armee hat ihre Luftwaffe eingesetzt. Dabei wurden mindestens 33 türkische Soldaten getötet und mindestens 36 weitere verletzt. Das ist eine massive Eskalation der Lage und hat zu einem sechsstündigen, nächtlichen Treffen des türkischen Sicherheitsrates geführt, der aber wohl auch keine gangbare Lösung gefunden hat.

Danach haben die türkischen Streitkräfte gemeldet, sie hätten 200 syrische Ziele vernichtet, darunter 23 Panzer und 10 gepanzerte Fahrzeuge. Eine türkische Zeitung hat außerdem gemeldet, ein syrischer Militärkonvoi sei vernichtet worden.

Diese Meldungen können stimmen und wenn das so ist, dann muss man wohl nun von einem offenen Krieg zwischen dem mit Russland verbündeten Syrien und dem Nato-Land Türkei sprechen. Keine sehr schöne Vorstellung. Zu der Reaktion der Nato komme ich später.

Die Meldungen können aber türkische Propaganda sein. Erdogan hat sich nämlich selbst in eine Zwickmühle gebracht. Er inszeniert sich als starker Mann und innenpolitisch könnte es ihm schaden, wenn er nun „den Schwanz einzieht“, also muss er Erfolge melden. Dass man im Krieg die Verluste des Gegners gerne übertreibt und die eigenen Verluste gerne herunterspielt ist ja keine neue Erscheinung.

Es ist also beides möglich: Die türkischen Angaben können stimmen oder auch nicht. Sicher kann man das momentan nicht sagen.

Erdogan ist derzeit in einer fast verzweifelten Lage und die westlichen Medien berichten mit spürbarer Schadenfreude, dass die „Männerfreundschaft zwischen Erdogan und Putin“ wohl gerade in einer Krise steckt. Warum Erdogan vor einigen Jahren die Nähe von Putin gesucht hat, können Sie hier nachlesen.

Der Streit mit Putin ist für Erdogan ein Problem, weniger für Putin. Erdogan hat es sich – obwohl die Türkei Nato-Mitglied ist – mit dem Westen weitgehend verscherzt. Die EU hat Sanktionen wegen eines Streits um Erdgas-Vorkommen bei Zypern Sanktionen gegen die Türkei verhängt und das Verhältnis ist schlecht Hinzu kommt noch der Streit um Flüchtlinge. Und die USA haben wegen des Streits um die S-400 Luftabwehrsysteme Sanktionen gegen die Türkei verhängt.

Die Türkei isoliert sich also gerade komplett, wenn sie sich auch noch ernsthaft mit Russland zerstreitet. Erdogan wird das wissen, denn er hat den von den USA unterstützten Putschversuch von 2016 sicher nicht vergessen. Damals war es Putin, der ihm den Hals gerettet hat und danach rückte Erdogan nahe an Russland heran.

Es ist daher schwer verständlich, warum Erdogan jetzt mit so hohem Einsatz spielt. Russland hat immer klar gemacht, dass es die Präsenz der Al-Qaida in Idlib nur als vorübergehend betrachtet und die Region über kurz oder lang wieder unter syrische Kontrolle bekommen und die Terroristen vertreiben will. Eine Al-Qaida-Hochburg vor den Toren Europas kann eigentlich auch die EU nicht wollen, trotzdem stellt sich die EU seit Jahren gegen die syrischen Versuche, die Al-Qaida in Idlib zu besiegen.

In der letzten Nacht haben die Terroristen auch die syrische Stadt Latakia mit Raketenwerfern beschossen, es soll aber nur Sachschaden gegeben haben.

Erdogan hat indessen in der Türkei verkündet, die syrische Armee nun als „Feind“ zu betrachten. Das lässt auf eine weitere Eskalation schließen. Außerdem hat die Türkei erneut militärisches Gerät in die Provinz Idlib verlegt. Die Rede ist von ca. 20 Militärfahrzeugen, die in die Region verlegt wurden, außerdem sollen auch zwei F-16-Jäger der Türkei aktiv sein. Ein Zusammenstoß in der Luft, bei dem Flugzeuge abgeschossen werden, würde die Lage noch einmal eskalieren.

Die Türkei bemüht sich nun um Unterstützung im eigentlich nicht geliebten Westen. Um Druck auf die EU zu machen, droht die Türkei an, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen. In Idlib sind ca. eine Million Zivilisten, von denen viele vor den Kampfhandlungen fliehen. Die Türkei will sie nicht aufnehmen und droht offen, sie nach Europa ziehen zu lassen. Dadurch soll die EU gezwungen werden, sich auf die Seite der Türkei zu stellen, denn nur durch eindeutige Unterstützung gegen Syrien und Russland könnte die Türkei davon absehen.

Die Türkei will demnach ihre Grenzen zur Region Idlib für 72 Stunden öffnen und den Flüchtlingen auch gleichzeitig die Grenzen in Richtung Europa öffnen. Es handelt sich also – wenn die Meldungen stimmen – nicht um eine abstrakte Drohung für die Zukunft, sondern es geschieht bereits.

Ragıp Soylu @ragipsoylu  · Antwort an @ragipsoylu

Meanwhile Turkish FM Cavusoglu has spoken to NATO Secretary-General Stoltenberg following the deadly attacks against Turkish soldiers in Idlib Ragıp Soylu @ragipsoylu

Turkish source: Land and sea crossings to Europe would be free to pass for the NEXT 72 HOURS and Turkey will open the borders immediately 800 Twitter Ads Info und Datenschutz 759 Nutzer sprechen darüber

Die Nato hält heute ein außerplanmäßiges Treffen ab, um über die Situation zu beraten. Das Treffen wurde aufgrund von Artikel 4 des Nato-Vertrages einberufen. Nach diesem Artikel hat jedes Land das Recht, ein solches Treffen zu beantragen, wenn seiner Meinung nach „die Unversehrtheit des Landes, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit des Landes bedroht ist“.

Die Nato hatte vorher mitgeteilt, das sie in der Situation in Idlib keine Grundlage für die Aktivierung des Artikels 5, also des Bündnisfalls, sehe. Der Grund: Die Vorgänge finden in einem fremden Land statt, der Bündnisfall setzt aber voraus, dass ein Nato-Mitglied im eigenen Land unprovoziert angegriffen wird.

Trotzdem ist die Lage mehr als ernst, eine direkte Konfrontation zwischen Russland und dem Nato-Mitglied Türkei kann unberechenbare Folgen haben.

Die USA sehen in der Situation nun die Chance, die Türkei doch noch vom Kauf der russischen S-400 abzubringen. Der Nato-Botschafter der USA sagte vor Journalisten:

„Wir haben unser Bestes gegeben, unserem Verbündeten zu erklären, dass wir mit ihnen im Bündnis bleiben wollen, dass sie kein russisches Raketenabwehrsystem im Herzen ihres Landes haben und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit den Verbündeten gewährleisten können. Ich hoffe, dass Präsident Erdogan verstehen wird, dass wir in der Vergangenheit und der Zukunft ihr Verbündeter sind, sie müssen die S-400 aufgeben (…) Sie sehen, was Russland ist. Sie sehen, was sie jetzt tun. Wenn sie türkische Truppen angreifen, dann muss das schwerer wiegen, als alles, was zwischen der Türkei und Russland vor sich geht (…) Ich hoffe sehr, dass Präsident Erdogan versteht, wer sein zuverlässiger Partner ist und wer nicht“

Ob man von einem „zuverlässigen Partner“ sprechen kann, wenn der „zuverlässige Partner“ Sanktionen gegen seinen „Verbündeten“ verhängt, muss jeder für sich entscheiden

Wer sich die Frage „Cui bono?“, also „Wem nützt das?“, stellt, der stellt fest, dass es die USA sind, die von der Eskalation profitieren. In Washington hofft man, einen Keil zwischen Russland und die Türkei treiben zu können und Erdogan wieder „unter Kontrolle“ zu bekommen. Das bedeutet nicht, dass die USA an der Entwicklung Schuld sind, aber nützen tut sie ihnen auf jeden Fall.

Die Schuld liegt eindeutig bei Erdogan. Er hat – das bestreiten auch westliche Medien nicht – das Abkommen von Sotschi mit Russland nicht umgesetzt. Die Terroristen haben ihre Waffen nicht abgezogen, es hat nie einem Waffenstillstand gegeben und die Terroristen haben über ein Jahr lang syrische Ziele – auch zivile – beschossen. Erst nach über einem Jahr ist Syrien in die Offensive gegangen.

Erdogan steht mit seinen Truppen illegal in einem fremden Land und arbeitet dort mit Terroristen zusammen.

Dass das für Russland die rote Linie sein würde, hat Russland immer wieder deutlich gesagt. Vielleicht hat Erdogan das über einjährige Stillhalten der Russen und Syrer falsch interpretiert und gedacht, er käme damit durch. Die Rechnung geht offensichtlich (zumindest bisher) nicht auf.

Die große Frage ist nun, wie sich ein offener Krieg vermeiden lassen kann. Eine Seite muss nachgeben, die Frage ist, welche das sein wird. Ansonsten wird die Lage in der Region unkontrollierbar.

Unverständlich ist die Haltung des Westens. Die Medien stellen sich mehr oder weniger offen auf die Seite von Erdogan und stellen Syrien und Russland als Bösewichte dar, während sie die Zusammenarbeit Erdogans mit den Terroristen nur am Rande erwähnen. Im Spiegel klingt das heute zum Beispiel so:

„Der Vorfall könnte für eine Eskalation in der Region sorgen. Idlib ist das letzte große Rebellengebiet in Syrien. Denn die Türkei unterstützt in dem Konflikt islamistische Rebellen. Mit Russland als Schutzmacht der syrischen Regierung hatte sie ein Abkommen getroffen, um in Idlib eine Deeskalationszone zu schaffen, und hatte dort Beobachtungsposten eingerichtet.“

Der Spiegel stellt sich auf Erdogans Seite und der Leser muss die langen Artikel schon sehr aufmerksam lesen, wenn er diese kurzen Einschübe erkennen will, in denen man lesen kann, mit wem Erdogan tatsächlich zusammenarbeitet (mit Islamisten) und dass er das Abkommen von Sotschi nicht umgesetzt hat.

Ich will heute nicht schon wieder auf die propagandistischen Artikel im Spiegel eingehen. Ich habe das erst vor wenigen Tagen im Detail aufgezeigt, wie Sie hier nachlesen können. Ich würde mich weitgehend wiederholen, denn der Spiegel fährt seine Linie unbeirrt auch heute in mehreren Artikeln weiter und benutzt wieder die gleichen Propaganda-Hilfsmittel.

Auch Politiker im Westen scheinen eine Zusammenarbeit mit Terroristen besser zu finden, als den Kampf gegen sie. Der deutsche Außenminister Maas hat Russland und Syrien im UNO-Sicherheitsrat in der Nacht vorgeworfen, Kriegsverbrechen zu begehen. Erdogans Unterstützung für die Al-Qaida hat er hingegen mit keinem Wort erwähnt.

Das lässt nichts Gutes erwarten.


Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Russland auf die Fragen der internationalen Politik blickt, dann sollten Sie sich die Beschreibung meines Buches ansehen, in dem ich Putin direkt und ungekürzt in langen Zitaten zu Wort kommen lasse. Gerade zu Syrien hat sich Putin in all den Jahren immer wieder geäußert und in dem Buch habe ich seine Aussagen ausführlich zitiert, damit jeder Leser sich selbst ein Bild von Putins Äußerungen und auch davon machen, wo sich mit der Zeit gezeigt hat, ob er mit seinen Aussagen richtig lag oder nicht.

Quelle

Experi­mentelle Verifi­kation des Treibhaus­effektes – 6. Mitteilung: Fourier und die falschen Klima-Propheten

Häufig alles andere als Kinderspiel: Experimente. Bild: Tim Reckmann / pixelio.de


Dr. Michael Schnell
Kurzfassung

Jean-Baptiste Joseph Fourier war der Erste, der 1827 eine Erwärmung der Atmosphäre durch CO2 postulierte. Viele Jahre später konnte tatsächlich eine deutliche Lufterwärmung bei verschiedenen CO2-Experimenten demonstriert werden. Die vorliegende Untersuchung beweist, dass diese Temperaturerhöhung durch die geringe spezifische Wärmeleitung von CO2 verursacht wird und ganz ausbleibt, wenn Konzentrations-Effekte beseitigt werden. Die Experimente der Alarmisten sind ein Taschenspielertrick und eine grobe Täuschung der Öffentlichkeit, da hier Wirkungen propagiert werden, die nichts aber auch gar nichts mit dem CO2-Treibhauseffekt zu tun haben.

1. Das Hoimar von Ditfurth Experiment

Man findet im Internet eine Reihe von einfachen Versuchen, die den CO2-Treibhauseffekt mit der Lufttemperatur verbinden. Danach soll sich CO2 wie eine Glasscheibe verhalten, die kurzwelliges Licht durchlässt, aber langwellige Wärmestrahlung absorbiert. Eine deutliche Erwärmung nach Zugabe von CO2 wurde als Beweis eines Treibhauseffektes erachtet. Die bekanntesten Versuche stammen von Al Gore und Hoimar von Ditfurth. Sie haben einen sehr ähnlichen Aufbau und lassen sich wie folgt charakterisieren:

1. Eine Glühlampe bestrahlt von außen ein Gefäß (Simulation der Sonnenstrahlung).
2. Das Gefäß wird wahlweise mit normaler oder CO2-haltiger Luft gefüllt (Erd-Atmosphäre).
3. Eine Bodenfläche oder ein kugelförmiger Körper simuliert die Erdoberfläche.

Das wohl spektakulärste Experiment wurde 1978 von dem Autor und Fernsehmoderator Dr. Hoimar von Ditfurth† durchgeführt. Diese Vorführung verdient einige Superlative: Neben spektakulär ist es das größte und gefährlichste Experiment, mit dem stärksten Temperatur-Anstieg und den meisten physikalischen Rätseln hier.Video des Versuchs von Hoimar v. Ditfurth aus dem Jahre 1978 (Mit Dank an Michi Krüger für das Hochladen auf YT)Auf einer Bühne waren zwei große Zylinder mit den ungefähren Maßen 2 x 3 m aus durchsichtiger Plastikfolie aufgebaut, in denen eine Testperson ein Thermometer beobachtete. Nur in einem Zylinder, in dem von Ditfurth stand, wurde CO2 aus mehreren großen CO2-Flaschen sehr rasch von unten eingeleitet.
Der eigentliche Kern des Versuches waren zwei Bühnenscheinwerfer, die aus kürzester Entfernung von oben in die offenen Zylinder hineinstrahlten und damit erwärmten.
Am Ende wurde festgestellt, dass der CO2-gefüllte Zylinder 11,3 °C wärmer war als der Vergleichszylinder.
Das YouTube-Video, das noch immer im Internet zugänglich ist, vermittelt eine Botschaft, die wegen ihrer Einfachheit auch von der breiten Öffentlichkeit leicht zu verstehen ist: „Seht her, CO2 kann unsere Erde um 11 °C oder vielleicht noch höher erwärmen, wenn ihr nicht sofort handelt.“ Aber stimmt diese Prophezeiung?Die Versuche von Al Gore und Ditfurth sind reine Demonstrationen. Es fehlen detaillierte Beschreibungen, Angabe der CO2-Konzentrationen und Kontroll-Experimente. Zur Auswertung kommt lediglich eine Vorher-Nachher-Betrachtung. Diese Versäumnisse sollen durch eine gründliche Überprüfung nachgeholt werden.

2. Die Versuchsapparatur

Die Versuchsapparatur und erste Ergebnisse wurden bereits auf der alternativen 13. Klima-Konferenz (IKEK) in München November 2019 vorgestellt (hier).
In der Zwischenzeit wurde die Apparatur durch Einbau eines 7. Sensors „Tp. Boden“, der die Temperatur der Dom-Wand misst, erweitert. Dadurch lassen sich Luft- und Boden-Temperaturen miteinander vergleichen.

Die wichtigste Neuerung ist eine PE-Folie in Form von Blende 2 oberhalb der konischen Erweiterung der Röhre. PE hat den Vorteil, dass die Folie Wärmestrahlung durchlässt, aber den Versuchsraum gasdicht verschließt. Dadurch lassen sich vergleichende Experimente mit offener und geschlossener Apparatur durchführen.

2.1Überprüfung des Ditfurth-Experimentes

Wie beim Ditfurth-Experiment wird die mit Luft gefüllte, offene Apparatur (Abb. 2, linkes Bild) mit einer 100 W Rotlicht-Reflektor-Lampe bestrahlt. Durch die Bestrahlung ist die Versuchs-Apparatur bis zu 10 °C wärmer als die Raum-Luft. Dabei entsteht eine ungewöhnliche Luftschichtung, mit warmer Luft unten und kälterer Luft oben (Abb. 3). Die Erklärung ist das Lambertsche Kosinusgesetz. Der Boden, obwohl am weitesten von der Lampe entfernt, erhält wegen seiner parallelen Ausrichtung zur Strahlungsquelle die größte Strahlungsdichte von der Rotlicht-Lampe. Alle anderen Flächen werden nur schräg angestrahlt und dadurch weniger erwärmt. Die Wärme breitet sich hauptsächlich durch Wärmeleitung aus, wie an der 4 °C Differenz zwischen Boden und Dom-Luft zu sehen ist (Abb. 3, Boden vs. Dom).
Nach einiger Zeit werden 23 L CO2 innerhalb von 15 Minuten von unten in die Apparatur eingeleitet. Die Temperaturen in der Apparatur reagieren sofort auf das CO2, allerdings sehr unterschiedlich. Während sich Boden und Dom-Luft sofort erwärmen, zeigen die anderen Sensoren zunächst eine Abkühlung, um nach einer gewissen Verzögerung ebenfalls einen Anstieg zu vermelden (Abb. 3).

Nach einer Beobachtungszeit von 180 Minuten (Ruhephase) werden die Gase durch das „Einleitungsrohr“ im Boden wieder abgepumpt. Das Abpumpen dient der Kontrolle, dass die Temperatur-Anstiege tatsächlich durch das eingeleitete CO2 verursacht wurden und alle Messwerte annähernd wieder Ausgangsniveau zeigen.
Eine Bestimmung der CO2-Menge beim Abpumpen ergab, dass nur noch wenig CO2 von den ursprünglichen 23 Litern vorhanden war. Das meiste CO2 w CO2 ährend des Versuches durch Diffusion unbemerkt in den Laborraum entwichen. Die Temperatur-Verläufe der Messpunkte Tp. R1 – R3 und der stetige Temperatur-Anstieg der Top-Position zeigen diese Diffusion. Demgegenüber waren die Temperaturen des Bodens und der Dom-Luft während der Ruhephase relativ konstant und veränderten sich erst beim Abpumpen.

2.2 Das Argon-Kontroll-Experiment

Auf den ersten Blick sieht das vorherige CO2-Experiment wie eine Bestätigung der Ditfurth-Hypothese aus. Aber Zweifel ist die Mutter aller Wissenschaften und so muss auch dieses Ergebnis überprüft werden. Als alternatives Kontroll-Gas bietet sich Argon an. Argon ist wie CO2 ein schweres Gas aber kein Treibhausgas und sollte beim Einleiten in die Röhre keine Temperatur-Änderung verursachen. Der Kontroll-Versuch ist jedoch eine faustdicke Überraschung: Das IR-inaktive Argon verursacht exakt die gleichen Temperatur-Anstiege wie das Treibhausgas CO2 (Abb. 4).

2.3 Schlussfolgerungen

Das Edelgas Argon ist ein IR-inaktives Gas, das weder Wärmestrahlung absorbieren noch emittieren kann. Wenn CO2 und Argon den gleichen Erwärmungs-Effekt zeigen, muss man die Ursache außerhalb der Wärmestrahlung suchen. Schwere Gase haben eine kleinere spezifische Wärmeleitfähigkeit λ als Luft (die Tabelle in Abb. 4). Werden diese Gase in die Röhre eingeleitet, verringern sie den Wärmestrom innerhalb der Apparatur. Die schweren Gase wirken wie eine Isolierschicht. Somit lässt sich feststellen:

Das Ditfurth-Experiment zeigt nicht den Treibhauseffekt, sondern ist ein Phänomen schwerer Gase.

Diese erste Erkenntnis bestätigt die Skepsis von Helmut Krebs und Anthony Watts, die an den Ditfurth- und Al Gore-Experimenten, als Beweis des CO2-Treibhauseffektes, gezweifelt hatten (hier, S. 91,98).

3. Experimente in der geschlossenen Apparatur

3.1 Überprüfung des Ditfurth-Experimentes in der geschlossenen Apparatur

Da bei der ersten Untersuchung CO2 entweichen konnte, wurde der Versuch von Kap. 2 mit einer geschlossenen Apparatur wiederholt. Hierzu wurde Blende 2 mit Silicon-Gummi oberhalb der konischen Erweiterung eingeklebt. Blende 2 ist mit einer durchsichtigen PE-Folie (Schichtdicke: 11 µm) bespannt, die Wärmestrahlung durchlässt, aber den Austritt von CO2 verhindert (Abb. 1, das Bild in der Mitte). Überraschenderweise gingen bei diesem Versuch die Temperaturen bereits nach zwei Stunden wieder auf die Ausgangswerte zurück, obwohl gar nicht abgepumpt wurde (Abb. 5).

Das abweichende Verhalten lässt sich durch einen unterschiedlichen Verlauf der CO2-Diffusion bei einer offenen und geschlossenen Apparatur erklären. Beim CO2-Einleiten durch das untere Einleitungsrohr bildet sich im Dom ein CO2–CO2“, vergleichbar mit einer Flüssigkeit, die in eine Schüssel gefüllt wird. Das CO2 breitet sich danach langsam durch Diffusion nach oben aus. Dabei nähert sich das CO2 der Rotlichtlampe und wird hier stärker erwärmt als in den unteren Schichten, was den Aufstieg beschleunigt. Bei der offenen Apparatur führt das zu einem Entweichen von CO2, bei der geschlossenen aber zu einer Vermischung, Homogenisierung mit der Innenluft.

Dieser Homogenisierungs-Prozess verändert das Verhältnis von CO2-Wärmeleitung und CO2-Wärmestrahlung.
Die Wärmeleitung einer CO2-haltigen Schicht hängt von ihrer Zusammensetzung und der CO2-Konzentration ab (hier). Den größten Isoliereffekt hat das reine CO2 beim Einleiten in den Dom, wodurch die oberen Schichten weniger Wärme von dem wärmeren Boden bekommen. Beim Vermischen mit Luft verringert sich der Isoliereffekt mit abnehmender CO2-Konzentration.
Im Gegensatz dazu ist das Strahlungsvermögen von CO2 nicht von seiner Konzentration, sondern von der Anzahl der CO2-Moleküle abhängig. Der Homogenisierungs-Prozess verringert die CO2-Konzentration aber nicht die Anzahl der CO2-Moleküle.
Dieser Zusammenhang führt zu der Erkenntnis, dass der anfänglich starke Temperatur-Anstieg von 1 – 2 °C hauptsächlich durch ein Konzentrations-Gefälle verursacht wird. Eine homogene CO2-Luft-Mischung führt dagegen nur zu einer geringen Erwärmung von 0,1 – 0,2 °C (Abb. 5).
3.2CO2-Experiment mit beschleunigter Homogenisierung

Die These der internen Vermischung von CO2 und Luft ließ sich experimentell bestätigen. Nach Einleitung von CO2 wurde durch eine Aquarium-Pumpe das im Dom befindliche CO2 abgesaugt und in das obere Rohr wieder eingeleitet. Durch 30 minütiges Umpumpen wurde die Homogenisierung beschleunigt, wodurch die Temperaturen sofort wieder zurückgingen (Abb. 6 und Tab. 1).

3.3Homogenisierungs-Versuche mit schweren Gasen

Weitere Homogenisierungs-Versuche mit unterschiedlichen Mengen CO2, Freon 134a und Argon ergaben immer die gleichen geringen Temperatur-Anstiege von 0,1 – 0,3 °C (Tab. 1). Auch ein CO2 Kontrollversuch mit einem farblosen 100 W Strahler (Abb. 2, rechtes Bild) führte zu keinem anderen Ergebnis.

3.4 Homogenisierungs-Experimente in Argon

In einer letzten Versuchsreihe wurde die Innenluft der Apparatur vor Zugabe von Treibhausgasen weitgehend durch Argon ausgetauscht. Durch diese Maßnahme sollte die Wärmeleitung des Versuchsraumes von vornherein vermindert werden. Tatsächlich verursachte jetzt die Einleitung von CO2 bzw. Freon 134a keine messbare Erwärmung der Dom-Luft, während es am Boden sogar zu einer Abkühlung kam (Tab. 2).

4. Fazit und Ursachensuche

Die Behauptungen von Al Gore und Ditfurth, den CO2-Treibhauseffekt durch eine Luft-Erwärmung nachgewiesen zu haben, sind falsch. Beseitigt man Sondereffekte, die durch die geringe spezifische Wärmeleitung schwerer Gase und durch einen Konzentrations-Gradienten entstehen, bleibt von der postulierten Erwärmung nichts mehr übrig.

Aber warum funktionieren solche Experimente mit einer Bestrahlung von außen nicht? Um das zu verstehen, muss man sich die Bestrahlungs-Lampen, als Quelle der Energiezufuhr, genauer ansehen. Die Glaskolben der farblosen und der Rotlicht-Lampe erreichen Temperaturen von 115 °C bzw. 125 °C und produzieren dadurch, neben ihrem sichtbaren Licht, eine erhebliche Wärmestrahlung. Entscheidend ist nun, dass dies Wärmestrahlung den gleichen Wellenlängen-Bereich λ = 3 – 30 µm umfasst, der auch von Treibhausgasen benutzt wird.

Um die Bedeutung von Wärmestrahlung und Gegenstrahlung zu verstehen, müssen wir zunächst abschweifen und die Frage beantworten, wie die Erde ihre Wärme abgibt:
Die Erde hat eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Wärme horizontal und vertikal zu transportieren, wobei der größte Teil in der Atmosphäre landet. Nur ein sehr kleiner Teil (40 W/m2) wird direkt von der Oberfläche an das Weltall abgegeben (hier). Tatsächlich ist es die Atmosphäre und nicht die Erde, die für die Kühlung des Systems Erde/Luft sorgt, und zwar ausschließlich durch Wärmestrahlung von rund 200 W/m2 in Richtung Weltall. Das mag paradox klingen, da eine Erde ohne Atmosphäre deutlich kälter wäre, aber das sind nun mal die realen Wärmeströme wenn man Kevin E. Trenberth Energieschema zugrunde legt.
Stickstoff, Sauerstoff und Argon, die Hauptbestandteile der Atmosphäre, sind IR-inaktiv, d.h. sie können zwar Wärme speichern und transportieren, aber keine Wärmestrahlung aussenden. Diese Funktion und Fähigkeit besitzen nur Wolken, Aerosole und Treibhausgase. Ohne diese kleinen Partikel und die IR-aktiven Spurengase würde sich die Atmosphäre langfristig erwärmen, und nur in Bodennähe gebe es noch einen gewissen Wärmeaustausch durch Wärmeleitung.
Nun wird die Wärmestrahlung dieser Stoffe aber in alle Richtungen gleichmäßig ausgestrahlt. Dadurch wird einerseits die Atmosphäre abgekühlt und andererseits die Erdoberfläche angestrahlt. Die Bestrahlung der Erde, auch Gegenstrahlung genannt, bewirkt, dass die Netto-Energieabgabe der Erdoberfläche vermindert wird. Dieser Strahlungs-Effekt führt zu einer gewissen Erd-Erwärmung, was fälschlicherweise als Treibhauseffekt bezeichnet wurde.

Doch nun zurück zu den Laborversuchen, hier überlagert die Wärmestrahlung der Lampen die Strahlung der Treibhausgase. So wird einerseits die nach unten gerichtete Gegenstrahlung durch die externe Lampe vergrößert und andererseits die nach oben gerichtete Wärmestrahlung der Apparatur durch die Treibhausgase erhöht. Die Laborversuche ergeben keine Erwärmung, weil bei diesen Experimenten offensichtlich beide Energieströme gleich groß und gegeneinander gerichtet sind.

Dass Treibhausgase tatsächlich die Wärmestrahlung einer Luftschicht vergrößern, konnte mit ganz anderen Experimenten nachgewiesen werden (Mitteilungen 1 – 5). Bei diesen Versuchen wurde die simulierte Erdoberfläche elektrisch beheizt und nur homogenisierte Gasmischungen untersucht. Dadurch wurde die Konkurrenz von externer und interner Wärmestrahlung vermieden und der Wärmeleitungs-Effekt unterdrückt. Bei diesen Experimenten erwärmte sich die simulierte Erde und nicht, wie von Fourier postuliert, der Gasraum. So konnte die Strahlungen verschiedener IR-aktiver Gase quantifiziert und bewertet werden. Dabei erwies sich CO2 als ein deutlich schwächerer IR-Strahler als andere Treibhausgase. Nur Methan, mit einem angeblich 28-mal größeren Treibhauspotential als CO2, war überraschenderweise ein noch schwächerer IR-Strahler (hier).

Meine einfachen Experimente können weder eine Erd-Erwärmung beziffern, noch sind sie 1:1 auf die Atmosphäre übertragbar, aber sie sollten selbsternannten Propheten eine Warnung sein. Es gibt Behauptungen, die sich überprüfen lassen, und apokalyptische Prophezeiungen erfüllen sich nur selten:
Plinius der Jüngere, 1. Jahrhundert: „Wir vergiften die Flüsse und die Grundbestandteile der Natur; und wir verwandeln gerade das, was unsere Lebensgrundlage ist, in Nägel für unseren Sarg.“

Doch es sollte anders kommen: Das Weströmische Reich erlebte noch das halbe Jahrtausend – – bis die Vandalen Rom zerstörten. Sollte sich diese Geschichte durch „Friday for Future“ und „Extinction Rebellion“ wiederholen?

Danksagung:
Ich danke Herrn Prof. Jörg Gloede für seine kritische Durchsicht und vielen wertvollen Hinweise.

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Quelle

Ich nehme nicht das schlimme Bild aus dem Gerichtssal…

Dritter Tag des Auslieferungsprozesses von Julian Assange im Gebäude des Woolwich Crown Court.

27. Feb. 2020 — 

AUFSTAND AM WOOLWICH COURT
27. FEBRUAR 2020
von Monika Karbowska (übersetzt aus dem Französischen von Deepl)

Mittwoch, 26. Februar 2020. Dritter Tag des Auslieferungsprozesses von Julian Assange im Gebäude des Woolwich Crown Court.

Drei Tage intensiver Kämpfe, Gewalt und Emotionen. Am ersten Tag der
Lesung der Anklageschrift, Edward Fitzgeralds Plädoyer für die
Geschichte der Tatsachen, konnten in der öffentlichen Galerie nur 18
Personen ihre Plätze einnehmen. Der Lärm der Gelben Westen kommt von
außen zu uns, gedämpft, aber präsent. Dutzende Journalisten nehmen einen
Platz in der Halle und im Nebengebäude des Innenhofs ein. Julian
Assange erschien schließlich physisch und wir können ihn mehrere Stunden
lang sehen, obwohl er nicht sprechen darf und schwach und traurig
aussieht. Am nächsten Tag nehmen wir an Mark Summers ‚Plädoyer teil, das
den Fall der Staatsanwaltschaft widerlegt. Julian Assange ist sichtlich
viel schwächer, er beobachtet die Ereignisse regungslos und
niedergeschlagen. Mittwoch, 26. Februar Edward Fitzgerald präsentiert
die Argumente, die die Auslieferung ungültig machen. da der bilaterale
Auslieferungsvertrag zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten
von 2003 die Auslieferung aus politischen Gründen verbietet. Die
Atmosphäre ist angespannt, alle sind müde. Julian Assange ist am
schlimmsten. Er bemüht sich sehr, aufrecht auf der Bank zu sitzen, sein
Teint ist sehr blass und nachmittags ist er wütend. Sein Leiden ist
spürbar, wir können es trotz zweier Fenster und 20 Meter Entfernung
fühlen. Der Ausdruck auf seinem Gesicht ist gefroren, er ist
niedergeschlagen. 

Wir sind 5 Frauen, die links neben der Publikumsbox zusammensitzen. Wir
ermutigen ihn mit unserem Blick und unserem Verstand, wobei uns jede
Geste nach den Regeln des Gerichts verboten ist. Sein Teint ist sehr
blass und nachmittags ist er wütend. Sein Leiden ist spürbar, wir können
es trotz zweier Fenster und 20 Meter Entfernung fühlen. Der Ausdruck
auf seinem Gesicht ist gefroren, er ist niedergeschlagen.

Um 15 Uhr passiert das Außergewöhnliche: Während der Staatsanwalt
durch ein verlorenes Dokument in seinen Spuren blockiert wird, steht
Julian Assange auf und spricht. Er ist fassungslos, er hat die Regeln
gebrochen, er rebelliert, er besteht darauf. Vanessa Baraitser
unterbricht ihn und sagt ihm: „Was Sie verlangen, ist nicht üblich, Sie
müssen durch Ihren Anwalt sprechen.“ Aber Julian Assange spricht
erschöpft wieder und seine Stimme ist so viele Monate lang gedämpft. Die
Anwälte geraten in Panik. Gareth Peirce geht auf ihn zu, unterbricht
ihn aber nicht. Die anderen wundern sich. Der Richter schneidet ihn ein
zweites Mal ab, er besteht ein drittes Mal darauf, er spricht ein paar
Minuten, wir sehen ihn Gesten der Verzweiflung und des Ärgers
machen. Die Leute in der ersten Reihe hören ein wenig, während wir in
der Publikumsbox normalerweise nur hören, was in den Mikrofonen gesagt
wird. Auf engstem Raum stehen die 18 Anwesenden auf, mit Emotionen
gestikulieren. Während der Diskussion haben wir rekonstruiert, was
Julian Assange gesagt hat: Er beklagte sich über seinen Zustand, dass er
auf jeder Seite von einem Wachmann umgeben war (ich denke, es war
hauptsächlich der Wachmann von Mityes privater Sicherheit, der ihm
feindlich gesinnt war, mehr als der Wachmann aus dem Belmarsh-Gefängnis,
der saß am anderen Ende der Bank). Er sagt, er ist erschöpft und kann
sich nicht konzentrieren … Wir wissen, dass es schlimmer ist. Er steht
kurz vor dem Zusammenbruch. Richterin Baraitser weiß das, weil sie ihn
von vorne sieht. In der Konfiguration des Raumes wenden sich seine
Anwälte von ihm ab. mehr als die Wache aus dem Belmarsh-Gefängnis, die
am anderen Ende der Bank sitzt). Er sagt, er ist erschöpft und kann sich
nicht konzentrieren … Wir wissen, dass es schlimmer ist. Er steht
kurz vor dem Zusammenbruch. Richterin Baraitser weiß das, weil sie ihn
von vorne sieht. In der Konfiguration des Raumes wenden sich seine
Anwälte von ihm ab. mehr als die Wache aus dem Belmarsh-Gefängnis, die
am anderen Ende der Bank sitzt). Er sagt, er ist erschöpft und kann sich
nicht konzentrieren … Wir wissen, dass es schlimmer ist. Er steht
kurz vor dem Zusammenbruch. Richterin Baraitser weiß das, weil sie ihn
von vorne sieht. In der Konfiguration des Raumes wenden sich seine
Anwälte von ihm ab.

Baraitser ist beeindruckt von der Revolte des Gefangenen und setzt
die Anhörung aus. Julian wird von den Wachen aus der Kiste
genommen. Gareth Peirce, Mark Summers und Edward Fitzgerald gehen in den
Korridor, um sich zu beraten. Die Reporter und Staatsanwälte sind
aufgeregt und erstaunt. In unserer Kabine rennt unsere verängstigte
Wache weg, um Anweisungen zu erhalten, die nicht eintreffen. Wir sind
alleine und haben endlich das Recht, für die Pause im Raum zu bleiben,
wir reden und wir agitieren. Als Baraitser fünf Minuten später
zurückkommt, wird Julian zurück in die Box gebracht, weigert sich
jedoch, sich zu setzen. Er steht vor dem Raum und hört seinem Anwalt
Fitzgerald zu, der den Richter bittet, den Rest der Anhörung auf morgen
zu verschieben, „damit er sich hier innerhalb der Mauern des Gerichts
mit seinem Mandanten beraten kann“.

Dann passiert das zweite Außergewöhnliche: Vanessa Baraitser schlägt
vor, „einen Antrag auf Kaution zu stellen“! Wir kämpfen seit 9 Monaten,
sicherlich nicht um Kaution, sondern um vollständige Freilassung, aber
meiner Meinung nach ist dieser Vorschlag endlich eine Tür, die sich
öffnet! Die Idee, dass Julian Assange seine Freiheit und seinen Zugang
zu der Pflege, die er benötigt, wiedererlangen könnte, leitet unser
Handeln seit 6 Monaten. Wikijustice hat 4 Anträge auf gebrauchsfertige
Freilassung gestellt, und jetzt urteilt die harte Richterin selbst, dass
es besser wäre, wenn die politische Gefangene aus England während des
Prozesses nicht vor ihr infolge der Misshandlung und Folter sterben
würde höchstwahrscheinlich gelitten, aber dass er sein Leben retten und
behandelt werden konnte. Ich möchte an dieses Wunder glauben, an diese
Wende!

Fitzgerald übernimmt dann die Führung und zum ersten Mal seit dem
Prozess nähert er sich Julian Assange und fragt ihn etwas
Süßes. Wahrscheinlich bittet er ihn um eine formelle Vereinbarung, um
diesen Antrag zu stellen, da er dem Richter auch antwortet, wenn er es
braucht. Er entschuldigt sich auch „mit allem Respekt“ bei dem
Staatsanwalt, dessen Rede unterbrochen wurde.

Vanessa Baraitser beschloss jedoch, den Staatsanwalt seine
Abschlussarbeit beenden zu lassen. Dies dauert eine weitere
Stunde. Niemand hört mehr auf den Staatsanwalt. In unserer Kabine sind
alle aufgeregt und verfluchen ihn laut. Julian Assange schläft fast ein
und umklammert die Bankakte. In unserem Raum schlafen auch andere
Anwesende. Der Staatsanwalt muss das Gefühl haben, dass jeder darauf
wartet, dass er fertig wird und wir gehen. Wir sind alle von dieser
wunderbaren Nachricht einer möglichen Veröffentlichung geprägt. Die
politische Wirkung der Anklage wegen „Verschwörung mit Chelsea Manning,
Computereingriff auf den Diebstahl von Verschlusssachen in einer
Besprechung“ ist verschwunden. Die amerikanische Staatsanwaltschaft und
ihre Komplizen auf britischem Boden stießen auf einen Aufstand. Ich
sagte zu einem meiner Kollegen im Publikum: „Dieses Land braucht eine
kleine Revolution.“ Sie antwortet „nur eine kleine“?

Der Aufstand war kurz, aber intensiv, aber seine Auswirkungen müssen
ausgenutzt werden, und wir gehen davon aus, dass die Anwälte den Antrag
auf Freilassung morgen um 9.30 Uhr einreichen werden, wie der Richter
sie dazu aufgefordert hat.

Quelle

97-prozentiger Klimakonsens? Analyse des zweiten Teils der Cook-Studie

AuthorMarkus Fiedler1 Kommentar

Einleitung

Im letzten Artikel habe ich mich ausführlich zur Cook-Studie „Quantifying the consensus on anthropogenic global warming in the scientific literature“ von 2013 und deren sehr kreativen Umgang mit Zahlen ausgelassen.

In Summe kam ich zur ersten Hälfte der Cook-Studie zu folgendem Ergebnis:

In 99,46 % aller wissenschaftlichen Arbeiten ist eine Zustimmung zur These des überwiegenden Anteils des Menschen am Klimawandel nicht erkennbar. Viele halten den Anteil des Menschen für geringer oder macht keine klare Aussage dazu. Die überwiegende Mehrheit von mehr als 66% macht keine Aussage zu dieser Fragestellung. Ein geringer Teil lehnt gar einen überwiegenden oder wenigstens maßgeblichen menschlichen Anteil am Klimawandel eindeutig ab.

Lediglich 0,54% aller Veröffentlichungen behaupten einen überwiegenden Anteil des Menschen am Klimageschehen.

Außerdem ist die Datenbasis der Studie fehlerbehaftet, zahlreiche Veröffentlichungen sind in falsche Kategorien eingeordnet, was eine Stichprobe ergab. Das könnte bei nochmaliger Prüfung die ermittelten Anteile der Veröffentlichungen deutlich zu Gunsten der Ablehner des überwiegenden Anteils den Menschen verschieben.

Weil dieses Ergebnis nicht mit der zusammenfassenden Aussage von Cook et al. übereinstimmte, dass ganze 97,1% aller Arbeiten dem „Klimakonsens“ des überwiegend menschgemachten Klimawandels zustimmten, war es wert, dazu eine Veröffentlichung zu machen. Der 14 Din A4 Seiten umfassende Artikel wurde ausnahmsweise als Gastartikel auf anti-spiegel.ru veröffentlicht.

Thomas Röper von Anti-Spiegel.ru bestätigte mir inzwischen, dass mein Artikel der meistgelesene Artikel seiner Seite sei. Alleine schon wegen des starken öffentlichen Interesses lohnt es sich, das Thema weiter zu vertiefen was ich hiermit mache.

Fehler

Es ist bei so vielen Lesern nachvollziehbar, dass mich viele Briefe erreichten. Neben sehr viel Zuspruch waren da auch einige kritische Zuschriften, die zu Recht bemängelten, dass ich selbst Fehler bei der Neueinordnung von wissenschaftlichen Veröffentlichungen gemacht habe.

Diese Fehler sind inzwischen in der tabellarischen Zusammenfassung der Abstracts im Artikel auf meiner Homepage behoben und dort in den aktualisierten Artikel eingeflossen. Dort wurden auch die Korrekturen am Ende des Artikels dokumentiert.

Der alte Artikel ist in seiner ursprünglichen Form bei „anti-spiegel.ru“ einsehbar.

Falsch ins Deutsche übersetzt?

Ein weiterer Kritikpunkt war, dass ich die Zustimmungsgruppen von Cook et al. und ein Zitat aus dem „Handbuch zum Konsens“ falsch übersetzt hätte bzw., dass die Übersetzung in der deutschen Version des Handbuchs falsch sein solle.

Diese Kritikpunkte sind leider noch nicht einmal im Ansatz korrekt.

Die von mir übersetzten Zustimmunsgkategorien stammen aus dem Rohdatensatz der Cook-Studie. Inhaltlich unterscheiden sich diese nicht von den Zustimmungskategorien in der veröffentlichten Studie.

Es gibt zusätzlich Streit über folgenden Satz aus der Einleitung von Cooks Studie:

Among abstracts expressing a position on AGW, 97.1% endorsed the consensus position that humans are causing global warming. 

Heißt dieser Satz übersetzt nun:

Unter den Abstracts, die eine Position zur menschgemachten bzw. anthropogenen globalen Erwärmung (AGW) ausdrücken, befürworten 97,1% den Konsens, dass Menschen die globale Erwärmung verursachen.

(Automatische Übersetzung durch Google Translator)

Oder aber soll es heißen:

Unter den Abstracts, die eine Position zur menschgemachten bzw. anthropogenen globalen Erwärmung ausdrücken, befürworten 97,1% den Konsens, dass Menschen globale Erwärmung verursachen.

(Gemeint ist hier nur ein Teil der globalen Erwärmung)

In der Tat drücken sich Cook et al. hier nicht eindeutig aus.

Vergleicht man jedoch diese Äußerung mit anderen Äußerungen aus der von Cook authorisierten deutschen Übersetzung zum „Konsens-Handbuch“ , dann findet man darin sehr eindeutige Ausformulierungen zu dieser Fragestellung:

Zum Beispiel das Zitat:

97% der Klimaforscher haben aus der Beweislage geschlossen, dass der Mensch den aktuellen Klimawandel verursacht.

Cook, J., van der Linden, S., Maibach, E., & Lewandowsky, S. (2018). The Consensus Handbook. DOI:10.13021/G8MM6P. Seite 1. Hervorhebung durch den Autor.
Verfügbar unter http://www.climatechangecommunication.org/all/consensus-handbook/

oder aber:

Den aktuellen Stand des wissenschaftlichen Konsenses (97%) zu vermitteln, erhöht nicht nur den wahrgenommenen Konsens. Es steigert auch die Akzeptanz der Tatsache, dass die globale Erwärmung real und menschengemacht ist und ein ernsthaftes Problem darstellt.

Cook, J., van der Linden, S., Maibach, E., & Lewandowsky, S. (2018). The Consensus Handbook. DOI:10.13021/G8MM6P. Seite 18. Hervorhebung durch den Autor.
Verfügbar unter http://www.climatechangecommunication.org/all/consensus-handbook/

Jetzt könnte man argumentieren, dass hier der Übersetzer abermals fehlerhaft gearbeitet hat. Das kann man aber so nicht stehen lassen. Denn wir lesen u.a. folgendes in der deutschen Fassung des Handbuchs:

Deutsche Übersetzung: Bärbel Winkler, Timo Lubitz, Thomas Traill

Cook, J., van der Linden, S., Maibach, E., & Lewandowsky, S. (2018). The Consensus Handbook. DOI:10.13021/G8MM6P. Seite 0.
Verfügbar unter http://www.climatechangecommunication.org/all/consensus-handbook/

Die an erster Stelle genannte Bärbel Winkler, die hier als Hauptverantwortliche für die Übersetzung angegeben ist, ist die gleiche Bärbel Winkler, die auch an der Studie mitgewirkt hat. Ein Leser darf hier davon ausgehen, dass zwischen Frau Winkler und Herrn Cook ein so enger Austausch stattfindet, dass die wichtigste und zentrale Aussage der Studie sauber übersetzt wurde.

Und John Cook und sein Team setzen hier noch einen drauf.

„Lassen Sie sich das auf Ihrer Kleinhirnrinde zergehen“, würde Ken Jebsen an dieser Stelle sagen. Lesen Sie das obige Zitat einmal genau.

97% der Klimaforscher haben aus der Beweislage geschlossen, dass der Mensch den aktuellen Klimawandel verursacht.

Es gäbe also demnach einen Konsens, der besagte, dass der Mensch nicht nur den überwiegenden Anteil am Klimawandel zu verantworten hätte (also mehr als 50%) sondern er hätte DEN Klimawandel zu verantworten. Die Menschheit hätte demnach die gesamte globale Erwärmung alleinig zu verantworten! Das entspräche 100% menschlichem Einfluss.

Das ist eine Aussage, die die Studie von Cook und Kollegen mit ihrer Methodik gar nicht erbringen kann, denn darin wurde maximal ein Zustimmungsgruppe abgefragt, die dem Menschen einen Anteil von über 50% am Klimageschehen zuschreibt. Hier wird also sehr flexibel mit den Studienergebnissen in dem Handbuch zum Klimakonsens umgegangen.

Und es bleibt hier die Befürchtung, dass diese uneindeutige und sprachlich sehr sportliche Wortwahl volle Absicht sein könnte. Ich komme am Ende nochmal auf diesen Punkt zu sprechen.

Die zentrale Fragestellung bleibt:

Ist es wissenschaftlich zulässig, folgende drei Kategorien (bzw. Zustimmunsggruppen) unter dem Statement “ Unter den Abstracts, die eine Position zu AGW (anthropogenen globalen Erwärmung) ausdrücken, befürworten 97,1% den Konsens, dass Menschen die globale Erwärmung verursachen. “ zusammenzufassen?

(1) Explicit endorsement with quantification / Explicitly states that humans are the primary cause of recent global warming

(2) Explicit endorsement without quantification / Explicitly states humans are causing global warming or refers to anthropogenic global warming/climate change as a known fact

(3) Implicit endorsement / Implies humans are causing global warming. E.g., research assumes greenhouse gas emissions cause warming without explicitly stating humans are the cause

Ins Deutsche übersetzt wäre dies:

(1) Explizite Bestätigung mit QuantifizierungStellt ausdrücklich fest, dass der Mensch die Hauptursache der jüngsten globalen Erwärmung ist
(2) Explizite Bestätigung ohne QuantifizierungAusdrücklich heißt es, dass Menschen die globale Erwärmung verursachen oder dass die anthropogene globale Erwärmung / der Klimawandel eine bekannte Tatsache ist
(3) Implizite BestätigungImpliziert, dass Menschen die globale Erwärmung verursachen. Die Forschung geht beispielsweise davon aus, dass Treibhausgasemissionen eine Erwärmung verursachen, ohne explizit anzugeben, dass Menschen die Ursache sind

(Zu den davon leicht abweichenden aber inhaltlich identischen Formulierungen aus dem Rohdatensatz bitte in den vorangegangenen Artikel schauen.)

Nach meiner Kontrolle der Kategorie 2 mit einer nicht repräsentativen Stichprobe von inzwischen 98 Arbeiten kann ich mit Sicherheit sagen, dass keiner der von mir gefundenen Abstracts aussagt, dass der überwiegende Anteil des Klimawandels vom Menschen erzeugt ist, schon gar nicht, dass 100% des Klimageschehens menschliche Ursachen hätte.

In Kategorie 3 finden wir noch schwammigere Formulierungen. Auch hier sind offenbar nur wissenschaftliche Veröffentlichungen abgelegt, die zwar irgendwie einen Anteil des Menschen am Klimawandel indirekt postulieren aber nichts genaues zur Größe dieses Anteils aussagen, oder aber noch nicht einmal explizit den Menschen als (eine) Ursache (von vielen) des Klimawandels erwähnen. Letztere wurden dann vom Team um John Cook so interpretiert, dass da eine klimakonsensbefürwortende Aussage drin wäre.

Unterm Strich bleibt also die ernüchternde Feststellung: Nein, es ist nicht zulässig, diese drei Kategorien in einen Topf zu werfen.

Diese Zusammenfassung von Kategorien 1 bis 3 gab es wohl nur, um eine größtmögliche Menge an wissenschaftlichen Veröffentlichungen wider aller Logik und wahrheitsgemäßer Aussage unter dem Satz…

Unter den Abstracts, die eine Position zu AGW ausdrücken, befürworten 97,1% den Konsens, dass Menschen die globale Erwärmung verursachen.

Automatische Übersetzung durch Google und sinngemäß korrekte Übersetzung nach Abgleich mit dem „Consensus Handbook“.

… zusammenzufassen. Das ist kein sauberes wissenschaftliches Vorgehen und eine vorsätzliche Täuschung des Lesers.

Der zweite Teil der Cook-Studie

Ich habe in meiner ersten Veröffentlichung zum Klimakonsens auf den zweiten Teil der Cook Studie keinen Bezug genommen.

Der Grund: Ich hatte zu dem Zeitupunkt dazu schlicht keine Rohdaten gefunden. „Keine Rohdaten“ heißt automatisch, dass man hier nichts überprüfen kann. Die Nicht-Erwähnung wurde mir zum Vorwurf gemacht, zumal der zweite Teil der Studie ja die gefundenen 97% Konsens des ersten Teils bestätigen würden. Abgesehen davon, dass ich in allen Interviews auf den zweiten Teil hingewiesen habe, ist dieser Vorwurf in jedem Fall Nonsens: Der Rechenweg und das daraus resultierende Ergebnis im ersten Teil von Cooks Arbeit wurden von mir beanstandet. Die Leser ignorieren die offensichtlichen Fehler des ersten Teils der Studie und behaupten einfach, dass der zweite Teil ja die Richtigkeit des ersten Teils bestätigte. Selbst wenn der zweite Teil richtig gerechnet wäre und zum gleichen Ergebnis führen würde, ist das keine Bestätigung des Ergebnisses des ersten Teils. Aber hätten sich die Kritiker meines Artikels einmal vorher Cooks Rohdaten zum zweiten Teil wirklich durchgelesen…

Cook et al. behaupten zum zweiten Teil:

In einer zweiten Phase dieser Studie haben wir Autoren eingeladen, ihre eigenen Arbeiten zu bewerten. Im Vergleich zu abstrakten Ratings äußerte ein geringerer Prozentsatz der selbstbewerteten Papiere keine Position zu AGW (35,5%). Unter den selbstbewerteten Beiträgen, die eine Position zu AGW ausdrücken, befürworten 97,2% den Konsens.

Automatische Übersetzung, vgl. mit Cook et al.: Quantifying the consensus on anthropogenic global warming in the scientific literature. Enviromental research letters, 2013 IOP Publishing Ltd.
https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/8/2/024024

Die Glaubwürdigkeit dieser Aussage leidet daran, dass wir bereits wissen, dass der erste Teil der Cook-Studie zum Klimakonsens eine vollkommen irreführende Zusammenfassung enthält.

Grundlegende Regel in der Naturwissenschaft ist: Ergebnisse müssen nachprüfbar und unter gegebenen Bedingungen wiederholbar sein.

Zur Überprüfbarkeit gehört auch, dass man die Rohdaten zu einer Arbeit veröffentlicht.

Nachdem meine Anfrage zum ersten Teil der Arbeit von John Cook ignoriert wurde habe ich jetzt nach einer schriftlichen Anfrage zu den Rohdaten des zweiten Teils innerhalb weniger Minuten eine Antwort-Email erhalten, die mich zu folgender Seite leitete:

https://skepticalscience.com/tcp.php

Darin zu finden sind tatsächlich auch die Rohdaten zum zweiten Teil der Studie.

https://skepticalscience.com/docs/self_vs_abstracts_private.txt

Wer sich diesen Datensatz durchliest findet dies hier:

Year Abstract Self

1991 4 3.0000

1991 4 1.0000

1991 3 3.0000

1991 4 4.0000

1991 3 2.0000

1991 4 3.0000

1991 4 5.0000 […]

Auszug aus dem Datensatz zur zweiten Hälfte von Cooks Studie.

Sie verstehen hier nur „Bahnhof“? Cook et al. erklären dazu, dass die Daten anonymisiert sind. Den Grund dafür habe ich auf die Schnelle auf den Seiten von Cook et al. nicht finden können. Wie plausibel so eine Anonymisierung oder ein Datenschutz ist, überlasse ich dem Urteil des Lesers.

Im Datensatz sehen Sie folgendes: Die erste Spalte zeigt das Veröffentlichungsjahr der Studie, die zweite Spalte die Bewertung von Cook et al. und die dritte Spalte die Selbstbewertung der Wissenschaftler inkl. der Nachkommastellen.

Durch die Anonymisierung kann man nicht mehr nachvollziehen, auf welche Studien sich hier die Bewertungen im Einzelnen beziehen. Hier kann man alles behaupten und irgendwelche Zahlen nach Gutdünken eintippen, mit anderen Worten: In diesem Datensatz gibt es massive Möglichkeiten zur Manipulation. Ich unterstelle das dem Team von John Cook nicht. Aber durch die Datenamputation setzen sie sich dem Vorwurf aus, dass man im Nachhinein die Richtigkeit des Datensatzes als solches nicht mehr nachprüfen kann. Warum also wurden hier Daten gelöscht?

Durch diese amputierten Datenkolonnen sind eigentlich alle Bemühungen und Arbeitsstunden von John Cook und Kollegen für den zweiten Teil hinfällig. Wegen der nachträglich gelöschten Daten und der damit einhergehenden Unmöglichkeit, diesen Teil der Arbeit nachzuprüfen stellt sich für mich ganz grundsätzlich der Wille zum wissenschaftlichen Vorgehen von Cooks Arbeitsgruppe in Frage.

Methoden

Ich habe mir dennoch die Daten in mein Tabellenkalkulationsprogramm geladen und nachgeprüft, wie viele der einzelnen Arbeiten in welche Zustimmungsgruppe (bzw. -Kategorie, wie ich es im letztem Artikel genannt habe) zugeordnet wurden.

(Ich gehe hier nicht darauf ein, in wiefern Cook et al. im Vergleich vom zweiten zum ersten Teil der Studie wissenschaftliche Artikel laut Rückmeldungen der einzelnen Wissenschaftler falsch eingeordnet haben. Das habe ich noch nicht überprüft und das könnte man zu einem späteren Zeitpunkt in einem weiteren Artikel diskutieren.)

Ergebnis

Das ernüchternde Ergebnis meiner kleinen Berechnungen können Sie hier lesen:

Ergebnis Cook Studie 2013, 2. Teil

cook-et-al-zweiter-teil-ergebnis-fiedler-1.jpgHerunterladen

Hier können Sie sich die zugehörige Open-Office-Tabelle herunterladen, und meine Berechnungen nachprüfen.self-rated-vs-abstracts-fiedler-bearb.odsHerunterladen

Kurz zusammengefasst:

Die Selbsteinschätzung von 1189 Autoren, die sich auf 2142 Studien beziehen, erbrachte folgendes Ergebnis:

Immerhin 10,58% der Autoren sind diesmal der Meinung, dass der Mensch den überwiegenden Anteil am Klimageschehen zu verantworten hätte. (Gruppe 1) Aber nicht 97,2% !

25,8% der Autoren meinen, dass der Mensch einen Anteil am Klimageschehen hat, nennen aber nicht die Höhe des Anteils. (Gruppe 2)

Und 25,37% der Autoren meinen irgendwie implizit erwähnt zu haben, dass der Mensch verantwortlich am Klimageschehen ist. (Gruppe 3)

Diesmal wollen sich 36,42% nicht zu dem Thema festlegen, gehören also laut Cook in Gruppe 4.

Diskussion

Das klingt abermals nicht nach 97,2% wie von Cook et al. einleitend behauptet.

Fassen wir die ersten drei Zustimmungsgruppen zusammen kommen wir laut eigener Daten auf 61,75%.

Vergleichen Sie hierzu die Tabelle 4 aus Cooks Arbeit:

(Automatische Übersetzung durch Google Translator)

Das entspricht ziemlich genau den 62,7% die Cook in seiner Tabelle als Zustimmung zum Konsens der anthropogenen globalen Erwärmung (AGW) angibt. Ich kann mir nicht erklären, wie die leichte Abweichung in den Prozentwerten zustande kommt.

Der aufmerksame Leser wird es aber schon ahnen. Cook und Kollegen haben abermals die ersten drei Zustimmungsgruppen wider aller Logik zusammengefasst und einfach irreführend behauptet, alle diese Gruppen würden einem Konsens zustimmen, dass der Mensch den überwiegenden Anteil am aktuellen Klimawandel hat.

Und abschließend haben sie die Gruppe 4 (diejenigen, die keine Aussage machen) wieder aus der Stichprobengröße herausgerechnet, was am Ende zu den sagenhaften 97,2% Konsens führt.

Was ich davon halte, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Mein Amüsement hält sich in engen Grenzen.

Man bedenke, dass die 11944 wissenschaftlichen Artikel, die Cooks Arbeitsgruppe untersucht hat nur in die engere Auswahl kamen, weil sie das Ergebnis einer Stichwortsuche nach ‚global warming‚ (= globale Erwärmung) oder ‚global climate change‚ (= globale Klimaänderung) waren.

Im Nachhinein die Stichprobengröße zu verkleinern und einzelne Artikel von den Berechnungen auszuschließen, weil sie keine eindeutige Position zum Thema geäußert hätten geht hier nicht. Es handelt sich bei den Artikeln bereits um eine Auswahl, denn gelistet sind nur solche, die sich mit dem Thema ‚Klimawandel‘ beschäftigen. Wenn Wissenschaftler zum Thema keine klare Aussage machen, hat das seine Gründe. Auch das muss dokumentiert werden.

(Aber selbst wenn man die Arbeiten ohne Meinungsbekundung zum Klimawandel von der Stichprobe ausschließt, kommt man im ersten Teil lediglich auf einen Anteil 1,59% an Arbeiten, die dem Klimakonsens vom über 50%igen Anteil des Menschen am Klimawandel zustimmen. Das ist ebenso weit von 97% entfernt. )

Es macht einfach unendlich fassungslos, zu sehen, wie leichtfertig hier mit Zahlen umgegangen wird. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Studie einzig dazu dient, Material für Debatten mit sogenannten „Klimaleugnern“ zu liefern.

Und Klimaleugner sind laut dem Wikipedianer Andol alle, die irgendwie skeptisch sind, was auch nur einzelne Teile der offiziellen Verlautbarungen vom IPCC anbelangt. Andol ist der Wikipedianer, der sich nur zu gerne am Material von Cook bedient.

Und Andol hat im Wikipediaartikel namens „Leugnung der menschengemachten globalen Erwärmung“ 22 von 29 Einträgen des Namens „Cook“ vorgenommen (womit ausschließlich der hier thematiserte John Cook gemeint ist). Und ja, Andol ist fast alleiniger Autor dieses Artikels mit über 88%. (Stand 29.01.2020)

Siehe folgende Statistik:andol-leugnung-menschgemachte-erwaermung-statistik-2020-01-29.jpgHerunterladen

Offenbar hat Andol eine besondere Zuneigung zu John Cooks Arbeiten. All das dient nicht zur neutralen Unterrichtung des Lesers, sondern zur politischen Meinungsbeeinflussung.

Die gezielte Beeinflussung der Meinungsbildung im politischen Diskurs ist weder die Aufgabe von Wissenschaft noch die Aufgabe eines Lexikons. Sie sollen allenfalls neutrale Daten liefern. Mehr nicht!

Und diese angeblichen 97,2% Konsens werden grafisch sehr schön dargestellt, damit auch der lesefaulste Zuschauer gleich begreift, dass er als Skeptiker klar in der Minderheit wäre:

Skeptical Science Graphics by Skeptical Science is licensed under a Creative Commons Attribution 3.0 Unported License. Based on a work at www.skepticalscience.com.
Quelle: https://skepticalscience.com/graphics.php?g=1

Gerne werden Arbeiten in ein dubioses Lager eingeordnet, die zum gleichen desaströsen Ergebnis bzgl. der Cook-Studie kommen. Das geschieht auch in den Medien, die ich regelmäßig konsumiere, also KenFM, Rubikon, Free21, etc. Andere Veröffentlichungen, die unabhängig von Cooks Studie zu einem ähnlichen Ergebnis kommen, werden hingegen als wichtig betont. Es wird dabei nicht kontrolliert, ob da evtl. ähnliche Zahlenmanipulationen vorliegen könnten. Das ist Polemik und hat in Sachdiskussionen nichts verloren. Hier findet keine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Texten statt, stattdessen urteilt man über die Qualität der Texte mittels eines angeblichen gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Ansehens der Verfasser oder dem Umfeld, in dem die Texte veröffentlicht werden. Das ist nicht gut und ist das Gegenteil von der Aufforderung zum selbstständigen Denken.

Eine fehlerbehaftete Cook-Studie sagt nichts über den Wahrheitsgehalt anderer Arbeiten aus, die auf dem gleichen Gebiet zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Man darf einen Anfangsverdacht äußern, dass da die restlichen Studien genauer unter die Lupe genommen werden sollten, mehr aber auch nicht.

Auch umgekehrt sagt das Ergebnis anderer Studien nichts über die Richtigkeit der Cook-Studie aus. Hierzu ausnahmsweise eine Analogie: Ein Schüler, der in einer Mathearbeit zum angenommenen richtigen Ergebnis kommt, aber im Rechenweg an vielen Stellen grobe Fehler gemacht hat, wird dafür kaum einen nennenswerten Teil der zu vergebenden Rohpunkte bekommen. Noch problematischer wird es, wenn er zwar das Ergebnis seines Nachbarn abgeschrieben hat, jedoch nicht erkannt hat, dass dieser eine andere Variante der Mathearbeit zu schreiben hatte.

Es wurde mehrfach der Eindruck in verschiedenen Kommentaren erweckt, ich hätte gar nicht erwähnt, dass es andere Studien zum Thema „Klima-Konsens“ gäbe. Dazu verweise ich auf folgenden Absatz meines ersten Artikels:

Wir können auf Basis dieser Daten hier aber noch eine viel weitergehende Frage stellen:

Wie ist es den anderen sieben bekannten Studien zum angeblichen Klimakonsens möglich, auf Zustimmungswerte bis 99% zu kommen? Die Cook-Studie deckt hier mit 11.944 untersuchten Veröffentlichungen bereits eine ziemlich große Menge an wissenschaftlichen Arbeiten und damit auch Äußerungen zum Klimawandel ab. Wenn wir hier einen nur verschwindend geringen Anteil an Zustimmung zum angeblichen Klimakonsens des IPCC finden, auf welcher Datenbasis kommen dann die anderen Studien zu 99%? Es ergibt sich hier ein erster Anfangsverdacht, dass auch mit diesen Studien etwas nicht stimmen kann. „Further research has to be done.“

Den Eindruck zu erwecken, ich hätte gar keinen Bezug auf andere Studien genommen ist also grob verfälschend. Oder aber man hat diesen Abschnitt einfach überlesen.

Hat die Arbeitsgruppe um John Cook sauber gearbeitet? Nein, hat sie nicht! Weder im ersten noch im zweiten Teil der Studie.

Ich bin gespannt, was man noch alles an dem nicht anonymisierten Datensatz zum zweiten Teil herausfinden könnte, wenn man ihn denn irgendwo auftreiben könnte.

Vorschau auf einen weiteren Artikel zum Thema

Mich erreichten zahlreiche Tipps und Zuschriften auf meinen letzten Artikel, die sich im Tenor einig waren, dass der Artikel nur an der obersten Spitze des Eisbergs kratzte, und da noch mehr Ungereimtheiten im Verborgenen liegen.

Auch Prof. Bandelt übersendete Schriften von namhaften Wissenschaftlern, die massive Kritik an der Cook-Studie üben. Ich habe mir diese durchgelesen und befinde diese Artikel für äußerst wichtige Beiträge zum Thema.

Hervorheben möchte ich an dieser Stelle zwei ausführliche Beiträge von

  • Richard Tol (einer der führenden Ökonomen und ehemaliger Mitarbeiter beim IPCC = „Weltklimarat“ )
  • Andrew Montford (einem Chemiker und Publizist, der zahlreiche Prozesse der Klimaforschung auf seinem bekannten Bishop-Hill-Blog kritisch begleitet.)

Richard Tol und Andrew Montford erheben noch weitergehende Vorwürfe zur Cook-Studie. Sie beleuchten sehr wichtige Dinge, die ich hier nicht besprochen habe. Diese werde ich in einem weiteren Artikel zum Thema prüfen und zusammenfassen. Besonders die Fragestellung, ob die Cook-Studie ergebnisoffen durchgeführt wurde wird von den genannten Autoren näher beleuchtet.

Text: Markus Fiedler, Februar 2020

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1 thought on “97-prozentiger Klimakonsens? Analyse des zweiten Teils der Cook-Studie”

  1. Alpha Rocking sagt: … nicht zuletzt ist englisch (als Sprache / Schrift) längst nicht so präzise wie zum Vergleich die deutsche Sprache & Schrift. Irgendwie ist da auch ein gewisser Interpretationsspielraum vorprogrammiert. Tja und wenn dies der Fall sein kann, sollte ja wohl erst recht auf eine deutliche Formulierung wert gelegt werden. OK – sowas ist generell so eine Sache in den Wissenschaften: Die axiomatische (Zweifelsfreie) Definition von Begriffen. Heißt: Die Definition eines Begriffs, wird zur Identität eines Objektes. Ein Hund kann eben nicht plötzlich durch andere Lesart zu einem Huhn werden. Hund ist Hund. Und Hund, muss Hund bleiben. Es gibt ein tolles Video, dass die Thematik sehr anschaulich zusammenfasst, dass ich hier gerne mal mit anheften möchte. Möchte aber auch hinzufügen, dass sich bestimmt die wenigsten überhaupt mal mit sowas befassen. Mit Definition & Logik. Tja … und da beginnen schon die meisten Irrtümer in den Wissenschaften. Von Absichtlichen Fehlern bzw. von Intellektueller Unehrlichkeit mal ganz abgesehen. (Was Ihre Arbeit, Herr Fiedler, natürlich nicht negiert … ) }} Definitionen & Logik {{
    – Warum sind Definitionen unverzichtbar, sowohl in der reinen Logik als auch in der Physik? Was ist das Gesetz der Identität? https://vimeo.com/191332753 Liebe Grüße. Antworten

Quellehttps://markus-fiedler.de/2020/01/29/die-cook-studie-2-teil/

Klima-Zwangsindoktrination


Kindern das „Richtige“ beibringen!

Klima-Zwangsindoktrination

Zusendung: „An der Veranstaltung müssen unsere Kinder teilnehmen“

Der Zusender schreibt, dass seine Tochter diesen Brief von der Schule nach Hause brachte. (jg)

..man muss nur feste dran glauben. (Machen ja auch die meisten)

Der Krug geht so lange zum Munde bis man bricht!

Da bleibt nur Sarkasmus – sonst nichts!

Gruß

Fast jeder 4. Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ist eng mit Soros verbunden

Eine Studie behauptet, dass fast ein Viertel der Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte enge Verbindungen zu NGOs von Soros haben und trotzdem über Fälle entscheiden, in die Soros-NGOs verwickelt sind.

Wie immer, wenn ich über Studien berichte, schaue ich mir die Studie auch an und vor allem interessiert mich, wer sie in Auftrag gegeben und bezahlt hat. In diesem Fall kommt die Studie vom European Center for Law and Justice. Das ist eine Unterorganisation des American Center for Law and Justice, einer Organisation von evangelikaler Christen in der USA, die für konservative Werte inklusive eines Abtreibungsverbotes kämpfen. Aber diese NGO beschränkt sich nicht auf diese Themen, sie tritt auch für Menschenrechte und Meinungsfreiheit ein.

Nichtsdestotrotz hat mich diese Organisation als Autor der Studie mit dem Titel „NGOs und die Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte 2009-2019„misstrauisch gemacht und ich habe die Studie genau überprüft. Dazu gleich mehr. Zunächst kommen wir zum Ergebnis der Studie, dass sich im Abstract (also der Zusammenfassung) der Studie findet. Ich habe es aus dem Englischen übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

NGOs haben einen zunehmenden Einfluss auf und innerhalb internationaler Institutionen, insbesondere innerhalb des Systems zum Schutz der Menschenrechte.

Dieser Bericht zeigt, dass mindestens 22 der 100 ständigen Richter, die zwischen 2009 und 2019 am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gedient haben, ehemalige Vertreter oder Mitarbeiter von sieben NGOs sind, die vor dem Gerichtshof sehr aktiv sind. Zwölf Richter sind mit dem Netzwerk der Open Society Foundation (OSF) verbunden, sieben mit den Helsinki Committees, fünf mit der International Commission of Jurists, drei mit Amnesty International und je einer mit Human Rights Watch, Interights und dem A.I.R.E.-Centre. Das Netzwerk Open Society Foundation zeichnet sich durch die höchste Anzahl der mit ihm verbundenen Richter und die Tatsache aus, dass es die anderen sechs in diesem Bericht genannten Organisationen finanziert.

Seit 2009 gab es mindestens 185 Fälle, bei denen mindestens eine dieser sieben NGOs offiziell in Verfahren involviert waren. In 88 Fällen entschieden Richter über Fälle, in die die NGO, mit der sie verbunden waren, beteiligt war. Im Fall von Big Brother Watch gegen das Vereinigte Königreich zum Beispiel, der noch vor der Großen Kammer der Gerichtshofs anhängig sind, sind 10 der 16 Antragsteller NGOs, die von der Open Society Foundation finanziert werden, sowie 6 NGOs beteiligt, die als Dritte handeln. Von den 17 Richtern, die in der Großen Kammer saßen, sind 6 mit dem Antragsteller verbunden.

Im gleichen Zeitraum gab es nur 12 Fälle, in denen sich ein Richter aus einem Fall zurückzog, offenbar wegen einer Verbindung zu einer NGO, die in den Fall involviert war.

Diese Situation stellt die Unabhängigkeit des Gerichtshofs und die Unparteilichkeit der Richter in Frage und verstößt gegen die Vorschriften, die der Gerichtshof in diesem Bereich auferlegt. Dies ist umso problematischer, als die Macht des Gerichtshofs außergewöhnlich groß ist.

Es ist notwendig, Abhilfe zu schaffen. Zu diesem Zweck sollte insbesondere der Auswahl der Kandidaten für die Richterposten größere Aufmerksamkeit geschenkt werden, um die Ernennung von Aktivisten zu vermeiden. In diesem Bericht werden auch Lösungen vorgeschlagen, um die Transparenz der Interessen und Verbindungen zwischen Antragstellern, Richtern und NGO zu gewährleisten und die nötigen Verfahren zu formalisieren.

Ende der Übersetzung

Das sind heftige Vorwürfe, die ich – so weit es mir möglich war – überprüft habe. In der Studie werden all die Richter namentlich genannt. Da es Richter aus allen europäischen Ländern sind, habe ich nicht in allen Fälle ihre Biografien in einer für mich verständlichen Sprache gefunden. Bei den Richtern, zu denen ich Biografien gefunden habe, die ich verstehen konnte, haben sich die erhobenen Vorwürfe und die Verbindungen der Richter zu den Soros-Stiftungen bestätigt. Ich habe in der Studie keinen Fehler gefunden, übernehme aber keine Gewähr dafür, dass es keine gibt.

Die Studie listet auf 25 Seiten im Detail auf, welche Richter mit Soros verbunden waren. Einige waren Gründungsmitglieder seiner Organisationen in verschiedenen Ländern. Die Verbindungen sind also durchaus sehr eng und werden in der Studie auf den Seiten 7 und 8 detailliert aufgezeigt.

Nun kann man zu Soros und seinen Zielen stehen, wie man will und meine kritische Einstellung ihm gegenüber, und auch gegenüber seiner Macht über die Meinungsbildung durch die Medien, ist bekannt. Aber auch wenn man ihn gut findet, kann man es nicht gut heißen, dass Aktivisten, die für bestimmte Ziele gekämpft haben und dafür auch gut bezahlt wurden, anschließend als Richter am obersten europäischen Gerichtshof Entscheidungen fällen, die ihre früheren Arbeitgeber und Mitstreiter betreffen. Dass hier ein Interessenkonflikt besteht, dürfte niemand bestreiten.

Auf den Seiten 15 und 16 der Studie werden Besipiele aufgeführt, in denen Richter über Fälle zu entscheiden hatten, in die die mit ihnen verbundenen NGOs involviert waren. Ein Beispiel (übersetzt aus dem Englischen):

„Was die Helsinki Committees betrifft, so waren sechs der sieben mit den Fällen betrauten Richter mit diesen Organisationen verbunden, die in das Verfahren als Antragsteller oder als Dritte involviert waren. Die Richter Yudkivska, Grozev, Garlicki, Karakaund und Kalaydjieva waren jeweils an vier, sechs, elf, sieben und zwölf Fällen beteiligt, in denen ein Committee als Dritter beteiligt war, und in vier, zwei, acht, drei und neun Fällen, in denen ein Committee Antragsteller war. Richter Ikuta saß in zwei Fällen, in denen ein Committee als Dritter fungierte. Bei Richter Grozev ging es um das bulgarische Committee, dessen Gründer und Mitglied er von 1993 bis 2013 war.“

Ich wiederhole, dass ich die Studie nicht komplett überprüfen konnte, dass ich aber in meinen Recherchen keinen Fehler in der Studie finden konnte. Wenn die Studie also die Wahrheit sagt, dann muss man bei den Urteilen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, die Soros und seine Interessen direkt oder indirekt betreffen, sehr genau hinschauen.

Quelle

Sturm Yulia kostet Rekordsumme von 347 Mio € an ungenutztem Windstrom

Bild 1. Wenn die Natur wütet: Vom Sturm wie ein Streichholz geknickter Nadelbaum (Foto: Autor)

Es geht aufwärts! Endlich haben wir genügend Windstrom! (L.J. Finger 27022020)

Sturm Yulia kostet Rekordsumme von 347 Mio € an ungenutztem Windstrom!

Ja und?

Egal Hauptsache wir machen genug Strom damit!

Ausserdem sind wir ein reiches Land – das weiß doch jeder!

Könnte man nicht den 300.000 Haushalten, welchen man den Strom abgestellt hat so ein bisschen von dem „Überstrom“ schenken? (Natürlich nur, wenn die nicht AFD gewählt haben!)

von EIKE Redaktion
Sturm Yulia hat einen neuen Rekord gesetzt. Er-sie-es erzeugte Windstrom der hierzulande zwar vergütet aber nur mit Zuzahlung ins Ausland verklappt werden musste.

Veröffentlichung im Spiegel am 24.Feb.2020:

Sturm „Yulia“ bläst Windstrom zu neuem Rekord
Nach Sturmtief „Sabine“ bricht nun „Yulia“ den Rekord: Am Wochenende war so viel Windstrom im Netz wie nie zuvor.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/sturm-yulia-blaest-windstrom-zu-neuem-rekord-a-14cff10f-fa1f-45e9-be17-4f167de04c06

Und das Ergebnis dieser „Rekordjagd“.Dies umfasst Onshore / Offshore / Solar:

hier die Daten bis24_Feb

Mit Dank an R. Schuster für diesen Hinweis.

Quelle

Eisbrecher Forschungsschiff Polarstern steckt im Eis fest.

Eisbrecher Polarstern des Wegener-Institutes. Von Hannes Grobe, Alfred Wegener Institute – Self-published work, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=731714

EIKE Redaktion
Winterüberraschung für Laien-Klimaforscher in der Arktis. Dort ist es sehr kalt und es hat mehr Schnee und Eis als modelliert.

Das mit viel Medienpomp zu einer einjährigen Forschungsreise in die Arktis aufgebrochene Forsschungsschiff des Alfred Wegner  Instituts „Polarstern“ steckt im Wintereis fest. Die Mannschaft mault, weil sie nicht abgelöst wird. Roald Amundsen, der sich mit seiner Frahm zwei Jahre im Packeis ohne Ablösung treiben ließ, lacht sich im Grab kaputt.

Einige Pressestimmen

FAZ, 25. Feb. 2020:

Eingefrorenes Forschungsschiff : Crew-Wechsel auf „Polarstern“ verzögert sich

Das Forschungsschiff „Polarstern“ steckt im arktischen Winter fest. Dichtes Meereis verzögert den geplanten Personalwechsel an Bord, der regelmäßig alle zwei Monate stattfinden soll. Nun wächst der Unmut an Bord.

Alles war eigentlich gut geplant. Mitte Februar sollte die derzeitige Mannschaft an Bord des deutschen Forschungsschiffes „Polarstern“ abgelöst werden. Doch jetzt stockt der Ablauf: Dichtes Meereis in der zentralen Arktis verzögert den Austausch um Wochen. Der Versorgungseisbrecher „Kapitan Dranitsyn“ kommt kaum vorwärts. […]

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/crew-wechsel-auf-polarstern-verzoegert-sich-16651037.html

In der taz (01. Feb. 2020) steht es genau andersrum:

Klimaforscherin über Polarexpedition
„Das Eis ist weniger dick“  [wie meinen, bei Minus 45 Grad Celsius?]

Die Physikerin Dorothea Bauch war mit der „Polarstern“ in der Arktis. Im Interview erzählt sie vom Alltag auf dem Forschungsschiff. taz: Du* kommst gerade von der Mosaic-Forschungsexpedition im
Polarmeer. Was hat dich motiviert, über drei Monate in Dunkelheit und bei Kälte bis minus 45 Grad zu arbeiten?
[…]
https://taz.de/Klimaforscherin-ueber-Polarexpedition/!5657232/

Das AWI ziehe nun in Betracht, einen weiteren Eisbrecher loszuschicken, der der Kapitan Dranitsyn entgegenkommen und das Schiff unterwegs betanken könne. Eine weitere Variante für den Personalwechsel sei der Einsatz von bordeigenen Helikoptern oder kanadischen Flugzeugen. Aber für deren Einsatz seien die Wetterbedingungen derzeit nicht gut genug. Die Versorgung der Crew ist laut „Welt“ nicht gefährdet. Es gebe genügend Verpflegung und Treibstoff an Bord. Allerdings sei das Team sehr erschöpft von seiner Arbeit und sehne sich danach, abgelöst zu werden.

Zur langfristigen Temperaturentwicklung in der Arktis und der Behauptung, die Region sei noch nie so warm gewesen, lesen Sie auch diesen Beitrag von ScienceFiles oder hier bei EIKE

Die Niagara-Fälle sind fast vollständig eingefroren:

https://www.morgenpost.de/vermischtes/article216282495/Eisige-Schoenheit-Niagarafaelle-gefroren.html

Kalte Sonne:

Neuer Kälterekord auf Grönland: Unfassbare minus 66 Grad
15. Januar 2020 von Kalte Sonne

Hier etwas für alle Nordlichter, die sich für den Klimawandel in
Hamburg und Norddeutschland interessieren. Am 7. Januar 2020 nahm
Sebastian Lüning als Experte an einer Anhörung des Ausschusses für
Umwelt und Energie der Hamburgischen Bürgerschaft zum Hamburger
Klimaplan teil. Zusätzlich erstellte Lüning eine schriftliche
Stellungnahme, die sie hier als pdf herunterladen können. Im Folgenden
die Zusammenfassung:
https://kaltesonne.de/neuer-kaelterekord-auf-groenland-unfassbare-minus-66-grad/

Mit Dank an Wattenrat Ostfriesland für diese nette Auswahl.

Quelle