Cui Bono? Gedanken zum Engagement des Präsidenten der TU Berlin in der Klimapolitik.

Prof. Dr. Thomsen Präsident TU Berlin: Bild Screenshot Präsident der TU Berlin YT Video Christian Thomsen zum Erfolg in der Exzellenzstrategie

Von Markus Aurel
Ein Beispiel für unmittelbaren wirtschaftlichen Profit durch öffentliche einseitige Unterstützung des Klima-Alarmismus gibt der Präsident der Technischen Universität Berlin. Damit unterminiert er nicht nur die Glaubwürdigkeit seiner Position, sondern muss sich vor allem auch die Frage gefallen lassen, ob er als Wissenschaftler und Universitätspräsident sein Amt missbraucht.

Den „Klimaskeptikern“ wird gern vorgeworfen, sie seien von der amerikanischen Ölindustrie oder anderen Wirtschaftsprofiteuren gesponsert und ihre wissenschaftlichen Argumente daher wertlos. Übernimmt man diese Argumentationsfigur (die logisch zwar einen Fehlschluss, im Alltag aber doch manchmal eine zielführende Heuristik darstellt), fragt man sich, wem denn umgekehrt der omnipräsente Klima-Alarmismus nütze. Lässt sich hier kein materieller Profit ausmachen, wirkt die Haltung idealistisch motiviert im Sinne der Menschheit und gewinnt an Glaubwürdigkeit.
Oft lässt sich bei näherem Hinsehen aber doch ein materieller Profit ausmachen. Ein aktuelles Beispiel stellt das einseitige Engagement des Präsidenten der Technischen Universität Berlin dar. Wird er damit seinem Amt gerecht, und was bedeutet das für seine Position?

TU Präsident Thomsen (ganz rechts) bei FFF Demo in Berlin, Bild Screenshot YouTube Siehe link

Erstens: Aufgabe des Präsidenten ist es, die Universität zu vertreten (§ 4 der Grundordnung der Technischen Universität Berlin vom 13. Dezember 2017).
Der TU-Präsident Thomsen hingegen publiziert am 26. Mai 2019 im Tagesspiegel seine private politische Meinung zum Youtube-Video Die Zerstörung der CDU: „Rezo hat Recht.“

Er solidarisiert sich mit der Fridays-for-Future-Bewegung und führt die TU-Demonstranten an. Mit den Worten

„Das Thema reißt die ganze Uni mit“

maßt er sich 19. Juni 2019 im Berliner Tagesspiegel einen politischen Vertretungsanspruch an, zu dem er nicht legitimiert ist.

Am 1. Oktober 2019 nutzt er schließlich ein Interview anlässlich des Erfolges der Berliner Universitäten in der Exzellenzinitiative zu einer Parteinahme, die andersdenkende Kollegen und Studierende explizit ausschließt:

„Die Fridays for Future-Bewegung ist richtig, sie ist wichtig, sie ist für unsere Zukunft bedeutend. Sie ist schon jetzt aktiver Teil unserer TU. Viele Studierende und Wissenschaftler*innen engagieren sich, und wir als Universitätsleitung haben uns den Forderungen der Bewegung angeschlossen.“

Vertreter einer Universität (von universitas magistrorum et scolarium, Gemeinschaft der Lehrer und Schüler) kann sich doch aber nur nennen, wer Akademikern und Studierenden unterschiedlicher wissenschaftlicher und politischer Position Raum gibt.
Zweitens: Aufgabe eines Wissenschaftlers ist es, unter Berücksichtigung aller bisheriger Forschungsergebnisse Hypothesen aufzustellen und diese mit nachvollziehbaren Methoden zu prüfen. Da jede wissenschaftliche Erkenntnis paradigmenabhängig ist (Kuhn), oder, weniger relativistisch, erst durch Überstehen verschiedenster Falsifikationsversuche allmählich gefestigt wird (Popper), ist letztgültige Wahrheit nicht zu erlangen. Eine Bescheidenheit gegenüber den Ergebnissen (Wir stehen alle auf der Schulter von Riesen, Ursprung unbekannt) gehört somit zur Grundhaltung jedes ernstzunehmenden Wissenschaftlers, und ihre Verbreitung zu den ureigensten Pflichten eines Hochschullehrers.
Der Physikprofessor und TU-Präsident Christian Thomsen plädiert hingegen öffentlich für marktschreierische Lautstärke:
(Berliner Tagesspiegel, 10. Oktober 2019)
Mit „laut sein“ meint er leider nicht, energisch in eine unwissenschaftlich einseitige mediale Darstellung der Klimaforschung einzugreifen, d.h. den Prinzipien der Wissenschaftlichkeit Gehör zu verschaffen. Nein, er benutzt das Ansehen seines Amtes, um genau diesen Missstand noch zu befördern.

Internetseite der TU Berlin am 12.11.2019: Einseitiges Engagement.

Gerade als Physiker müssten dem Kollegen Thomsen die zahlreichen umstrittenen Punkte der wissenschaftlichen Debatte (z.B. solarer Anteil am Klimawandel) bekannt sein. Dennoch werden zur eilends organisierten und öffentlichkeitswirksam beworbenen Ringvorlesung im Wintersemester 2019/20 nur Vertreter/innen der CO2-Hypothese eingeladen; auch die berühmte Queen’s Lecture am 11. November 2019 wird dieser Position gewidmet. Skeptische Wissenschaftler ignoriert er.
Was treibt den Präsidenten zu dieser medienkonformen Einseitigkeit, mit der er beide Aufgaben seines Amtes verfehlt? Es ist allgemein bekannt, dass deutsche Universitäten und Hochschulen seit geraumer Zeit um Studienanfänger konkurrieren.

Dass dies eine Folge der „leistungsbasierten Hochschulfinanzierung“ ist, ist vielleicht weniger bekannt: Eine Universität erhält umso mehr Geld vom jeweiligen Bundesland, je mehr Studierende sie „einwirbt“. Laut Hochschulvertrag 2108-2022 erhält die TU Berlin beispielsweise 5100 € vom Land Berlin für Bachelorstudierende in den Ingenieurwissenschaften, für Masterstudenten die Hälfte.
dort Anlage 1, S. 1
Im TU-internen Infobrief vom November 2019 schreibt Präsident Thomsen denn auch nicht ohne Stolz:

„In den Bachelorstudiengängen sind besonders im Bereich Nachhaltigkeit die Anmeldezahlen deutlich gestiegen. Sicherlich ist dies auch auf die Fridays-for-Future-Bewegung zurückzuführen, was uns sehr freut.“

TU Berlin Infobrief_21_November_2019
Damit liegt sein Motiv auf der Hand. Finanziell nützt er zwar seiner Universität, verrät dafür aber die Prinzipien der Wissenschaft und sein Amt – womit er den „Nutzen“ unmittelbar wieder entwertet. Last not least macht er nach dem Cui-Bono-Prinzip seine eigene wissenschaftliche Position so angreifbar wie die Alternativen, die er genau aus diesem Grund ignorieren zu können glaubt.

Ich werde nicht von der Ölindustrie gesponsert und auch von niemandem sonst. Ich engagiere mich einzig und allein deshalb in der Klimadiskussion, weil mir der Missbrauch der Wissenschaft für Ideologien unerträglich ist. Meine Hoffnung ist, dass sich die wissenschaftliche und öffentliche Diskussion wieder für Argumente beider Seiten öffnet, da langfristig nur das die Menschheit voranbringen kann. Der vielfältige persönliche oder institutionelle Nutzen einer einmal etablierten Mainstream-Position steht dem, wie der Beitrag exemplarisch zeigt, zurzeit entgegen.

Quelle

CO2-Flottenemissionen: Die Europäische Union will die E-Mobilität planwirtschaftlich durchdrücken

Elektroauto, Auto, Elektro, Fahrzeug, Macht, Strom
Bild von MikesPhotos auf Pixabay

von AR Göhring

„Forbes“ berichtet in einem aktuellen Artikel über die Angst der Autobauer vor Emissionsstrafen der EU, die noch um einiges sozialistischer ausfallen können als die bereits ruinöse deutsche Klimapolitik der Merkel-Ära.

In den westeuropäischen EU-Ländern haben Elektroautos (nur E-Motor und Plugin-Hybrid) einen Anteil von bis zu 2,5% am Gesamtmarkt, in Deutschland rund 2%. Zum Glück, muß der Fachmann sagen, da unser volatiles Stromnetz schon jetzt Ausfälle hat. Dem Vernehmen nach verbot ein französischer Stromanbieter einer von ihm mitversorgten deutschen Gemeinde, Stromtankstellen zu errichten, weil sonst extra dafür das Kraftwerk höher gefahren werden müßte. Würden bei uns noch mehr klimabewegte Bessermenschen ihren Tesla, der mit Atom- und Kohlestrom geladen wurde, durch die Innenstadt steuern, würden drumherum bald die Lichter ausgehen. Gut, für den Teslafahrer wäre es eine Lernerfahrung, aber viele andere müßten auch bluten, auch solche klimaleugnenden Fahrradfahrer wie ich.

Die EU will aber unbedingt. 2020 und 21 gelten nach Brüsseler Regeln sogenannte Flottenemissions-Grenzen; heißt, die Wagen eines Herstellers dürfen insgesamt, rein rechnerisch, nicht mehr als einen bestimmten CO2-Wert erreichen. Kommen sie darüber, hagelt es Strafen in Milliardenhöhe. Schon aus diesem Grund machen Konzerne wie Volkswagen bei der Klima-Propaganda mit und wollen ihren Käufern unbedingt Vollelektroautos und E-Hybride andrehen. Das Zwickauer Werk, vor 30 Jahren noch Standort der realsozialistischen Trabi-Produktion, wird zu diesem Zweck komplett auf ökosozialistische ID.3-Fertigung umgestellt. Der ID.3 ist sozusagen die elektrifizierte Version des Trabant 601: Keiner will das Ding wirklich, aber der Staat, beziehungsweise dessen Einheits- und Blockparteien, machen Alternativen weitgehend unmöglich.

Nach einer fachlichen Einschätzung könnten auf die europäische Automobilindustrie bei kompletter Überschreitung der CO2-Grenzen rund 36 Milliarden Euro (!) Strafzahlungen zukommen. Das wäre das Doppelte des zu erwartenden Gewinns und würde die Hersteller zwingen, die Preise um bis zu 10% anzuheben.

Die Kunden interessieren sich, wie die Zahlen oben zeigen, für die Elektroautos kaum. Im Gegenteil, die Nachfrage nach den riesigen Edel-Geländewagen SUV steigt und steigt. Werden die etwa von grünen Ökobürger*innen gekauft? Ehrlich gesagt wundert mich der Faible von Stadtbürgern für die spritfressenden Riesenautos, die man schlecht parken kann. Als sparsamer Schwabe würde ich einen schlanken Golf I bevorzugen, sofern der alte Motor nicht mit horrenden Steuern bestraft würde (Oldtimer-Bonus?). Bei dem Modell macht auch das Schalten noch Spaß.

Die Automobilindustrie will sich daher nicht auf die Zugkraft der Klimarettermobile verlassen. Gerade D/A/CH-Käufer neigen nach aller Erfahrung zum kalten Rechnen beim Autokauf. Das zeigten die Absatzzahlen des neuen VW Käfers Beetle, der sich in den USA wegen seiner knuffigen Form und seines Hippie-Image bestens verkaufte; im Heimatland jedoch nicht, da die Kosten im Vergleich zu ähnlich leistungsfähigen Autos viel höher waren.

Die Konzernbosse fordern daher Hilfe vom Staat. Der Chef des Autohersteller-Verbandes ACEA, Eric-Mark Huitema, meint:

„Mobilität muß für alle Schichten der Gesellschaft zugänglich sein. Daher fordern wir die Regierungen auf, bessere und nachhaltigere Anreize zu setzen, um die Verkäufe EU-weit zu stimulieren.“

Heißt, Steuergeld ausgeben, damit die steuerzahlenden Bürger die wirtschaftlich wie klimapolitisch sinnlosen Elektro-Trabis kaufen. Nicht, daß das nicht schon geschähe: In Deutschland und Großbritannien erhält der E-Kunde etwa 4000 Euro Bonus, in Frankreich sogar 8000 Euro, und auch in Trumps USA gibt es Steuererleichterungen in Höhe von 7000 Euro.

Durch den großen Druck der Planwirtschaftler in Berlin und Brüssel will Volkswagen bis 2025 weltweit den Anteil seiner E-Motoren auf 25% steigern. Illusorisch; Marktforscher wie IHS Markit sagen nur rund 10% vorher; und bis 2030 nur knapp 15%. Heißt, die Autobauer werden 2021 wahrscheinlich Milliardenrechnungen aus Brüssel erhalten und dann die Preise ordentlich erhöhen müssen.

Schlechte Zeiten für Autokäufer also. Wenn sich Kobold-Baerbock und ihre Träumerpartei durchsetzen, wird es schon in zehn Jahren keine Verbrenner mehr neu zu kaufen geben; und die vorhandenen Diesel-Benzin-Super-Fahrer werden vom Finanzamt gejagt werden. Wobei das noch die günstige Variante des ökosozialistischen Wahnsinns ist. Steigt nämlich der Absatz von E-Autos durch die Erpressung der Brüsseler DDR-Fans, werden sich Schlangen vor den zu wenigen E-Tankstellen bilden. Und die Ingenieure der Netzagentur werden verzweifeln, weil sie nicht wissen, wie sie den massiv erhöhten Strombedarf in der Region mit dem Flatterstrom der Windspargel und Sonnenkollektoren decken sollen. „Jetzt gehen in Europa die Lichter aus“, sagte der britische Außenminister Lord Grey am Beginn des Ersten Weltkrieges, den er selber mit verantwortet hatte. Ähnlich dürfte es den Schlafwandlern in Berlin und Brüssel gehen. Merkel ist Physikern und wurde schon vor fast zehn Jahren auf die Folgen ihrer plötzlichen Energiewende hingewiesen. Sie heißt nicht Baerbock und hat verstanden, was man ihr sagte. Egal, es wird immer mehr von dem gemacht, was jetzt schon Probleme bereitet. Brennt die Hütte, ordentlich Benzin reinschütten. Das scheint das Motto der Politiker und Manager unserer Tage zu sein. Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich, wie der weise Mark Twain sagte.

Quelle

image_pdf

Weil der Bau von neuen Anlagen fast zum Erliegen kommt, will die Branche bessere Förderung – und radikal weniger Gesundheitsschutz für Anwohner

Nachdem der deutsche Energie-Verband BDEW vor kurzem einen „regelrechten Zusammenbruch“ beim Zubau neuer Windkraftanlagen an Land festgestellt hatte, fordern Windkraft-Branchenvertreter, Unternehmen und der DGB Unterstützung durch die Politik. Dabei verweisen sie vor allem auf dem Job-Abbau bei Herstellern von Windkraftanlagen. In der vergangenen Woche musste Deutschlands größter Hersteller Enercon die Streichung von 3.000 Jobs bekanntgeben.

Vorher hatte schon der führende dänische Hersteller Vestas einen Abbau von 590 Arbeitsplätzen verkündet. Etwa 500 davon treffen den deutschen Vestas-Standort Lauchhammer. Bereits im Sommer meldete der Hamburger Windturbinen-Hersteller Senvion Insolvenz an.

Als Ursache für den dramatischen Rückgang sieht Stefan Gsänger, Generalsekretär des weltweiten Windenergieverbandes WWEA, den Wechsel des Förderungssystems in Deutschland. Seit 2017 gibt es keine einheitlichen auf 20 Jahre garantierte festen Einspeisegebühren mehr für neue Anlagen, sondern ein Ausschreibungsverfahren für festgelegte Kapazitätsmengen, bei dem nur die günstigsten Anbieter zum Zug kommen. Dadurch verringerte sich die Marge für Investoren drastisch, die Planung neuer Windräder wurde damit erstmalig ein wirtschaftliches Risiko. Auf viele Ausschreibungslose gibt es deshalb überhaupt keine Bewerbung mehr. Im Oktober meldeten sich nach Angaben des BEDW für 70 Prozent der ausgeschriebenen Windenergie-Kapazitäten keine Interessenten.

AUF DER KIPPE Bis 2030: Hunderttausende Arbeitsplätze in der Autoindustrie fallen weg „Die Ausschreibungspraxis verhindert den Windenergieausbau, anstatt ihn zu fördern“, klagte Gsänger bei einer Branchen-Veranstaltung am Dienstag in Wien. „Seit der Änderung des Fördersystems in Deutschland ist der Markt regelrecht zusammengebrochen.“ Dadurch werde die Windbranche in ganz Europa verunsichert“. Seit 2017, so Gsänger, seien europaweit schon über 35.000 Jobs in dem Bereich verloren gegangen. Auch andere Länder, in denen ebenfalls auf Ausschreibungen umgestellt worden sei, zeigten die gleiche Entwicklung. „Unternehmen verzeichnen weniger Nachfrage und können aufgrund des ruinösen Preiswettbewerbs kaum noch in Innovationen investieren“, stellt auch Stefan Schafferhofer fest, Leiter der Business Unit des österreichischen Windkraftanlagen-Zulieferers ELIN Motoren.

Am 12. November richteten BDEW, der deutsche Windkraftverband BEW, der Bundesverband Deutscher Industrie, der Verband Kommunaler Unternehmen und der Gewerkschafts-Dachverband DGB einen Appell an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), in dem sie angesichts der Branchenkrise fordern, den Schutz der Anwohnern vor den gesundheitlichen Auswirkungen von Windparks massiv zu beschneiden. Ein Mindestabstand von Windrädern von 1.000 Metern zum nächsten Wohngebäude sei viel zu hoch. Das bremse den Ausbau – neben dem neuen Fördersystem – zusätzlich.

„Der zur Erreichung der Klimaziele 2030 erforderliche Ausbau der Windenergie an Land braucht ausreichend Flächen“, so die Vertreter der Verbände: „Wie die UBA-Studie ‚Auswirkungen von Mindestabständen zwischen Windenergieanlagen und Siedlungen’ zu pauschalen Abstandsregelungen bereits im März 2019 dargestellt hat, werden durch einen Mindestabstand von 1.000 Metern, je nach Definition, 20 bis 50 Prozent der Flächen der Windenergie entzogen.“

Weiter heißt es in dem Schreiben an Altmaier: Anzeige

„Es ist uns unerklärlich, dass an einer Regelung zu bundeseinheitlichen Mindestabständen festgehalten wird, obwohl klar ist, dass damit das Ziel von 65 Prozent Erneuerbare Energien in 2030 nicht gehalten werden kann… Sehr geehrter Herr Bundesminister, Energiewirtschaft, Industrie, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft erwarten, dass die Bundesregierung mit Entschlossenheit an einer modernen, zukunftsfähigen, CO2-freien Energieversorgung arbeitet.“

Weiterlesen

Meinungsfreiheit? Wo?

So langsam kriecht die Beschneidung und Verhinderung des freien Wortes und der freien Rede in unsere Gesellschaft hinein! Nicht Argumente austauschen – sondern verhindern, das Menschen anderer Meinung ihre Meinung äußern dürfen, ist das Ziel! Und es geht immer schneller!

Sehr geehrter Herr Finger,

am Montagnachmittag erhielt ich eine E-Mail vom Direktor unseres nh-Tagungshotels, in der er mir mitteilte, dass der Vertrag mit uns aus „Sicherheitsgründen“ gekündigt wird.

Das Hotel hatte am vergangenen Samstag, wegen unserer kommenden Klima- und Energiekonferenz, einen Flashmob von 15-20 Personen („Aktivisten“) mit Megaphon und Flugblättern im Haus. In dem Flugblatt, das ich Ihnen anhänge, wurden weitere Aktionen angekündigt. 

Es ist müßig zu spekulieren, was es noch an Beweggründen gab, um uns abzusagen. 
Die Behandlung der Frage, ob man am Vertrag mit uns festhält oder nicht, hatte schon vor Wochen die PR Abteilung der nh-Gruppe in Berlin übernommen.  

Dem vorausgegangen war ein Artikel im Berliner Tagesspiegel, der am 18. September erschien und die Hotelleitung so verunsicherte, dass sie bei uns anrief und uns bat vom Vertrag zurückzutreten. Einer Bitte, der wir nicht nachgekommen sind.
https://www.tagesspiegel.de/politik/pseudo-wissenschaft-fuer-die-massen-in-muenchen-trifft-sich-die-deutsche-klimaskeptiker-szene/25029760.html
Der Artikel wurde wenige Tage später im Münchner Merkur in verschärfter Form „recycelt“:
https://www.merkur.de/politik/muenchen-kritik-an-hotel-wegen-treffen-von-klimawandel-skeptikern-zr-13019952.html

Gegenwärtig stehen wir in Verhandlungen mit einem anderen Tagungsort in München, so dass Sie davon ausgehen können, dass unsere Konferenz zum ursprünglichen Termin, 22. und 23. November, in München (Innenstadt) stattfinden wird.

Ich werde mich demnächst mit mehr Details über den neuen Austragungsort melden. 
Bitte sehen Sie vorerst von Anrufen bei mir ab.

Mit freundlichen Grüßen 
Wolfgang Müller

Europäisches Institut für Klima und Energie
Wiesenstr. 110
07743 Jena
Fax: 03641-3279-8589
Tel.: 03641-3279-8580

EIKE ist u.a. wegen Förderung von Wissenschaft und Forschung als gemeinnützig anerkannt und das einzige deutsche Klima- und Energie-Institut, das vollständig privat finanziert wird. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit durch Ihre Spende! Vielen Dank!
Hier unser Spendenkonto:
Konto Nr.: 42429201 BLZ: 830 944 54
IBAN: DE34 8309 4454 0042 4292 01  
Volksbank Gera Jena Rudolstadt BIC: GENODEF1RUJ

Gibt es ein „Umsiedlungsprogramm“ für Afrikaner nach Europa?

Migration ist natürlich in unseren Tagen ein heikles Thema. Umso interessanter ist, dass die Bundesregierung tausende Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten ganz bequem mit dem Flugzeug nach Deutschland bringt. Was steckt dahinter?

In diesen Tagen bin ich mehrmals auf ein Video eines Bundestagsabgeordneten der AfD aufmerksam gemacht worden, der dort darüber berichtet, denn er hat als Abgeordneter der Bundesregierung eine Anfrage dazu gestellt und die Antwort hat ihm nicht gefallen.

Es geht mir hier nicht um das Für und Wider der Migration. Mir geht es um die Hintergründe dessen, was vor sich geht und um die Frage, warum das in aller Heimlichkeit und nicht offen und transparent geschieht. Auch ist dies kein Plädoyer für irgendeine Partei, ich halte keine der deutschen Parteien für wählbar. Mir geht es nur um Tatsachen. Welche Schlüsse Sie als Leser daraus ziehen, bleibt Ihnen überlassen.

Ich habe die Angaben des Abgeordneten Steffen Kotre überprüft. Und ja, alles was er erzählt, stimmt. Aber es stimmt auch, dass er es stark vereinfacht darstellt.

Es gibt zwei Ansätze, diese Geschichte zu verstehen und beide müssen wir uns anschauen.

Die offizielle Version ist, dass die EU im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 gezwungen war, zu handeln. Sie erinnern sich vielleicht noch, dass immer wieder von Einrichtungen in Afrika die Rede war, wo Flüchtlinge sich registrieren und um einen Flüchtlingsstatus bemühen sollten. Wer einen positiven Bescheid bekam, sollte dann geregelt, also legal und per Flugzeug, in die EU kommen dürfen.

Mit dieser Maßnahme wollte man das Sterben der Flüchtlinge im Mittelmeer beenden, man wollte damit die unhaltbaren Zustände in den libyschen Lagern beenden und den Flüchtlingen die Möglichkeit bieten, ihr Ziel auch ohne diese Gefahren und Kosten zu erreichen. Auch sollte damit den Schleppern das Wasser abgegraben werden. Der Hintergrund war also ein humanitärer.

Die Kritiker behaupten, dass solche Maßnahmen nichts bringen und dass sie lediglich ein „Umsiedelungsprogramm“ der EU sind, mit dem Afrikaner in der EU angesiedelt werden sollen. Es ginge ihrer Meinung nach einig um Umsiedelung von Afrikanern nach Europa. Der Grund könnte sein, dass man billige Arbeitskräfte für die Industrie bekommen will, es sind aber noch andere Erklärungen im Gespräch. Sei es drum, da wird es spekulativ und ich will hier bei den Fakten bleiben.

Und die Fakten sind tatsächlich, dass die EU und auch die Bundesregierung in allen offiziellen Beschlüssen und Anweisungen, die ich dazu gefunden habe, von humanitären Gründen schreiben. So gibt es als Beispiel die „Anordnung des Bundesministeriums des Innern vom 11. Januar 2017 für die humanitäre Aufnahme (…) von Schutzbedürftigen aus der Türkei“ oder auch die „Anordnung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat vom 6. Juli 2018 für Aufnahme von Schutzbedürftigen aus Libyen“ um nur zwei Beispiele zu nennen. In diesen Anordnungen wird geregelt, nach welchen Kriterien Menschen aus diesen Ländern nach Deutschland ausgeflogen werden können.

Aber Fakt ist auch, dass es sich um eine Umsiedelung handelt, die hinter diesen humanitären Maßnahmen versteckt wird. Das kann man zum Beispiel an der „Anordnung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat für die Resettlement-Verfahren in den Jahren 2018 und 2019 (…) zur Aufnahme bestimmter Flüchtlinge unterschiedlicher Staatsangehörigkeit oder staatenloser Flüchtlinge aus Ägypten, Äthiopien, Jordanien, und aus dem Libanon sowie ggf. über den UNHCR-Evakuierungsmechanismus aus Libyen vom 11. Dezember 2018“ sehen. Hier wird zwar verschämt nicht von „Umsiedelung“ gesprochen, sondern das englische Wort „Resettlement“ verwendet, aber die Bedeutung ist die gleiche.

Grundlage für all diese und noch andere Programme sind Entscheidungen der EU. So hat die Europäische Kommission im September 2017 „Schritte hin zu einer entschlosseneren, wirksameren und gerechteren Migrations- und Asylpolitik der EU“ vorgestellt. Dort kann man unter anderem ganz offen lesen:

„Die Kommission stellt heute – aufbauend auf den bisherigen Erfolgen – eine Reihe neuer Initiativen in Schlüsselbereichen vor: ein neues Neuansiedlungsprogramm für mindestens 50 000 Flüchtlinge, Pilotprojekte für eine legale Migration, deren Finanzierung und Koordinierung die Kommission unterstützen kann, und neue Maßnahmen, um die Rückkehrpolitik der EU wirkungsvoller zu gestalten.“

Die EU spricht also ganz offen von einer „Neuansiedlung„. Es geht also nicht um Flüchtlinge, denen man Schutz gewährt und die wieder nach Hause fahren, wenn sich die Lage dort verbessert hat, sondern es geht ganz offen um die „Neuansiedlung“ von Afrikanern aus vielen afrikanischen Ländern in der EU.

Das war 2017 und das Programm ist „erfolgreich“ abgeschlossen worden. Das Programm wurde 2017 mit folgender Begründung ins Leben gerufen:

„Das neue System wird bis Oktober 2019 eingeführt werden und auf den derzeitigen erfolgreichen Neuansiedlungsmechanismen aufbauen, die nun – nachdem mehr als 23 000 Menschen durch sie in der EU ein neues Zuhause gefunden haben – auslaufen.“

Die EU hat also beschlossen, immer mehr Menschen aus Afrika in Europa „neu anzusiedeln“. Das kann man gut oder schlecht finden, ich lege nur die Fakten dar.

Da jedoch bekannt ist, dass die osteuropäischen EU-Staaten dabei nicht mitmachen wollen, wurde mit Geld gewunken:

„Die Kommission hat 500 Mio. EUR zur Unterstützung der Neuansiedlungsbemühungen der Mitgliedstaaten bereitgestellt.“

Das sind, so steht es in einem anderen Dokument ausdrücklich, 10.000 Euro die ein EU-Staat für die Aufnahme eines Neueinwanderers von der EU-Kommission bekommt.

Wir müssen uns vor Augen führen, dass die EU dies laut allen offiziellen Dokumenten vor allem aus einem Grunde tut:

„Die Neuansiedlung aus der Türkei und dem Nahen Osten muss fortgesetzt werden. Zugleich sollte aber die Neuansiedlung gefährdeter Menschen aus Nordafrika und vom Horn von Afrika stärker in den Fokus rücken, vor allem aus Libyen, Ägypten, Niger, Sudan, Tschad und Äthiopien. Dies wird zur weiteren Stabilisierung der Migrationsströme entlang der zentralen Mittelmeerroute beitragen“

Angeblich sollen diese Schritte die illegale Migration und auch die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer eindämmen. Aber ich frage mich, wie das gehen soll. Alleine in der Türkei sind 3,6 Millionen Syrer in Lagern, Afghanen und Iraker nicht eingerechnet. Und es sind auch Millionen in Jordanien und Libyen. Da sind die 50.000, die die EU aufnehmen will, nur ein Tropfen auf den heißen Stein und dürften kaum den Migrationsdruck reduzieren. Die EU redet in ihren Dokumenten jedoch davon, dass genau das passiert wäre.

Dabei ist die Migration nach 2015 zurückgegangen, weil die Grenzen zum Teil strenger kontrolliert werden oder weil die EU der Türkei und Libyen Geld bezahlt, damit diese Länder die Flüchtlinge an der Weiterreise hindern. Die „Umsiedelungsprogramme“ dürften hingegen keinen Einfluss gehabt haben. Man fragt sich also, wozu es diese Programme gibt.

In den Programmen kann man auch etwas über die „Rückführung“ von Flüchtlingen aus der EU lesen. Nur wurde das nicht allzu sehr forciert, wie Zahlen aus Deutschland zeigen, wo abgelehnte Asylbewerber trotzdem bleiben dürfen. Von Rückführung kann da kaum die Rede sein. Wie ich hier ausgeführt und belegt habe, sind in Deutschland von über 5.000 abgelehnten Asylbewerbern aus Marokko keine 500 tatsächliche abgeschoben worden.

Während also die Rückführung eher schleppend läuft, läuft die Umsiedelung nach Europa hingegen nach Plan und wird eher übererfüllt.

Und anscheinend sind die humanitären Gründe auch eher vorgeschoben, denn es gibt bereits eine europäische „Blue Card“, mit der aus Afrika „qualifizierte Arbeitskräfte“ in die EU geholt werden sollen. Und wenn man genau hinschaut, dann sieht man, dass es sich bei diesen humanitären „Neuansiedlungen“ in Wahrheit um Einwanderer mit „Blue Card“ handelt.

In einem Informationsblatt über die „Blue Card“, deren Sinn eine Migrationspolitik ist, in deren Folge „qualifizierte“ Arbeitskräfte nach Europa geholt werden sollen, kann man nämlich sehen, dass all die oben genannten Maßnahmen in Wahrheit für die „Blue Card“ gedacht sind: Die 500.000 Millionen Euro der EU-Kommission sind für die „Blue Card gedacht, die 23.000 Neuansiedlungen in 2016 waren ebenfalls eine Erfolgsstory der „Blue Card“. All das steht in dem Infoblatt ganz offen.

Eine kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Dr. Christian Wirth hat 2018 ergeben, dass Deutschland von den 50.000 „Neuansiedlern“ 10.200 aufnehmen wollte. Wer sich für das genaue Verfahren und weitere Details interessiert, der sei auf extra dafür angelegte Seite resettlement.de verwiesen, wo noch einiges mehr an Details und Quellen zu finden ist, was ich hier jetzt nichte erwähnt habe.

Nun kann das wie gesagt jeder gut oder schlecht finden, das überlasse ich Ihnen. Wenn Sie Arbeitgeber sind, wird es Sie sicher freuen, dass „frische“ und recht anspruchslose potenzielle Arbeitskräfte kommen, die keine hohen Gehaltsforderungen stellen. Wenn Sie sich wegen der zunehmenden Zahl von „Fremden“ in Ihrer Stadt eher Sorgen machen, werden Sie diese Nachrichten wohl etwas verstörend finden.

Interessant ist, dass von allen westlichen Ländern nur die EU solche Maßnahmen durchführt. Die USA bauen eine Mauer, um sich von Migranten abzuschotten. Und das ist keineswegs eine Idee von Trump. Die Mauer war bereits im Wahlkampf zwischen Clinton und Bush Senior im Jahre 1992 ein Thema und es war Bill Clinton, der in den 1990er Jahren in Kalifornien mit dem Bau der Mauer begonnen hat. Danach hat jeder US-Präsident die Mauer ausgebaut. Warum das nun bei Trump, der nichts anderes tut, als die Arbeit von Bill Clinton, George Bush Junior und Barack Obama fortzusetzen, so ein Problem für ein Medien geworden ist, darauf kann sich jeder selbst eine Antwort suchen. Und Obama hat sich, als 2015 Millionen Flüchtlinge EU überrannt haben, lediglich bereit erklärt, 10.000 Syrer aufzunehmen. Aber auch das haben die USA nie umgesetzt.

Australien und Kanada gehen genauso vor, wie die USA. Sie haben eine sehr strikte Einwanderungspolitik und lassen keine Umsiedelung in ihre Länder zu. Nur die EU tut das.

Und die Motive werden als sehr edelmütig formuliert:

„Zentrales Ziel von Resettlement ist die Schaffung einer dauerhaften Lösung und Perspektive für geflüchtete Menschen, für die langfristig weder eine Rückkehr in ihr Herkunftsland noch eine Integration im Erstaufnahmeland möglich ist.“

Allerdings fragt man sich dann, warum zum Beispiel Syrer unter das Resettlement fallen. Bei denen besteht bereits eine Perspektive zur Rückkehr und im letzten Jahr sind hunderttausende aus den Nachbarländern in ihre Heimat zurückgekehrt. Der Krieg in Syrien ist weitgehend vorbei und die syrische Regierung braucht die Rückkehrer händeringend für den Wiederaufbau des Landes. Allerdings hat die EU nicht vor, das zu unterstützen. Im Gegenteil, die anti-syrischen Sanktionen der EU gelten noch und von einer Förderung der Rückkehr von Syrern kann keine Rede sein. Sie fallen stattdessen unter das „Resettlement“ genannte Umsiedelungsverfahren und sollen dauerhaft in der EU angesiedelt werden.

Ein weiteres Kuriosum, auf das der eingangs erwähnte Abgeordnete Steffen Kotre in seinem Video eingeht, ist ein EU-Dokument mit dem Namen „Entschließung des Europäischen Parlaments vom 26. März 2019 zu den Grundrechten von Menschen afrikanischer Abstammung in Europa

In der EU gilt die Europäische Menschenrechtskonvention. Und ich dachte, dass alle Menschen danach gleich wären und gleiche Rechte haben. Natürlich muss man Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – diskriminiert werden, helfen. Aber das sollte doch eigentlich mit der Menschenrechtskonvention und den anderen europäischen Regelungen zu Menschenrechten, wie zum Beispiel auch dem Grundgesetz, eindeutig geregelt sein. Wozu braucht es da noch eine extra Entschließung zu den Grundrechten von Menschen afrikanischer Abstammung?

Das Dokument ist lang und enthält viele Forderung an die EU-Staaten. Beispielhaft will ich nur drei Forderungen zitieren. Die erste ist:

„Das Europäische Parlament fordert die EU-Organe und die Mitgliedstaaten auf, die Geschichte der Menschen afrikanischer Abstammung – einschließlich vergangener und andauernder Ungerechtigkeiten und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, z. B. Sklaverei und transatlantischer Sklavenhandel, oder Ungerechtigkeiten und Verbrechen, die im Rahmen des europäischen Kolonialismus begangen wurden, aber auch der gewaltigen Errungenschaften und positiven Beiträge von Menschen afrikanischer Abstammung – in Europa offiziell anzuerkennen und ihr zu gedenken, indem sie den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels auf europäischer und nationaler Ebene offiziell anerkennen und sogenannte „Monate der schwarzen Geschichte“ einführen“

Nun bin ich der letzte, der sich gegen die Erinnerung an Verbrechen aus der Geschichte sträuben würde. Aber ich frage mich, was die osteuropäischen Länder damit zu tun haben, die nie Kolonien in Afrika hatten und nicht an dem Sklavenhandel und anderen Verbrechen der Kolonialmächte beteiligt waren. Mehr noch: Als diese Dinge geschehen sind, existierten die meisten osteuropäischen Staaten gar nicht, sondern waren Teile europäischer Großmächte. Ungarn und die Balkanstaaten gehörten zu Österreich-Ungarn, Bulgarien war vom Osmanischen Reich besetzt, Polen zwischen Deutschland und Russland aufgeteilt, die Baltenstaaten gehörten zu Russland und so weiter. Warum sollen diese Staaten sich Schuldgefühle einreden lassen für Dinge, die in erster Linie Großbritannien, die Niederlande, Frankreich, Spanien und Portugal getan haben? Selbst Deutschland hatte mit all dem nichts zu tun. In den nur 30 Jahren, die Deutschland Kolonialmacht war, hatte Deutschland nichts mit Sklavenhandel zu tun.

Und wenn wir uns schon Asche auf unser Haupt streuen wollen, warum werden dann nicht auch Regeln über die Grundrechte der Indianer und Asiaten vom EU-Parlament eingefordert? Immerhin haben die Kolonialmächte in der neuen Welt ganze Völker rücksichtslos ausgerottet und dort noch viel grausamer gehaust, als in Afrika. Und auch in Asien sind die Kolonialmächte nicht durch eine humanitäre Politik aufgefallen.

Ich denke da auch an die Inder, die von Großbritannien ausgebeutet und unterdrückt wurden oder an die Chinesen, gegen die die Briten sogar Kriege geführt haben, damit China im großen Stil Opium kauft, was schreckliche Folgen für China und die Chinesen hatte.

All dies zeigt, dass es bei diesen Dingen kaum um die Verbrechen der Kolonialzeit oder Wiedergutmachung gehen dürfte, sondern einfach nur darum, mit propagandistischen Mitteln eine Akzeptanz für die Umsiedelung aus Afrika und dem Nahen Osten zu schaffen, die ja gemäß Regierungsdokumenten nicht nur geplant ist, sondern bereits läuft.

Um das zu erreichen, steht in der EU-Entschließung über Grundrechte der Menschen afrikanischer Abstammung auch:

„Das Europäische Parlament legt den Mitgliedstaaten nahe, die Geschichte der Menschen afrikanischer Abstammung in die Lehrpläne aufzunehmen und eine umfassende Sicht auf die Themen Kolonialismus und Sklaverei zu bieten, wobei die historischen und gegenwärtigen negativen Auswirkungen auf Menschen afrikanischer Abstammung anerkannt werden, und dafür zu sorgen, dass das Lehrpersonal für diese Aufgabe angemessen ausgebildet und ausgestattet ist, um der Vielfalt im Klassenraum zu begegnen“

Natürlich darf auch dazu jeder seine Meinung haben, aber ich frage mich, ob es in der EU, in der aufgrund sozialer und wirtschaftlicher Probleme auch wieder Ressentiments zwischen europäischen Völkern entstehen, nicht wichtiger wäre, dass wir den Kindern erst einmal die eigene Geschichte und die Geschichte unserer europäischen Nachbarn näher bringen, bevor wir den Fokus auf Afrika legen. Aber das ist nur meine Meinung.

Interessant zum Schluss ist eine Forderung, die ich als Diskriminierung von Europäern verstehe. Vielleicht sehen Sie das aber anders. Man kann dort lesen:

„Das Europäische Parlament fordert die Mitgliedstaaten auf, in Bezug auf Hassverbrechen wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen, einschließlich der Untersuchung von Motiven der Voreingenommenheit bei Straftaten aufgrund der Rasse oder der nationalen oder ethnischen Herkunft; fordert sie ferner auf, dafür zu sorgen, dass Hassverbrechen gegen Menschen afrikanischer Abstammung erfasst, untersucht, verfolgt und bestraft werden“

Das muss man genau lesen. Bisher gilt im Strafrecht, zum Beispiel bei Körperverletzung, folgendes: Jemand hat einem anderen eine Verletzung zugefügt und wird dafür bestraft.

Nach dieser europäischen Forderung soll in Zukunft folgendes gelten: Wenn jemand einen Menschen afrikanischer Herkunft verletzt, wird nicht nur die Körperverletzung bestraft, sondern auch noch gefragt, ob der Täter eventuell gegen Afrikaner voreingenommen ist. Wenn ja, soll das als „Hassverbrechen“ gelten und zusätzlich bestraft werden.

„Hassverbrechen“ wäre ein ganz neuer Straftatbestand. Dagegen habe ich nicht einmal etwas, da ich gegen jede Form von Rassismus bin. Nur dann sollte der Straftatbestand „Hassverbrechen“ für alle gelten. Wenn also ein Mensch afrikanischer Abstammung einen Europäer verletzt und dann herauskommt, dass der Täter gegen Europäer voreingenommen ist, sollte auch das als „Hassverbrechen“ geahndet werden.

Dass ich da nichts gegen habe, war ein Scherz.

Wo kommen wir hin, wenn sich Gerichte anmaßen, einen Menschen nicht „nur“ wegen seiner Tat zu verurteilen, sondern auch noch wegen des angeblichen Motivs? Eine solche Regelung wäre auch Gift für die Integration, die ohnehin schon schlecht genug funktioniert, wenn man solche Trennlinien in die Gesetze schreibt. Und ist es nicht wirklicher Rassismus, wenn man knapp 80 Jahre nach den Nürnberger Gesetzen wieder „rassische“ Unterschiede zwischen den Menschen in Gesetzen festschreibt? Sind nicht alle Menschen gleich? Wenn ja, wozu dann solche Trennlinien nach ethnischer Zugehörigkeit oder Herkunft oder sogar Herkunft der Eltern?

Ich weiß nicht, wie Sie darüber denken, aber ich sehe hier sehr bedenkliche Entwicklungen, denen wir entgegen wirken müssen, wenn uns am sozialen und gesellschaftlichen Frieden in Deutschland und Europa gelegen ist.
Teile diesen Beitrag

teilen  teilen  twittern  mitteilen merken  E-Mail 

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft. Zeige alle Beiträge von Anti-Spiegel

Autor Anti-SpiegelVeröffentlicht am 12. November 2019Kategorien Aktuelles, HintergrundanalysenSchlagwörter EU, Flüchtlinge, Migranten, Migration, Rassismus

11 Gedanken zu „Gibt es ein „Umsiedlungsprogramm“ für Afrikaner nach Europa?“

  1. Wolfgang Letzsagt: 13. November 2019 um 07:35 Uhr Alles, was hier in Sachen „Umsiedlung“ abläuft, ist im Coudenhove- Kalergi- Plan von 1923 (Paneuropa) festgehalten. UN und EU arbeiten exakt nach dieser Planung der „Rassenvermischung“ asiatischer, afrikanischer und europäischer Rassen, zur Erzielung einer minder gebildeten und damit besser zu beherrschenden Bevölkerung, unter einer reinrassigen, zionistischen weltweiten Vorherrschaft ( ich bin kein Rassist und Antizionist, es sind die exakten Ausführungen von Graf Coudenhove- Kalergi!!!)Zum Antworten anmelden
  2. Davidsagt: 13. November 2019 um 07:43 Uhr Sie wohnen fernab der EU und fernab von Deutschland: Aber wer hier Augen hat zu sehen und Ohren zu hören, für den ist das, was Sie mit einem Fragezeichen versehen, längst Tatsache. Die EU und die westlichen und südlichen Länder der EU sind dabei, den UN-Migrationspakt umzusetzen. Mit allen Konsequenzen, unter bedenken- und gnadenlosem Rückgriff auf Steuergeld, mit einer perfiden Lügen-, Vernebelungs- und Beschwichtigungstaktik. Da Pressse und Justiz sich der Übermacht der Regierung gebeugt haben und zudem Dinge wie politische Korrektheit, den Genderismus und anderes mehr befördern bzw. propagandistisch in dei Köpfe treiben, ist momentan kein Ausweg zu sehen (Merkel: „Aus Illegalität Legalität machen“). Es ist aus meiner Sicht daher auch das Ziel, die Wirtschaft zu runieren („dekonstruieren“), damit auf den Ruinen etwas „Besseres“ entstehen kann, unbelastet von der Vergangenheit, allerdings auf afrikanischem Niveau. Leute wie Thilo Sarrazin, Douglas Murray oder Jean Raspail haben – leider – nicht nur recht, sie werden von der Entwicklung noch übertroffen. Ein Trauerspiel, und der letzte Akt ist nicht mehr weit.Zum Antworten anmelden
    1. Aniccasagt: 13. November 2019 um 08:14 Uhr Ja, die Migration ist nur Mittel zum Zweck. Die spannende Frage ist, zu welchem ?Zum Antworten anmelden
      1. bleibtmirvomleibsagt: 13. November 2019 um 09:44 Uhr Ich habe einmal nachgesehen,
        legt man die statistischen Zahlen zur Asyl Antragstellung zu Grunde dann hat Deutschland von 1990 bis heute rd. 5 Mio Asyl Antragsteller aufgenommen. Das sind pro Jahr ca. 175.000. Zu dieser Zahl kommen noch die reinen EU Wanderungsbewegungen.
        Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der Sozialwohnungen von 3 Mio auf 1 Mio, weiter stark fallend wenn ab nächsten Jahr der Bundeszuschuss für die Länder ausläuft.Die genehmigten Neubauten sind für die breite Masse selbst mit Wohngeld nicht finanzierbar.
        In diesen Jahren mussten die Folgen der Wiedervereinigung getragen werden, man setzte durch massive Sozialkürzungen H4 um, man zwingt die Menschen in miserabel bezahlte Jobs, man kürzt die Rentenansprüche, man schenkte den Reichen eine Steuererleichterung nach der Anderen. Man weigert sich beharrlich Steuerschlupflöcher zu stopfen und Strafverfolgung gibt es nur wenn man es nicht mehr vertuschen kann.
        Die neue Spielwiese „Weltuntergang“ schaufelt aus Staatskassen und Bürger weitere Mrd. in private Kassen.
        Wenn man nicht blind ist kann man den ganzen Hokuspokus ja sehen. Der Staat (Steuerzahler) hat beinahe jedes Windrad, jede Solarzelle und jede Biogasanlage subventioniert. Gleichzeitig hat jeder Privathaushalt und kleineres Unternehmen die laufenden Kosten dieser Anlagen noch einmal über EEG mitfinanziert. Und jetzt ruft man wieder nach dem Steuerzahler damit er den armen Besitzern unter die Arme greift seinen Sondermüll loszuwerden.
        Für all diese Hirngespinste wird Geld herbeigepresst nur für Schulen, Unis, Studentenwohnplätze oder Kinderbetreuung ist kein Geld da.
        Reformen enden immer zum Nachteil er Schwachen.
        In dieses Klima quetscht man nun noch jedes Jahr eine mittlere Stadt mit über 170.000 Menschen.
        Wir haben ca 8 Mio Menschen die über den Staat finanziert werden. Das sind knapp 10% von 83 Mio. Aber es wird in die Welt posaunt „uns gehts gut, wir sind ein reiches Land“ Schaut man sich Beiträge zu Migration, Flucht an enden die immer mit der steilen These „Sie sind gut für den Arbeitsmarkt“.
        Genau darum geht es wirklich, nur um billige Arbeitskräfte.
        Schon vergessen wie die Unternehmen sich kaum mehr halten konnten als die Flüchtlingswelle hier ankam? Das die Realität bitter wurde interessiert sie nun nicht mehr, das sollen mal die Anderen machen. Und genau so geht das asoziale Verhalten der Wirtschaft weiter. Man ist nicht Willens faire Löhne zu zahlen, es gibt ja billigere Ausländer, man will Denen aber auch nicht einmal das wenige zahlen es gibt ja Massenhaft Flüchtlinge. Wenn dann von 10.000 5 „brauchbare billigst Schufter“ die Lücke füllen freut es den Ausbeuter um die Anderen 9995 sollen sich die anderen kümmern.Zum Antworten anmelden
        1. bleibtmirvomleibsagt: 13. November 2019 um 10:13 Uhr Aber noch etwas zur Problematik an sich. Ja es gibt viel Elend auf der Welt, viel Krieg und Zerstörung an dem die westliche Lebensweise mit Schuld ist, aber einfach mal ein paar Mio auf dem Globus neu ansiedeln kann und sollte nicht die Lösung sein. Den Menschen muss in ihren Heimatgebiet das Leben verbessert werden. Dort haben die Menschen ihre sozialen und kulturellen Wurzeln. Das nennt man noch immer Heimat. Diesen Anspruch auf Heimat lastet nichts Rechtes an sondern ist Dreh und Angelpunkt des Lebens.
          Was glaubt man denn warum sehr viele Auswanderer im Alter dann doch lieber wieder in ihre Heimat zurück wollen? Wegen der Krankenversicherung?
          Vielleicht auch aber sehr sehr viele wollen das tief sitzende Gefühl von Heimat spüren, welches ihnen Ruhe, Familie, Geborgenheit und Sicherheit gibt. All die dreckigen Geschäfte, das übern Tisch ziehen, Terrorismus, Korruption fallen nicht vom Himmel sondern sind Ergebnis der gnadenlosen Privatinteressen.
          Die Aushängeschilder dieses stinkenden Geld-Adels kennen wir auch, die werden nur nicht mehr Sklavenhalter sondern Philanthropen genannt. Mit Humanismus hat das nichts zu tun denn selbst wenn nicht direkt dann über Anteile an anderen Firmen verdient mein weiter gut mit. Spenden sind keine milde Gabe sondern nur der Vorschuß auf den nächsten Gewinn.Zum Antworten anmelden
      2. A.Winklersagt: 13. November 2019 um 10:08 Uhr Womöglich dazu, daß die Gesellschaften weiter zersplittert werden und die Herrschenden einen weiteren Hebel für ein altes Herrschaftsprinzip in die Hand bekommen: divide et imperaZum Antworten anmelden
  3. albrecht11sagt: 13. November 2019 um 11:52 Uhr Ich finde den zitierten Text in der angegebenen Quelle nicht. „So hat die Europäische Kommission im September 2017 „Schritte hin zu einer entschlosseneren, wirksameren und gerechteren Migrations- und Asylpolitik der EU“ vorgestellt. Dort kann man unter anderem ganz offen lesen: „Die Kommission stellt heute – aufbauend auf den bisherigen Erfolgen – eine Reihe neuer Initiativen in Schlüsselbereichen vor: ein neues Neuansiedlungsprogramm für mindestens 50 000 Flüchtlinge, Pilotprojekte für eine legale Migration, deren Finanzierung und Koordinierung die Kommission unterstützen kann, und neue Maßnahmen, um die Rückkehrpolitik der EU wirkungsvoller zu gestalten.““ Falscher Verweis?Zum Antworten anmelden
    1. bleibtmirvomleibsagt: 13. November 2019 um 12:51 Uhr https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/IP_17_3406“ Die Kommission stellt heute – aufbauend auf den bisherigen Erfolgen – eine Reihe neuer Initiativen in Schlüsselbereichen vor: ein neues Neuansiedlungsprogramm für mindestens 50 000 Flüchtlinge, Pilotprojekte für eine legale Migration, deren Finanzierung und Koordinierung die Kommission unterstützen kann, und neue Maßnahmen, um die Rückkehrpolitik der EU wirkungsvoller zu gestalten.“ Mitte 2. AbsatzZum Antworten anmelden
      1. adminsagt: 13. November 2019 um 13:19 Uhr Alles korrekt, einfach nochmal suchenZum Antworten anmelden
  4. bleibtmirvomleibsagt: 13. November 2019 um 12:47 Uhr https://resettlement.de/resettlement/unter „Was sind die Ziele von Resettlement?“ „Zentrales Ziel von Resettlement ist die Schaffung einer dauerhaften Lösung und Perspektive für geflüchtete Menschen, für die langfristig weder eine Rückkehr in ihr Herkunftsland noch eine Integration im Erstaufnahmeland möglich ist. Resettlement trägt den spezifischen Bedürfnissen von Personen Rechnung, deren Leben, Sicherheit oder Gesundheit gefährdet ist oder deren fundamentale Menschenrechte in dem Land, in dem sie bereits Schutz gesucht haben, nicht gewährleistet werden können. Die Einreise in einen zur Aufnahme bereiten Staat kommt weltweit nur einer geringen Zahl besonders schutzbedürftiger Gruppen von Menschen zugute. Resettlement ist daher keine alleinige Lösung für die weltweite Flüchtlingsproblematik.“Zum Antworten anmelden
  5. Saloriussagt: 13. November 2019 um 13:02 Uhr Darüber, das diese Migrationswellen von dritter Seite ausgelöst werden, besteht kein Zweifel.
    Schwer verständlich nur, das die Regierungen (Deutschland, Schweden, England usw) das noch aktiv unterstützen. Als Grund für diese Destruktion fallen mir nur ein : 1. Kalerghi, Hooton, Morgenthau > nur mal auf Youtube Barbara Lerner Spectre googeln
    2. Uralter Hass > Khasaren / Ashkenazim
    3. China breitet sich massiv in Afrika aus, ist jetzt schon grösster Investor und an vielen Schulen in Afrika wird auch Mandarin gelehrt. Wenn nun die junge (quasi)intelligente Schicht auswandert, macht es das den Chinesen leichter, Fuss zu fassen….., weil diese Leute dann in Afrika fehlen.Zum Antworten anmelden
  6. Quelle

Wiener G´schichten – aus dem ORF Studio

von Michael Limburg
Der ORF brachte am 7.11.19 eine Doku über die heilige Greta. Aktuell ist sie etwas in Vergessenheit geraten. Mich hatten sie darin auch untergebracht, wenn auch unter falscher Berufsangabe und ausdrücklich als Nichtwissenschaftler etikettiert. Die gesendeten Ausschnitte sind ein weiteres Paradebeispiel für journalistische Manipulation um gezielt zu diffamieren. Wenn auch gemäßigt, mit a bisser´l Wiener Charme.

Alle wissen, dass beim Staatsfunk höchstes Misstrauen angebracht ist, wenn man dort über politisch relevante Themen berichtet. In aller Regel, wird munter das Staatslied gesungen, was dazu führt, dass statt objektiver Information vielfach Propaganda verbreitet wird.

Um trotzdem den Anschein von Authentizität zu erwecken, bedient man sich dann dazu einer bestimmten Interview – Technik. Bei wichtigen Themen rücken Journalisten sogar aus und führen lange Interviews mit ihren Gesprächspartnern, von denen dann ein oder mehrere kurze Ausschnitte – deren Auswahl und Reihenfolge natürlich im Belieben des Journalisten liegt- gesendet werden. So weit, so normal. In Deutschland nicht anders als in Österreich.

Wenn aber Journalisten – heute häufiger -Innen- des Staatsfunks auf Interview – Kandidaten scharf sind, die sie gerne öffentlich vorführen wollen, und die Gefahr besteht, dass die das im Vorfeld merken und gar absagen, dann wird gerne zur Taktik des Verstellens, der Camouflage gegriffen.

Sie tun dann im Vorfeld ganz lieb, richtig scheißfreundlich, und nennen interessante Themen, die auch den Interviewten interessieren sollten, um das Interview zu bekommen.

Warum gibt man denen noch ein Interview?

Aber anschließend, dann im geschnittenen Beitrag in der Sendung, manipulieren sie, was der Schnittplatz hergibt. Sie reißen die gewünschten für ihre Zwecke brauchbaren Zitate solange aus dem Zusammenhang, bis der gewünschte negative Eindruck vom Interviewten beim Zuschauer entsteht.

Das Interessante dabei ist, dass dieser Eindruck fast nie etwas mit dem vorher angegebenen Thema, für welches das Interview gemacht werden sollte, zu tun hat.

Beschwert man sich deshalb anschließend bei diesen Leuten, dann stellen sie sich fast immer tot. Sie reagieren nicht auf Kritik, sie beantworten keine Emails mehr, wo es vorher gar nicht schnell genug gehen konnte, sondern widmen sich ungerührt weiter ihrem propagandistischen Tun. Und Beschwerden beim Rundfunkrat sind auch erfolglos, die finden immer alles richtig, was ihre Sender so treiben.

Genauso lief es bei fast allen meiner bisherigen Interviewern.

U.a. dem Markus Pohl vom rbb– der Frau Svea Eckart ndr/ wdr, oder des hessischen Rundfunks durch Frau Katja Sodomann.  Doch bei Frau Frau Jennifer Rezny und ihrem Bildschirmgesicht Frau Marielle Gittler vom Österreichischen Rundfunk ORF, die das jüngste Interview mit mir führten (Ausschnitt hier ab Minute 29:30), war es erfreulicherweise anders.

Video der „Doku“ des ORF: Die Feinde der Greta Thunberg Do., 7.11.2019

Falschaussage gleich zu Beginn: (ab Minute ca. 29:30) Stimme Gitteler „EIKE ist übrigens kein wissenschaftliches Institut und Limburg gelernter Elektrotechniker!“ Nicht mal recherchieren können sie. Richtig ist: EIKE ist ein wissenschaftliches Institut und Limburg ist Dip.Ing.

Sie reagierte nach wenigen Tagen mit einer ausführlichen Mail, in der sie beteuerte, dass zwischen Interview und Fertigstellung der Tenor der Doku geändert worden wäre. Von einer ursprünglich geplanten, betont wissenschaftlich Darstellung der  geführten Kontroverse über den menschgemachten Klimawandel, mit den verschiedenen Protagonisten, hin zu einer (moralisierenden) Bewertung von „Greta und ihren Feinden!“.

Das mag so stimmen, muss aber nicht stimmen, denn dagegen spricht, dass die Interviewerin ja ständig die Pappkameradin Greta mitführte und alle damit konfrontierte, auch mich. Also muss das vorbereitet worden sein. Trotzdem kann es sein, dass auch sie hinter die Fichte geführt wurden, auch wenn man ihnen dann eine gehörige Portion Blauäugigkeit unterstellen muss.

Und oft, zu oft, haben diese Leute fast immer ganz andere Agenda, als sie vor dem Interview kundtun. Interessant ist trotzdem – aus meiner Sicht -, zu erfahren, worauf sie wirklich aus sind, welche Verdrehungen sie dazu vornehmen und auf welche Weise sie die aus dem Hut zaubern.  Ob mit oder ohne Auftrag spielt dann eigentlich keine Rolle mehr.

Und all das bekommen sie offensichtlich bei der Journalistenausbildung beigebracht, Das Lernziel dort scheint zu sein:

Wie verkauft man Propaganda unmerklich als fairen Journalismus?

Andrerseits – und das wissen diese Leute natürlich auch- bekommen unsere Ansichten, wenn auch arg verdreht und oft in ihr Gegenteil verkehrt, durch sie eine öffentliche Plattform.

Nur gar keine Reklame ist schlechte Reklame, wusste schon der große Theaterkritiker Karl Krauss. Und er hat recht.

Die Anmache

Deswegen und nur deswegen erklärte ich mich bereit auch der netten Dame Jennifer Rezny, die im Auftrag des ORF arbeitet, ein Interview zu geben. Ihre Anfrage vom 14.8.19 lautete so:

Sehr geehrter Michael Limburg,

für den ORF gestalte ich eine 45-minütige Dokumentation zum Thema Klimawandel/Klimaskepsis. Host der Sendung ist die Zeit im Bild-Moderatorin Mariella Gittler. https://der.orf.at/unternehmen/who-is-who/tv/fernsehstars-f-i/gittler100.html

Gemeinsam sind wir auf der Suche nach Menschen, die dem Thema Klimawandel skeptisch gegenüberstehen und bereit sind, ihre eigene Meinung dazu öffentlich zu äußern. 

Im Zuge der Recherche ist uns aufgefallen, dass Sie in den Medien immer wieder eine kritische Haltung zum Thema einnehmen und sich diesbezüglich bereits öfter öffentlich zu Wort gemeldet haben. Wir fänden es daher spannend und wären sehr daran interessiert, im Rahmen der Dreharbeiten mit Ihnen ein Gespräch zu führen. Wir hoffen, dadurch möglichst diverse Meinungen in den Film einbauen zu können und unterschiedlichsten Argumentationen Platz einzuräumen. 

Wir sind ebenso offen für Vorschläge – vielleicht kennen Sie ja den ein oder anderen Kollegen (bestenfalls auch noch jemand aus Österreich), den Sie uns empfehlen können. 

Der Drehzeitraum ist zwischen 16.9. und 30.9.2019 geplant. Wir können theoretische auch nach Deutschland reisen oder würden für Ihre Reisekosten aufkommen, sollten Sie für ein Interview nach Wien kommen können. Vielleicht sind Sie ja auch zufällig in den kommenden Wochen sowieso in Österreich und könnten sich für ein TV-Interview Zeit nehmen?

Sendetermin ist Anfang November im Hauptabend auf ORF 1. Produktionsfirma ist die Neulandfilm: http://www.neulandfilm.at/

Haben Sie Interesse mitzuwirken?

Mit lieben Grüßen und der Bitte um baldige Rückmeldung,

Jennifer Rezny

Regisseurin, Autorin

Mit keinem Wort erwähnte sie darin – auch nicht in den Folgemails- dass es ausschließlich um Greta Thunberg – der neuen Jungfrau von Orleans, gehen sollte. Auch nicht vor und auch nicht während des Interviews. Das hätte sie vorher nicht gewusst, beteuerte sie als Antwort auf meine Beschwerde. Nun ja, wie kam es denn, dass die Interviewerin ganz am Ende eine Pappkameradin der heiligen Greta aus dem Rucksack zauberte und dazu einige, recht einfache Fragen (Siehe Ende dieses Beitrages) stellte?

Ich sagte daher zu und das Ergebnis war dieser Film(siehe oben):

Dok 1 Die Feinde der Greta Thunberg Do., 7.11.2019

Angekündigt wurde er mit diesen Worten:

„Die einen verehren sie als Heldin, die anderen verachten Greta Thunberg. Dok 1 wirft einen Blick in die Welt der Feinde der jungen Klimaaktivistin. „Meiner Meinung nach ist sie ein armes, krankes Kind. Ihre Eltern sollten eingesperrt werden.“ So drastisch äußert sich Michael Limburg, der den menschengemachten Klimawandel in Abrede stellt. Mariella Gittler fällt es schwer zu verstehen, warum die junge Frau so viel Ablehnung erfährt und stellt sich die Frage: „Warum wird Greta Thunberg so leidenschaftlich gehasst?“ Auf der Suche nach Antworten spricht sie mit Befürwortern und Kritikern Gretas sowie mit Industrievertretern und Experten.“

Da haben wir also den Beweis, dieses hinter die Fichte führen, denn, liebe Leser, finden Sie in der Anfrage zum Interview irgendeinen Hinweis, dass es um Greta Thunberg und „ihre Feinde“ gehen sollte?

Nein? Ich auch nicht. Und zu Gretas „Feinden“ zähle ich mich bis heute nicht. Und „verachten“ tue ich sich auch nicht. Warum auch?

Das Interview

Doch aus schlechter Erfahrung gewitzt, hatte ich im Vorfeld darauf bestanden einen Videomitschnitt zu machen, wobei Frau Rezny mir zusicherte, dass ich von ihnen auch ein Transkript des Interviews bekommen sollte. Sie finden es hierTranscript DT04_1_Hr.Limburg mit Schnitt.Und dieses Transskript zeigt sehr schön auf, wie man die gewünschten Ergebnisse produziert.

Das Interview – fast eine Stunde lang – drehte sich fast nur um die Themen, die in der Anfrage angekündigt worden waren, und nur am Rande, nach fast 45 Minuten, um dieses bedauernswerte, von ihren Eltern schwer missbrauchte Kind.

Hier die gezeigten Ausschnitte und was sonst noch dazu gehört hätte

Interviewerin Gitteler beginnt mit der Frage, die auch im Beitrag gezeigt wird

TC 11:35:12:20 Interviewerin:

Herr Limburg, Sie sagen ja, der menschengemachte Klimawandel sei Schwindel.

Weggelassen wird hier schon der 2. Teil der Frage, ebenso meine Antworten darauf:

Können Sie uns die These des menschengemachten Klimawandels widerlegen, kurz und bündig sofern das geht?

TC 11:35:24:12 Limburg:

Ich drehe es um. Können Sie es belegen?

TC 11:35:27:24 Interviewerin:

Ich frage ja Sie. Deshalb bin ich hier.

TC 11:35:31:02 Limburg:

Wenn jemand – in der Wissenschaft ist es so: Wenn einer eine Hypothese aufstellt, eine neue Hypothese, dann muss er Beweise dafür vorlegen und auch die Methoden, die er anwendet, und die Daten, die dazu verwendet werden, um diese Hypothese, die ja noch reine Theorie ist, zu belegen. Und dann sind die anderen Wissenschaftler aufgerufen, wenn sie das interessiert, Gegenbeweise zu finden oder Bestätigungen und dann wird das Ganze verfestigt oder nicht und das ist in diesem Falle auch nötig. Aber wenn Sie sich die Mühe machen, was ich Ihnen nicht empfehlen würde, die vielen tausend Seiten der bisher fünf IPCC, also Intergovernmental Panel on Climate Change-Berichte, zumindest nur durchzustöbern, ob an irgendeiner Stelle ein Beweis für die Idee, dass das CO2, insbesondere das menschgemachte Kohlendioxid, für die Temperaturerhöhung verantwortlich ist, wo der steht, wie der Nachprüfbare vorhanden ist, dann werden Sie nichts finden, absolut nichts. Und das geben die Leute, die das vorantreiben auch zu, die Wissenschaftler. Die sagen ja, weil das Klima ja von so vielen Einflussgrößen abhängt, können wir das in der Natur nicht nachweisen durch Beobachtung. Wir können auch keine Versuche machen. Aber was wir machen können, ist es Computermodelle zu erstellen. Und wir können nur mit numerischen Modellen versuchen, die Natur nachzubilden, und da kommt das raus. Nun ist das natürlich eine Möglichkeit, überhaupt einmal darüber nachzudenken, wie man das nachbaut und dann muss man aber auch versuchen, die Ergebnisse an der Wirklichkeit zu messen….

Stattdessen macht man einen kräftigen Sprung bis fast zum Ende des Interviews und schiebt die Frage nach, um der es dem Duo Rezny/Gittleler nur ging.

…glauben Sie denn, dass sich Leute gut fühlen, wenn Sie Angst vor dem Klimawandel haben?

TC 12:13:10:21 Limburg:

Ja, sie veranlassen Menschen Dinge zu tun, die sie sonst nicht tun würden. Angst ist da ein schlechter Ratgeber, wenn Sie sich mal die Greta ankucken. Dass dieses Mädchen wahnsinnige Angst hat, das sieht man ihr an und dass sie diese Angst in Hass ummünzt, die von allen, die ihrer Meinung, ihrem Wollen nicht sofort folgen, das kann man ihr auch ansehen.

..weggelassen wird dann noch der wichtigste Teil meiner Antwort, nämlich..

…Insofern sind – wenn ich dann das tue, was sie eben sagt, und dem folge, dann fühle ich mich doch erst mal gut, ich gehöre zu den Guten. Geht mir jedenfalls so. Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen ist.

..stattdessen reißt man aus meiner Antwort auf eine andere Frage diese Sentenz aus dem Zusammenhang…

.-Ein Kind wird da missbraucht als unantastbare, heilige Jungfrau von Orléans oder was immer – das ist eine Schande für diese Gesellschaft-

Dann folgt die nächste Frage, sie stößt zu ihrem eigentlichen Thema vor

TC 12:13:41:15 Interviewerin:

Mhm. Da sind wir eigentlich schon bei meiner nächsten Frage. Was halten Sie denn von Greta Thunberg?

TC 12:13:45:24 Limburg:

Ich denke, das ist ein Missbrauch eines kranken Kindes, wie es schlimmer nicht sein kann.

Und weggelassen wird meine umfangreiche Begründung

… Wir haben das leider auch in der Vergangenheit zig mal erlebt, von den Kinderkreuzzügen angefangen über die Kinder von Florenz durch Savonarola,bis hin zu der bolschewistischen Jugend, der Hitlerjugend und anderen Jugendbewegungen. Sie können junge Leute schnell begeistern. Die sind ja noch nicht ausgereift. Im Verstand und im Wissen schon gar nicht. Deswegen schickt man sie auch auf die Schule, dass sie was lernen. Ich hatte an sich angenommen, dass sich das totläuft, aber da lag ich wieder mal falsch. Nachdem sie in Kattowitz aufgetreten war und niemand zugehört hatte, hat man zwar im Fernsehen so geschnitten, dass es aussah, als ob das ein Erfolg war. War es aber nicht. In der Halle war kein Mensch, außer den Leuten, die das veranstaltet haben, und dem schwedischen Fernsehen. Aber das hat sich dann doch scheinbar anders entwickelt, wie man sieht. Und jetzt machen alle Kotau vor Greta. Also das ist ein autistisches Mädchen, beherrschbare Krankheit, aber ist eine psychische Krankheit…

Stattdessen kommt direkt:

…Ich finde die Eltern verantwortlich, die gehören meines Erachtens nach ins Gefängnis, wenn sie mit ihrem Kind so umgehen.

Und weggelassen wird wieder..

.. Man kann dem armen Mädchen nichts Schlimmeres tun, die Schwester ist ja noch ein bisschen schlimmer dran, als das, was man mit ihr jetzt anstellt.

Nun ist Frau Gitteler in ihrem Element, beim Thema Greta Thunberg

Denn sie fragt.

TC 12:15:02:08 Interviewerin:

Also Sie glauben nicht, dass Greta das auch aus eigenem Interesse tut und weil es ihr wichtig ist.

TC 12:15:06:17 Limburg:

Doch, doch, doch, natürlich. Wenn ich die Geschichte verfolge – sie hat ja schon kräftige Störungen vorhergezeigt, hat sich stundenlang mit einer Banane beschäftigt, bevor sie die essen konnte, dieses und jenes. Und jetzt hat sie den Fokus für ihre Wut, für ihre Angst, für ihre Panik gefunden im Klimawandel und ihr wird eingeredet, sie kann da was dagegen tun. Das meint sie alles bitterernst. Wir sind die Bescheuerten, die das ernst nehmen. ..

Wiederum weglassend, bzw. nach vorn verschoben

Ein Kind wird da missbraucht als unantastbare, heilige Jungfrau von Orléans oder was immer – das ist eine Schande für diese Gesellschaft-

..TC 12:15:45:11 Interviewerin:

Das heißt, die Fridays for Future-Bewegung können Sie auch nicht nachvollziehen?

TC 12:15:49:06 Limburg:

Überhaupt nicht. Überhaupt nicht. Zumal die Kinder, die da hüpfen und tanzen und singen und sofort alles einstellen wollen, sich gar nicht mehr im Traum vorstellen können, was das für sie bedeutet. Weder werden sie zur Schule gebracht, noch können sie ihr Handy benutzen, noch können sie sonst irgendwas machen. Das bringen die einfach nicht zusammen. Ich verstehe die Eltern nicht. Ich war neulich bei einer Anhörung in Hannover und werde jetzt morgen bei einer Anhörung in Düsseldorf sein, die sowas von ihren Kindern erwarten und sie noch dabei fördern. Also die Welt ist verrückt geworden in meinen Augen. Uns geht es offensichtlich zu gut. Wenn man mich fragt, woran liegt das, kann ich auch nur sagen, das ist eine Vermutung: Wenn’s dem Esel zu gut wird, geht er aufs Eis tanzen. Also wir haben mit Sicherheit andere Sorgen als diese, aber es ist eben schön, einfach und ja, man kann auch fordern, brüllen, machen, tun, seinen Unmut hinausschreien, all das gebongt. Aber die Kanalisierung in den sogenannten „Klimaschutz“ ist eine Schande. Wirklich eine Schande…

Und auch …

TC 12:20:43:02 Interviewerin:

Was würden Sie denn jungen Leuten sagen? Also was sollen die denn Ihrer Meinung nach besser tun?

TC 12:20:50:15 Limburg:

Die sollen sich vor allen Dingen sachkundig machen. Sachkundig machen – was steckt dahinter? Welche Motive sind das? Sind die ehrlich oder sind die vorgeschoben? Und sich dann entscheiden. Aber vor allen Dingen sollen sie sich keine Angst machen lassen. Das ist ja das, was diese Greta-Bewegung auszeichnet, die wahnsinnige Angst vor einer Klimakatastrophe, dass ihnen die Zukunft genommen wird. Mein Gott, seid doch mal ein bisschen optimistisch. Wie gesagt, der Mensch hat die besten Möglichkeiten. Wir haben Geld, wir haben Know-how, wir haben Fähigkeiten, wovon unsere Vorfahren nicht mal im Traum dachten, dass sie die haben können, wir haben trotzdem diese Welt gewonnen. Ich kann mich noch gut erinnern: Anfang der Sechzigerjahre, als die Berlinkrise war und der Atomkrieg jeden Tag vor der Tür stand. Da muss man’s mit Luther halten. Lass uns doch ein Apfelbäumchen pflanzen… etc.

TC 12:22:16:20 Interviewerin:

Aber was ist denn, wenn sich herausstellt, dass die Klimakrise auch real wird oder ist?

TC 12:22:22:07 Limburg:

Ich sage das ja: die Möglichkeit, die wir als Menschen viel mehr als jede andere Spezies haben, ist sich anzupassen. Ich habe Ihnen ja die Beispiele genannt. Dann bauen wir eben Dämme gegen zu hohe Fluten. Al Gore hat sich vor Jahren schon ein Hochhaus in San Francisco gekauft, weil er geglaubt hat, dass der Meeresspiegel, hätte er das vielleicht doch nicht gemacht. Oder irgendjemand anders von diesen Großkopferten auch. Also das wird von allen nicht so richtig ernst genommen. Und wenn Sie sich die Daten ansehen, dann ist es auch nicht ernst. Kann nur ernst werden. Klima kann sich immer ändern und dann tue ich eben etwas dagegen. Wir sind die beste Generation, die überhaupt je gelebt hat. Wir haben Kapital, wir haben Know-how, wir haben die Zahl der Menschen. Wir können alles tun, um uns anzupassen. Überhaupt kein Problem. Wir haben genügend Energie, wir können – was habe ich gerade gelesen:  Kernreaktoren auf Schiffen sind jetzt nach 5 000 Kilometern Seereise im Hafen von Kamtschatka gelandet und versorgen 100 000 der Leute dort, die sonst keinen Strom hätten oder nur unter unzähligen Schwierigkeiten zu Strom kämen, mit Strom. Die haben im Winter minus fünfzig Grad und der Sommer ist zwei Monate lang. Die sind drauf angewiesen. Wir haben also Energie, wir haben fossil oder Kern, meinetwegen auch alternative Energien, aber die müssten dann eben funktionieren und bezahlbar sein. Warum dann nicht? Das ist meine Antwort. Habt Zuversicht, glaubt an eure Fähigkeiten und dann machen wir das, wenn’s Zeit ist. Anderes ist unnütz. Und gefährlich

..

Und etwas späterverfolgt sie die heiße Spur der bösen, alten weißen Männer

TC 12:24:01:03 Interviewerin:

Ich habe jetzt in meinen bisherigen Gesprächen und auch Interviews immer öfter das Gefühl bekommen, dass sich gerade die älteren Generationen, gerade von der Fridays for Future-Bewegung, sehr angegriffen fühlen oder irgendwie beschnitten, auf den Schlips getreten. Können Sie sich das erklären? Ist das eine Art Bevormundung, die nicht -…

unterschlägt dann aber den ersten Teil meiner Antwort:

TC 12:24:21:23 Limburg:

Nein, das ist die billige Art und Weise, hatte ich ja gesagt, wenn ich angegriffen werde, dann nicht mit Argumenten, sondern: „Der alte Mann hat ja keine Ahnung.“ Oder noch schlimmer: „Der böse, weiße, alte Mann“ oder was immer. Pfft. So what?

Wovon sie nur brachte:

Wenn man ein bisschen nachdenkt, und das tun die eben nicht, dann weiß man das alles, wovon wir hier gut leben, wie wir fahren, wie wir essen, wie wir trinken, wie wir wohnen, wie wir heizen, wie wir uns unterhalten über lange Distanzen, fast zu 99 Prozent von weißen, alten Männern erfunden wurde. Also ganz so schlecht können wir nicht gewesen sein. Die heute billigere Art und Weise ist, jemanden anzugreifen. Was kratzt es die Eiche, wenn die Sau sich an ihr reibt?

TC 12:25:05:01 Interviewerin:

Aber ich meinte jetzt gar nicht EIKE im Speziellen, ich meinte jetzt –

TC 12:25:07:12 Limburg:

Die Eiche, habe ich gesagt.

TC 12:25:10:02 Interviewerin

Ich dachte die EIKE. Ich meinte jetzt gar nicht das im Speziellen. Sondern generell erlebe ich, dass ältere Menschen sich von den Jungen durch dieses Streiken sehr angegriffen fühlen. Können Sie das nachvollziehen?

TC 12:25:20:10 Limburg:

Das war doch schon immer so. Das ist ja nichts Neues.

Und etwas später

TC 12:31:29:14 Interviewerin:

(lacht) Greta. Wir machen das mit all unseren Protagonisten. Wenn Greta jetzt vor Ihnen stehen würde in Lebensgröße, was würden Sie ihr dann sagen?

TC 12:31:39:21 Limburg:

Ich würde sie an die Hand nehmen und versuchen, sie aufzuklären, was sicherlich misslingen würde, weil sie als Autistin schwer irgendwelchen abweichenden Meinungen und auch Argumenten zugänglich ist. Und wenn man es mir gestattete, würde ich sie an die Hand eines guten Psychologen bringen, der sie dann von ihrer Krankheit ein bisschen heilen kann oder lindern kann, damit sie ein vernünftiges Leben vor sich hat, so ist es ja unerträglich. Panik, Furcht, Hass. Da ein Leben zu beginnen, ist ja für jeden Menschen unerträglich. Also man müsste ihr eigentlich die Last von den Schultern nehmen. Stattdessen wird sie missbraucht und trägt die Last weiter und glaubt, dass sie damit Anerkennung oder Änderung bewirkt.

Der Schlusakkord – Ihre öffentliche Reaktion –gesendet

Nachdem das alles gesagt und aufgezeichnet wurde, setzt sich Frau Gitteler doch tatsächlich in Potsdam hin und sinniert:

„Michael Limburg und seine Aussagen lassen mich schon ein wenig ratlos zurück. Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, warum er so über Greta Thunberg denkt!“

Wie man aufgrund des vollständigen Interviews unschwer erkennen kann, muss die Antwort darauf lauten:

Meine Aussagen sind evtl. nur deshalb schwer nachzuvollziehen, wenn man sie absichtlich verstümmelt und aus dem Zusammenhang reißt.

Eine Technik, die das Duo  Rezny/Gitteler selber anwandte, um ihre Zuschauer in dieselbe, allein von ihnen selbst aufgestellte (oder ihnen aufgezwungene?) Falle zu locken.

Journoarbeit mal wieder mal vom Feinsten.

Ihre echte Reaktion – nicht gesendet

Noch bei mir im Hause klang das, was sie sagte nämlich ganz anders: TC 12:34:18:14 Interviewerin:

Herr Limburg, was mich jetzt als abschließende Frage noch interessiert: Man bleibt irgendwie in dieser ganzen Debatte sehr verwirrt zurück. Einerseits redet man, zum Beispiel habe ich mit einem Klimaforscher geredet von der BOKU Wien, heute habe ich mit Ihnen gesprochen. Wem soll man denn jetzt glauben als Normalsterblicher?

TC 12:34:38:07 Limburg:

Das ist ein großes Problem und wenn ich Ihnen jetzt eine kurze Antwort gebe, dann klingt die jetzt vielleicht ein bisschen hochmütig, aber ich zitiere Kant: „Sapere aude“, hat er mal gesagt. Nun bin ich kein Lateiner, ich habe das auch nachgelesen. „Bediene dich deines eigenen Verstandes.“ Dazu gehört natürlich erst mal, dass Sie den Äußerungen, die öffentlich über Sie hereinprasseln, erst mal misstrauen und sagen: „Was ist denn eigentlich los?“ Ich habe angefangen mit den 0,04 Prozent CO2. Davon ist der menschgemachte Anteil irgendwo zwischen ein und zwölf Prozent, also nochmal viel weniger als das, was da ist. Wirkt nur physikalisch, nicht chemisch, kann also nur eine extrem geringe Wirkung haben, wenn überhaupt. Das wissen die meisten nicht.

Die denken, wenn Sie die fragen, wie viel sind’s denn, bei den Grünen oder den Jugendlichen zehn, zwanzig, dreißig Prozent in der Atmosphäre, ist es bei weitem nicht.

Dann fragen Sie sich doch mal, was ist denn eigentlich passiert? Wir hatten zwei schöne Sommer hintereinander. Erfreulich und manchmal auch unerträglich warm.

Auf der anderen Seite, ich weiß nicht wo Sie hinfahren. Die meisten Deutschen lieben es, nach Mallorca zu fliegen, besonders, wenn die kalte Jahreszeit beginnt. Die Kanarischen Inseln sind ausgebucht über die Winter, zur Saison, weil die Leute alle ins Warme wollen. Was ist dann an Erwärmung schlimm? Im Gegenteil, es ist gut. Die Frage ist, was zu viel ist. Wenn ich also sehe, dass in Miami die Jahresmitteltemperatur bei vierundzwanzig Grad liegt und die Leute dort sehr lebendig sind und fröhlich, wo ist eigentlich das Problem? Das Problem ist eher, wenn’s kalt ist. Die Selbstmordrate in Finnland ist viel höher als sonst wo, weil die dunklen und kalten Nächte dunkle Tage haben –…..

Doch das zu senden hätte sie – wenn sie es denn versucht hätten – vermutlich den Job gekostet. Da setzt man sich lieber vor die Kamera in Potsdam hin und sinniert über Fragen, die so nicht gestellt wurden und über Antworten, die so nicht gegeben wurden. Manipuliertes Staatsfernsehen wie es sein soll.

Wer glaubt denen noch?

Zehn Jahre nach der Befriedung des Baskenlandes droht Katalonien zu einem Sicherheitsproblem für Spanien zu werden. Grenz- und Strassenblockaden provozieren Millionenverluste für die Wirtschaft, auch für deutsche Firmen.

Der ehemalige Pressechef der Spanischen Botschaft in Berlin (2004-2009) und politische Berater Luis Martos hat den sich immer mehr in Gewalt ausdrückenden Konflikt zwischen Madrid und Katalonien schon vor einigen Jahren vorausgesehen: “Es war klar, dass dieser zu einer “katalanischen Frage” werden würde, welche das Land zereisst.“ Der 71jährige hat nicht nur die erste Regierung Spaniens nach der 1978 durch Referendum ratifizierten Verfassung und damit den Übergang in die Demokratie beruflich miterlebt, sondern auch das Ende der baskischen Terrorgruppe Eta vor 10 Jahren. Er rät deswegen wie viele in diesen Tagen zu einer Grossen Koalition von Konservativen (PP) und den aus den Wahlen am Sonntag als Gewinner hervorgehenden Sozialdemokraten (PSOE). Es würde auch deswegen Sinn machen, weil beide Parteien als die Hauptschuldigen des Konflikts angesehen werden.

Derzeit sieht es aber so aus, dass es nach dem zweiten Urnengang in diesem Jahr eine Koalition zwischen der PSOE und der linken ehemaligen Bürgerbewegung Podemos geben wird. Aus Kreisen der PP, welche Pedro Sánchez monatelang blockierte, ist zu hören, dass Sprecherin Cayetana Álvarez de Toledo angesichts dieses möglichen Linksruck nun doch bereit sei zu einer solchen Grossen Koalition mit der PSOE, da beide auf die absolute Mehrheit im Parlament kämen, was mit Podemos nicht der Fall wäre. Diese wären auch auf die Unterstützung regionalnationalistischer Parteien wie die baskische PNV angewiesen.

Grosse Koalition für Verfassungsreform: Nation der Nationen

„Angesichts der Dramatik der Lage müssen wir die Verfassung den neuen Gegebenheiten anpassen. Nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament können wir in der Präambel verankern, dass Spanien ein Staat mit drei Nationen ist: der baskischen, der katalanischen und der spanischen.“ Und genau diese neue Aufassung des spanischen Staates sei notwendig, um den Dauer-Konflikt mit Basken und Katalanen zu überwinden, welche sich in groβen Teilen nicht als Spanier fühlten: „Eine Möglichkeit zu einem Referendum zur Selbstbestimmung sollte hier ebenfalls unter ganz klaren Bedingungen verankert werden,“ fordert Martos. Allerdings dürfte die neue Koalition zwischen Podemos und PSOE wohl ebenfalls eine ähnliche Verfassungsreform anstreben, da sie beide für föderale Strukturen und das Konzept einer „Nation der Nationen“ sind. Aber eine Zwei-Drittel-Mehrheit dürfte nur mit langen gesellschaftlichen Debatten zu erreichen sein.

Die aktuelle katalanische separatistische Regierung unter Quim Torra trägt derzeit jedenfalls nicht dazu bei, dass die Lage sich beruhigt, sondern macht weiter Druck. Ob sie sich durch eine solche mögliche Verfassungsänderung beinflussen lassen würde, bleibt abzwarten. Die PP will seine Absetzung, das ist aber juristisch nicht durchzusetzen, sagt die amtierende PSOE. Auch wenn einige Vertreter der Unabhängigkeits-Befürworter immer wieder zu Dialog aufrufen, war die Rede der antikapitalistischen Partei CUP nach den Wahlen an diesem Sonntag eindeutig: „Die Schlacht auf den Strassen geht weiter“, sagte Sprecherin Mireia Vehí. Die in Katalonien lebende Schweizerin Stefanie Zanier identifiziert sich nicht mit der kleinen, aber lauten CUP. Sie hält die Mitte Oktober bekanntgegebene Verurteilung der neun Politiker, die am 1.Oktober 2017 ein gemäβ der spanischen Verfasssung illegales Referendum organisiert hatten, jedoch für „unhaltbar“: „Die Reaktion des Zentralstaates ist völlig überzogen“, sagt die ehemalige spanische Delegierte des Auslandschweizerrats. Sie selber ist bei den groβen Protesten und Märschen in den vergangenen Wochen und Monaten immer dabei gewesen, zusammen mit ihrem katalanischen Mann.

Deutsche Investoren in Spanien werden langsam sehr nervös

Der scheinbar überwindbare und seit Jahren aufgeheizte Konflikt beginnt auch die deutschen Investoren in Spanien extrem an die Nerven zu gehen. Der Präsident des Kreises der Deutschen Führungskräfte in Barcelona (KdF), Albert Peters, findet in diesen Tagen klare Worte zu den seit Wochen andauernden Gewaltprotesten der separatistischen Gruppe CDR (Comités de Defensa de la República), die jetzt auch die Grenze zu Frankreich blockieren: „Jede ungesetzliche, willkürliche Aktion von Parteien, Bürgerinitiativen oder sogenannten Gruppen führt zu noch mehr Unsicherheit in einer ohnehin schon angespannten Situation.“ Autobahnblockaden oder brennende Container schreckten ab: „Wir brauchen unbedingt wieder Ruhe und Vertrauen. Dazu müssen alle Beteiligten beitragen nach den Wahlen und der hoffentlich baldigen Regierungsbildung.“ Aber das ist nicht einfach, weil die spanische Politik derzeit von groβen Egos bestimmt wird.

Die Sozialdemokraten setzen auf Dialog und über ihre katalanische Schwester PSC, die dort inzwischen zweitstärkste Kraft ist, auf Co-Regierungen mit den Separatisten auf lokaler Ebene, genauso wie der mögliche Koalitionspartner Podemos. Ciudadanos, welche ihren Ursprung in Katalonien haben, und auch PP und VOX fordern dagegen die komplette Ausgrenzung separatistischer Ideen und die Aussetzung der katalanischen Autonomie. Die linke Podemos, mit der die PSOE koalieren könnte, tritt dagegen für ein Referendum in Katalonien ein, was Sánchez wiederum bisher ablehnt. Martos warnt davor, dass wenn es nicht schnell zu einem konstruktiven Pakt mit Katalonien komme, der Rechtsradikalismus in Form von Vox sich weiter im Land ausbreiten werde und sich die alten Fronten des Bürgerkrieges damit noch verstärken würden. Die autoritäre Vox hatte auch dank der Veröffentlichung von Verhörprotokollen festgenommener Radikaler vor den Wahlen am Sonntag, in denen von geplanten Anschlägen die Rede war, enormen Zuwachs erfahren. Sie ist jetzt mit 15% drittstärkste Kraft im spanischen Parlament.

Millionenverluste zwingen zum zügigen Handeln

Die seit der Veröffentlichung der Gefängnisstrafen für die neun Separatisten durch die Proteste entstandenen wirtschaftlichen Schäden werden in einem Dokument vom spanischen Bau- und Transportministerium, auf das die katalanische Zeitung „El Periódico Zugriff“ hatte, auf über 7,3 Mio. Euro geschätzt. Es enthält allerdings nur die Schäden bis Ende Oktoer, die Verluste, welche die Grenzschliessung zwischen La Jonquera (Girona) und Frankreich aufgrund der Strassensperrung verursachen, sind noch gar nicht abzuschätzen. Einige deutschen Produktionen schlossen ihre Fabrik in diesen Tagen, weil sie nicht ausliefern konnten. Andere mussten ihre Lieferwege komplett umdisponieren. KdF-Vertreter Peters weist daraufhin, dass es bei den aktuellen Sorgen nicht nur um ausländische Unternehmen gehe, sondern auch um die heimische Wirtschaft: „Niemand hat es besser gesagt als Karl Marx: Kapital ist ein scheues Reh und flüchtet wie eine Gazelle. Wir rufen deswegen alle Beteiligten auf: Dialog und Verhandeln ist keine Schwäche sondern in einer Demokratie absolute Notwendigkeit.“ Darauf verweist auch der Chef der Konrad-Adenauer-Stiftung Wilhelm Hofmeister: „Nicht einmal die Hälfte der Katalanen sind für eine Unabhängigkeit, weshalb diese Menschen auch Gehör finden sollten.“

Vox ist der groβe Gewinner des Katalonien-Konflikts

Weiterlesen

Wann zieht die deutsche Strickliesel in den Antiterrorkrieg?

Betonpoller auf dem Weihnachtsmarkt

Ob für die Wehrmacht an der Ostfront oder für den „Merkelpoller“: Wenn die deutsche Frau strickt, sind Krieg und Terror nicht weit.

Nur die über neunzigjährige Tante erinnert sich noch aus eigenem Erleben an das Wollsockenstricken für die frierenden Wehrmachtssoldaten an der Ostfront. Verschickt schon mit im Oktober aufgegebenen Weihnachtspaketen, erreichten sie aber vielfach ihre Adressanten gar nicht mehr. Werden heute eigentlich in den deutschen Familien noch Socken gestrickt, wo die industriell gefertigten im Zehnerpack und quasi als Wegwerfartikel im Discounter angeboten werden? Wahrscheinlich kaum.

In deutschen Städten fiel in den letzten Jahren allerdings etwas Ungewöhnliches auf, das im engeren Sinne etwas mit dieser vergangenen Strickkunst zu tun haben könnte: Schlauchartig umhäkelte (Oder umstrickte?) Poller, also diese senkrechten im Boden befestigten Pfähle, die Autos an der Weiterfahrt hindern sollen. Aber warum werden solche abweisenden Objekte jetzt bunt umhäkelt?

Ein unfassbarer Skandal 9. November in Deutschland – Juden werden aufgefordert, wieder Opfer zu sein Poller spielen historisch eigentlich eine einladende Rolle. Mit ihnen wurden an den Kaimauern der Häfen Schiffe vertäut. Im Deutschland von 2019 wurden Poller allerdings zu sichtbaren Zeichen einer ernsten Bedrohungslage durch vornehmlich islamistische Attentäter. So werden die beliebten deutschen Weihnachtsmärkte geschützt wie mittelalterliche Burgen, nur, dass der Schutzwall aus teils übermannsgroßen Beton-Gussteilen besteht, die dicht an dicht aufgestellt verhindern sollen, dass Autos oder Lastkraftwagen, von maximalem Vernichtungswillen ihrer Terrorfahrer gesteuert, in die Menschenmassen der Marktbesucher fahren.

Die Stadt Ulm verteidigt ihren Weihnachtsmarkt mit Spatzen gegen Terroranschläge. Es ist so bizarr, wie es klingt, wenn bis zu zwei Tonnen schwere Spatzenmodelle von Islamisten gesteuerte LKWs davon abhalten sollen, Massenmorde zu begehen. Die Berliner Zeitung findet, das sei „eine sehr elegante Lösung“. Wenn das Wahrzeichen der Stadt in tonnenschwerem Beton vor Terror schützen soll? Die massiven Betonvögel messen von Schnabel bis Schwanzspitze knapp zwei Meter. Und was für eine Kategorie ist das eigentlich, in welcher die Begriffe „Eleganz“ und „Terror“ gleichermaßen Platz finden?

Der Berliner Breitscheidplatz wurde zur Festung ausgebaut, nachdem dort elf Bürger von einem islamistischen Terroristen mit einem in den Weihnachtsmarkt hinein gesteuerten Sattelschleppers ermordet wurden, ebenso wie zuvor schon der Fahrer des LKW. Mit Sand gefüllte Bigbags in Gitterboxen, Betonwände und mobile Schwerlast-Metallpoller sichern hier die Zuckerwatte, den Bratwurststand, das Karussell und die Glühweinbuden. Kostenpunkt schon 2018: 2,5 Millionen Euro.

Der Volksmund – jedenfalls eines bestimmten Teils der Bevölkerung – nennt diese Betonbarrieren heute sarkastisch und zynisch „Merkelpoller“, weil man die Zuwanderungspolitik der Kanzlerin für solche Terroranschläge wie am Breitscheidplatz für verantwortlich hält.

Die industrielle deutsche Sicherheitstechnik hat schnell reagiert und ihre Produktpalette den neuen Erfordernissen angepasst. Bei den entsprechenden Anbietern klingt das dann so: „Je nach Standfestigkeit gibt es security Zertifizierungen zur Steuerung vom Verkehr im privaten und öffentlichen Bereich, als auch besonders standfeste „Terror-Zertifizierungen“ für Hochsicherheitsbereiche.“ Ein weiteres Unternehmen wirbt mit „Dekorative Beton Poller“, die dazu gehörige Fotografie der aufgereihten Betonprodukte erinnert an eine Abstraktion von Xians Terrakotta-Armee. Heute müsste man wohl von einer Terrorkotta-Armee sprechen. Anzeige

Aber zurück zum Anfang und zu den umhäkelten Pollern im Stadtgebiet mit dem anhängenden Etikett #haekelpoller. Handwerklich ist das ja eine Patchworkhäkeldecke (nur in 3D)  wie man sie aus den 1970er Jahren kannte, damals, als auch die Makramee-Blumenampel im Trend lag.

Eine Art wollener Kondom von Hand gemacht, technisch nah dran an der Fertigung dieser wunderbar wärmenden Wintersocken – eine aussterbende Frauenarbeit, die man in richtig großer Angebotsbreite nur noch in den Hauptstädten des Baltikums findet, wenn dort alte russische Mütterchen beispielsweise in der so prachtvoll renovierten Altstadt Rigas den vorbeischlendernden Touristen für unter zehn Euro so ein paar Selbstgestrickte anbieten.

Eine Technik, die heute mutmaßlich von jüngeren Frauen in Deutschland genutzt wird, um vermeintlich das Stadtbild zu verschönern, der Beton- und Stahlanmutung der Stadtmöbel eine kunsthandwerkliche Note zu geben, Hingucker zu schaffen.

Sicher haben die fleißigen Strickerinnen (oder doch Häklerinnen? Ganz egal) auch nichts gegen ein schelmisches Grinsen einzuwenden. Diese Strickerei hat – wer hätte es in Zweifel ziehen wollen? – auch eine politische Variante, wenn in diesem Zusammenhang von „Urban Knittering“ oder „Guerilla Knitterung“ die Rede ist, also von einem kleinen Krieg des Strickens.

Und wenn hier beispielsweise vor dem Dresdner Militärmuseum ein Panzer eingestrickt wurde, quasi als Weiterführung der Rose im Gewehrlauf des Wachsoldaten dort eingeführt in den 1960er Jahren von einem Blumenmädchen in Hotpans und Fransenlederjacke. Dieses Bestricken von grauen Laternen und Pollern ist demnach eine feminine Art des Sprayens (Graffiti), welches ja traditionell immer noch vorwiegend von maskierten Jungs und jungen Männern betrieben wird.

Geschichtsklitterung durch Merkel Dem Morgenrot entgegen, ihr Kampfgenossen all? Es ist jetzt also nur eine Frage der Zeit, wann die erste Stadtverwaltung auf die glorreiche Idee kommt, hier die Betonfront gegen den islamistischen Terror mit den jungen Strickerinnen zusammenzubringen und also statt Spatzen gießen zu lassen wie in Ulm, diese weihnachtsmärktlichen Merkelpoller unter die Strick- oder Häckelnadeln junger Mädchen zu bringen, die diese Mahnmale des Terrors dann im besagten Falle noch staatlich subventioniert einmal komplett umhäkeln oder umstricken wie 2013 besagten Kampfpanzer Typ Leopard 1 in Dresden, der eine Kuscheldecke bekam.

Warum? Laut Bekunden der Handwerkerinnen als Gegengewicht zu den „Neonazi-Aufmärsche(n) und Gegendemonstrationen“ am Jahrestag der Zerstörung Dresdens durch alliierte Bomberverbände. Um Himmelswillen.

Merke also: Wenn die deutsche Frau strickt, sind Krieg und Terror nicht weit. Von der Winterhilfe für den Landser im Feld hin zum verstrickten Panzer gegen Nazis und vielleicht demnächst auch Stricken gegen den Terror, wenn die erste Stadtverwaltung, statt teure Betonspatzen zu gießen, auf die viel preiswertere Frauenhandarbeit zurückgreift und damit dann auch noch was für das Image tun kann.

Weiterlesen

Sicherheitsbehörden verhindern einen weiteren terroristischen Anschlag

Islamischer Staat bleibt Bedrohung

Auch wenn diese eine Schlacht gewonnen scheint, so muss doch der Krieg gegen den islamistischen Fundamentalismus, den Salafismus und den Dschihadismus mit ungeminderter Härte weitergeführt werden.

Am gestrigen Dienstag wurden in Offenbach am Main, unweit meinem Heimatort Heusenstamm, drei mutmaßliche Islamisten festgenommen. Bei den Männern zwischen 21 und 24 Jahren soll es sich laut ersten Erkenntnissen um Anhänger des Islamischen Staates handeln. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main hat erklärt, dass es sich bei dem 24-jährigen Hauptverdächtigen um einen Deutschen mit marokkanischen Wurzeln handle, der bereits die wesentlichen Bestandteile für einen Sprengstoff der Marke Eigenbau zusammengetragen hätte. Auch wenn laut aktuellem Kenntnisstand noch kein konkretes Ziel für den Anschlag feststand, ging von den Islamisten eine ernstzunehmende Bedrohung aus, zumal die Planungen mutmaßlich ein Lokal oder eine Kirche als Anschlagsziel vorsahen.

Dank der erfolgreichen Arbeit der Sicherheitsbehörden konnten die drei Offenbacher festgenommen und somit womöglich ein Anschlag mit vielen Toten und Verletzten verhindert werden. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass wir uns nun zurücklehnen und auf dem Erfolg ausruhen können. Auch wenn diese eine Schlacht gewonnen scheint, so muss doch der Krieg gegen den islamistischen Fundamentalismus, den Salafismus und den Dschihadismus mit ungeminderter Härte weitergeführt werden.

Die Islamisten werden sich von diesem Teilerfolg der deutschen Behörden keinesfalls einschüchtern lassen, sondern werden immer weiter und vermutlich sogar noch aggressiver versuchen, ein Klima der Angst zu verbreiten. Wir müssen also darauf gefasst sein, dass weitere Islamisten sprichwörtlich in den Startlöchern stehen, um Anschläge zu verüben und so Unschuldige zu töten.

Vor dieser sich selbst beschleunigenden Dynamik habe ich oft gewarnt. Gerade jetzt, da der Islamische Staat in Syrien weitestgehend besiegt ist und nicht mehr über ein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet verfügt, steigt die Gefahr von Anschlägen im Westen nochmals stark an. Durch grausamste Bluttaten erhoffen sich die Islamisten neuen Rückenwind für ihren Dschihad: Sie wollen durch Anschläge in Europa zeigen, dass sie nicht kleinzukriegen sind und sich auf grausame Art und Weise gegen die eigene Zurückdrängung zur Wehr setzen werden.

Getrieben werden die Dschihadisten von einer hochgefährlichen Mischung aus Hass gegen den Westen, Frustration über die eigene Niederlage und einem fanatischen Eifer für die eigene Sache. Insbesondere nach dem Tod des IS-Führers al-Bagdadi, der vor drei Wochen durch US-Spezialkräfte getötet wurde, dürsten die Dschihadisten nach Rache. Davor habe ich unmittelbar nach al-Bagdadis Tod gewarnt, denn der Verlust des Anführers gießt Öl ins Feuer und kann womöglich der berühmte Tropfen sein, der das Fass endgültig zum Überlaufen bringt.

Hier gegenzuhalten ist eine große Herausforderung für unsere Sicherheitsbehörden. Die neuesten Festnahmen in Offenbach zeigen jedoch, dass die hessische CDU-geführte Landesregierung sowie die Bundesregierung die islamistische Bedrohung durchaus ernstnehmen und darauf reagieren. Die Wachsamkeit der Sicherheitsbehörden hat sich am gestrigen Tag einmal mehr ausgezahlt und gibt mir persönlich ein sehr gutes Gefühl. Meine Wachsamkeit bleibt dennoch ungebrochen.
Dass in den Offenbacher Anschlagsplanungen eine Kirche als Ziel in Erwägung gezogen wurde, unterstützt meine Wahrnehmung von der gegenwärtigen Situation nur weiter: Die Islamisten werden sich gezielt Orte aussuchen, die die westliche Lebensweise, unsere freiheitlich-demokratischen Werte oder den christlichen Glauben repräsentieren. Daher ist hier eine nochmals erhöhte Wachsamkeit gefordert.

Um zu verhindern, dass es zu Anschlägen kommt, sind gleich mehrere Maßnahmen von höchster Dringlichkeit:

Kommentar Wen schiebt die Türkei eigentlich nach Deutschland ab? Zum einen muss Deutschland in Kooperation mit seinen internationalen Partnern einen Beitrag zur Stabilisierung der Lage in Syrien leisten. Wir können keinesfalls zulassen, dass hier ein Machtvakuum entsteht, welches der IS gewaltsam zu füllen versucht. Hierbei ist es auch von Bedeutung, ausgereiste IS-Kämpfer mit deutscher Staatsbürgerschaft zurückzuholen und hier vor ein Gericht zu stellen, welches diese verurteilt. Nur so können wir ausschließen, dass von den nach Syrien ausgereisten Dschihadisten eine Gefahr für Deutschland und Europa ausgeht. In diesem Zusammenhang ist auch die jüngste Ankündigung der Türkei, deutsche IS-Kämpfer, die in der Türkei inhaftiert sind, auszuliefern, von höchster Wichtigkeit. Ich fordere erneut: Schnelle Verfahren und harte, aber gerechte Urteile, die eine weitere Gefährdung der Bürger ausschließen.

Zum anderen dürfen wir in Sachen Wachsamkeit nicht nachlassen. Die Sicherheitsbehörden müssen weiterhin mit größter Sorgfalt und Aufmerksamkeit nach verdächtigen Gefährdern suchen und diese schnellstmöglich dingfest machen. Im konkreten Fall der Offenbacher Dschihadisten beispielsweise haben die Sicherheitsbehörden Fingerspitzengefühl bewiesen: Seit Oktober hat man die drei Festgenommenen beobachtet und ist nun eingeschritten, bevor die Planungen ein kritisches Stadium erreichen konnten, wohl aber erst als konkrete Hinweise für eine mögliche Verurteilung gesichert werden konnten. Dennoch gilt, dass auch die Bürger zur Wachsamkeit aufgefordert sind: Durch eine Verstärkung der Präventionsarbeit können wir in der Zivilbevölkerung dafür sorgen, dass islamistische Strukturen erkannt und gemeldet werden.

Weiterlesen

Zur Abwechlung mal CO2 Messungen aus dem Jahre 1885:

Atmosphäre (Gehalt an Sauerstoff, Kohlensäure, Wasserdampf etc.)

http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=101252

„Der Kohlensäuregehalt der Luft ist sehr gering und an einem und demselben Ort einem dauernden Wechsel unterworfen, der von der Temperatur, dem Luftdruck, dem Wind und Regen abhängig ist. Die Menge
der atmosphärischen Kohlensäure schwankt in 10,000 Teilen dem Volumen nach zwischen 3,7 und 6,2 Volumteilen [das wären dann 370 – 620 ppm, 1885!!! HLA], wofür freilich auch noch andre Zahlen angegeben werden, indem Muntz und Aubin dafür in Paris die Werte 2,88 und 4,22 Volumteile fanden. Dabei zeigten sich die Maxima bei bedecktem Himmel und ruhigem Wetter, während die Minima bei reiner und bewegter Luft beobachtet wurden. Im allgemeinen ist die Luft im Sommer reicher an Kohlensäure als im Winter, in der Nacht reicher als am Tage. Mit der Erhebung vom Boden nimmt der Sauerstoffgehalt ab, der Kohlensäuregehalt zu, und diese Zunahme ist vielleicht aus einer vollständigen Oxydation der der Luft beigemengten organischen Stoffe zu erklären. Auf dem Meer ist die Luft an Kohlensäure ärmer als auf dem Land wegen des Absorptionsvermögens der See in Bezug auf Kohlensäure, und man hat daher in Küstengegenden den Kohlensäuregehalt der Luft bei Seewind ab-, bei Landwind zunehmen sehen.
Ebenso ist derselbe in der Nähe des Meers im Durchschnitt kleiner als in weiterer Entfernung. In Rostock wurde er z. B. als 0,029 Volumprozent gefunden, während er sich in Göttingen und Dahme resp. als 0,032 und 0,033 Volumprozent ergab. Wüstenluft aus der Oase Dachel hat 0,047-0,049 Volumprozent Kohlensäure, also soviel, wie die Luft auch bei uns besitzt, indem ihr Kohlensäuregehalt in Thälern und auf hohen Bergen bei uns zwischen 0,025 und 0,050 Volumprozent schwankt. Polarluft scheint reich an Kohlensäure zu sein, nach den Bestimmungen von Moß beträgt sie im Mittel 0,0553 Volumprozent. Anhaltender Regen vermindert den Kohlensäuregehalt der A., nach kurzem Regen scheint er etwas zu steigen. So ergab sich nach den Beobachtungen von Truchot in Clermont der mittlere Kohlensäuregehalt an Tagen ohne Niederschlag 0,033, an Tagen mit Niederschlag 0,046 und an Tagen, an denen der Boden mit Schnee bedeckt war, 0,056 Volumprozent“

Ein Detailgrad an Informationen, den ich heutzutage vollkommen vermisse. Greenpeace hat mir gerade erzählt, dass der CO2 Gehalt in 150 Jahren von 280ppm auf 400ppm angestiegen ist. Leider vergessen sie die Bandbreite der damaligen Messungen zu erwähnen, nehmen einfach den niedrigsten Wert. 

Wie heißt es so schön: „It’s not about the carbon footprint. It’s about carbon taxes, stupid“

Quelle