Der Klimakrieg zwischen Luisa M. Neubauer und Joe Kaeser

Von Klaus-Rüdiger Mai

Eine Farce in drei Akten, nebst Interpretation.

rolog: Karl Marx und Friedrich Engels treten auf: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften ist die Geschichte von Blasen“, von Luftgebilden, die sich zu einer erschreckenden Größe aufpumpen und beeindruckende Gestalt erreichen. Blasen pumpen sich solange auf oder werden aufgepumpt, bis sie platzen. Aus der Welt des Geldes sind Finanzblasen bekannt, aus der Welt der Ideologie Weltbeglückungsblasen, Weltuntergangsblasen und Weltuntergangsweltbeglückungsblasen.

Um so mehr die Klimabewegung an Attraktivität verliert, weil sie eine von den Medien und einem rotgrünen Establishment miterzeugte Blase ist, um so stärker setzt eine Radikalisierung ein. FFF-Funktionäre wie Lisa Neubauer, die zugleich Politiker der Grünen sind, was nur ein Zufall sein kann, verdeutlichen immer öfter, dass es ihnen nicht um das Klima geht, sondern eigentlich um den Gesellschaftsumbau.

Erster Akt

Joe Kaesers peinliches Angebot an Luisa Neubauer hatte schon für Verwunderung gesorgt, die Ablehnung des angebotenen Aufsichtsratsposten hat Kaeser schließlich lächerlich gemacht und natürlich auch den Aufsichtsrat selbst.

Zweiter Akt

Der abgewiesene Held verkündet, dass Siemens zu seiner Entscheidung steht, den verteufelten Auftrag zu erfüllen.

Dritter Akt:

Die unnahbare Heldin teilt dem abgewiesenen Helden in einem seltsamen Rosenkrieg auf Instagram mit:
„Mentaler Zustand: Behaltet uns lieber im Auge. Ihr alle – Siemens, Joe Kaeser und alle anderen CEOs. Alle, die beabsichtigen, die Krise weiter anzuheizen, als gäbe es kein Morgen. Denn es gibt ein Morgen, es gibt eine Zukunft. Das sind wir, und wir werden euch die Zukunft nicht weiter zerstören lassen. Das war erst der Anfang. Das ist keine freundliche Erinnerung, sondern eine freundliche Warnung.“

Der Vorhang fällt. Vorerst.

Interpretation:

Sollte sich Joe Kaeser fragen, weshalb sein PR-Gag schauerlich nach hinten losgegangen ist, so ist die Antwort einfach, aber wenig schmeichelhaft. Es hätte auch einen anderen Konzern treffen können. Joe Kaeser hat Siemens und sich einfach dafür angeboten, um zu zeigen, wie modern und progressiv er ist. Er unterschätzte allerdings die Destruktionskraft von Utopien und übersah, dass Ideologien nicht einer rationalen, sondern einer eigenen Logik folgen. Die Drohungen, die Demonstrationen der Aktivisten hätten sich auch gegen eine andere Firma richten können. Dass Siemens allen Unbill auf sich gezogen hat, werden die Bosse anderer Konzerne still und heimlich Joe Kaeser danken, und ein wenig werden sie auch über den guten Joe lächeln.

Die Geschichte ist übrigens voller Leute, die sich im reichlich bemühten Pathos als die Zukunft und das Morgen definieren. Ganze Liederabende kann man bei gutem oder schlechtem Wein mit dem Absingen von Liedern verbringen, in denen die Zukunft, das Morgen, inklusive Morgenrot besungen und der Sieg über die Feinde gefeiert wird: „Dem Morgenrot entgegen ihr Kampfgenossen all, bald siegt ihr aller Wegen, bald weicht der Feinde Wall“ oder „mit uns zieht die neue Zeit“ oder „Lied der neuen Menschlichkeit,/unser Lied klingt aus dem Heute/in das Morgen unsrer Zeit.“

Wenn die Zukunft im Rückspiegel erscheint, weiß man, dass man sich vor der Vergangenheit fürchten muss, weil sie zur Gegenwart werden könnte. Neubauers Rhetorik, Neubauers Pathos, Neubauers Drohungen sind Textbausteine aus historischen Versatzstücken, nichts Neues unter der Sonne. Gemein ist allerdings all jenen Versatzstücken, dass sie in der Geschichte nichts Gutes bewirkten. Zuweilen kommt die Tragödie auch nach der Farce. Protest gegen Projekt in Australien Joe Kaesers blamiert: Luisa Neubauer verschmäht Josefs Lolly von Siemens

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Die Oligarchie stoppen EU: Zeit für „Geschrei“

Von Klaus-Rüdiger Mai

Plant die EU-Administration die Entmachtung der nationalen Parlamente?

Der Artikel 20 des Grundgesetzes, Absatz 2, regelt deutlich, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht. „Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.“ Unter Volk wird in diesem Zusammenhang laut Grundgesetz das „deutsche Volk“ verstanden, das sich „kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben“ hat.

Vom deutschen Volk wurde die Kommission des Rates der EU nicht gewählt, weder seine Kommissare noch sein Kommissionspräsident, weder Jean-Claude Juncker, noch Franz Timmermans, auch nicht Günther Oettinger. Ihre demokratische Legitimation ist mehr als fraglich. Diese Tatsache hindert die Kommission nicht in ihren Bemühungen, immer mehr Macht an sich zu ziehen, sich Schritt für Schritt zu einer – nicht gewählten – Regierung eines europäischen Zentralstaates aufzuschwingen.

Wahlkampf 2019 – eine große Suppe Der neuerdings um die Wahrheit bemühte Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker, der früher allerdings das Motto vertrat: „Wenn es ernst wird, muss man lügen“, plant nach einem Bericht der WELT einen neuen Coup. Getreu seiner Maxime: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt“, besteht das Ziel seines jüngsten Vorstoßes in der Entmachtung der nationalstaatlichen Parlamente zugunsten der Brüsseler Bürokratie, was das deutsche Grundgesetz praktisch außer Kraft setzt, denn die Staatsgewalt ginge dann nicht mehr vom deutschen Volk aus, das seinen Willen in Wahlen zum Ausdruck brächte. Denn wo hat das deutsche Volk seinen Willen in der Besetzung der EU-Kommission zum Ausdruck gebracht?

Dieselbe EU-Kommission will nun demokratische Hindernisse schleifen, indem sie das Prinzip der Einstimmigkeit abschafft. Nun ist dieses Prinzip jetzt schon wie ein Schweizer Käse voller Löcher, denn es gilt beispielsweise nicht für die Fragen des Handels. Nun soll laut Bericht der WELT das Prinzip der Einstimmigkeit auch auf dem Gebiet „der Sozial- und Steuerpolitik von Grund auf“ verändert und durch das Prinzip der Mehrheitsentscheidungen ersetzt werden. Damit können die Nordländer gerade in so wichtigen Fragen wie der europäischen Arbeitslosenversicherung, der gemeinsamen Einlagensicherung der Banken, der Digitalsteuer und überhaupt der Erhebung von EU-Steuern von den Südländern und Frankreich überstimmt werden.
Gerade der französische Präsident, der sich nur mühsam im Amt hält und dringend Geld benötigt, hat sich auf die Seite der Südländer geschlagen und attackiert Deutschland wegen seiner Handelsbilanz. Es sei unsolidarisch, dass Deutschland aus dem Handel in der Euro-Zone große Gewinne erzielt, die auf Kosten anderer Länder der Euro-Zone gingen. Das müsse Deutschland kompensieren.

Das ist dreist, dreister jedoch ist, dass deutsche Politiker nicht widersprechen. Die viel beschworene Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wurde durch die innere Abwertung Deutschlands durch die Hartz-Reformen erzielt. Den Preis für die neue Wettbewerbsfähigkeit haben die deutschen Arbeitnehmer bezahlt, ohne dass sie an den Gewinnen beteiligt worden wären. Die Statistikbehörde Eurostat hat ermittelt, dass die deutschen Bürger bezüglich des Vermögens gar nicht so reich und führend, sondern Mittelmaß sind und noch hinter Ländern wie Portugal oder Spanien liegen. Soviel zu der Propagandalüge vom „reichen Deutschland“.

Es wird weiter protestiert Gelbwesten, Akt 24: Keine Gnade für Macrons Reformpläne Pikant wird Macrons Forderung vor dem Hintergrund, dass die Deutschen den Exportüberschuss auch noch über die Target-II-Salden finanziert haben. Wenn der Euro platzt, sitzt der deutsche Steuerzahler auf Forderungen von fast einer Billion Euro, die er nicht eintreiben kann. Auch darf mit Blick auf die Eigentumsverhältnisse einiger deutscher Firmen durchaus die Frage gestellt werden, in wieweit diese Firmen noch „deutsch“ sind. Am deutschen Exportüberschuss, den die deutschen Arbeitnehmer ermöglichten, in dem sie die innere Abwertung Deutschlands durch Lohnzurückhaltung und Bildung eines Zweiklassenarbeitsmarktes mit allen sozialen Folgen letztlich akzeptierten, sind sie nicht beteiligt, am enormen Target-II-Risiko als Steuerzahler hingegen schon. Und nun sollen nach dem Willen der EU-Kommission und auf Wunsch von Emanuel Macron die deutsche Arbeitslosenversicherung, die durch ein rigides Einzugssystem prall gefüllt ist, eurozonenweit geöffnet werden, um gleiche Lebensverhältnisse in der Euro-Zone zu ermöglichen. Auf die innere Abwertung folgt die soziale Deklassierung.

Wenn die EU-Kommission das Prinzip der Mehrstimmigkeit auch in Fragen der Sozial- und Steuerpolitik durchsetzt, wäre der Weg frei für eine umfassende Umverteilung in der EU, der Erhöhung der ohnehin schon zu hohen deutschen Staatsquote und der Auflösung des Königsrechts des Parlaments, des Haushaltsrechts, der Weg geebnet. Die nationalen Parlamente werden entmachtet zugunsten einer EU-Bürokratie, die immer stärker die Züge einer Oligarchie annimmt, ganz im Sinne eines neuen Establishments, des neuen juste milieus, in anderen Worten der „Neuen Herrschaft“.

Dass die Niederlande und andere Nordländer von diesem Vorstoß nicht erbaut sind, lässt sich denken, doch darf daran gezweifelt werden, dass Deutschland sich diesen Ländern anschließt. Die Grünen hätten es ohnehin gern gesehen, wenn die Bundesrepublik den französischen Vorstellungen der Neuordnung der EU, Reform genannt, nicht nur entgegengekommen wären, sondern sie auch noch überboten hätten. Ging Emanuel Macron bei seinen Überlegungen für ein eigenes Budget eines Euro-Zonen-Finanzministers von 20-25 Milliarden aus, die nicht durch Zuweisungen, sondern durch direkte Steuereinnahmen an den nationalen Parlamenten und Regierungen vorbei eingezogen werden würden, so rechneten die deutschen Grünen sehr zum Schaden der deutschen Bürger mit einem Volumen von insgesamt 110 Milliarden Euro. Auch mit Blick auf die Enteignung und Ausplünderung der deutschen Bürger kennen die Grünen keine Grenzen.

Sturm ist nicht gleich Sturm Wer Wind erntet . . . (1) An diesem Punkt erweist sich auch die Nützlichkeit der obskuranten Klimahysterie, die kalt und berechnend geschürt wird, denn natürlich soll mit diesen zusätzlichen Steuern die Finanzierung von „Gemeingütern und Investitionen in die ökologische und soziale Modernisierung, die auf europäischer Ebene effektiver durchgeführt werden könnte“ ermöglicht werden. Die überhöhten Energiepreise, die durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), die Förderung von Wind- und Sonnenenergie und die Abschaltung der Atomkraftwerke u.a. zustande kommen, nutzen den Grünen und ihrer Klientel. Selten wurde unter dem Deckmantel des allgemeinen Nutzens eine schamlosere Klientelpolitik betrieben. Effektiver in diesem Zusammenhang bedeutet daher für die Grünen eben administrativer, ohne Störung durch das „deutsche Volk“, von dem „alle Staatsgewalt … ausgeht“, ohne „Wahlen und Abstimmungen“, unter Umgehung der „besondere (n) Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung “, durch die das Volk seine Staatsgewalt ausübt.

Dieser angestrebte Abbau von Demokratie wird nicht nur hinter dem Rücken der Öffentlichkeit betrieben, sondern er wird versteckt hinter zweifelhaften Studien, die die Hälfte der Bundesbürger entweder als „rechts“ verorten oder behaupten, dass viele Bürger mit der Demokratie unzufrieden seien.

Über die sogenannte Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung sagt man genügend, wenn man erwähnt, dass eine der Autoren der Studie, Beate Küpper, dem Stiftungsrat der Amadeu Antonio Stiftung angehört. In diesem Zusammenhang stellt es keinen Zufall dar, dass die WELT alarmistisch titelt: „Unzufriedenheit über Demokratie am stärksten in Deutschland gewachsen“ und auf eine Studie des Pew Research Centre hinweist. Nun ist auch das Pew Research Center nicht unbedingt über jeden Zweifel erhaben, denn es wird getragen vom The Pew Charitable Trusts, einer Non-Profit-Organisation, oder einer NGO, wenn man so will, die über 600 Mitarbeiter beschäftigt und über ein Budget von 250 Millionen US-Dollar verfügt. Laut Wikipedia „engagiert sich“ die Organisation „unter anderem für den Schutz der Meere, der Umwelt und des Klimas.“ Allerdings hat selbst das Pew Research Center nicht die Unzufriedenheit mit der Demokratie ermittelt, sondern die Unzufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie, wie die WELT selbst im Artikel richtig stellt. Wenn Demokratiedefizite existieren, wie sie auch der renommierte Historiker Heinrich August Winkler für die EU mit Blick auf die Kommission diagnostiziert, dann kann es durchaus Ausdruck eines tiefen demokratischen Verständnis sein, mit dem Funktionieren der Demokratie unzufrieden zu sein. Existiert denn ein größeres demokratisches Engagement, als sich gegen die Einschränkung von Demokratie, gegen Demokratieabbau zu wehren?

Schaut man auf die Fakten, dann drängt sich der Eindruck auf, dass die Demokratie unter dem Deckmantel, die Demokratie zu verteidigen, zugunsten einer Neuen Herrschaft eingeschränkt werden soll. Die EU benötigt, will sie nicht zur Oligarchie werden, dringend das demokratische Korrektiv seiner Mitgliedsländer, darf den Bürger nicht entmündigen und die nationalen Parlamente als höchste Organe der europäischen Einigung nicht in ihren Kompetenzen einschränken.

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Dezember und Januar verhalten sich unter­schiedlich in Deutsch­land – ein Wider­spruch zum CO2-Treibhaus­effekt.

Josef Kowatsch, Stefan Kämpfe
Deutschland wird wegen der Klimaerwärmung keine Winter mehr erleben, orakelte vor 2 Jahrzehnten einer aus der Erwärmungsglaubensgemeinschaft. Der Temperaturschnitt der Monate Dezember, Januar und Februar bildet die jeweilige Wintertemperatur.

Abb.1: Die Wintertemperaturen Deutschlands zeigen seit 1988 einen leichten, aber keineswegs signifikanten Abwärtstrend. Im Grunde hat sich in dem 32-jährigen Betrachtungszeitraum nichts geändert. Damit stimmen die Winterorakel des Mannes in der Grafik nicht.

Wir nehmen den Startjahr 1988 aus zwei Gründen: Zum einen trat der selbst ernannte Weltklimarat mit seinen Erwärmungsverheißungen zum ersten Male an die Öffentlichkeit, außerdem erfolgte in Mitteleuropa in den Jahren 1986 bis 1990 ein plötzlicher Temperatursprung auf ein höheres Temperaturniveau, auf dem wir uns noch heute befinden. Somit wollen wir auch wissen, wie sich der Temperaturverlauf auf diesem höheren Niveau verhält. Ergebnis: Für den Winter gleichbleibend.

In diesem Artikel wollen wir die drei Wintermonate jedoch einzeln untersuchen. Oftmals kann man aus dem unterschiedlichen Verlauf der drei Monate zumindest Rückschlüsse auf Wetteränderungen im Zeitraum 1988 bis 2019 machen.

Beginnen wir mit dem Dezember, der DWD-Schnitt aus den fast 2000 Wetterstationen in Deutschland ab 1988 sieht so aus:

Abb. 2: Der Dezember wurde in Deutschland im Betrachtungszeitraum immer wärmer, etwa um 0,5°C/Jahrzehnt. Vor allem seit 2011 war der Monat relativ mild und das letzte Weihnachten im Schnee war im Flachland 2010.

Der Dezember wurde im letzten Jahrzehnt immer mehr zu einem verlängerten November.

Der Monat Januar dazu im Vergleich (Deutschlanddaten)

Abb. 3: Der Monat Januar wurde in Deutschland innerhalb seit 1988 immer kälter. Er nähert sich wieder dem vorigen Vergleichszeitraum.

Die wichtige Erkenntnis wäre: Der Monat Dezember und der Monat Januar verhalten sich genau gegensätzlich.

Auf einen milden Dezember folgt meist ein kälterer Januar. Im Jahr 2018 war der Dezember mild und der folgende Januar 2019 relativ kalt. Doch stimmt diese Regel über einen längeren Zeitraum?

Aufschluss soll die nächste Grafik geben. Beim Vergleich der beiden Graphen bitte beachten: Auf den Dezember 1988 folgt der Januar 1989 Zur besseren Vergleichbarkeit sind 88/89 zu einer Zeitachse zusammengefasst. Der Jan. 2020 fehlt noch, er muss mit dem milden Dez. 2019 verglichen werden und wird wohl ähnlich ausfallen.

Abb. 4: Die Grafik zeigt den Verlaufsvergleich von Dezember (braun) und den darauffolgenden Januar (violett). Dezember 1988 im Vergleich zu Januar 1989 sind auf einer Zeitlinie, ebenso Dez 2019 mit dem noch fehlenden Jan. 2020

Zwei Beobachtungen: Auf einen milden Dezember folgt durchaus nicht immer ein kalter Januar, trotzdem gilt: Ab 20011 wird der Dezember deutlich wärmer in Deutschland, während der Januar seinen Abwärtstrend beibehält.

Erklärung durch den angeblichen CO2-Treibhauseffekt: nicht möglich

Der angebliche CO2-Treibhauseffekt kann dieses unterschiedliche Temperaturverhalten der beiden Wintermonate keinesfalls bewirken. Sonst müssten wir festhalten: Die Zunahme des Treibhausgases CO2 wirkt im Dezember erwärmend und im Januar abkühlend.

Mouna-Loa Kurve, aus Wikipedia

Die Grafiken Dezember und Januar sind allein Beweis genug, dass CO2 wenig oder gar nicht klimasensitiv ist. Der Begriff „Treibhausgas“ ist somit ein Fantasiebegriff, genauso wie „unbefleckte Empfängnis Mariens“, letztlich immer was für Gläubige.

Bevor wir für dieses unterschiedliche Dezember/Januar Verhalten nach Erklärungen suchen, soll zunächst die Februargrafik vorgestellt werden.

Abb. 5: Der Monat Februar kühlte seit 1988 ähnlich ab wie der Januar. Hat etwa die Zunahme von CO2 auch die Februarabkühlung bewirkt?

Fazit: Der Dezember wurde wärmer seit 1988, Januar und Februar kälter. Der Winter verlagert sich zunehmend in die 2. Hälfte seiner drei Monate, was natürlich auch zu einer leichten Verzögerung der Blüte mancher Frühblüher führt wie Märzenveilchen und Forsythie.

Keine Wirkung von CO2: Wir haben schon erwähnt, dass dieses seltsame gegensätzliche Verhalten der drei Wintermonate nicht durch den CO2-Treibhauseffekt erklärt werden kann, falls er überhaupt einen Einfluss haben sollte, denn in allen drei Monaten nahm die CO2-Konzentration gleich stark um etwa 45 ppm zu. Und als Ergänzung, auch der zunehmende Wärmeinseleffekt bei den DWD- Stationen spielt hierbei vermutlich eine untergeordnete Rolle. Die Betrachtung bei WI-armen Stationen ergäbe lediglich für den Dezember einen schwächeren Anstieg und für die beiden anderen Monate einen stärkeren Abfall, was im Endergebnis zu einer stärker fallenden Trendlinie der Jahreszeit Winter führt. Ansonsten bliebe die Erklärungsfrage dieselbe. Nebenbei sei noch bemerkt, dass der WI-Effekt bei den DWD-Stationen im Winter eh weniger ausgeprägt ist als im Sommer.

Januar: Weniger Westwetterlagen. Weniger Tage mit Westwetterlagen im Januar sind ein plausibler, aber sicher nicht der einzige natürliche Erklärungsgrund für das unterschiedliche Verhalten der Monate Dezember und Januar in Deutschland:

Abb. 6: Leicht abnehmende Häufigkeit der im Winter stark erwärmend wirkenden Großwetterlagen mit Westanteil im Januar (dunkelviolett); im vorausgehenden Dezember blieb deren Häufigkeit gleich.

Ob es darüber hinaus weitere Ursachen gibt, ist unklar; in Frage käme eine Zunahme der Windgeschwindigkeit in Deutschland im Dezember, denn bewegte Luft kühlt sich weniger stark ab, doch fehlen hierfür die flächendeckenden Daten. Wie die beiden Monate sich weiter entwickeln werden, darüber können seriöse Klimawissenschaftler nur spekulieren.

Ergebnis: Der Dezember wurde in den letzten 32 Jahren in Deutschland wärmer, der Januar und Februar kälter. Das ist ein einfacher Beweis, dass es den CO2-Treibhauseffekt nicht gibt oder dass er kaum Wirkung hat. Aus diesem Grunde gibt es auch keine CO2 verursachte Klimakatastrophe, denn laut Einstein reicht ein Gegenbeweis. Der Artikel mit den Grafiken sind der Gegenbeweis.

Das unterschiedliche Temperaturverhalten der drei Wintermonate kann man nur mittels natürlicher Klimavariationen erklären. Wir haben nur eine ausführlicher genannt, er gibt sicherlich mehrere.

Es wird Zeit, dass endlich Natur- und Umweltschutz in den Mittelpunkt menschlichen Handelns gestellt werden. Die Erhaltung der natürlichen Vielfalt von Pflanzen und Tieren sollte ein vorrangiges Ziel sein und nicht diese unseriöse Panikmache von Medien im Verbund mit gut verdienenden Klima-Schwätzern und Märchenerzählern.

Josef Kowatsch, Natur- und Klimaforscher, unabhängig weil unbezahlt.

Stefan Kämpfe, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

Quelle

Wirtschaftskriege: Vom Segen des Klauens (2)


Von Gunnar Heinsohn

„Japans Weg nach ganz oben scheitert in den 1990er Jahren nicht an mangelndem Erfindungsgeist. Der imponiert ungebrochen. 2017 startet Hitachi das globale Projekt Society 5.0: „Das Durchdringen jeder ökonomischen Branche und jeder öffentlichen Institution und Infrastruktur mit den Innovationen der vierten industriellen Revolution (zum Beispiel Internet of Things, Big Data, Künstliche Intelligenz [KI], Roboter) erzeugt die Gesellschaft der Zukunft, in der permanent nicht nur neue Dienstleistungen, sondern auch neue Werte entstehen. […] Das ist Society 5.0, eine super-smarte Gesellschaft. Japan wird dabei vor der übrigen Welt die Führung übernehmen.“

Das klingt vollmundig. Doch wer diese Zielsetzung als bloße Propaganda abtut, mag etwa nach Kopenhagen schauen. Dort entsteht – über die Daten-Verzahnung von Stadtverwaltung, Verkehrsanlagen und Zulieferindustrie – ein roboterisiertes Metro-System. Es gehört in die höchste Kategorie der Grade-of-Automation 4/GoA4. Es kommt verständlicherweise nicht aus Dänemark selbst, das mit weniger als sechs Millionen Einwohnern dafür keine ausreichende industrielle Basis aufweist. Es kommt aber auch nicht aus dem direkt benachbarten Deutschland mit einschlägigen Firmen à la Siemens oder Bombardier, sondern – einschließlich der fahrerlosen Triebwagen – von Hitachi, das mit der Universität von Tokio das Laboratory Society 5.0 betreibt.

Gleichwohl kommen Kopenhagen beziehungsweise Europa mit einer derart integrierten Technologie zu spät. Bei einem der größten Minenkonzerne der Erde läuft in Australien ein ausgedehntes Schienensystem mit 170 Lokomotiven schon seit Juli 2018 fahrerlos unter Rio Tinto AutoHaul Train Control. Doch auch dieses System stammt keineswegs aus einem australischen Laboratorium. Es ist wiederum Hitachi, das Rio Tinto zum Weltführer bei automatisierten Industriebahnen macht. Dabei haben sich die Japaner fürs engere Europageschäft Italiens bestes Fachunternehmen, Ansaldo Energia aus Genua, hinzugekauft. Für die Firma ist das ein Glücksfall, weil ihre Zukunft allein aus italienischem Nachwuchs nicht mehr gesichert werden kann. Mit nur noch 42 mathematisch Begabten unter 1.000 Kindern (322 in Japan), ist man hinter die Türkei (47) zurückgefallen (TIMSS 2015).

Gründungspersönlichkeiten fehlen keineswegs

Es stimmt schon, dass Japan beim Bau großer Passagierflugzeuge den Europäern und Nordamerikanern nicht gewachsen ist, obwohl die Mitsubishi MR J70 das Blatt wenden könnte. Immerhin aber behauptet man bei zweistrahligen Businessjets mit der „Honda HA 420“ momentan die Weltspitze.

Selbst bei einer so trivialen, aber milliardenfach eingesetzten Technologie wie dem Reißverschluss kommen die einzig relevanten Innovationen von Japans YKK und nicht aus dem Ursprungsland USA, obwohl seine Herstellung ganz überwiegend in der chinesischen Sechsmillionen-Stadt Qiaotou erfolgt, die auch als Knopf-Metropole die Körper der Welt erobern konnte.

Auch Gründerpersönlichkeiten fehlen im vergreisenden Japan keineswegs. Sollte man die global imponierendsten Perspektiv-Unternehmer benennen, käme man an Masayoshi Son (*1957) wohl kaum vorbei. Der Japaner koreanischer Abstammung hat mit seinen Gewinnen aus der chinesischen Firma „Alibaba“ das Unternehmen „SoftBank“ aufgebaut, die unter anderem mit ARM aus dem englischen Cambridge die wichtigste Firma für Chipdesign seit 2016 im Portefeuille hat. Mit Tadashi Yanai steht hinter Fast Retailing mit Uniqlo, der größten Bekleidungsfirma Asiens und der aktuellen Nummer drei weltweit, ebenfalls ein Japaner.

Eine aufregende Erkenntnis und kühne Forschertat

Es ist vor allem Japans geringer Anteil von nur noch 1,6 Prozent an der Weltbevölkerung (2019), der es daran hindert, dem 21. Jahrhundert seinen Stempel noch stärker aufzudrücken als mit Robotern und automatischen Untergrundbahnen. Dieser demografische Befund bleibt in den Prognosen der 1980er Jahre unterbelichtet. Auch deshalb wird momentan nicht zureichend erfasst, was ein demografisch elfmal stärkeres Japan ein China also einmal erreichen könnte. Auch für dieses Land werden ja ununterbrochen Parallelen zum vermeintlichen japanischen Scheitern gezogen.

Die Gründe für den Erfindergeist, der das alternde Japan in der technologischen Weltspitze hält, werden von den Analytikern bis heute übergangen. Man hat im 20. Jahrhundert die Demografie des Landes überschätzt, seine kognitiven Stärken dafür unterschätzt. Und doch gibt es einen kleinen, aber folgenreichen Befund mitten aus der Zeit einstiger Japan-Besessenheit. Am 20. Mai 1982 erscheint in Nature, der angesehensten naturwissenschaftlichen Zeitschrift, ein Aufsatz von Richard Lynn mit dem Titel: „IQ in Japan and the United States shows a growing disparity“.

Ein Dreivierteljahrhundert nach Tsushima erfährt die Welt, dass Japaner einen Durchschnitts-IQ von rund 105 aufweisen, Briten (und ihre Übersee-Verwandten) sich aber weiterhin mit ihrem Greenwich-IQ von 100 begnügen müssen. Eine aufregende Erkenntnis und kühne Forschertat wird da mitgeteilt. Heiner Rindermann bestätigt 2018 diesen Befund mit einer japanischen Cognitive Ability (ein breiteres und neutraleres Maß als der IQ) von CA104. Die 2018er Ergebnisse der inneramerikanischen Tests für den Zugang zur Universität (SAT) haben im Fach Mathematik „Asians“ mit 635 Punkten vor „Whites“ mit 557 und „Hispanics“ (die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe) mit 489 Punkten.

Kostbare, wenn auch kaum gehörte Lehre

Pierre Bourdieu, Star-Soziologe aus Frankreich, hatte noch 1978 die gesamte Intelligenzforschung als rassistisch verdammt, weil die „herrschende Klasse“ das IQ-Konzept lediglich für die Rechtfertigung ihrer Privilegien benutze (siehe seine Schrift „Racisme de l’intelligence“ von 1978).

Vier Jahre später bescheinigt Lynn, also ein Mitglied des bis ins 20. Jahrhundert global dominanten britischen Empire, den in der Tat rassistisch als Gooks oder Yellows diskriminierten Ostasiaten kognitive Überlegenheit. Und doch hört die westliche Überheblichkeit nicht auf. Denn nur aufgrund tiefsitzender Geringschätzung kann man anschließend vom Aufstieg der Koreaner und Chinesen überrascht werden.

Richard Lynn erteilt den weißen Rassisten eine kostbare, wenn auch kaum gehörte Lehre: Nationen, die im Rennen bleiben wollen, sind nicht nur moralisch im Unrecht, sondern begehen zugleich eine Torheit, wenn sie Hochqualifizierte aufgrund von Pigmentierung, Augenstellung oder Nasenform außer Landes jagen, ermorden oder an der Grenze zurückweisen. Niemals zuvor war die Nachfrage nach Talenten größer als heute, und sie wird morgen noch weit höher liegen, was die bereits für 2020 fehlenden 40 Millionen Hochqualifizierten unmissverständlich deutlich machen. Wer in diesem Umfeld Leistungssenker bevorzugt, weil an ihnen „Haarstruktur und Götterwelt“ bevorzugt werden, stiftet Schaden, weil seine Helferkapazitäten schwinden, während die Hilfsbedürftigen im eigenen Land ihren Bevölkerungsanteil erhöhen.

Ausgeprägter Kompetenzismus

Zumutungen an Migranten, vor Grenzübertritt erst einmal das religiöse Bekenntnis oder gar ihr Äußeres zu modifizieren, landen mit Lynn im historischen Abseits. Wer sich durch die Examina gebüffelt hat, überwindet Grenzen. Das Paradebeispiel liefert Singapur. Mit aktuell nur 0,83 Kindern pro Frauenleben wäre der Stadtstaat ohne Einwanderung zum Aussterben verurteilt. Realiter aber steigt die Bevölkerung zwischen 1968 und 2019 von gut 2 auf knapp 6 Millionen. 44 Prozent der Einwohner sind Einwanderer oder ausländische Beschäftigte. Ihre Kompetenz von CA106 ist für Migranten die höchste weltweit. Selbst die Einheimischen Singapurs schaffen nur CA105, was für sie allerdings ebenfalls die Weltspitze markiert.

Natürlich werden Bewerber auch abgelehnt. Das geschieht aber nicht, weil sie „braun“, „schwarz“ oder „weiß“ sind, sondern weil sie nicht zum Qualifikationsprofil passen. Gegen Rassismusvorwürfe verteidigt man sich deshalb vehement. Einen ausgeprägten Kompetenzismus, der für eine zu drei Vierteln aus Chinesen bestehende Bevölkerung sorgt, kann man dennoch nicht in Abrede stellen. Gleichwohl, ein Viertel der Bevölkerung ist nicht chinesisch. Das entspricht in etwa dem Bevölkerungsanteil von knapp 24 Prozent in der Bundesrepublik, der nicht in Deutschland geboren ist.

Bekanntlich verfolgt Berlin – wie zuvor bereits Bonn und durchgehend etwa auch Paris – eine ganz andere Einwanderungspolitik. Man denkt nicht an die Zukunft der tendenziell „ewigen“ Nation, sondern an aktuell verwendbare Arbeitskräfte für ausgesuchte, aber keineswegs unsterbliche Firmen. Die Unternehmen werden nach Ausreizung ihrer Profitabilität abgewickelt, müssen aber nicht für die zurückbleibenden Arbeitskräfte und ihre menschenwürdige Versorgung aufkommen. Deren Kosten belasten die gesamte Nation. Der aber fallen die Zahlungen zunehmend schwerer. Denn sie hat beispielsweise bei den Altdeutschen ja keinen Singapur-CA von 105, sondern von 100 und bei den Migranten nicht 106, sondern lediglich 92.

Angst vor der Beschäftigung mit Intelligenz

Nun ist nicht leicht zu beweisen, dass die immer stärkere Öffnung der Kompetenzschere zwischen Ostasien und der europäiden Welt auch die unterschiedliche Entwicklungsdynamik bestimmt. Doch zwischen 1980 und 2019 springt Singapurs Pro-Kopf- Einkommen von seinerzeit ärmlichen 5.000 auf 63.000 US-Dollar, in Deutschland aber geht es lediglich von damals sehr passablen 11.000 auf 50.000 und beim Berliner Zukunftspartner Frankreich (CA 98/9269) sogar von seinerzeit üppigen 13.000 auf nur 43.000. Natürlich ist der Vergleich mit einer Stadt wie Singapur, die zugleich Bankenzentrum ist, mit Flächenstaaten nur begrenzt aussagefähig. Doch 1980 liegt diese Stadt noch tief auch unter den nicht-urbanen Regionen des EU-Führungsduos, während sie heute weit über ihnen rangiert.

Dass die Qualifikation der Bürger den wichtigsten Rohstoff der meisten Nationen bildet, ist eine Binsenweisheit und gern deklamierte Politparole. Aber wohl niemand hat besser verstanden als Lee Kuan Yew (1923–2015), Singapurs hoch kontroverser Langzeit-Premier (1959–1990), dass dann auch die Steigerung der nationalen Kompetenz das höchste Staatsziel sein muss. „Seine Vision, schrieb Henry Kissinger‘ „zielte auf einen Staat, der nicht einfach überleben, sondern sich durch Exzellenz durchsetzen würde. Überlegene Intelligenz, Disziplin und Einfallsreichtum würden Ressourcen ersetzen.“ Mir ist kein deutscher oder europäischer Politiker bekannt, der bereit gewesen wäre, sich mit solchen Prioritäten Ärger einzuhandeln. Steigerung des Sozialprodukts mag noch angehen, seine kognitiven Voraussetzungen aber bleiben tabu.

Da spielt die Angst vor der Beschäftigung mit Intelligenz eine Rolle. Ein kanadischer Einwanderungspolitiker hat mich in meinen 1980er Toronto-Jahren damit gefrotzelt, dass die Deutschen dauernd Grundsatzdebatten darüber anzetteln, ob Intelligenz angeboren oder erworben sei. Wer dann das Ungefällige vertrete, werde sozial vernichtet, auch wenn er ein gescheiter Mensch sei. Wer das allgemein Geglaubte von sich gebe, werde Minister, auch wenn er meschugge sei.

Ihm hingegen sei die Frage völlig gleichgültig, solange Intelligenz mitbringe, wer über Kanadas Grenze wolle. Niemand müsse dabei Dokumente mit lückenlosen Nachweisen vorlegen, dass seine Intelligenz von staatlichen Kindergärtnerinnen, keinesfalls aber von den Eltern stamme. Man nehme jeden, der oder die aus welchen Gründen auch immer gescheit sei. Man wisse schließlich aus Erfahrung, dass Könner und Kluge ihre Kompetenz im Normalfall weiterreichen, und es sei einem schnurz, wie sie das bewerkstelligen.

Brütet Deutschland eine neue „Wunderwaffe“ aus?

Das ist angelsächsischer Pragmatismus. Deutschland aber hat eine genozidale Diktatur hinter sich, in der „Intellektualismus“ und „theoretische Intelligenz“ als jüdisch verfolgt und ausgelöscht wurden. Man musste damals mit Dokumenten nachweisen, solche Qualitäten nicht im Ahnenverzeichnis zu haben. Germanen sollten zäh wie Leder oder hart wie Kruppstahl agieren und sich ansonsten auf eine „praktische Intelligenz“ beschränken. Entsprechend zäh verläuft nach wie vor die Befreiung von dieser intellektuellen Zwangsjacke – in einer bizarren, wiewohl ungewollten Treue zu jener furchtbaren Tradition – nicht nur in Deutschland, sondern in großen Teilen der europäischen Welt.

Das zusammen mit Deutschland 1945 niedergeworfene Japan denkt anders. Obwohl es demografisch schrumpft, werden 2017 nur 20 (zwanzig!) Asylanten akzeptiert. Man will nur Leute aufnehmen, die das eigene Leistungsniveau nicht absenken. Gerade die jedoch werden überall knapper. Kleinstaaten wie die Schweiz oder Singapur mögen den Immigrationsweg gehen. Aber für eine 125-Millionen-Nation wird das schwierig. Man weiß aber sehr gut, dass unqualifizierte Jugendliche aus der Dritten Welt die in Rente gehenden eigenen Könner nicht zu ersetzen vermögen.

Ich bin von japanischen Zeitungen und Wirtschaftsmagazinen befragt worden, ob Deutschland mit dem massiven Einlassen ebensolcher Neubürger eine neue „Wunderwaffe“ ausbrüte, mit der es die ökonomische Konkurrenz in die Knie zwingen wolle. Man hatte tatsächlich zunächst ein hinterhältiges Manöver vermutet und sich erst durch Nachweise über Deutschlands irreversibles Bildungsfiasko beruhigen lassen. Dass 2018 zu den 1.000 Umsatz-Topfirmen weltweit 146 japanische, aber nur 44 deutsche – etwa gleich viel wie in Südkorea, Frankreich oder Großbritannien – gehören, brauchte sie dann nicht mehr überraschen.

Die EU ahnt nichts von Japans Überlegenheit

Weil Europäer ihre kognitive Kompetenz verringern, während Japan die ihrige verteidigt, wird sein Vorsprung automatisch größer. Das erleichtert und verstetigt die Weltführerschaft bei Robotern nebst zugehöriger Künstlicher Intelligenz. Unter den 20 Privatfirmen mit den meisten AI-Patenten kommen 2018 eine aus Korea, je zwei aus Deutschland und China, drei aus den USA, aber zwölf aus Japan. Sich ganz auf die eigenen klugen Köpfe zu verlassen, erweist sich als ungemein smarter Schachzug. Hingegen verringern die meisten westlichen Konkurrenten die für diese Zukunftsbranche unverzichtbare Kompetenz und werden deshalb wohl niemals wieder eine ernsthafte Konkurrenz.

Der eigene Kognitionsverlust wird im Westen bis heute kaum zum Thema. So beschreibt eine Untersuchung von „BNP Parisbas“ aus dem Frühjahr 2019 eine „Japanisation“ der EU ausdrücklich als Schreckgespenst. Man nimmt die vergangenen dreißig Jahre Japans (1989–2019) als Folie für die eigene Zukunft, betrachtet aber nur finanzielle und quantitativ-demografische Faktoren. Warum die EU heute schon technologisch hinter dem Inselstaat rangiert, wird nicht einmal gefragt. Kognitive Differenzen bleiben vollkommen ausgeblendet. Man ahnt nichts von der speziellen Überlegenheit derer, mit denen man sich ganz unbekümmert vergleicht.

Bei der eigenen Zukunftsorientierung operiert Tokio ähnlich wie Singapur. Der Stadtstaat wirbt Chinesen an. Japan tut das auch und beherbergt mit einer Dreiviertelmillion mehr als dreimal so viele Chinesen wie Deutschland. Zentral aber zielt man auf die Stärkung Ostasiens als geopolitischen Raum. Man hat sehr genau registriert, dass man 2017 bei PCT-Patenten den bis dahin globalen zweiten Rang (nach den USA) mit der Differenz von rund 700 Patenten an China verloren hat. 2018 weitet sich der Rückstand auf schon 3.700 Patente. Noch im Oktober 2018 unterschreibt Premierminister Shinzo Abe in Peking rund fünfzig Verträge zu wirtschaftlichen Kooperationen.

Erfolgreiches japanisch-chinesisches Duo

Toyota als modernste Autoschmiede der Welt ergänzt bei Batterien die Partnerschaft mit der heimischen Panasonic (Weltführer bis 2017 und Versorger von Tesla) mit der neuen Nummer eins CATL aus China. Man ist kompetent genug, um sich – bei 6,6 Prozent des Weltprodukts – mit der elfmal stärkeren, im Durchschnittsalter zehn Jahre jüngeren und bei der Kompetenz ähnlich hohen Gruppe ökonomisch zu verflechten. Unterhalb der Kulisse von Anschuldigungen, halbgaren Entschuldigungen und sonstigem Theaterdonner wird – superb dargestellt in Ezra Vogels China and Japan – immer effektiver kooperiert. Gemeinsam kann das japanisch-chinesische Duo für das 21. Jahrhundert erfolgreich in Angriff nehmen, was Japan allein im 20. Jahrhundert misslingen musste.

Bei der gegenseitigen investiven Verflechtung bilden China und Japan heute schon die größte finanzielle Partnerschaft der Menschheit. Es kann ihrem Fortkommen nur nützen, dass im Westen unverstanden bleibt, wie sehr Japans Alleinaufstieg an mangelnder Menschenzahl, nicht aber an mangelnder Kompetenz gescheitert ist. „Keine Angst vor Chinas Stärke“, posaunt im Frühjahr 2019 eine führende deutsche Tageszeitung. Es werde dem Giganten nicht besser ergehen als Japan, das doch auch zu unrecht gefürchtet worden sei. Dabei wird wiederum nicht gefragt, was denn in Japan der Faktor dafür war, für den man es überhaupt als Bedrohung empfinden konnte. Zu China unterbleibt solches Fragen ebenfalls. Dasselbe gilt für zwei kleinere Mitglieder – Korea und Taiwan – der ostasiatischen High-Tech-Allianz. Was haben sie gemeinsam mit Japan und China?“

Den ersten Teil dieses Beitrages finden Sie hier.

Dies ist ein Auszug aus „Wettkampf um die Klugen“ von Gunnar Heinsohn, 2019, Zürich: Orell Füssli Verlag, hier bestellbar.

Quelle

Gedankenexperiment: E-Auto in Hannover-Linden – Wie geht das?

Foto : Autor

Gedankenexperiment: E-Auto in Hannover-Linden – Wie geht das?

14. Januar 2020
Chris Frey
Energie

Klaus Öllerer
In Hannover gibt es den eng bewohnten Stadtteil Linden und der steht
hier stellvertretend für andere Stadtgebiete. Parkplätze sind knapp und
die Suche danach gehört zur gefürchteten Erfahrungswelt von Autofahrern.
Inzwischen gibt es auch einige Ladestationen für E-Autos. Dafür sind
Parkplätze verloren gegangen. Der Autor wohnt dort und hat sein Wissen
in einem Gedankenexperiment umgesetzt.

Vorbemerkung:
Von den E-Ladestationen in Linden scheint mir die am Lindener Markt die
interessanteste zu sein. Sie liegt mitten in einem eng bewohnten Gebiet
voller Mietwohnungen. Ich stelle mir jetzt vor, dort in einer
Etagenwohnung zu wohnen und ein E-Auto zu fahren. Einen eigenen
Parkplatz habe ich nicht. Es wird also wechselnd geparkt, da wo gerade
etwas frei ist. So geht es auch den meisten Lindenern, die ein Auto
haben.

Das Gedankexperiment startet
Das E-Auto steht mir jetzt zur Verfügung. Ich habe es mit vollem Akku
beim Händler leihweise abgeholt und stelle es in Wohnungsnähe ab. Am
nächsten Tag fahre ich abends in ein Dorf in die Region, um alte
Bekannte zu besuchen. Hin- und Rückfahrt ergeben ca. 100 km. Als ich im
Dunklen zurückkomme, wird die Fahrtreserve mit 250 Kilometer angegeben.
Soll ich laden? Die Ladestation am Lindener Markt ist gerade frei. Und
vielleicht brauche ich das E-Auto morgen für eine längere Strecke. Also
hinfahren und laden starten. Das geht reibungslos. Über eine Stunde wird
gebraucht, um auf Vollladung zu kommen. Ich bin müde und gehe ganz
schnell ins Bett.
Ich werde wieder wach. Das Handy hat geklingelt. Der Akku ist aufgeladen
wird gemeldet. Oh. Und jetzt? Ich kann das Auto doch nicht stehen
lassen. Vielleicht muss jetzt jemand anders noch laden. Was mache ich
bloß? Ich bin müde. Ich ziehe mich an und gehe raus zum Auto. Kabel
rausgezogen und Parkplatz suchen. Was ich finde ist, nur ein
Notparkplatz. Alles ist voll. Es ist Nachts. Hoffentlich kommt kein
Knöllchen.Träume
Etwas nölig lege ich mich wieder ins Bett. Immerhin ist der Akku voll.
Gähnen und wieder einschlafen. Meine innere Logik ist jedoch hellwach.
Alpträume plagen mich. Geht das jetzt jedes Mal so? Was wäre, wenn eine
Mutter wieder runter müsste, um ihr aufgeladenes E-Auto wegzufahren?
Lässt sie das Baby oben oder nimmt sie es mit?
Ich erinnere mich an Zeitungsartikel von Erfahrungen mit E-Autos. Das
Laden unterwegs kann Stunden dauern. Was macht man dann? Vor der
Ladestation steht schon eine Warteschlange von Autos. Das hatte es
kürzlich wirklich gegeben. Es waren Teslas, die lange, lange warteten
bis sie dran waren. Viele, viele Stunden kamen zusammen. Man kann doch
nicht ständig Kaffee trinken und sogar rauchen, wenn einem die „Zeit
aufs Dach fällt“.

Ich
träume von Waldbränden, Überschwemmungen und Hurrikanen. Wie kriege ich
zur Flucht den Akku ganz schnell voll? Dann muss man ja auch Stunden
warten. Und wenn dann kein Strom da ist? Alpträume über Alpträume.

Ich wache auf. Schweißgebadet. „Ich will meinen alten Benziner wieder haben“, durchzuckt es mich. Jawohl, das E-Auto bringe ich wieder zurück.

Fazit
Der Händler hat Verständnis. Er gesteht mir, dass er gerade mal ein
einziges E-Auto in den letzten zwölf Monaten verkauft hat. Anfänglich
war er begeistert. Doch die Leute wollen solche E-Autos nicht, so lautet
sein Fazit.

Es
gibt auch etwas andere Erfahrungen. E-Auto-Besitzer, die direkt auf
ihrem Grundstück laden können, haben es etwas leichter. Unterwegs auf
längeren Strecken allerdings bleibt das Nachladen immer schwer und –
lästig. Das „Nachladen“, äh tanken, mit Benzin und Diesel ist ja so viel
bequemer und richtig schnell.

Ladesäule
Lindener Markt mit E-Autos von weit außerhalb. Meistens sind die Plätze
frei, die vorher Parkplätze waren. Wer nun dort parkt muss, mit
abschleppen rechnen. Foto: Autor

Quelle: https://www.eike-klima-energie.eu/2020/01/14/gedankenexperiment-e-auto-in-hannover-linden-wie-geht-das/

https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/motor/tesla-endlose-schlange-an-ladestation-fuer-elektroautos-16538531.html

Thanksgiving bringt lange Warteschlangen an Tesla-Superchargern in den USA

2. Dezember 2019 | 37 Kommentare supercharger-schlange

Bild: YouTube (StevenMConroy)

Abhängig davon, wie schnell die Verbreitung von Elektroautos auf der einen Seite und der Ausbau der für sie nötigen Ladestationen auf der anderen Seite vorangeht, kann es vor allem in Stoßzeiten passieren, dass nicht genügend Lademöglichkeiten für alle Strombedürftigen zur Verfügung stehen. Diese Erfahrung mussten am vergangenen Wochenende viele Tesla-Fahrer in den USA machen: Obwohl das Unternehmen an erfahrungsgemäß viel besuchten Standorten zusätzliche mobile Supercharger aufgestellt hatte, kam es an mehreren dieser Stationen zu längeren Wartezeiten.

Die wohl größte Tesla-Schlange wurde interessanterweise an einem Standort in Kalifornien gefilmt, an den Tesla einen Lastwagen-Auflieger mit einer Megapack-Batterie und zehn Ladesäulen schickte. Ein auf YouTube veröffentlichtes Video zeigt, wie mindestens 15 verschiedene Autos von Tesla hintereinander darauf warten, dass einer der zehn Ladesäulen dort frei wird.

Aufgenommen wurde das Video laut der Beschreibung am Feiertag „Thanksgiving Day“, also dem vergangenen Donnerstag, der wie in den USA üblich ein verlängertes Wochenende mit vielen Reisen einläutete. Möglicherweise war der mobile Supercharger auf dem Anhänger zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht dort aufgestellt; Meldungen darüber gab es jedenfalls erst am Wochenende. Am Sonntag veröffentlichte ein Twitter-Nutzer ein anderes Video von dem Standort. Nach seinen Angaben war der mobile Supercharger zu diesem Zeitpunkt vor Ort und nur ein Tesla wartete auf eine freie Ladesäule.

Auch andere Tesla-Fahrer berichteten über das Wochenende von überfüllten Supercharger-Stationen und Wartezeiten. Einer von ihnen schrieb auf Twitter, so sehe es an fast jedem Supercharger zwischen Los Angeles und San Francisco aus, das Laden habe länger gedauert als das Fahren. Ein anderer Twitter-Nutzer erlebte ebenfalls viel Andrang, konnte dem aber einen Reiz abgewinnen: „Ich habe meinen Tesla seit August und jetzt zum ersten Mal einen ausgelasteten Supercharger gesehen. Wir haben ein Feiertag-Wochenende, aber trotzdem… ziemlich cool zu sehen!“.

Von der Supercharger-Knappheit am Thanksgiving-Wochenende, von der hauptsächlich aus dem Tesla-freundlichen Bundesstaat Kalifornien berichtet wurde, waren übrigens offenbar nicht nur ganz normale Fahrer betroffen: Ein Nutzer der Bilder-Plattform veröffentlichte ein Foto, das nach seinen Angaben zeigt, wie am Standort Tejon Pass der Prototyp eines Model Y auf einen Platz zum Laden wartet.

Via: YouTube & Twitter
Tags: Supercharger, Tesla

Experte sieht Tesla Cybertruck als bislang beste Arbeit von Musk und Designchef

Video: Dritte Sitzreihe beim Tesla Model Y dürfte ziemlich eng ausfallen Anzeige

Quelle

Wer wird finanziell gemästet – die „Klimaleugner“ oder die Klima-Alarmisten?

Ehemaliges Astrophysikalisches Observatorium Potsdam, heute
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung By H. Raab (User:Vesta) – Own
work, CC BY-SA 3.0,

von AR Göhring

Halbseidene Figuren aus der weltweiten Klimawissenschaftsszene wie
„Mister 97%“, John Cook, verbreiten seit Jahren das Narrativ, die Klimaskeptiker würde mit jährlich einer Milliarde Dollar von der Fossilindustrie gefüttert. Nachweise: keine. Die frei erfundene Zahl wird seit ihrer Erstnennung aber von den Klima-Aktivisten in Universitäten und Redaktionen einfach als Fakt behandelt und
weitererzählt.

Wie
sieht es eigentlich bei der Gegenseite aus? Werden die von finanzstarken
Geldgebern üppig finanziert, und das nachweisbar? Allerdings: Die
Sender um ARD und ZDF erhalten jährlich über acht Milliarden Euro,
erhoben von allen Haushalten, die mittlerweile gar nicht mehr
entscheiden können, ob sie DFF-Fernsehen, -Radio oder Internetformate
wie FUNK genießen wollen oder nicht; gezahlt muß werden, als
„Demokratieabgabe“. Bis etwa zum Jahre 2.000 haben Journalisten wie die
von nano bei 3Sat ihre Arbeit noch ordentlich gemacht und die
Klimaapokalypsen-Theorie noch pro und contra behandelt. Nach 2.000 war
das vorbei, und es wurden nur hie und da noch einzelne Kritiker wie Dirk
Maxeiner (hart aber fair) und Michael Limburg in Talkshows
eingeladen. Seit etwa 2010 ist auch das vorbei; die Apokalypse gilt
seitdem als Dogma, das in den TV-Rederunden als unanzweifelbar gilt. Nur
noch AfD-Politiker wie Guido Reil, die man notgedrungen manchmal
einladen muß, bringen bei Lanz Widerspruch vor.

Bei den privat finanzierten Klimajournalisten von Zeit, Berliner Tagesspiegel, Süddeutscher Zeitung, Frankfurter Allgemeiner oder der Bild
geht die Zwangsfinanzierung nicht so einfach; und deren Auflagen
brechen heftig ein. Vor allem die bis etwa 2010 als konservativ
geltenden Organe wie FAZ oder Bild sehen in nicht allzu ferner
Zukunft dem Konkurs entgegen, wenn die Vertretung eher grüner
Parteipositionen dort nicht bald ein Ende hat. Welcher kritische Bürger
zahlt denn noch für PR? In der DDR war die wenigstens noch gratis. Wobei
– es gibt ja schon Pläne, auch Privatzeitungen über Steuergelder zu
finanzieren, damit die Weltsicht der Profiteure auf allen Kanälen
weiterlaufen kann.

Wie
sieht es mit den Weltuntergangs-Propheten der privaten Institute und
Universitäten aus? Die Unis bekommen eine Grundfinanzierung und noch
einmal beantragte Fördergelder – die bekannten „Drittmittel“. Wenn da
auf einem Antrag „Nachhaltigkeit“, „Gender“ oder gar „Klimawandel“
draufsteht, ist die Genehmigung fast schon zwangsläufig. Außer, es
kabbeln sich zu viele Opportunisten mit „Klima“ um einen einzelnen
Förderposten. Nebenbei: Die Forschungs-Fördermittel, die für „Klima“
oder „Integration“ oder ein anderes Polit-Thema herausgeschmissen
werden, fehlen in der echten Wissenschaft, zum Beispiel in der
medizinisch-biologischen Krebsforschung. Habe ich selber erlebt.

Was ist mit privaten Vereinen wie dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung PIK von Schellnhuber, Rahmstorf, Rockström, Edenhofer und „Winkel-CO2“-Levermann?
Wer es noch nicht weiß, das PIK ist kein universitäres Institut,
sondern genau wie EIKE ein privates und ein eingetragener Verein e.V.

Bei uns
wurden schon Goldbarren von Trump und der Ölindustrie vermutet, aber
nichts gefunden. Schön wär’s ja, dann hätte ich einen Dienst-Diesel mit
viel PS. Und CO2-Ausstoß, denn das brauchen wir bei acht Milliarden Menschen und einem solaren Minimum.

Beim
PIK muß gar nicht lange nach den Staats-Millionen suchen; weil die
Förderung durch die Bundesregierung ganz öffentlich ist. Zusätzlich
fragen bürgerliche Parlamentarier auch noch mal bei Merkels Genossen
nach, wie viele Steuermillionen Rahmstorf und Co. so für ihre wertvolle
Arbeit als Grundfinanzierung erhalten.

Eine
Kleine Anfrage der FDP-Fraktion des Deutschen Bundestags unter
Federführung von Christoph Meyer, Christian Dürr und Nicola Beer
offenbarte sage und schreibe146 Millionen Euro für die Jahre
2.000 bis 2018. Sind 7,68 Millionen durchschnittlich per annum. Und das
ist nur die Grundfinanzierung für die Gehälter der Hausangestellten wie
den Profs, Gebäudenebenkosten etc. Hinzu kommen weitere Millionen im
Jahr aus den erwähnten Drittmitteln, mit denen dann Zeitstellen wie
Doktorandenposten finanziert werden. Heißt, die Ausbildung weiterer
Propagandisten, die in die Universitäten ausschwärmen und die
Glaubenslehre verbreiten.

Der Anfragetext der FDP im Wortlaut (Auswahl):

„9. Flossen
dem PIK oder seinen weiteren Organisationseinheiten in den Jahren von
2000 bis 2018 Mittel aus dem Bundeshaushalt zu, und wenn ja, in welcher
Höhe und aus welchen Titeln (bei Projektmitteln bitte nach
Einzelprojekten und Jahresleistungen aufschlüsseln)?“

Antwort BR:

„Dem
PIK oder seinen weiteren Organisationseinheiten flossen in den Jahren
von 2000 bis 2018 Bundesmittel in Höhe von insgesamt 146 026 510 Euro
zu.“

Höchst
delikat auch die Antwort der Regierung zur Frage nach den Verflechtungen
des PIK e.V. mit der Regierung und ihrer Parteien:

„11.
Wurden das PIK oder seine Mitarbeiter in den Jahren von 2012 bis 2018
mit der Erstellung von Gutachten, Analysen oder Ähnlichem durch die
Bundesregierung beauftragt, und wenn ja, auf welcher Grundlage entschied
sich die Bundesregierung für das PIK, seine weiteren
Organisationseinheiten oder seine Mitarbeiter als Auftragnehmer? 


12. Gab
es bei etwaigen Auftragsarbeiten Ausschreibungen, und wenn nein, warum
nicht? 
Wenn ja, welche weiteren Mitbewerber gab es?“

Antwort BR:

„Das
PIK wurde in den Jahren von 2012 bis 2018 mit der Erstellung von
Gutachten, Analysen oder ähnlichem durch die Bundesregierung beauftragt.
Die Beauftragung erfolgte durch Verträge im Rahmen der haushalts- und
vergaberechtlichen Bestimmungen.“

Nicht verwunderlich ist personelle Verflechtung der Klimaforscher.

„15.
Entsendet das PIK oder seine weiteren Organisationseinheiten Vertreter
in Ausschüsse, Beratungsgremien oder Fachbeiräte des Bundes, und wenn
ja, in welche?

16.
Sofern Frage 15 zutrifft, welche konkrete Organisationseinheit
entscheidet in den jeweiligen Bundesministerien über die Besetzung der
jeweiligen Ausschüsse, Beratungsgremien oder Fachbeiräte auf welcher
rechtlichen Grundlage (bitte einzeln zuordnen)?“

Antwort BR:

„Folgende PIK-Mitarbeiter wurden in Fachbeiräte der Bundesregierung berufen:

– Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen
(WGBU). Gemäß § 3 Absatz 2 des Gemeinsamen Erlasses zur Errichtung des
WBGU vom 8. April 1992 werden die Mitglieder des Beirates federführend
von der Bundesministerin für Bildung und Forschung sowie von der
Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im
Einvernehmen mit den beteiligten Ressorts für die Dauer von vier Jahren
berufen.

– Prof. Dr. Wolfgang Lucht, Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen der Bundesregierung
(SRU). Gemäß § 8 Absatz 1 des Erlasses über die Einrichtung eines
Sachverständigenrates für Umweltfragen bei dem Bundesministerium für
Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vom 1. März 2005 werden die
Mitglieder des Sachverständigenrates für Umweltfragen vom
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit nach
Zustimmung des Bundeskabinetts für die Dauer von vier Jahren berufen.“

Da die
Geber von Drittmitteln nicht unbedingt staatliche Stellen sein müssen,
sondern durchaus auch Thinktanks, politisch-weltanschauliche
Nichtregierungsorganisationen (NGOs) oder profitorientierte Firmen
(Industrie etc), ist die personelle Verflechtung von Regierung und PIK
äußerst problematisch.

„18.
Erachtet die Bundesregierung eine wirtschaftliche Beziehung von
Mitgliedern von Ausschüssen, Beratungsgremien oder Fachbeiräten der
Bundesregierung, einzelner Bundesministerien oder nachgelagerter
Behörden mit drittmittelfinanzierten Forschungseinrichtungen generell
für problematisch, und wenn ja, welche Vorkehrungen und Mechanismen hat
sie etabliert, um eine Interessenverquickung zu unterbinden, bzw. wenn
nein, warum nicht?“

Antwort BR:

„Es
können grundsätzlich bei allen Mitgliedern von Ausschüssen,
Beratungsgremien oder Fachbeiräten der Bundesregierung, einzelner
Bundesministerien oder nachgelagerter Behörden Interessenkonflikte
auftreten. Es ist Aufgabe des jeweiligen Gremiums, diese zu erkennen und
im erforderlichen Umfang zu adressieren. Auch die
drittmittelfinanzierten Forschungseinrichtungen haben ein offenkundiges
Eigeninteresse, keine Zweifel an ihrer wissenschaftlichen Unabhängigkeit
aufkommen zu lassen. Die Bundesregierung begrüßt grundsätzlich das
Interesse von Drittmittelgebern an der Tätigkeit von
Forschungseinrichtungen. Aus dem Interesse an einer konkreten
Forschungseinrichtung kann aber keinesfalls pauschal auf eine
unzulässige Einflußnahme auf Mitglieder geschlossen werden, die der
Forschungseinrichtung angehören.“

Nun, da
wollte man offensichtlich nicht so recht antworten und verlegt sich auf
Allgemeinplätze. Warum? Gibt es etwas zu verbergen?

Man
muß den FDP-Politikern aus dem Bundestag, die die Kleine Anfrage
stellten, ein großes Lob machen. So geht Oppositionsarbeit. Überdies ist
es in Zeiten, in denen selbst die CDU-Kanzlerin eine tiefgrüne Politik
macht, schon als mutig zu bezeichnen, Merkels wichtigsten
Klimaalarmisten zu attackieren.

Quelle : https://www.eike-klima-energie.eu/2020/01/14/wer-wird-finanziell-gemaestet-die-klimaleugner-oder-die-klima-alarmisten/

Aktivisten gelang es heute, zu Julian Assange vorzudringen

Thilo Hahn PF, Deutschland

Vor laufender Kamera: Aktivist spricht zu Julian Assange und übermittelt ihm wichtige Botschaft, 13.01.2020 • 21:50 Uhr

Aktivisten gelang es heute, zu Julian Assange vorzudringen und ihm aufmunternde und unterstützende Worte zukommen zu lassen. Der WikiLeaks-Gründer war heute für eine kurze Anhörung vor Gericht. Als er in einem Gefangenentransport das Westminster Magistrates‘ Court verließ, blieb der Wagen stehen. Aktivisten und Journalisten nutzten den günstigen Moment und drangen ans Fenster des Wagens vor.
Man sieht Julian Assange, der stark gealtert aussieht und eine Brille trägt. Einer seiner Unterstützer sagt ihm folgende Worte:

„Julian, bleib stark! Bleib stark, wir kämpfen für dich! Wir werden nicht zulassen, dass sie dir das antun. (unverständlich) Bleib stark. Vergiss nicht, dass wir für dich da sind! Vergiss das nicht! Bleib stark! Du wirst freikommen! Bleib stark! Bleib stark, Julian!“Zwar nickt Assange immer wieder, so als würde er verstehen, aber als er aufgefordert wird, auch etwas zu sagen, macht er eine Geste, die andeutet, dass er nichts höre. Mehrfach kneift er auch die Augen fest zusammen. Das Licht der Kameras scheint ihn zu blenden. Zwar schaut er aufmerksam, doch es ist unklar, ob die Worte wirklich zu ihm vordringen.

Sein Unterstützer versichert ihm:

„Du bist der größte Journalist unserer Zeit. In der Geschichte wird man sich für immer an dich erinnern. Egal was auch passiert! Ich weiß, dass du freikommst!“
Bis zuletzt hörte man immer wieder von Assanges Verwandten und Bekannten sowie Augenzeugen der Gerichtstermine, dass er starke Konzentrationschwierigkeiten hat. Er habe sogar Probleme gehabt, seinen Namen und sein Geburtsdatum zu nennen. 

Ein Freund, der an Heiligabend mit ihm telefonieren konnte, berichtete: 

Er sagte mir Folgendes: ‚Ich sterbe hier langsam.‘ Seine Rede war undeutlich. Er sprach langsam. Julian ist sehr wortgewandt, eine sehr klare Person, wenn er spricht. Und er klang schrecklich. (…) Es war sehr verstörend, ihn so zu hören.
Nicht nur Dutzende internationale Ärzte, sondern auch UN-Folterexperte Nils Mezler schlägt seit Monaten Alarm, weil Assange von der jahrelangen Isolation und psychologischen Folter, der er seit Jahren ausgesetzt ist, bereits ernsthafte Schäden davongetragen habe und zu sterben drohe. 

Sieben Jahre lang hatte er in der ecuadorianischen Botschaft in London ausgeharrt, weil ihm die Auslieferung an die USA drohte. Zuletzt wurde ihm das Leben dort immer schwerer gemacht, ihm wurden Sanktionen angedroht und das Internet abgestellt: zudem war er einer Dauerüberwachung ausgesetzt. Er hatte 2010 die Welt über Kriegsverbrechen der USA aufgeklärt, nachdem ihm die Informationen darüber zugespielt wurden – eine Praxis, die von der Pressefreiheit gedeckt ist. Jedoch wirft man ihm in den USA Spionage vor beziehungsweise eigene Beteiligung an der illegalen Informationsgewinnung. Sowohl der Informant als auch Assange haben dies stets bestritten. Seit April sitzt er nun in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis, zunächst wegen Verletzung der Kautionsauflagen, die er durch seine Flucht in die Botschaft Ecuadors begangen hatte, seit September wegen „hoher Fluchtgefahr“. Dort wartet er auf die Verhandlung über seine Auslieferung an die USA im Februar.

Sollte dies passieren, wird er damit rechnen müssen, lebenslang ins Gefängnis zu kommen. Manche glauben sogar, dass ihm die Todesstrafe droht.

Quelle

Siemens-Boykott: Die Gefahren des Ökotiger-Schwanzes

Bild 1. Die von den Medien gehypten Buschfeuer in Australien haben die Klimadiskussion nochmals erheblich angeheizt (Symbolbild: Autor)

Fred F. Mueller
Deutschland hat kaum Rohstoffe und kann weder vom Export von Agrarprodukten noch vom Tourismus leben. Existenzgrundlage des Landes ist seine leistungsfähige exportierende Industrie. In deren Schatten und von deren Wertschöpfung sind seit Jahrzehnten „grüne“ pseudo-industrielle-Strukturen mit Esoterik, Bio-Produkten und Medienvermarktung erstarkt. Mit dem Siegeszug der Klimahysterie in den Regierungen, der Finanzbranche und inzwischen auch in den Spitzen der Konzerne schicken sich diese „grünen“ Kräfte jetzt an, die ihnen lästig erscheinende „Industrie“ aus dem Weg zu räumen.

Die modernen Wissenschaften in Bereichen wie Ingenieurswesen, Physik, Medizin, Biologie, Chemie und Pharmakologie ermöglichen heute eine zuverlässige, gesunde, reichhaltige und auch wohlschmeckende Vollversorgung der gesamten Bevölkerung mit Nahrung und medizinischer Versorgung. Dieser hohe Lebensstandard ermöglicht es uns, überall auf der Welt die jeweils dort erzeugten Nahrungs- und Genussmittel von Getreide und Feldfrüchten über Fleisch, Obst und Gemüsen einzukaufen. Wer es sich leisten kann, kann selbst exotischste Produkte schnell und frisch aus aller Herren Länder beziehen. Und wer meint, es „gesünder“ haben zu müssen, kann auf sogenannte Bioprodukte, Veganismus oder – im Gesundheitsbereich – auf alternative Ansätze wie Homöopathie oder Akupunktur zurückgreifen.

Bild 2. Viel Maschine, wenig Mensch: In modernen Industriebetrieben wurden schwere und gefährliche Arbeiten längst von Robotern übernommen (Foto: Autor)

Es geht um unseren Lebensstandard

Unser Wohlstand beruht auf der erfolgreichen Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse als Grundlage für den Export hochwertiger Industrieprodukte wie Fahrzeuge, Flugzeuge, Werkzeugmaschinen, Werkstoffe, Chemikalien, Pharma- und Medizintechnik-Produkte oder hochkomplexe Automatisierungen. Zu den bekanntesten Exponenten dieser Industrien gehört der Siemens-Konzern, der in der ganzen Welt als Hightech-Unternehmen und Symbol deutscher Ingenieurskunst gilt. Doch an genau diesem Unternehmen wird soeben ein Exempel dafür statuiert, wie die Vertreter der Klimawandel-Hysterie darangehen, die deutsche Industrie zu vernichten. Nach Kernenergie und Kraftwerkstechnik, wo man Siemens schon erfolgreich kastriert bzw. außer Landes getrieben hatte, ist jetzt die Eisenbahntechnik an der Reihe. Und Siemens-Chef Kaeser spielt hierbei, statt dem üblen Spiel entgegenzutreten, eine ziemlich klägliche Rolle. Schließlich war es sein Unternehmen, das – zur Stützung seiner Windenergie-Sparte – während der Jamaika-Verhandlungen des Jahres 2017 einen raschen Kohleausstieg sowie einen CO2-Mindestpreis forderte. Doch dieser Versuch, sich am Schwanz des Öko-Tigers festzuhalten, um nicht gebissen zu werden, geht jetzt nach hinten los.

Bild 3. Während noch im Jahre 1900 ein Bauer nur vier andere Menschen ernähren konnte, sind es heute dank der durch Wissenschaft und Technik ermöglichten Methoden bereits 135 (Grafik: Bauernverband.de)

Eine außergewöhnliche Buschfeuersaison wird zum Fanal gehypt

Ein tägliches Trommelfeuer an Nachrichten hat dafür gesorgt, dass die – regelmäßig auftretenden, in diesem Jahr allerdings außergewöhnlich intensiven – Buschfeuer in Australien derzeit zum „Beweis“ und Symbol des angeblichen Klimawandels hochstilisiert werden. Tote Menschen und – optisch und emotional noch viel wirksamer – verbrannte Känguruhs und Koalas sorgen für Betroffenheit und dafür, dass viele Menschen auf die einseitige Propaganda der Klimahysteriker in unseren Medien hereinfallen. Die zahlreichen nüchternen Analysen von Einheimischen, Kennern und Fachleuten, die darauf hinweisen, dass solche Feuer schon lange vor dem Eintreffen der Europäer normal waren und sogar zur Kultur der Ureinwohner gehörten, und dass es gerade unsinnige Vorgaben der weißen Einwanderer sind, welche die Situation verschlimmern, dringen dagegen kaum durch. Stattdessen wütet im SpiegelOnline ein Herr Kurt Stukenberg (ehemaliger Chefredakteur des Greenpeace-Magazins, jetzt bei SPON stellvertretender Ressortleiter Wissenschaft), der dem australischen Premierminister Morrison vorwirft: „Die Industrie, für die Morrison offenbar bereit ist, erhebliche Teile seines Landes dem Feuer zu überlassen, ist die Kohlebranche”. Noch schlimmer treibt es bei der FAZ der seit Jahren hyperaktiv klimahysterische Redakteur Müller-Jung, der dort das Ressort „Natur und Wissenschaft“ leitet. In einem Beitrag über die Lage in Australien vom 8. Januar bezeichnet er Morrison als „Höllenfürsten“, als Kohlelobbyist mit „im Kohlebad vergoldeten“ Fingern. Die grünen Kulturfeinde in den politischen Altparteien, den Medien und den NGO´s wie Greenpeace oder WWF bis hin zu deren Sturmtruppen wie Extinction Rebellion und Fridays for Future nutzen die aktuelle Hysteriewelle, um der verhassten Industrie nicht nur in Australien, sondern weltweit einen Schlag zu versetzen. Und in Deutschland wurde Siemens als strategisches Ziel ausgewählt.

Worum es geht

Vordergründig geht es um einen für Siemens-Verhältnisse eher kleineren Auftrag über Signalanlagen für eine Eisenbahnlinie. Der einzige Haken für Siemens liegt darin, dass diese für eine Eisenbahnlinie vorgesehen ist, die eine vom indischen Adani-Konzern geplante Kohlemine im australischen Bundesland Queensland mit den Verladehäfen am Meer verbinden soll. Siemens hat demnach gar nichts mit Kohle zu tun, sondern mit der Elektrotechnik für eine Eisenbahnlinie im Wert von gerade einmal 18 Mio. Euro.

Im Vollgefühl ihrer Macht haben die Grünen dieser Welt inzwischen die amerikanischen Boykottmethoden, einem nicht genehmen Land oder Unternehmen durch Bedrohung seiner Zulieferkette die Luft abzuschnüren, in aller Konsequenz übernommen und Siemens nur deshalb zur Zielscheibe gemacht, weil man in Wirklichkeit dessen Kunden treffen will. Der Siemens-Vorstand, der eigentlich längst auf grünem Kurs liegt, befindet sich wohl nur deshalb in einer misslichen Lage, weil die eigenen, für Australien zuständigen Überwacher den Ernst der Lage nicht rechtzeitig erkannt haben. Da der Auftrag bereits unterschrieben ist, geht es jetzt grundsätzlich um die Glaubwürdigkeit des Gesamtkonzerns – mit weltweit etwa 378.000 Arbeitsplätzen – im Umgang mit Geschäftspartnern. Und damit auch um Arbeitsplätze. Das muss man wissen, wenn hierzulande Fridays for Future-Aktivisten nebst Konsorten Siemens in konzertierten Aktionen an den Pranger stellen. Nach den bisherigen Reaktionen von Siemens scheint Kaeser bereit zu sein, selbst in dieser Situation vor dem Druck einzuknicken, Zitat: „Wäre der Auftrag nicht bereits unterschrieben gewesen, wäre ich sicher schwer davon zu überzeugen gewesen, ihn anzunehmen“. Und bot in diesem Zusammenhang dem höheren Töchterchen Luisa Neubauer von FFF auch gleich einen Aufsichtsratsposten an.

Bild 4. Unbestätigte Gerüchte besagen, dass sich eine Sonderabteilung der Pressestelle eines großen deutschen Konzerns bereits mit bestimmten Schlagzeilenstudien beschäftigt hat (Grafik: Autor)

Wer orchestriert die Proteste?

Auch wenn die Kampagne gegen Siemens vordergründig bunt, fröhlich und jugendbetont daherkommt, ist sie doch Ergebnis einer von gut durchorganisierten Netzwerken sorgfältig organisierten und gesteuerten Kampagne. Es lohnt sich, einmal einen näheren Blick auf diese Netzwerke zu werfen, zu denen im weiteren Sinne auch Siemens selbst gehört. Dazu gehört aber beispielsweise auch eine Publikation namens „Forum Nachhaltig Wirtschaften“, in der „grüne“ Artikel sowie Aufrufe zu Aktionen wie der vom letzten Freitag erscheinen. Schon eine kurze Recherche offenbart, dass dahinter mit Fritz Lietsch eine Persönlichkeit steckt, die sich selbst als „Social Entrepreneur seit 25 Jahren, Visionär und Unternehmer“ bezeichnet. Herr Lietsch hat über die Gründung eines Verlags, der diverse Medien im Öko- und Umweltbereich publiziert, noch einen bunten Strauß weiterer Aktivitäten vorzuweisen. Schon während seines Studiums der BWL und der Markt- und Werbepsychologie (!) betätigte er sich als Chefredakteur zweier Fachzeitschriften, betrieb eine Werbeagentur und erstellte im Auftrag der Europäischen Kommission in Brüssel eine Innovationsstudie zu Clean Technologies. In einer Auflistung seiner Tätigkeiten bei „Kress Köpfe“ findet sich eine beeindruckende Sammlung von Begriffen: „Journalist, Ökologie, Referent, Moderator, Consulting, Ökomarketing, Beratungsarbeit & Bildungsarbeit, Medienagentur, Marketing, Umweltexperte, Werbeagentur“.

Die von ihm aufgebaute Verlags- und Vertriebsgesellschaft widmete sich von Anfang an allem, was als „Alternative zur Industriegesellschaft“ vermarktet werden konnte. Neben diversen Zeitschriften und Internet-Portalen gab es auch ein „alternatives Branchenbuch“, eine Sonderschau für „umweltbewusstes Bauen und Wohnen“, ein „Nachschlagewerk für nachwachsende Rohstoffe“ sowie Internetportale für „Eco-Wellness“ oder „Naturkosmetik“. Nicht fehlen durfte die Förderung von Solarinitiativen, von Regionalprodukten oder von Onlineangeboten für „corporate social responsibility“. Natürlich fehlte auch nicht die Zusammenarbeit mit kirchlichen Kreisen, Messegesellschaften und der öffentlichen Hand.

Mit seinen Werbe- und Marketingmaßnahmen sorgte er für die enge Vernetzung einer Community aus über 20.000 Anbietern, zahlreichen Konsumenten sowie NGO´s, die „ihre Einkaufsmacht bewusst einsetzen“. Als Referent und Moderator beeinflusst er viele Menschen bei wichtigen Veranstaltungen wie dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis, dem Vision Summit, dem Entrepreneurship Summit, dem Münchner Corporate Citizen Gipfel u.v.m.

Mit anderen Worten: Herr Lietsch ist ein klassischer Vertreter jener „bunten, alternativen“ Schattenökonomie, die sich neben der und gegen die etablierte Industriegesellschaft etabliert hat und vor allem „Wohlfühlbotschaften“ samt dazugehöriger Produkte und Dienstleistungen für Besserverdienende vermarktet. Dass man dabei von den Reichtümern zehrt, welche die verachtete Industrie mitsamt der normalen Landwirtschaft seit jeher für das ganze Land erzeugt, wird in der Gedankenwelt solcher Menschen bequemerweise ausgeblendet.

Bild 5. Auch bei sogenannten Bio-Produkten sind Risiken und Nebenwirkungen nie ausgeschlossen. Allerdings ist dort kein Beipackzettel vorgeschrieben (Grafik: Autor)

Die Parole lautet: Weg mit der Industrie

Selbst die Tatsache, dass auch die Biobranche ihre Skandale hat, trübt in den Augen dieser Menschen weder die eigene Wohlfühlblase noch mindert es deren immer feindseligere Haltung gegenüber den etablierten Erzeugern des Mehrwerts, von dem wir alle leben. Schon längst verdrängt hat man dort z.B. den Bio-Lebensmittelskandal mit Bockshornkleesamen, der in der Presse als „EHEC“-Epidemie bezeichnet wurde. Im Jahr2011 erkrankten daran über 4.300 Menschen, von denen 50 starben. Selbst noch zwei Jahre später brauchten einige der Patienten wegen der Spätfolgen noch ärztliche Behandlung. Die wirtschaftlichen Schäden lagen in oberer zweistelliger Millionen-Größenordnung. In diesem Zusammenhang ist übrigens auffällig, dass die NGO Foodwatch, sonst bei jeder Gelegenheit vorneweg, wenn es darum geht, die konventionelle Landwirtschaft und die Lebensmittelbranche anzuprangern, die Rolle der von Fachleuten als Auslöser identifizierten Bockshornkleesamen als mögliche Ursache vehement leugnet.

Dem Bio-Boom hat dieses Ereignis trotz der zahlreichen Toten nicht geschadet, wie das jetzige Beispiel mit der Siemens-Erpressung beweist. Man gibt sich stattdessen noch mehr Mühe, den verachteten Wirt „Industriegesellschaft“ immer weiter zu schädigen. Jetzt scheint man in diesen Kreisen sogar zu glauben, dass man „die Industrie“ trotz deren Kotaus nicht mehr braucht und nach Belieben fertigmachen kann, wie exemplarisch am Beispiel Siemens zu erkennen. Bis irgendwann einmal alles zusammenkracht…

Kleine Anekdote am Rande: Herr Lietsch scheint es in der Frage seines eigenen CO2-Fußabdrucks eher mit den Priestern des Mittelalters zu halten, die ihren Schäfchen Wasser predigten, während sie selbst genussvoll Wein schlürften. Zu seinen Hobbys gehören u.a. Reisen, Bergsteigen, Tauchen und Segeln. Selbstverständlich erledigt er dies alles CO2-frei per Fahrrad direkt vor der Haustür. Oder vielleicht doch nicht?

Quelle

„Der Gipfel des Zynismus“: Das russische Fernsehen über die weltweiten Folgen der US-Politik

Die Krise im Iran war auch im russischen Fernsehen Thema und war ein „guter“ Anlass, einmal einen Blick auf die US-Politik und ihre Folgen zu werfen. Ein solches Bild würde das deutsche Fernsehen nie zeigen, obwohl alles wahr ist und offen zu Tage liegt.

Der Bogen, den die russische Sendung „Nachrichten der Woche“ in dem Beitrag gespannt hat, ist weit und folgt dabei einem roten Faden: Den Folgen der US-Einmischungen in andere Länder, egal, ob durch Krieg, Sanktionen oder verdeckte Operationen. Da man so etwas in Deutschland nie zu sehen bekommen würde, habe ich den Beitrag des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Gleich am Tag der Tragödie der ukrainischen Boeing und als die Ursache noch unbekannt war, sprach Präsident Putin den Führern der Ukraine und des Iran sein Beileid aus und übermittelte den Angehörigen und Freunden der Opfer Worte des Mitgefühls und der Unterstützung.

„Russland teilt die Trauer derer, die ihre Lieben verloren haben, und wünscht ihnen Kraft und Mut“, sagte Putin.

Die Tragödie der abgestürzten ukrainischen Boeing über Teheran erinnert an ähnliche Geschichten mit den gleichen Ländern: USA, Iran, Ukraine. Leider gab es solche Fälle bereits.

So hat das US-Militär 1988 versehentlich einen iranischen Airbus A-300 abgeschossen, der von Teheran nach Dubai flog. Damals, es war der 3. Juli 1988, wurde das Flugzeug Opfer einer Boden-Luft-Rakete, die von dem US-Marinekreuzer „Vincennes“ abgefeuert wurde. Es wurden alle Passagiere des iranischen Passagierflugzeugs und die Besatzung – insgesamt 290 Menschen – getötet. Die Tragödie ereignete sich über dem Persischen Golf. Als Grund für den Start der Rakete gegen ein ziviles Flugzeug wurde im offiziellen Bericht der psychologische Zustand der Besatzung des amerikanischen Raketenkreuzers genannt, die angeblich unter großem Druck in einer Kampfsituation handelte, und die Ähnlichkeit der Flugbahn des zivilen Flugzeugs mit der Flugbahn eines angreifenden iranischen Kampfjets. Der Kreuzerkommandant erhielt später den Orden der Ehrenlegion für diese Zeit seines Dienstes und die Vereinigten Staaten haben sich noch nicht einmal offiziell entschuldigt. Präsident Reagan nannte das Vorgehen der Besatzung „gerechtfertigt“.

Wenn wir über die Ukraine selbst sprechen, hält sie in der Tragödie um die malaysische Boeing MH17, die während der heißen Phase des Bürgerkriegs über ukrainischem Territorium abgeschossen wurde, immer noch Beweise gegen sich selbst zurück. Wir haben schon oft darüber berichtet. Und es ist offensichtlich, dass die Ukraine für das Unglück verantwortlich ist, weil sie ihren Luftraum über dem Kriegsgebiet nicht für zivile Flüge geschlossen hat.

Es gibt jedoch noch einen weiteren – absolut eindeutigen – Fall. Es ist absolut unstrittig, dass das ukrainische Militär 2001 ein russisches, ziviles Passagierflugzeug über dem Schwarzen Meer abgeschossen hat. Das geschah am 4. Oktober 2001 während militärischer Übungen auf der Krim, die damals noch als ukrainisch galt. Das Flugzeug vom Typ Tu-154M war auf dem Weg von Tel Aviv nach Nowosibirsk. Die Rakete vom Typ S-200 wurde von der 96. Luftverteidigungsbrigade der Ukraine abgeschossen. Keiner der Passagiere und Besatzungsmitglieder überlebte, alle 78 Menschen kamen ums Leben. Der damalige Präsident der Ukraine, Kutschma, entließ seinen Verteidigungsminister Kuzmuk, meinte aber, dass aus den Geschehnissen keine Tragödie gemacht werden sollte: „Schauen Sie, was auf der ganzen Welt vor sich geht, in Europa. Wir sind nicht die ersten und nicht die letzten, wir sollten daraus keine Tragödie machen“, sagte Kutschma damals. Später weigerte sich die Ukraine, ihre Schuld rechtlich anzuerkennen, obwohl sie an die Familien der Opfer im Rahmen des zwischenstaatlichen Abkommens Entschädigungen gezahlt hat.

Und bei der über Teheran abstürzten ukrainischen Boeing ist der Zufall natürlich nur ein Teil der Erklärung. Im Laufe des Nervenkrieges, den Amerika dem Iran aufgezwungen hat, hätte noch ganz anderes geschehen können. Und es kann noch viel mehr geschehen, wenn die globale Konfrontation weiterhin verstärkt und die Abrüstungsverträge gekündigt werden. Übrigens hat Putin wiederholt vor der Gefahr gewarnt, die entsteht, wenn die verbleibende Zeit, um den Knopf zu drücken, immer weiter abnimmt. Das liegt an den immer höheren Geschwindigkeiten der Raketen, an der zunehmenden Automatisierung und der Nutzung künstlicher Intelligenz. Das heißt, die Folgen sind es wert, darüber nachzudenken.

Die USA haben nicht über die Folgen nachgedacht, als sie 2011 die Zerstörung Libyens einleiteten. Zuerst wurde der Führer des Landes, Gaddafi, nach den NATO-Bombardements gelyncht und jetzt weiß die ganze Welt nicht, wie sie dort Frieden und Ordnung wiederherstellen kann. Die gegenwärtige Generation der Libyer kann vom Wohlstand der vorherigen Generation nicht einmal träumen.

Die Vereinigten Staaten haben auch nicht über die Folgen nachgedacht, als sie 2003 in den Irak einmarschiert sind. Zuerst begann US-Präsident George W. Bush mit der Unterstützung von Großbritanniens damaligem Premierminister Tony Blair grundlos, den Irak zu bombardieren. Zwei Anschuldigungen waren das offizielle Motiv für die Aggression. Erstens war der irakische Tyrann Saddam Hussein sehr gefährlich, weil er über Massenvernichtungswaffen verfügte. Erinnern Sie sich, wie der US-Außenminister im UN-Sicherheitsrat ein Fläschchen mit weißem Pulver geschüttelt hat? Zweitens wurde der irakische Tyrann Saddam Hussein mit den Terroristen von al-Qaida in Verbindung gebracht, die die Zwillingstürme in New York zerstört und sogar Flugzeug ins Pentagon geschickt haben. Damals wurden bei diesen Terroranschlägen in Amerika 3000 Menschen getötet.

Dafür, so wurde beschlossen, wollte man sich an dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein rächen. Als Folge der anglo-amerikanischen Bombardierung und der militärischen Invasion sind im Irak hunderttausende Menschen ums Leben gekommen, die genaue Zahl ist bis heute nicht bekannt. Sie haben beim Töten nicht mitgezählt. Saddam Hussein selbst wurde auf Entscheidung eines Sondertribunals unter amerikanischer Besatzung gehängt, wie im Mittelalter. Einen Vorwand hat man gefunden. (Amn. d. Übers.: Im Beitrag wird ein Video von Saddams Hinrichtung gezeigt) Hier in einem düsteren Keller warf man Saddam Hussein ein Seil um den Hals, dann wurde er auf die Luke geschubst. Es gibt keine Rechtfertigung für Barbarei.

Später stellte sich heraus, dass sich der Verdacht über Saddam Husseins Verbindungen zu Al-Qaida nicht erhärten ließ. Und nach Massenvernichtungswaffen wurde der ganze, besetzte Irak durchsucht, aber die wurden nicht gefunden. Das weiße Pulver in Colin Powells Fläschchen entpuppte sich als Fälschung. Das heißt, sowohl die Gründe für die Invasion, als auch für die Zerstörung des Staates erwiesen sich als falsch. Aber dank der Vereinigten Staaten haben sich die Strukturen der IS-Terroristen aus der zerstreuten irakischen Armee gebildet. Irgendwann waren bis zu 40 Prozent des Irak unter der Kontrolle des IS und im benachbarten Syrien würde ohne Russlands Hilfe längst die schwarze Flagge über Damaskus wehen. Amerika wäre es recht.

Die Praxis, unerwünschte Regierungen zu stürzen, ist für die Vereinigten Staaten nach wie vor aktuell. Nicht überall klappt es, aber der Wunsch, ihre Leute an die Stelle von denen zu stellen, die ihnen nicht gefallen, ist lebendig, auch unter Vorwänden und ohne geografische Einschränkungen.

Ein klassisches Beispiel ist die politische Hinrichtung von Dominique Strauss-Kahn. Der sehr wahrscheinlich nächste Präsident Frankreichs wurde in New York durch einen Fall um ein schwarzes Dienstmädchen erledigt. Das Polizeifoto von Strauss-Kahn hat ihn für immer aus der Politik entfernt. Das war 2011.

Im Mai vergangenen Jahres musste der österreichische Vizekanzler Strache nach dem aktiven Eingreifen von Geheimdiensten zurücktreten, gefolgt von Kanzler Kurz selbst. Erst vor kurzem kehrte Kanzler Kurz ins Amt zurück, sein ehemaliger Stellvertreter Strache ist für immer politisch begraben.

Aber zurück in den Irak. Die Amerikaner handelten dort und dachten nicht an die Folgen, sei es aus Dummheit oder wegen übermäßigem Selbstvertrauen. Durch die Absetzung Saddam Husseins, der sich auf die Elite der sunnitischen Minderheit im Irak stützte, brachten die Vereinigten Staaten die dortige Mehrheit an die Macht. Jetzt regieren die Schiiten und in vielerlei Hinsicht haben sich die Beziehungen zum Iran inzwischen deutlich verbessert. Gerade erst stimmte das irakische Parlament für den Abzug ausländischer Truppen aus dem Land. Trump lachte nur als Antwort.

„Wir haben dort einen extrem teuren Luftwaffenstützpunkt. Sein Bau hat Milliarden von Dollar gekostet, lange bevor ich Präsident war. Wir werden nicht gehen, bevor sie dafür bezahlt haben“, sagte der US-Präsident.

Zudem drohte Trump Bagdad mit Sanktionen. Das bedeutet, die Amerikaner haben das Land besetzt und zerstört, den Präsidenten gehängt, einen blutigen internen Krieg provoziert und jetzt fordern sie den Irak auf, die Kosten zu tragen! Ist das nicht der Gipfel des Zynismus? Sie sollten sich lieber entschuldigen und beim Aufräumen helfen. So steht es jedoch nicht in den amerikanischen Regeln. Ihre Norm ist die Missachtung der Kultur anderer Menschen, der Würde der anderen, der Geschichte der anderen.

Auf dem Höhepunkt der Spannungen mit den Iran zum Beispiel drohte Trump, dessen Kulturstätten zu zerstören. „Wir haben 52 iranische Einrichtungen ausgesucht, von denen einige sehr hoch und wichtig für den Iran und seine Kultur sind. Der Angriff auf sie und auf den Iran selbst wird sehr schnell und sehr hart sein“, twitterte Trump.

Im Grunde handelt er in der besten Tradition seines Landes, wenn er mit Kriegsverbrechen droht. Diese arrogante amerikanische Ignoranz betrifft nicht nur die fremde Kultur, sondern die Kultur insgesamt, weil die alte Kultur des Iran das Erbe der ganzen Menschheit ist, denn es geht um eine Zivilisation, die älter ist, als das alte China und das antike Griechenland.

Zum Beispiel hat der Iran Dutzende von UNESCO-Weltkulturerbestätten. Unter ihnen ist die größte Lehmfestung der Welt in Bam, aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Ist Trump bereit, dort zuzuschlagen? Im Iran sind auch einzigartige armenische Schreine. Zum Beispiel das Kloster von St. Stepanos aus dem 9. Jahrhundert im Tal des Flusses Arax. Oder das Kloster St. Thaddeus aus dem 7. Jahrhundert. Schlägt er die kaputt? (Anm. d. Übers.: Im Beitrag werden alle diese beeindruckenden, antiken Kulturschätze gezeigt)

Das ist das Mausoleum der makellosen Fatima in Kuma aus dem 9. Jahrhundert, daran wurde über Jahrhunderte gebaut. Ein Meisterwerk der islamischen Architektur und eine Ruhestätte für Generationen von Scheichs. Sind auch sie im Fadenkreuz der USA? Hat Trump nicht über die Reaktion der gesamten islamischen Welt nachgedacht? Was wird dann passieren?

Im Iran liegt auch die antike Stadt Pasar Gada aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Als Alexander der Große im 4. Jahrhundert dort war und erfuhr, dass seine Soldaten das Grab des persischen Königs Kyrus II., des Großen, geplündert hatten, befahl der griechische Feldherr, die Schuldigen hinrichten zu lassen.

Und natürlich liegt nicht weit von Pasar Gada, auch im Iran, die Hauptstadt des antiken Persien, Persepolis, aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Malerische Ruinen einer Stadt, wo es Wasserversorgung und Kanalisation bereits vor zweieinhalbtausend Jahren gab. Stehen sie auch auf der Liste der US-Ziele im Iran? Tatsächlich waren die Perser die ersten in der Geschichte der Menschheit, die hier lernten, systematische Aufzeichnungen auf den Gebieten Medizin, Astronomie und Mathematik zu machen, und die ersten, die eine Art Bibliothek einrichteten. Und Farsi, die Sprach der Region, war im Mittelalter international und wurde entlang der gesamten Seidenstraße verstanden. Der Präsident der Vereinigten Staaten spricht mit tiefer Verachtung über all dies. Als selbst in den Reihen des US-Militärs ein Murren aufkam, weil sie keine Kulturgüter bombardieren wollten, war Trump verärgert. Dabei ist das nichts Besonderes. Es ist nur ein Beispiel für koloniales Denken, wenn andere Völker und ihre Kultur notorisch niedriger gestellt werden, als die eigene. Auch wenn sie zehnmal älter sind.

Und wenn wir schon Parallelen ziehen, auch nach all den Gräueltaten der Hitler-Faschisten in der Sowjetunion haben die sowjetischen Truppen nie den Befehl erhalten, Kulturgüter in Deutschland zu zerstören. Aber die Amerikaner und die Briten taten es. Aus militärischer Sicht zumindest war es sinnlos, Dresden kurz vor Kriegsende zu bombardieren. Und das deutsche Würzburg im alten Franken? 12 Jahrhunderte Geschichte, die über Nacht durch einen englischen Feuersturm auslöscht wurden. Unerbittliche und sinnlose Barbarei.

Kulturgüter waren jedoch im 21. Jahrhundert während Feindseligkeiten schon ein Ziel. 2001 wurden im afghanischen Bamian-Tal auf Befehl des Taliban-Führers Mullah Omar riesige Buddha-Statuen gesprengt. Und jetzt haben die Barbaren des IS mit Vorschlaghämmern und Bohrern Museumsexponate im irakischen Mossul zerstört. Dort sprengten Fanatiker die Zentralbibliothek und mit alten Werken über Philosophie, Kultur und Geschichte wurden Kamine geheizt. Das war erst vor etwa 5 Jahren. Und jetzt kommt die Drohung, Kulturgüter im Iran zu zerstören, bereits aus den Vereinigten Staaten.

Und natürlich ist es unmöglich, nicht an die Zerstörung von Denkmälern in Syrien zu erinnern. Alleine das antike Palmyra. Die Barbaren des IS sprengten dort den zentralen Neph und hätten noch mehr zerstört, wenn Russland nicht gewesen wäre. Syrien und die ganze Menschheit sind Russland dankbar für die Tatsache, dass es gelungen ist, die Barbaren-Terroristen zu stoppen und die antiken Wunder zu retten.

Quelle

„Zeit“-Korrespondentin aus Moskau: Dreistes, aber sehr geschicktes Beispiel für das Propaganda-Lehrbuch

In der „Zeit“ ist eine Kolumne erschienen, an der man sehen kann, wie die deutschen Medien partout russische Erfolge in ein negatives Licht stellen wollen. Sogar dann, wenn sie Frieden und auch Deutschland nur Nutzen bringen. Die US-Agenda wird von den deutschen Medien um jeden Preis hochgehalten, sogar gegen deutsche Interessen.

Korrespondentenberichte aus Moskau sind in deutschen Medien generell nichts anderes als Desinformation, wie ich an den Korrespondentenberichten des Spiegel immer wieder nachprüfbar aufgezeigt habe. Manchmal wird sogar richtig dreist dabei gelogen.

Während aber die Spiegel-Korrespondenten in Moskau offensichtlich nicht die hellsten Kerzen am Baum sind, denn ihre Desinformation ist meistens ausgesprochen plump, muss man vor Frau Bota anerkennend den Hut ziehen. Sie bringt nämlich ein Kunststück fertig: Sie schafft es, über viele positive Entwicklungen zu berichten, diese aber für ihre Leser trotzdem negativ klingen zu lassen. Das muss man erst einmal hinbekommen.

Es begann schon mit der Überschrift: „Wladimir Putins grausame Verlässlichkeit

Nun habe ich immer gedacht, dass Verlässlichkeit etwas Positives ist. Aber wenn Putin verlässlich ist, dann ist das „grausam“. Für wen denn? Höchstens für die USA, die sehr unzuverlässig sind und deren „Partner“ (also Vasallen) sich mehr und mehr von den USA abwenden, weil sie genug davon haben, nur für die US-Interessen ausgenutzt zu werden. Aber man sieht eben auch, wessen Geistes Kinde Journalisten sind, die so etwas schreiben.

Aber zurück zu der Kolumne. Frau Bota stellt fest, dass Russland außenpolitische Erfolge feiert, wie man in der Einleitung lesen kann:

„Vorbei die Zeit, als man über Russland als Regionalmacht spottete: Putin ist derzeit in der internationalen Politik erfolgreicher als die USA und die EU. Woran liegt das?“

Und nun kommt das paradoxe an der Kolumne: sie erklärt es nämlich durchaus korrekt, aber sie schafft es, gute Nachrichten in ein negatives Licht zu setzen, weil Russland und nicht der Westen im Kampf für Frieden und Verständigung Erfolge feiert. Und das darf der deutsche Leser so nicht erfahren, er könnte ja fordern, dass sich Deutschland dann eher der russischen, als der amerikanischen Politik anschließen sollte.

Wir wollen hier einmal sezieren, wie Frau Bota dabei im Einzelnen vorgeht.

An der Überschrift haben wir gesehen, dass Putin verlässlich ist und dass das deshalb „grausam“ ist. Die Kolumne beginnt mit den Ereignissen im Iran, die die Welt nach Neujahr aufgeschreckt haben. Frau Bota stellt fest, dass Merkel in dieser internationalen Krise, die das Potenzial hatte, den ganzen Nahen Osten in Brand zu stecken, nicht etwa nach Washington geflogen ist, um zur Lösung beizutragen, sondern nach Moskau. Für eine transatlantisch eingenordete Journalistin, wie Frau Bota, die schon den Axel-Springer-Preis und auch n-ost-Preis bekommen hat, ist das natürlich eine Katastrophe.

Wer den n-ost-Preis nicht kennt: n-ost ist ein Verein, in dem die Spiegel-Korrespondentin Christina Hebel aktiv ist und der transatlantisches Gedankengut fördert: Die eine Moskau-Korrespondentin zeichnet die andere aus, so funktionieren diese „Ehrungen“ in Deutschland. Frau Hebel ist über n-ost gut vernetzt und fördert dann über ihre Artikel auch gerne mal ihre Freundinnen, wie ich hier gezeigt habe. Nur ihre Leser sollen nichts von den existierenden Seilschaften wissen.

Aber zurück zu der Kolumne. Frau Bota muss sichtbar widerwillig anerkennen, dass die russische Diplomatie erfolgreich ist:

„Ob es einem gefällt oder nicht, diese Art der Diplomatie, verstanden als reine Interessenpolitik, ist derzeit ziemlich effektiv.“

Sehr geschickt stellt sie erfolgreiche Diplomatie in ein negatives Licht, indem sie sie als „reine Interessenpolitik“ bezeichnet. Frau Bota weiß aber sicher ganz genau, dass das für alle Länder der Welt gilt: Jedes Land versucht mit seiner Diplomatie seine Interessen zu vertreten. Das ist der Daseinszweck von Diplomatie. Nur würde Frau Bota das nie so formulieren, wenn es um westliche Staaten geht.

Während die USA im Nahen Osten Amok laufen und gerade einen iranischen General mit einer Rakete auf dem Flughafen von Bagdad ermordet haben, was die Welt an den Rand eines großen Krieges gebracht hat, schreibt Frau Bota über Putin:

„Er trifft Assad in Syrien beim Besuch der russischen Truppen, schüttelt mit Erdoğan Hände bei der Einweihung der Gaspipeline TurkStream, telefoniert mit Macron, plant bald ein Treffen mit Sissi in Ägypten – es wäre das zwölfte Treffen in sechs Jahren. (…) Vorbei die Zeit, als Obama über Russland als Regionalmacht spottete. In Syrien konnte Putin Assad halten und ein labiles Gleichgewicht zwischen den Interessen von Türken, Kurden, Iranern und Israelis austarieren. In Libyen kämpfen russische Söldner aufseiten des libyschen Generals Haftar – neuerdings zwar auch gegen die Türken, die die libysche Regierung unterstützen, aber man wurde sich vorläufig einig und verkündete gemeinsam eine Waffenruhe.“

Frau Bota findet all das nicht gut. Aber ich frage mich, was soll schlecht daran sein, wenn Putin es schafft, zwischen ehemaligen Rivalen ein „Gleichgewicht auszutarieren“? Wäre es ihr lieber, wenn Türken und Kurden weiterhin Krieg gegeneinander führen würden? Wäre es ihr lieber, wenn Iran und Israel tatsächlich einen heißen Krieg führen?

Dass Putin es geschafft hat, die ehemaligen Rivalen Iran und Türkei in ein Boot zu holen, dass Putin es durch sein Eingreifen es geschafft hat, eine türkische Offensive gegen die Kurden zu stoppen, dass Putin mit seinen guten Beziehungen zwischen dem Iran und Israel auch dort versucht, zu vermitteln – wer kann das schlecht finden? Wer kann etwas dagegen haben, wenn es im Nahen Osten vielleicht endlich mal friedlicher wird, wenn das Misstrauen Schritt für Schritt durch Gespräche in Vertrauen umgewandelt wird?

Dass Putin hier Erfolge hat, zeigen auch die Gespräche zwischen den Erzfeinden Iran und Saudi-Arabien, die offensichtlich ebenfalls von Putin eingefädelt worden sind, als er im Oktober in Saudi-Arabien war.

Dann greift Frau Bota zu dem bewährten Mittel der Propagandisten: Sie packt ganz viele unbelegte Vorwürfe in einen Satz. Bevor der Leser anfangen kann zu verstehen, dass Russland tatsächlich eine auf Ausgleich und Frieden ausgerichtete Politik verfolgt, soll der Leser negativ eingestellt werden:

„Selbst in Europa, das an den Sanktionen gegen Russland (noch) festhält, schafft es der Kreml ein kleines bisschen aus der politischen Isolation heraus – trotz Attentaten (Skripal, Changoschwili), Hackerangriffen und enttarnter Geheimdienstoperationen.“

Die Attentate gegen Skripal und Changoschwili werden von den Medien zwar Russland angelastet, aber bewiesen ist gar nichts. Im Fall Skripal gibt es mehr offene Fragen, als Antworten (wie Sie hier im Detail nachlesen können) und im Fall Changoschwili, also dem Tiergartenmord, gibt es noch nicht einmal eine offizielle Behauptung, Russland habe damit etwas zu tun. Das behaupten bisher nur die Medien. Propaganda eben.

Wenn die Medien in Deutschland wenigstens darüber berichtet hätten, wer das im Tiergarten – von wem auch immer – erschossen worden ist, würde der Fall kaum Empörung hervorrufen können. Propaganda eben: Man stellt Beschuldigungen auf und verschweigt alles, was nicht ins Bild passt.

Gleiches gilt für die „Hackerangriffe“ von denen Frau Bota schreibt. Dazu gibt es auch rein gar nichts, außer Beschuldigungen und Aussagen vom BND, dass keine Spur nach Russland führt. Aber das muss Frau Bota ja nicht erwähnen. Und erst recht erwähnt sie nicht, dass den unbelegten Anschuldigungen gegen Russland reale und unbestrittene Hackerangriffe der USA gegen Russland gegenüberstehen. Propaganda eben, ganz nach Lehrbuch.

Unmittelbar danach schreibt Frau Bota noch im gleichen Absatz:

„Macron kommt Putin entgegen, in Paris verhandelt man endlich über Frieden in der Ukraine – aber nicht ohne Putins Vorbedingungen. Die Steinmeier-Formel jedenfalls, von ihren Gegnern auch Putin-Formel genannt, haben die Ukrainer nicht gewollt, aber akzeptieren müssen.“

Das ist ein wirklich starkes Stück Propaganda, denn es ist einfach nur dreist gelogen. Kein Leser von Frau Bota weiß, was die Steinmeier-Formel überhaupt ist. Und so kann sie sie zur „Putin-Formel“ machen. Klingt auch gleich schön böse.

Dabei ist die Steinmeier-Formel ein Produkt des damaligen deutschen Außenministers Steinmeier und sie sollte Details bei der Umsetzung des Minsker Abkommens festlegen. Die Ukraine hat sie nie umgesetzt, wie auch das gesamte Minsker Abkommen. Was aber kann Putin dafür, wenn Steinmeier einen Vorschlag macht, auf den sich alle (inklusive der Ukraine) in Verhandlungen geeinigt haben und wenn Kiew hinterher seine eingegangenen Verpflichtungen nicht umsetzt?

Und trotz aller nun von Frau Bota aufgelisteten russischen „Untaten“, die alle einer Überprüfung nicht standhalten, feiert Russlands Diplomatie Erfolge, wie sie schreibt:

„Für die russischen Erfolge gibt es vor allem zwei Gründe. Zum einen gilt die russische Diplomatie als sehr professionell. „Russland war immer stolz auf seine diplomatische Schule, und das, so scheint mir, nicht grundlos“, schreibt Andrej Kortunow, Direktor des kremlnahen Thinktanks Riac.“

In der Tat ist das so, die Diplomatenausbildung in Russland ist hervorragend. Die Diplomaten lernen die Sprachen der Länder, in denen sie eingesetzt werden sollen, sie lernen die kulturellen und historischen Hintergründe und sind hochprofessionell.

Sie meinen, das wäre überall so? Weit gefehlt. Nehmen Sie die USA, wo als Botschafter oft Großspender eines Präsidenten mit Botschafterposten belohnt werden oder auch Deutschland, wo Botschafter in erster Linie nach Parteibuch ausgewählt werden.

Was nützt ein deutscher Botschafter in Moskau, der sich ohne Dolmetscher nicht einmal einen Kaffee bestellen kann? Der russische Botschafter in Deutschland kann hingegen sogar ohne Dolmetscher in deutschen Talkshows auftreten.

Da ist es unvermeidbar, dass die russischen Diplomaten ganz andere Erfolge vorweisen können, als andere. Ich war kürzlich auf einer Konferenz und da haben mir mexikanische Politologen sehr viele Beispiele genannt, wie russische Diplomaten in lateinamerikanischen Ländern als Vermittler bei internen Problemen gerufen werden, weil sie sich dort auskennen und neutral zwischen Konfliktparteien vermitteln können und zwar direkt und ohne Dolmetscher. Es ist kein Zufall, das westliche Botschafter in solchen Fällen nicht gerufen werden: Ihnen fehlen sowohl die Kompetenz, das Wissen um die Situation im Land und die Sprachkenntnisse. Ganz davon abgesehen, dass sie dafür bekannt sind, parteiisch zu sein und daher als neutrale Vermittler von vorne herein ausfallen.

Dann kommt Frau Bota auf den russischen Außenminister und man beachte, mit welchen Formulierungen sie beginnt:

„Kaum jemand ist abgebrühter, unverfrorener und umtriebiger: Lawrow redet mit Irakern, Türken, Ägyptern, Amerikanern, Libyern, Chinesen, Israelis, Iranern. In einem Monat kann er mit den drei größten Feinden verhandeln: Anfang Dezember traf Lawrow den israelischen Außenminister, Mitte Dezember den saudischen, zum Jahresende dann den iranischen. Man vermeidet es, sich auf eine Seite in der Region zu schlagen.“

Mit den einleitenden Formulierungen prägt sie dem Leser ein negatives Bild ein, dabei ist das, was sie danach schreibt, nur positiv. Darüber möchte sie mit der Einleitung hinwegtäuschen.

Der russische Chef-Diplomat redet also mit allen, auch mit jenen, die untereinander verfeindet sind. Das ist der Job eines Diplomaten! Wie soll er denn Frieden, Aussöhnung und Verständigung erreichen, wenn er nicht mit den Konfliktparteien redet? Und wie soll es zu einer Verständigung kommen, wenn man sich auf eine Seite schlägt? Dann ist man kein Vermittler mehr, sondern Konfliktpartei!

Wenn ein deutscher Außenminister mit Konfliktparteien redet, ist in der Presse von „Vermittlungen“ die Rede. Wenn Lawrow es tut, dann nennt Frau Bota das „abgebrüht, unverfroren und umtriebig„. Propaganda eben.

Russland redet also – ganz im Gegensatz zum Westen, der zum Beispiel mit Syrien oder dem Iran gar nicht reden will – im Nahen Osten mit allen. Dazu schreibt Frau Bota:

„Die Autokraten im Nahen Osten sind dankbar für diese verlässliche Macht, die ihnen das Teuerste garantiert: den Status quo und damit ihre Despotenherrschaft.“

Das kann man kritisieren, aber dann muss man auch kritisieren, dass der Westen mit den „Despoten“ auf der arabischen Halbinsel nicht nur redet, sondern sie hofiert und massiv unterstützt, damit sie ihre „Despotenherrschaft“ aufrecht erhalten können. Ich habe das Wort „Despotenherrschaft“ in deutschen Medien noch nie im Zusammenhang mit dem „Partner“ Saudi-Arabien gehört, dabei ist das die größte „Despotenherrschaft“ in der Region.

Im Iran und in Syrien gibt es Wahlen (die man sicherlich auch kritisieren kann, aber es gibt sie wenigstens), in Saudi-Arabien gibt es nicht einmal ein Parlament. Dafür liefert der Westen fleißig Waffen, mit denen die „Despoten“ in Saudi-Arabien ihr Nachbarland Jemen in Schutt und Asche legen und die Zivilbevölkerung abschlachten.

Aber Russland ist in Frau Botas Augen böse, weil es mit allen redet. Wenn es das Wort „Doppelmoral“ nicht schon geben würde, müsste man es für Frau Bota und ihre Kolumne extra erfinden.

Der letzte Absatz ist dann die Krönung des Ganzen. Daher werden wir jeden einzelnen Satz anschauen und überprüfen. Der Absatz beginnt so:

„Wer mit allen im Gespräch ist und mit allen Deals aushandelt, wer Verpflichtungen und Verantwortung umschifft, der lebt auf Dauer gefährlich.“

Frau Bota spricht sich also indirekt dagegen aus, mit allen Vereinbarungen auszuhandeln. Was ist die Alternative? Neue Kriege? Die westliche Diplomatie hat im Nahen Osten in den letzten 70 Jahren jämmerlich versagt, nur Frau Bota scheint das nicht bemerkt zu haben.

Und ihre Unterstellung, Russland würde dabei „Verpflichtungen und Verantwortung umschiffen“, ist Blödsinn. Frau Bota, sollten Sie meinen Artikel lesen, nennen Sie mir bitte auch nur ein Beispiel dafür, dass Russland dies getan hat. Vor allem im Nahen Osten, um den es in Ihrer Kolumne ja vorrangig geht. Ich warte gespannt auf Antwort!

Der nächste Satz ist folgender:

„Möglich, wahrscheinlich sogar, dass keiner der russischen Erfolge im Mittleren und Nahen Osten halten wird, dafür ist das ausgehandelte Gleichgewicht allzu fragil und Diplomatie des 21. Jahrhundert eben doch mehr als reine Interessenpolitik.“

Wir werden sehen, ob die russischen Erfolge halten werden. Aber schon diese Erfolge sind mehr, als der Westen in 70 Jahren in der Region erreicht hat. Man muss Assad nicht mögen, aber Syrien ist heute Dank Russlands eingreifen wieder weitgehend friedlich. Der Krieg dort, den der Westen medial und mit Geheimdienstoperationen wie „Timber Sycamore“ unterstützt hat, hat eine halbe Million Menschen getötet. Dagegen war das Leben unter Assad vor dem Krieg das reine Paradies. Aber wer in Deutschland kennt schon „Timber Sycamore„? Die deutschen Medien haben darüber ja nicht berichtet.

Und was meint Frau Bota, wenn sie behauptet, die Diplomatie im 21. Jahrhundert sei „eben doch mehr als reine Interessenpolitik„? Hat Deutschland keine Interessen? Nein, zumindest unter der aktuellen Regierung nicht, aber Deutschland unterstützt immer die Interessen der USA. Und wer will mir erzählen, die USA hätten aus Nächstenliebe den Irak überfallen, hunderttausende Menschen getötet und das Land zerstört? Betreibt der Westen unter der Regie der USA etwa keine Interessenpolitik?

Der Unterschied ist, dass der Westen seine Interessen mit Kriegen, Sanktionen, Drohungen und Putschen durchsetzt. Russland hingegen mit Gesprächen und Verhandlungen auf Augenhöhe. Jeder kann für sich selbst entscheiden, was er besser findet. Frau Bota hat ihre Entscheidung offensichtlich schon getroffen und Diplomatie ist anscheinend nicht ihr Favorit. Das ist (verdeckte) Kriegspropaganda, wenn Frau Bota diplomatische Erfolge der Russen doof findet, denn sie sagt nicht offen, was denn die Alternative wäre: Krieg, wie wir in den 70 Jahren, in denen der Westen in der Region die Vorherrschaft hatte, zur Genüge sehen konnten. Vielleicht sollten wir die Russen mal zehn Jahre lassen und dann beurteilen, was besser funktioniert hat?

Frau Botas Artikel endet mit den Sätzen:

„Doch derzeit gibt sich Putin grausam verlässlich. Und das ist weit mehr, als manch anderer vorweisen kann.“

Wir fassen zusammen: Putin schafft es tatsächlich, die Parteien im Nahen Osten an einen Tisch zu bringen und seine Erfolge kann nicht einmal Frau Bota bestreiten. Das hat er durch seine Verlässlichkeit geschafft, einfach weil er ein gegebenes Wort hält und nicht die Parteien gegeneinander ausspielt. Für Frau Bota ist das „grausam„. Das lässt einen tiefen Einblick in ihr Verständnis von Moral zu.

Aber sie kann im letzten Satz eben trotzdem nicht umhin, Putins Erfolge zu würdigen, denn er hat mehr erreicht – nicht als „manch anderer“ – sondern als alle anderen in den letzten 70 Jahren.


Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Russland auf die Fragen der internationalen Politik blickt, dann sollten Sie sich die Beschreibung meines Buches ansehen, in dem ich Putin direkt und ungekürzt in langen Zitaten zu Wort kommen lasse.
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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft. Zeige alle Beiträge von Anti-Spiegel

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