Am Beispiel von T-Online und Alina Lipp: Wie verlogen die Medien vorgehen

T-Online hat einen langen Artikel über „Putins deutsche Infokriegerin“ veröffentlicht, dessen Vorgeschichte ich kenne. Daher will ich sie hier erzählen.

von

14. März 2022 22:41 Uhr

Ich will auf den Inhalt des T-Online-Artikels mit der Überschrift „Putins deutsche Infokriegerin“ nicht näher eingehen, das soll Alina selbst tun, wenn sie es für nötig hält. Ich will hier nur aufzeigen, wie der Artikel entstanden ist, denn ich war quasi live dabei.

T-Online tut ganz freundlich

Vor kurzem hat Alina mich angerufen und um Rat gebeten. Ein Redakteur von T-Online hätte sich bei ihr gemeldet und ihr einige Fragen gestellt. Er sei sehr freundlich gewesen und sie war unsicher, ob sie darauf eingehen solle. Ich habe ihr erzählt, was sie auch selbst weiß, nämlich dass das eine Falle ist und dass er ihr dann in einem Artikel die Worte im Mund verdrehen würde, wie es die Medien immer tun, wenn sie ein angeblich freundliches Gespräch mit der „Gegenseite“ suchen, ein Beispiel finden Sie hier.

Also schlug ich ihr vor, ihm zu antworten, dass sie dazu bereit sei, wenn er ihr schriftlich garantiert, dass er ihre Antworten vollständig veröffentlicht, ohne sie zu kürzen, zu verdrehen, aus dem Zusammenhang zu reißen und so weiter. Vor allem sollte sie die Korrespondenz mit ihm speichern.

Das tat sie, ich zeige hier Ausschnitte aus den Chatnachrichten, die Alina auf ihrem Telegram-Kanal veröffentlicht hat. Natürlich hat der T-Online-Redakteur es abgelehnt, ihr das zuzusagen, denn das Kritiker des Mainstream ihre Argumente vorbringen dürfen, ist bekanntlich nicht gewollt. Nach seiner Ablehnung hat Alina die Beantwortung der Fragen abgelehnt.

Über diese Korrespondenz erfährt der Leser von T-Online natürlich nichts. Dort heißt es nur:

„Alina Lipp hat Fragen von t-online nicht beantwortet.“

Warum sie das nicht getan hat, muss der Leser ja nicht erfahren.

Objektiver Journalismus bei T-Online?

Alina hat erst einmal nur die wichtigen Chatnachrichten veröffentlicht, mir hat sie die gesamte Korrespondenz geschickt. Ich werde das aber nicht veröffentlichen, das ist Alinas Entscheidung.

Was man aber an allen Chat-Nachrichten sehen kann, ist, wie geschickt er versucht hat, Verständnis für sie zu heucheln und sich ihr Vertrauen zu erschleichen. Alle Formulierungen haben Verständnis geheuchelt, er wollte sie um den Finger wickeln. So hat er zum Beispiel Sympathie vorgspielt, indem er behauptet hat, er wäre der erste gewesen, der entsetzt darüber berichtet habe, wie schlimm es ist, dass eine Münchner Klinik nun die Behandlung russischer Patienten ablehnt und so weiter.

Was dieser Herr Lars Wienand von T-Online für ein Mensch ist, zeigt sich in der Korrespondenz. Er wollte Alina in die Falle locken und dann medial schlachten, wie er es in seinem Artikel dann ja auch versucht hat. Was bitte hat das mit Journalismus zu tun?

Wenn ich Informationen von jemandem bekomme, die zentraler Bestandteil eines meiner Artikel sind, dann ist es vollkommen normal, dass ich den Artikel nicht ohne grünes Licht veröffentliche. Das gilt umso mehr, wenn es ein Artikel über die Person ist, deren Antworten ich in meinem Artikel verarbeite. Was hat Herr Wienand eigentlich für ein Verständnis von seinem Beruf? Geht es um die Wahrheit, also in diesem Fall um Alina Standpunkte und Lebenslauf (zu ihrem Lebenslauf hat er sehr intensiv gefragt), oder geht es darum, wie er das in die gewollte Richtung „verwursten“ kann? Bei T-Online und Herrn Wienand geht es offensichtlich um letzteres.

Das ist es, was deutsche „Qualitätsmedien“ heute als Berichterstattung und Journalismus bezeichnen: Es ist Betrug nicht nur an denen, über die sie schreiben, wenn sie den von ihnen befragten Personen nicht einmal die Möglichkeit geben, einen auf den eigenen Antworten basierenden Artikel über sich selbst vor der Veröffentlichung zu prüfen. Nein, das ist darüber hinaus auch Betrug an den Lesern, die diese Machwerke für das Resultat objektiver journalistischer Arbeit halten und von denen viele sogar noch dafür bezahlen, sich betrügen zu lassen.

In eigener Sache

Da auch ich in dem Artikel kurz erwähnt werde, sage ich auch dazu noch was. Gegen Ende des Artikels geht es um eine Konferenz im Februar, an der Alina und ich in Moskau teilgenommen haben. Wienand kommt bei der Konferenz so richtig in Fahrt, als er die Teilnehmer beschreibt. Einer soll ein „Faschist“ sein, wobei ich mich frage, ob Wienand das eventuell als Kompliment gemeint hat, schließlich schreibt er sich ja gerade die Finger wund, wenn es um die Verteidigung der faschistischen Regierung in Kiew geht.

Einen anderen beschreibt er als russischen „Aktivposten“ bei der Widerlegung „des russischen Giftgas-Einsatz in Douma„. Daran sieht man, wie toll Wienand seine Leser informiert, wenn er von einem „russischen Giftgas-Einsatz“ spricht, denn er hat seinen Lesern offenbar nie erzählt, dass ein BBC-Produzent gemeldet hat, dass der „Giftgas-Einsatz“ eine Inszenierung der Weißhelme gewesen ist und dass mehrere Whistleblower bei der OPCW gemeldet haben, dass der OPCW-Bericht aus politischen Motiven gefälscht wurden. Das kann auch nicht verwundern, denn es war der Westen, der den Bericht bezahlt hat. Und dass der Westen verhindert hat, dass die Beschwerden der Whistleblower in der UNO zur Sprache, wissen Wienands Leser auch nicht. Da Wienand seine Leser dumm hält, kann er problemlos vom „russischen Giftgas-Einsatz“ sprechen, den es aber nie gegeben hat.

Bei Wienand wird auf diese Weise jeder Teilnehmer der Konferenz als böse dargestellt und er erweckt indirekt den Eindruck, dort wäre die russische Medienstrategie für die russische Militäroperation in der Ukraine entwickelt worden.

Das Thema war viel banaler: Es ging um die Frage, wie man die mediale Aufmerksamkeit auf das Elend im Donbass richten kann. Die Konferenz dauerte keine drei Stunden, in denen fast alle Teilnehmer einen zehnminütigen Vortrag gehalten haben, um die Probleme zu benennen, die sie sehen. Die Konferenz wurde gefilmt und ist online zu sehen. Ich lade jeden mit Russischkenntnissen ein, sie sich anzuschauen. Vielleicht findet da ja jemand die böse russische Propaganda-Strategie, vor der der Westen so internsiv warnt.

Международная конференция на тему «Геополитическая война Запада против России: украинский кейс»

Zum Schluss noch etwas lustiges, denn es fällt auf, dass Kritiker von Alina, mir und anderen, die dem Mainstream widersprechen, unglaublich entrüstet sind, wenn wir auf Konferenzen gehen. Es wird behauptet, wir seien dort als bezahlte Propagandisten unterwegs. Ich habe noch nie Geld dafür genommen, als Speaker zu einer Konferenz zu fahren, sondern nur die Reisekosten erstattet bekommen.

Was aber verwundert, ist, dass diese Kritiker keinerlei Fragen dazu haben, dass die Chefredakteure aller deutschen „Qualitätsmedien“ ausnahmslos nebenbei gut bezahlte Posten bei transatlantischen Organisationen wie Atlantikbrücke, German Marshal Fund und so weiter haben und/oder dort für kurze Reden tausende Euro einstreichen. Aber das hat natürlich rein gar keinen Einfluss auf deren journalistische Arbeit…

Quelle

Ein Kommentar zu “Am Beispiel von T-Online und Alina Lipp: Wie verlogen die Medien vorgehen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: