Frankreich: „Ungeimpfte“ zur Armut gezwungen

Macron hat seiner Ankündigung, den Verweigerern der Spritze das Leben schwerzumachen, Taten folgen lassen.

Am 14. März wurde der Pass Vaccinal in Frankreich aufgehoben, ich berichtete. Das Gesetz zum Pass Vaccinal hingegen, das im Januar 2022 so hysterisch durchgepeitscht wurde, bleibt aber noch bis 31. Juli 2022 in Kraft. Mit vergleichbar hysterischen Debatten wurde im Juli 2021 die Impfpflicht für alle Beschäftigten der Gendarmerie, der Feuerwehr und für das gesamte medizinische Personal in ein Gesetz gegossen. Sagte Emmanuel Macron im November 2020 noch, dass er die „Impfung“ keinesfalls zur Pflicht machen würde, gab er in seiner Fernsehansprache am 12. Juli 2021 die Impfpflicht für die genannten Berufsgruppen bekannt.

Nun ist der Pass Vaccinal also aufgehoben. Im Krankenhaus gilt noch 3G – sowohl für Patienten als auch für Besucher. Aber als „ungeimpfte“ Pflegekraft oder Arzt kommt man weiterhin nicht ins Krankenhaus. Zur Arbeit. Auch nicht mit einem negativen Test. „Geimpftes“ Krankenhauspersonal darf und soll weiterhin zur Arbeit kommen, auch wenn sie sich nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert haben. Solange sie nicht husten, sollen sie arbeiten kommen. Aber „ungeimpftes“ gesundes Personal bleibt draußen.

Die Medien auf Kriegsfuß mit den Fakten

Da seitens der Medien, der Regierung und der Gesundheitsämter weiterhin penetrant behauptet wird, dass die Impfung andere schütze, soll die Impfpflicht fürs Gesundheitspersonal auch bleiben. Die Krankenhäuser und Altenheime ächzen unter dem Personalmangel, der schon vor 2020 bestand, sich im Jahr 2020 durch die Kündigung von über 12.000 entkräfteten Pflegekräften verschärft und der 2021 mit der Impfpflicht noch weiter zugespitzt wurde.

Seit 5. August 2021 gilt also die Impfpflicht für die genannten Berufsgruppen. Kamen sie ihrer Pflicht, binnen der gegebenen Frist die „Impfung“ noch geschwinde nachzuholen, nicht nach, wurden sie am 15. September 2021 von der Arbeit suspendiert. Noch im August sprangen sie mehrfach für krankgemeldete Kollegen ein, die nach der „Impfung“ mit deren Nebenwirkungen zu kämpfen hatten. Ab 15. September 2021 wurden sie personae non gratae. Sie haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Sie haben keinen Anspruch auf Sozialhilfe. Da sie suspendiert und nicht gekündigt sind, können sie aus arbeitsrechtlichen Gründen auch keine andere Arbeit aufnehmen. Emmanuel Macron hat so ein neues Prekariat geschaffen.

„Ungeimpfte“ Gendarmen werden in den Innendienst in Hinterstuben gesetzt. Ungeimpfte Feuerwehrleute, Rettungssanitäter, Ärzte, Krankenpfleger, Altenpfleger, Pflegehelfer, Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten leben seit sechs Monaten ohne Einkünfte. Diejenigen, die keinen Immobilienbesitz oder familiäre finanzielle Auffangbecken haben, überleben durch Geldspenden, Lebensmittelkörbe, illegale Beschäftigungsverhältnisse in Fabriken oder in der Landwirtschaft, Aktionen in der Fußgängerzone wie Kuchenverkauf.

Die Anzahl der Betroffenen ist sehr schwer zu beziffern. Covidhub nennt 15.000 Personen im medizinischen Sektor und 6.000 bei der Feuerwehr. Wie viele ehrenamtliche Feuerwehrleute ihr Ehrenamt nicht länger ausüben können, weil sie sich nicht haben „impfen“ lassen, hat niemand gezählt. Laut Regierungsangaben haben sich 95 % der zur „Impfung“ Verpflichteten „impfen“ lassen. Allen statistischen Angaben der Regierung muss jedoch mit großer Skepsis begegnet werden: In der Altersgruppe 70–75 Jahre gibt die Regierung eine 100-prozentige Impfquote an, aber allein ich kenne vier Personen dieser Altersgruppe, die „ungeimpft“ sind, und die kennen wiederum weitere.

Rechtsstreit ist für viele Betroffene zu teuer

Die Anwältin Maud Marian allein vertritt 500 Suspendierte. Nicht alle können Klage führen, wahrscheinlich sind es sogar die wenigsten – wie soll man in einer solchen wirtschaftlichen Situation auch einen Rechtsbeistand bezahlen?

Immerhin findet die Lage der impfverpflichteten Suspendierten inzwischen Einzug in die Medien. Hier kann man sich einen Auszug aus der bekannten Diskussionssendung „Touche pas a mon poste“ ansehen. Zu Beginn zeigen sie dort einen Ausschnitt, in dem eine Pflegehilfskraft in Tränen aufgelöst zu Emmanuel Macron spricht: „Warum haben sie diese Impfung zur Pflicht erklärt? Sie wissen sehr gut, dass sie nicht funktioniert. Bitte lassen Sie uns zurück zur Arbeit gehen! Meine Kollegen leiden!“ „Aber Madame, Sie können sich doch impfen lassen, wie 95 Prozent ihrer Kollegen es bereits getan haben.“

Über die Gründe, sich nicht „impfen“ zu lassen, kann ich aus zahlreichen persönlichen Begegnungen mit Krankenhauspersonal berichten:

– Relative Ungefährlichkeit der SARS-CoV-2-Infektion:
Einige haben auf Covid-Stationen gearbeitet und berichten, dass die Erkrankten ohne Ausnahme bereits vor ihrer Einlieferung schwer krank waren und nicht an dem Virus, sondern an ihren Grunderkrankungen gestorben sind bzw. jede andere Virusinfektion genauso zu ihrem Tod geführt hätte. Eine Krankenschwester mit 37 Berufsjahren sagte mir ganz direkt: „Wir haben im Frühjahr 2020 so viele COVID-Patienten durch die Behandlung selbst getötet. An der absurden Medikation und an der Beatmung sind sie gestorben, nicht an der Virusinfektion.“

– Nebenwirkungen:
Vor allem Hausärzte, aber auch Beschäftigte in Notaufnahmen haben einfach zu viele Impfnebenwirkungen gesehen. Auch bei ihren Kollegen.

Erfolg im Indischen Ozean

Die Anwältin Maud Marian berichtet in einem Interview von Sud Radio, dass die Suspendierungen fortgesetzt werden: Sie vertritt eine Krankenhausärztin, die als Genesene vier Monate lang wieder arbeiten gehen durfte. Nun ist sie nach Ablauf der vier Monate wieder suspendiert worden, genesen ist man in Frankreich nämlich nur vier Monate lang.

Die Impfpflicht verletzt die französische Verfassung, zum Beispiel das Recht auf Ausübung seines bzw. immerhin eines Berufs. Aber alle juristischen Vorstöße werden wegen „fehlender Zuständigkeit“ oder Formfehlern abgewiesen oder anderweitig verschleppt. Einzig jene Suspendierten, die ihre Suspendierung während einer Krankschreibung erhielten, gewinnen Prozesse wie auch jüngst wieder am 25. März 2022: Da gewannen 17 Feuerwehrleute auf der Insel La Réunion bei Madagaskar, die ein französisches Übersee-Département ist, ihren Prozess. Nach sechs Monaten, während denen sie allmonatlich ihre Gehaltsabrechnung mit 0,00 € erhielten. Nach Ansicht von Maud Marian hat Frankreich den Status „Rechtsstaat“ verloren.

Foto: U.S.N.A.R.Avia Wikimedia Commons

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