MARCEL BARZ – Pandemie in Rohdaten

Nadem der JUTUP Film ohne Angabe von Gründen gelöscht wurde!

Ausgestoßene der Woche: „Die Pandemie in den Rohdaten“

Die nüchterne „Erbsenzählerei“ eines Informatikers, der sich einige Corona-Statistiken näher anschaut, erregt großes Interesse und wird schon bald bei YouTube gelöscht. 

Marcel Barz bezeichnet sich selbst als „Erbsenzähler“. Er studierte Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Bundeswehruniversität in München. Nach dem Ausscheiden aus dem Militärdienst studierte der ehemalige Offizier Wirtschaftsinformatik an einer zivilen Uni und gründete ein Unternehmen für Datenanalysen.

Um die Jahreswende 2020/21 herum stritt sich Barz nach eigener Aussage mit einem Freund, der die Bedrohung durch die Corona-Pandemie weniger ernst nahm als er selbst. Er beschloss, dem Freund zu beweisen, dass die Pandemie eine katastrophale Krise für die öffentliche Gesundheit war. Im Laufe seiner intensiven Beschäftigung unter anderem mit Rohdaten des Statistischen Bundesamtes (Destatis), des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) begann Marcel Barz allerdings, seine Sichtweise zu ändern.

Der Wirtschaftsinformatiker kam zu dem Schluss, dass die Sterbefallzahlen von Destatis keine Übersterblichkeit für das Jahr 2020 im Vergleich zu den Vorjahren bis 2012 zeigen, wenn man Faktoren wie Bevölkerungswachstum, demographischer Wandel oder Lebenserwartung mit berücksichtigt und die Rohdaten dementsprechend korrigiert. Eine Gegenprobe mit den Rohdaten aus Schweden überzeugte Barz, dass die im Vergleich zum schwedischen Ansatz sehr restriktiven deutschen Corona-Maßnahmen kaum einen Effekt auf die Sterblichkeit hatten. Die vom RKI präsentierten Daten zu den Corona-Fallzahlen und Covid-Toten sowie der DIVI zur Intensivbettenauslastung hält der Informatiker aus verschiedenen Gründen für nicht valide beziehungsweise unglaubwürdig.

Nach eigener Aussage begann Barz diese Erkenntnisse zunächst im Freundes- und Bekanntenkreis zu präsentieren. Er entwickelte einen Vortrag mit dem Titel „Die Pandemie in den Rohdaten“ der circa eine Stunde und 20 Minuten lang ist und in zwei interessanten Nebensträngen auch auf aus Barz‘ Sicht fragwürdige Interpretationen der dem Impfstoffmarketing zugrundeliegenden Studienergebnisse und das politische Framing des Jugoslawienkriegs und des damit verbundenen Bundeswehreinsatzes Ende der 1990er Jahre eingeht.

Nichts an Barz‘ in äußerst sachlichem Ton gehaltenen und statistisch untermauerten Ausführungen erscheint mir als Fake News, Falschaussage, abstruse Verschwörungstheorie oder „Geschwurbel“. YouTube sieht das offenbar anders. Eine Videoaufzeichnung von Barz‘ Vortrag, die erst am Freitag letzter Woche von ihm hochgeladen wurde und in kurzer Zeit fast 140.000 Views ansammeln konnte, wurde am Dienstag von dem Videoportal gelöscht, wegen angeblicher Verstöße gegen die „Community-Richtlinien“. Offenbar wird mittlerweile jede Kritik am gängigen Corona-Narrativ bei YouTube unterdrückt. Barz selbst bemerkt zu der Löschung: „Alle wertvollen Diskussionen in den Kommentaren sind nun weg. Was soll das? Warum wird hier der Diskurs unterbunden? Ich verstehe es nicht.“

Verschiedene YouTube-Nutzer haben das sehenswerte Video auf ihren eigenen Kanälen neu hochgeladen, zum Beispiel hier und hier. (Nachbemerkung 4.09.2021: Inzwischen wurde das Video auch auf diesen Quellen gelöscht. Es ist aber derzeit noch über Anwalt Joachim Steinhöfel aufrufbar („steht unter meinem persönlichen Schutz“) hier. Hier auch ein Link zu dem Vortrag auf der weniger löschfreudigen Plattform Vimeo

Kritische TV-Doku auf die Zeit nach der Wahl verschoben

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) hat diese Woche entschieden, die ursprünglich für Mittwoch den 1. September angesetzte Erstausstrahlung der Doku „Sondervorgang MeToo – Protokoll einer Entlassung“ zu verschieben, und zwar auf einen Termin nach den Wahlen zum Deutschen Bundestag und dem Berliner Abgeordnetenhaus (beide 26. September). In der Dokumentation beschäftigt sich der Filmemacher Maurice Philip Remy mit der umstrittenen Entlassung des ehemaligen Leiters der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, die von Verteidigern Knabes etwa als „politische Strafaktion“ oder „inszenierter Enthauptungsschlag“ bewertet wird, von dessen Kritikern als notwendiger Schritt gegen ein „Klima der Angst und des Mobbings“, das Knabe als Direktor zugelassen und befeuert habe, vor allem auf Kosten weiblicher Mitarbeiter.

Der Sender begründet die Neuterminierung wie folgt: „Für den rbb war […] zunächst nicht ersichtlich, dass [Remy] sich vor allem vor der Auftragsvergabe aktiv bei Facebook an der Diskussion beteiligt hat, etwa indem er einen Spendenaufruf für die Gerichtskosten von Knabe geteilt hat. Nachdem uns der Autor dies bestätigt hat, halten wir es für unabdingbar, dass auch dieses Engagement im Film transparent wird. Deshalb verschieben wir die ursprünglich für morgen vorgesehene Ausstrahlung auf den 27. Oktober.“

Die Ausstrahlung eines Beitrags wird wegen einer solchen Lappalie verschoben? Das finde nicht nur ich unglaubwürdig. In einem offenen Brief an die rbb-Intendantin Patricia Schlesinger bemerkt der Journalist Jens Peter Paul treffend:

„Es ist ja eine Dokumentation. Das bedeutet: Es gibt im Grunde nur zwei Möglichkeiten. Entweder es stimmt, was Remy herausgefunden hat und in dem Film bringt – oder es stimmt nicht. Stimmt es, dann ist es völlig wurscht, was der Autor vorher auf Facebook geteilt oder geschrieben hat. Dann könnte er täglich Hand in Hand mit Knabe Unter den Linden spazieren und verliebt gucken (was er, glücklich verheiratet, nicht tut) – und es stimmte trotzdem immer noch. Bringt Remy aber unzutreffende Darstellungen in seinem Film, wovon allerdings bei seiner Arbeitsweise nicht auszugehen ist, weshalb es Dein Pressesprecher auch nicht einmal andeutet, dann würde auch die größte Distanz Remys zuvor nichts retten: Falsch bliebe falsch.“

Und weiter: „Liebe Patricia, […] sag einfach: Ich habe das zur Chefsache gemacht, den Fall an mich gezogen und entschieden: Keine Termination. Termin bleibt. Ich meine, wie peinlich sähe das denn aus? Da rufen eine Kulturstaatsministerin und ein Kultursenator [gemeint sind Monika Grütters (CDU) und Klaus Lederer (Linke), die bei der Entlassung Knabes federführend waren, K.Z.] aufgeregt bei Dir an, weil sie Angst haben, wenige Tage vor einer für sie beruflich entscheidenden Wahl in einer rbb-Produktion schlecht auszusehen – und dann rotiert der ganze Sender, um einen Vorwand zu finden, die Nummer wenigstens ein bißchen für die beiden zu entschärfen? Ja sind wir hier in Polen oder was?“

(Lesen Sie zum selben Thema auch den Achgut.com-Beitrag von Markus Vahlefeld: Der stinkende Fisch – ein Sondervorgang) https://2300dc344c298841d03c3aec88911230.safeframe.googlesyndication.com/safeframe/1-0-38/html/container.html

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